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Von Branden "Menschen Der Außenwelt!?"
Nach mehr als einem Jahr der letzten Demo CD "ignoranzkult" dieser „ungewöhnlichen“ Combo aus dem Norden, ist das Debüt „Scherben“ am 30.11.07 via GreyFall (www.grau.cd) erschienen. Ist doch wohl klar, dass man nun so einiges mehr erfahren muss. Dynastie [von Branden] allen voran Solarian war so nett per E-Mail auf einige Fragen einzugehen.
Weitere Infos zu Von Branden:
REVIEWS:
Von Branden Ignoranzkult
Von Branden Behind The Rain
Von Branden Scherben
Von Branden Demo 2011
INTERVIEWS:
Von Branden - .....aus Den Flammen, Da Kommen Sie....
Von Branden - Menschen Der Außenwelt!?

Mensch, es sind ja schon mehr als zwei Jahre vergangen, seit dem letzten Interview. Wie geht es euch und wie sieht es im Lager [von Branden] aus?
Hehe, das „Mensch“ könnte ich fast als Beleidigung auffassen. Seit unserem letzten Gespräch vor zwei Eurer Jahre haben wir uns konstant weiter von der Menschheit distanziert. Wir existieren nur noch, um aus der Ferne zu beobachten, um die Dinge als Ganzes zu betrachten. Selbst Gespräche wie dieses sind ungewohnt für uns, da wir nur noch selten mit der Außenwelt kommunizieren. Innerhalb der Dynastie [von Branden] gab es ebenfalls Veränderungen. Sessionschlagzeuger Jörg Uken wurde durch unser drittes und letztes festes Mitglied Arminius von Theesfeld ersetzt, der Kreis hat sich somit geschlossen. Dadurch haben wir einen statischen Punkt erreicht, von dem aus wir nun die Reaktionen auf unser Debütalbum beobachten.

Eure Zusammenarbeit mit GreyFall liegt irgendwo nahe, schließlich ist auch u.a. die bekannte Gothic Band MANDRAKE (zwei eurer Gastmusiker sind hier dort tätig) bei denen unter Vertrag. Doch wie kam es dazu, dass gerade dieses Label euch die Möglichkeit bietet das Debüt zu veröffentlichen?
Eben durch jene Gastmusiker ist die Zusammenarbeit entstanden. Wir haben unsere Demos nie veröffentlicht, lediglich ein paar Freunde und Bekannte haben ein Exemplar erhalten. Die Musik und die Momente, die wir darin festgehalten haben, wollten wir ursprünglich mit keinen Fremden teilen. Erst als wir diese Dinge selbst verarbeitet haben, waren wir bereit den Schritt an die Öffentlichkeit zu tun. Lutz von Mandrake, wie Du bereits erwähntest einer unserer Gastmusiker, hat unser erstes Demo „Behind the Rain“ bei GreyFall vorgelegt. Offensichtlich fand es Gefallen, und nach dezenten Hinweisen weitere Songs zwecks Veröffentlichung aufzunehmen, haben wir im Juli 2007 letzten Endes den Vertrag bei GreyFall unterschrieben. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit nennt sich „Scherben“ und steht seit dem 30.11.2007 in den Läden.

Wie seid ihr an das Konzept eines Debüts herangegangen?! Neuaufnahmen, neue Produktion, neue Ideen, neue ….. - oder doch alles beim Alten?
Hmmm, ich denke wir haben die Möglichkeiten abgewogen. Wir hatten zu wenig Zeit alles neu einzuspielen und verfügten bereits über recht anständige Demoaufnahmen von acht Songs. Also haben wir uns entschlossen, mit den vorhandenen Aufnahmen weiterzuarbeiten, zumal wir die sehr intensive Atmosphäre nicht zerstören wollten. Im Klartext hieß das zwei Tage im Soundlodge verbunkern, ein paar zusätzliche Gesangsspuren hinzufügen, neu mischen und neu mastern. Im direkten Vergleich zu den Demos hat sich soundtechnisch also einiges verändert. Gerade durch die kurze Zeit, die wir insgesamt im Studio verbracht haben, hat unser Album einige Ecken und Kanten, was unserer Meinung nach aber gerade den Charakter ausmacht. All die spontanen Situationen und kurzfristigen Entscheidungen haben verhindert, dass „Scherben“ zu glatt poliert wurde. Ich habe lieber ein Album mit Ecken und Kanten, das im Fluss der Veröffentlichungen für Wirbel sorgt, als ein glattpoliertes Album, das unbeachtet im Strom mitschwimmt.

