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Dew Scented "Über Gott Und Die Welt! Quatsch, über Walsrode Und Thrash/death Metal!"
Dew-Scented stehen seit Jahren für kompromisslos- aggressiven und energischen Thrash/Death Metal "Made in Germany". Die Band war vor kurzem auf Tour, um das im letzten Jahr erschienene siebte Album „Incinerate“ zu präsentieren, daher bot sich mir die Gelegenheit über dies und jenes, mit dem Kopf der Band - Leif (voc.)- zu plaudern. Und siehe da, ich hätte nicht vermutet, dass es ein derart redseliger Typ ist – eine Frage gestellt und schon bleibt kaum Zeit übrig, um sich anderen Themen zu nähern. Selbst mein Aufnahmegerät hat zum Ende hin den Geist aufgegeben. Aber keine Angst, einiges konnten wir trotzdem klären, lest selbst was wir so für Themen im Tourbus am 06.02. (vor dem Gig im Musikzentrum – Hannover) aufgegriffen haben.
Weitere Infos zu Dew Scented:
REVIEWS:
Dew Scented
Dew Scented Baptized In Blood
Dew Scented Damokles
Dew Scented The Revivalry - A Tribute To Running Wild
Dew Scented Amicizia Famiglia Per Sempre
INTERVIEWS:
Dew Scented - Über Gott Und Die Welt! Quatsch, über Walsrode Und Thrash/death Metal!

Leif, wir kennen uns schon eine ganze Weil. Man trifft sich hier und dort und schon seit langem hatten wir dieses Interview geplant. Doch nun könnte der Zeitpunkt nicht besser sein als es jetzt durchzuführen, schließlich habt ihr vor kurzem, am 19.01. unter dem Motto “Metal is coming home” in eurer Gründungsstadt Walsrode gespielt. Welche Erinnerung hast Du noch an diesen Tag? Waren dort etliche „Fans“ und Freunde der Anfangstage vertreten oder bloß die heutigen sog. die Nu-Metalkids?
Arthur, es war eine gesunde Mischung, wenn man so will. Ich meine mich wage zu erinnern, dass wir das letzte Mal so um 1999 in Walsrode gespielt hatten. Dabei ist es tatsächlich die Gründungsstadt von Dew-Scented. Wir hatten in der Nähe des Veranstaltungsortes, in dem am 19.1. das Konzert stattfand, früher, also in den Anfangstagen, unseren Proberaum. Die meisten Mitglieder haben auch direkt in Walsrode zu damaligen Zeiten auch gewohnt. Wir haben eigentlich, wenn man so will trotzdem den schwierigeren Weg eingeschlagen. Wir haben uns damals schon nicht darauf konzentriert nur lokal zu spielen und präsent zu sein bzw. ausschließlich die Local Heroes zu werden o.ä. Wir wollten lieber die Musik eher weit weg von zu Hause repräsentieren. Auch wenn es sicherlich reizvoll gewesen wäre, vielleicht ebenfalls auch finanzieller Sicht in erster Linie nur lokal zu einer Größe aufzusteigen und eben vor Ort vieles zu drehen. Doch nun, aber zurück zur eigentlichen Frage. Am 19.1. war es allerdings ganz sicher was besonderes, wir haben ja sonst in Walsrode bei Releasepartys gespielt oder so etwas in der Art. Dieses Mal ging es vordergründig darum, dass das Jugendzentrum ein 25-jähriges Jubiläum feierte. Ich selbst habe in dem besagten Jugendzentrum als Jugendlicher mein Praktikum abgeleistet und schon damals Konzerte gebucht usw. Im Laufe der Jahre sind alle von uns irgendwie aus den verschiedensten Gründen, wie das im Leben so ist, weggezogen. So ergab sich dies dann mit der Zeit, dass vor Ort nicht mehr ein derartiger Zusammenhalt bestand wie früher. Wir wussten daher nicht so richtig, wie der Abend „Metal is coming home“ verlaufen würde. Doch siehe da, der Laden war überfüllt, an die 300 Leute waren erschienen, was das Ganze natürlich sehr angenehm und einfacher gestaltet hat. War echt stark, zudem war das komplette Line-Up anwesend, also die alle ehemaligen Mitglieder und Mitbegründer der Band, d.h. Jörg, (Ralf) Shotte (guit.), Tarek (dr.), Patrick (bass)…
Haben die Jungs etwas auch mitgespielt zumindest mal einen alten Song oder so?
Nein, das nicht, aber es war schon erstaunlich alle mal wieder zu treffen. Einige von uns sehen sahen sich seit Jahren nicht mehr. Ich hatte z.B. Tarek seit dem er ausgestiegen war nicht mehr gesehen. Wir haben den Umständen entsprechend ein sehr langes Set gespielt. Es war auch das erste Mal seit langem, dass Uwe (dr.), der ja zuvor aus privaten Gründen eine Pause eingelegt hatte, hinterm Schlagzeug saß. Insofern hatte dies auch was Besonderes. Zudem haben wir kurzfristig entschieden eine After-Show-Party zu starten. In der Innenstadt wurde dann eine stinknormale Bierstube kurzerhand in eine Metaldisco umfunktioniert. Es ist fast an die Hälfte der Leute vom Gig mitgekommen. Ich sag mal 50 Leute wären in der Bierstube schon möglich gewesen, aber an die 150 auf einmal, das war schon krass und nicht sehr einfach. Na ja, war trotzdem sehr schön, war cool zu sehen, dass viele alte Freunde, auch wenn sie da auch nicht mehr wohnen, hinzugestoßen sind. Es hatte durchaus eine nette, ja nostalgische Stimmung. Die Szene vor Ort ist auch eine ganz andere. Ich glaube, dadurch, dass keine regelmäßigen Abende, Veranstaltungen dort stattfinden, ähnlich wie in anderen kleineren Städten wie Nienburg, verlieren sich die Leute einfach aus den Augen. Man ist eben nicht mehr 18 oder so. Aber wie schon erwähnt, es war ein cooler Abend, hat seinen Zweck erfüllt und wir haben alle sehr gute Erinnerungen von dem Abend. Bald wird es auch einige Impressionen der Show auf unsere Website geben (www.dew-scented.de).


Du bist in Walsrode aufgewachsen, fühlst Du Dich dann auch anders, wenn Du dort vor „heimischen“ Publikum, Freunden von früher spielst…oder denken immer alle bloß an den Vogelpark und nicht nur Dew-Scented, wenn man über diese Stadt spricht?
Ja, ich hatte meine Schulzeit dort verbracht. Die Szene in Walsrode war echt nicht schlecht damals. Wir hatten vor allem eine sehr große Hardcore Szene in den 90ern, eine der besten deutschen Bands kommt von dort, MIOZÄN. Wir, also ich auch, haben nicht nur als Bands mit denen zusammengehockt, sondern man kannte sich eben auch so, aus u.a. Wohngemeinschaften etc. Ich habe ja auch mit dem Sänger zusammengewohnt, unser ehemaliger Bassist mit deren Gitarristen. Es war schon ganz cool. Es gab auch damals viele Bands die dann in Walsrode gespielt, danach bei uns in der WG Party gemacht und wiederum auch gepennt haben. Doch in letzter Zeit hat man sich so aus den Augen verloren. Es war schon cool Bands aus Walsrode in Walsrode zu kennen und diese auch in etlichen anderen Städten bekannt zu machen. Einige von den ganzen Kollegen, Kumpels haben sich sogar jetzt zusammengeschlossen und eine Art Club gegründet, nennen sich „Walsroder Metalköppe“. Diese Jungs haben uns auch geholfen mit der Organisation des Konzertes am 19.01. Für mich persönlich war es sicherlich eine schöne Erfahrung, auch wenn ich Berlin geboren bin, so habe ich meine Jugend in Walsrode verbracht und somit verbinde ich auch sehr viel damit. Inzwischen lebt ja keiner von uns Dew-Scented in Walsrode. Aber auch viele andere Leute aus benachbarten Städten waren am dem Abend vertreten, wie damals in den 90ern, also aus Nienburg, Hannover, Bremen, Celle, … ich denke schon, dass wir auch in den vielen Jahren dazu beigetragen haben, dass Walsrode für etwas mehr steht, als nur für den Vogelpark oder den benachbarten Soltauer Heide Park. Auch wenn wir inzwischen erwähnen, dass wir aus Braunschweig sind, da sich hier eben der Proberaum befindet und es die Heimat unserer beiden Gitarristen ist.