...denn so wirklich einen brandneuen Song (asugenommen „Vergessen“) gibt es leider nicht, wenn man schon die beiden Demo-CDs kennt (siehe Reviews online). Meint ihr nicht, dass es trotzdem gut getan hätte, wenn noch ein paar brandneue Tracks eingespielt worden wären? Natürlich bloß unter dem
Aspekt, daß ich einer der Wenigen bin, der eure beiden Demos schon kennt? ...ich denke trotzdem, ein weiterer Coversong oder so hätte doch hier auch einen besonderen Reiz gehabt?!
Na ja, Du musst bedenken dass außer Dir wirklich nur wenige Leute die kompletten Demos kennen. Außerdem gibt es mit „Vergessen“ einen neuen Song auf dem Album, der auch durch die spätere Aufnahme stilistisch sehr heraussticht. Wir haben dabei bewusst auf Schlagzeug und Gitarren verzichtet, um selber zu hören wie wir ohne die typischen Metalinstrumente klingen. Ein weiteres kleines Experiment sozusagen, zumal es der Abwechslung auf dem Album sicherlich auch nicht schadet. Ein weiterer Coversong war mehrmals im Gespräch, allerdings sprachen letztendlich aus unserer Sicht zwei Gründe dagegen: zum Einen hatten wir wie erwähnt ganz einfach nicht mehr die Zeit, neben „Vergessen“ kurzfristig noch einen Song aufzunehmen. Nach Unterschreiben des Vertrages musste alles sehr schnell gehen, da das Mastern frühstmöglich an GreyFall übergeben werden sollte. Zum Zweiten waren wir uns einig, dass eine Coverversion pro Album reichen müsste, schließlich wollten wir keine Kopie von H.I.M bzw. ihrem Debüt darstellen, haha. „Scherben“ ist unser erstes offizielles Lebenszeichen, mehr neues Material können wir hoffentlich auf einem weiteren Album präsentieren.

Welche Klientel möchtet ihr mit dem Projekt „Scherben“ ansprechen? So wie ich es sehe, werden viele Grau/GreyFall und Prophecy Fans zuerst auf „Scherben“ aufmerksam. Meint ihr, dass diese Fans der Bands á la The Vision Bleak, Mandrake, Empyrium, Dornenreich usw. mit eurem Album warm werden? Oder sollte ich an dieser Stelle die Frage umformulieren: Was versprecht und erwartet ihr euch von dem Debüt?
Wir haben über eine solche Frage ehrlich gesagt nie nachgedacht, aus dem schlichten Grund, dass unsere Musik ursprünglich nur für uns selbst gedacht war. Für eine bestimmte Hörergruppe sind wir meiner Meinung nach zu vielschichtig, ohne dabei arrogant klingen zu wollen. Ab und an werden wir sogar als Black Metal oder auch Rock mit Metalanleihen eingeordnet, es ist also wirklich eine große Bandbreite vorhanden. „Scherben“ ist damit sicherlich kein leichter Tobak, aber ich denke wenn man sich fallen lässt, hat man eine ganze Weile etwas von der Atmosphäre des Albums. Von daher haben wir keine konkreten Erwartungen, hoffen aber natürlich dass wir das Vertrauen von GreyFall in unsere Musik nicht enttäuschen werden.