Alles klar, gar nicht mal so verkehrt einige Eindrücke aus der Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden. Bleiben wir mal kurz bei der Vergangenheit, auch wenn es sich nun um nur ein Jahr zurück handelt. Das letzte Album „Incinerate“ ist wirklich sehr stark geworden, vor allem aus meiner Ansicht nach, weil es sehr Death Metal-lastig klingt. Versteh mich nicht falsch, aber diese enorme Härt á la Death Metal hätte ich so nicht erwartet. Ist etwas allein der neue Produzent und das Studiosession allein dafür verantwortlich, da Jörg Uken dafür bekannt ist Death Metal Bands zu produzieren?
Nein, nein, wir haben das Material 100% vor Eingang ins Studio fertig geschrieben. Insofern war das eine Sache, die sich vorher abgezeichnet hatte. Wir haben auch während des Prozesses selber gemerkt, dass das Material deutlich härter ausfällt als der Vorgänger und vielleicht eben alle bisherigen Scheiben. Wir haben uns schon selbst immer als Thrash/Death Metalband gesehen. Im Vordergrund bezeichnend als Thrash, da diese Richtung wohl zu unseren Wurzel zählt. Es passt ja auch am besten in unser Songwritingprozess. Wobei man nun anmerken muss, dass wir von der Härte her jetzt keine Testament, Forbidden, also diese typisch melodische Thrash Band sind. Wir bedienen eher den härteren, heavigeren Teil. Bei „Incinerate“ hatten wir einfach die Extreme ausgelotet, so sind die schnellen Sachen eben noch schneller geworden, die aggressiven, aggressiver, und ich denke, was das ganze eben Death-Metal-lastig macht, wir haben es schnörkelloser gestaltet. Wir haben die Songs direkter konzipiert, wir haben viele Sachen über Bord geworfen, als es bei den Vorgängerplatten, der Aufnahmesessions der Fall gewesen war. Bei „Incinerate“, ist es schon so gewesen, dass wir gemerkt haben die Ideen, die rausgekommen sind, durch die Bank sehr hart gewirkt haben. Auch wenn wir an die zwei bis drei Mid-Tempo Tracks auch haben, doch selbst diese könnten als Death Metal durchgehen. Ich habe also damit gar kein Problem, wenn man das Werk als das Death-Metal-lastigste Album von Dew-Scented ansieht, bezeichnet oder benennt. Ich denke, dass es eben einfach auch so ist und nun mal zutrifft. Ansonsten ist aber die herangehensweise immer dieselbe; wir habe nicht von Anfang auf Teufel komm raus gesagt, dass dies eine härtere Platte werden muss, á la „Ich muss jetzt weg vom Thrash oder so“. Ganz und gar nicht, es waren einfach die mit ersten Ideen, die zusammengekommen sind. Wir gehen da immer ganz offen heran und wenn es uns allen gefällt, dann ist es eben so ordentlich wie es nur geht. Wir versuchen auch alles aus dem Bauch heraus zu entwickeln, nicht zu viel Details und zu kopflastig rangehen. Aber keine Sorge im Liveset haben wir heute vier bis fünf Songs des letzten Albums mit dabei. Dadurch, dass wir bei unserer siebten Platte angelangt sind, Mann, die Zeit vergeht schnell scheinbar, packen wir auch nicht zu viel Gewicht auf allein das neue Werk, sondern versuchen von all unseren Alben etwas zu streuen. Es ist immer Dew-Scented!