Welche Reaktionen gab es bisher aus der Presse und wird das Album auch im Ausland (nicht nur außerhalb Ostfrieslands:-)) veröffentlicht?
Haha... Ostfriesland dient uns nur als Aufenthaltsort wenn wir im Studio sind. Das ist insofern von Vorteil, als dass man auch in der Öffentlichkeit relativ wortkarge Menschen um sich hat. Mir ist das sehr viel sympathischer, und es fällt mir wesentlich leichter die Gegenwart von Menschen zu ertragen. Die restliche Zeit unserer Existenz verweilen wir in Stasis, um zu beobachten und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die bisherigen Reaktionen auf unser Debüt sind fast durchweg positiv, wir hatten mit sehr viel stärkerer Polarisation gerechnet. Offensichtlich macht unsere Andersartigkeit sich zumindest in dieser Hinsicht bezahlt. Sicherlich gibt es auch einige negative Kritiken, aber wenn ich zum Beispiel lese, dass wir ausgelutschten Standard 08/15 Gothic Metal spielen, nehme ich das nicht ganz so ernst. Veröffentlicht wird das Album, wie alle anderen GreyFall Alben auch, so ziemlich weltweit. Die genaue Liste kenne ich ehrlich gesagt nicht. Wir machen nur die Musik, mit dem Verkauf haben wir nichts zu tun, ha ha. Allerdings habe ich schon oft Übersetzer gebraucht um Reviews verstehen zu können:-).

Was könnt ihr uns zu den etlichen Gastmusikern im Projekt erzählen? Wird es vielleicht je auch die Möglichkeit geben die Songs LIVE geboten zu bekommen?
Zu den Gastmusikern kann ich nicht viel sagen, Namen sind in Wasser geschrieben. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Instrumenten und Stimmen, die wir in unsere Songs einbauen können. Wir haben meist eine gewöhnliche Basis für unsere Songs, überlegen dann welche Instrumente zur Verstärkung der Atmosphäre dienen können und suchen nach entsprechenden Musikern. Mit einigen der von ihnen sind wir seit Jahren befreundet, andere haben wir erst kurz vor den jeweiligen Aufnahmen kennengelernt. Live... auch darüber haben wir zuvor nie wirklich nachgedacht. Der Gedanke kam uns erst, nachdem wir uns mit den Konsequenzen der Veröffentlichung auseinandergesetzt haben. Der Wille ist natürlich vorhanden, auch wenn ich nicht weiß ob es eine gute Idee ist, uns in Fleisch und Blut zu präsentieren. Zusätzlich müssten wir die Bühne voller Gastmusiker stellen, da wir schwerlich alle Instrumente gleichzeitig spielen können und nicht auf Playback zurückgreifen wollen. Schauen wir also was möglich ist, der Erfahrung der letzten Jahre nach eine ganze Menge. Live wäre übrigens genug Platz für weitere Coverversionen.

Wer war für das überaus gelungene Coverartwork verantwortlich und steht es im Zusammenhang mit dem gesamten Projekt (Texte, Musik etc.) als solches?
Vielen Dank für das Lob zunächst! Die Idee für das Artwork haben wir zusammen mit Lukasz Jaszak (www.jaszak.net) entwickelt. Wir hatten nur grobe Vorstellungen wie es aussehen sollte, etwa von der Farbgebung und dem Gefühl das es vermitteln sollte. Alles in Allem sollte es die visuelle Ergänzung unserer Musik sein, ein Gesamtkunstwerk. Auf den ersten Blick morbid schön und verstörend, bei näherer Betrachtung (das Booklet z.B.) schockierend ehrlich und intensiv. Wir haben keine konkrete Botschaft in unserer Musik, wir wollen lediglich unsere Emotionen so rein und unverfälscht wie möglich vermitteln. Melancholie, Trostlosigkeit, Einsamkeit, Enttäuschung, Apathie, Wut, Trauer, Verzweiflung... eine unendliche Liste von Gefühlszuständen, die man „wunderschön“ miteinander kombinieren kann. Wir nutzen die Musik, um unsere Gefühle zu verarbeiten, und sprechen in unseren Liedern zu Personen, die Teil unseres früheren Lebens waren. Menschen bestehen für mich tief im Inneren aus den Scherben ihrer Hoffnungen und Träume. Nach außen tragen sie eine Maske, um eine Fassade aufrecht zu halten, die nur noch von Stolz und Angst getragen wird. Lukasz war aus traurigen Gründen genau in der richtigen Situation, dieses Bild zu vermitteln, und wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

Viel Erfolg mit dem Debüt. Vielen Dank für die Antworten. Gruß aus Hannover.
Wir danken Dir für die Unterbrechung des Schweigens in unseren Gedanken! Keep the pain alive inside! Solarian von Branden
geführt am 13.12.2007   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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[ Seit dem 13.12.07 wurde der Artikel 5827 mal gelesen ]
 
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