Wie beurteilst Du nun die Feedbacks der Platte von der Presse, den Fans etc. - im nachhinein auch aufgrund der Tatsache, dass diese Platte doch eben „anders“ ausgefallen ist…
Ich weiß was du meinst und mir damit sagen willst. Diese Reaktionen, dass die Scheibe eben härter, deathigen ausgefallen ist, haben wir oft zu hören bekommen. Viele Leuten haben auch gesagt, dass ist eine unserer schlechteren Platten, da eben zu deathlastig oder andere meinten wiederum dies ein eine der besten. Es war diesmal eben nicht der Fall „Die Platte hält das Niveau vom Vorgängeralbum“ oder so, wir wurden nie direkt verglichen mit dem Vorgängeralbum. Ich denke wir fahren sowieso seit 2002, seitdem wir „Inwards“ gemacht haben, unterm Beobachtungsdruck, auf eine bestimmte Art und Weise. „Inwards“ war damals ein sehr überraschender Schritt nach vorne. Ich denke wir haben damals auch sehr, sehr gute Presse bekommen und dies hat die Band ziemlich solide etabliert. Ich denke, dass wir eben daher immer eher an dieser Scheibe, wenn es um die Presse und Fans geht, gemessen werden, als an einem Vorgängeralbum. Seit dem ist eben eine Euphorie, was irgendwelche Überraschungen angeht nicht mehr so wie früher, vorher. Es wird mehr darauf geachtet ob wir extrem große Fehler machen oder enorme Überraschungen mitbringen, aber die bringen wir eben nicht mit. Wir könnten stilistisch gesehen nie einen von 0 auf 100 zum Entzücken, Staunen bringen, da wir eben den aggressiven Metal seit Jahren machen. Bei uns wird ganz bestimmt nicht eine Gothic- oder eine Power Metal -Platte rauskommen; was vielleicht eine Überraschung wäre. Ich denke mal, Dew-Scented steht seit jeher, ja Jahrzehnten für ziemlich extremen Thrash und wir versuchen weiterhin den Unterschied eben daran festzumachen, dass wir hoffentlich als Songwriter immer besser werden und das auf Band bringen, was in diesem Moment die Band darstellt. Ich persönlich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Reaktionen, auf das letzte Album, ich denke die Leute haben hoffentlich gemerkt, dass wir unser Ding durchgezogen haben. Zudem haben wir mit dem Produzentenwechsel auch eine neue Note mit reinzubringen. Nachdem die drei vorherigen Alben mit Andy Classen entstanden sind, wollten wir mal gucken, wie eine anderen herangehensweise, nämlich, die in einem andern Studio aufnehmen und mit jemand anderen Mixen. Ob dieser nun auch wiederum einen gewissen Einfluss auf unseren Sound haben kann, nicht auf die Musik, weil die ja schon vorher fertig war, dementsprechend nur auf die Produktion selbst; eben vielleicht nur auf die Verpackung der Musik. Ich denke, dass man schon den enormen Unterschied hört, nicht nur was die Härte angeht.
… ich halte mich kurz und sage: dem kann ich nur zustimmen!

Kann man jetzt daraus schliessen, dass uns als nächstes ein reines Death Metal Gewitter erwatet, noch härter usw… Habt ihr schon Songs etwa fertig, Ideen…
Nee, wir haben noch (fast) nichts. Man könnte es als Faulheit bezeichnen oder als „Ruhe vor dem Sturm“. Wir haben versucht uns jetzt nicht wieder direkt ins Songwriting zu stürzen, weil wir erstmal zusehen, dass das letzte Werk sackt. Wir haben oft gemerkt, wenn wir sehr schnell nacheinander ins Studio oder uns ins Songwriting stürzen, also fast direkt nach der Vervollständigung einer Platte,wir angefangen zu schreiben, dann klangen manche Sachen viel zu ähnlich. Wir reden hier zwar von Millimeterunterschieden, bei unserer Musikrichtung und dem Stil, aber das mit den Schock- oder Überraschungsmomenten hatten wir ja schon. Ich denke, dass unser neuer Plan doch besser ist, was die jetzige Lage betrifft. Wir sehen zu, dass man die Sachen erstmal ein Jahr lang bespielt, promotet, also LIVE vorstellt und demnächst, wenn ein Fluss an neuen Ideen kommt, dann sich wieder zusammensetzt. Aber ok, grobe Ideen und Bruchstücke gibt es allerdings durchaus. Jedoch sind es keinesfalls fertige Songs oder so. Dafür wäre es schon etwas zu früh. Ich denke wirklich, wir werden uns das ganze Jahr erstmal Zeit lassen und so oft wie möglich spielen. Also ab 2009 anfangen sich mit neuem Material auseinandersetzen, dem sich zu widmen bzw. daran versuchen. In welche Richtung es allerdings gehen wird kann ich schon gern verraten…. …
ha, ha, ha. Nee. Lass das mal offen und wir lassen uns überraschen:-)


Stichwort „Vinyl“! Ihr habt auch einige eurer Werke als Vinyl wieder-/veröffentlicht. Wie stehst Du allgemein diesem Thema gegenüber?
ja, stimmt „Inwards“ und „Impact“ kamen kurze Zeit später als Doppelvinyl via Nuclear Blast heraus, „Issue VI“ über ein Hardcore Label, übrigens auf 500 Stück im roten Vinyl limitiert. Und die neue Platte haben wir über Bastardize Records veröffentlicht. Letzteres ist auch noch mit einem Bonustrack ausgestattet. Wie persönlich stehen voll auf Vinyl, leider sind jedoch diese wertvollen Stücke nicht so beliebt und immer schwieriger zu bekommen, wobei schon schlimmere Zeiten herrschten. Es sind, was wir merken, immer wieder Spezialisten, die sich diesem „alten Genre“ gerne widmen und diese Platten eben gern kaufen. Diese freuen sich darüber. Doch wenn man ehrlich ist, dann haben die meisten Leute keine Plattenspieler mehr. Die meisten sind eben auf die digitale Welt umgestiegen, auch wenn dies eine bestimmte Sammlungspflege auch sein mag. Ich selbst jedoch freue mich riesig über eine moderne, digitale Produktion auf Vinyl zu erhalten und zu hören, es hat einen wirklich besonderen Charme. Es funktioniert auch bestens. Aktuelle Scheiben, die man schön auf Vinyl presst, haben wirklich was Besonderes und ich finde auch „Incinerate“ auf Vinyl besonders cool. Das sind auch die Hauptgründe warum wir dies auch gemacht haben. Zudem hat uns Nuclear Blast die Freiheit gewährt, die mit anderem Label durchzuziehen und dafür zusammenzuarbeiten.

Wenn wir schon beim digitalen Zeitalter sind, wie stehst Du zu den heutigen mp3s, Internet usw… Ich meine, früher war man froh ein bis zwei neue Sachen im Monat bekommen zu haben, ein Tape zu kopieren und man hat dies mehr geschätzt. Heute bekommt man die Gelegenheit mehrere neue Songs, Platten an einem Tag zu ziehen, aber ich meine sich ohne wirklich damit zu beschäftigen oder gar darüber urteilen zu wollen...
…ja, wie du schon sagst, bei der Flut von Sachen heutzutage würde es eben heut nicht mehr gehen, dass man sich alles besorgt, wie eben früher auf Tape, LP oder CD. Doch es ist heute ja auch oft sehr viel Müll dabei, - was auch veröffentlicht wird.
Müll gab es damals ja auch:-)
Zum Glück kann man heutzutage im Internet alles bzw. einiges Probehören und vielleicht auch schon beurteilen, ob dies was für einen ist oder nicht. Als Promotion für neue Songs, ist diese Art der Anpreisung, das beste Medium, was aufgetaucht ist. Aber es stimmt, es geht heute leider meist nur um den Konsum als solchen, nicht bloß um das Wesentliche, die Musik. Es geht vielen NICHT darum eine Sammlung zu versvollständigen, einen persönlichen Bezug zu dem Tonträger herzustellen, sondern tatsächlich darum, so denke ich, es nur zu haben, besitzen. In welcher vorhandenen Form (z.B. mp3) auch immer. Die wollen doch meist nur dies alles besitzen, um auftreten zu können, um anzugeben, um vielleicht mitzureden, zu sagen: „Ja finde ich nicht so gut, habe die CD irgendwo in der Ecke, aber weiß nicht wo usw.“. Aber nun, die Zeiten ändern sich (wie wahr!). Ich meine, wenn man ehrlich ist, ich komme auch aus der Tapetrade-Generation, wie du eben auch, und betrachte dies alles sowohl mit einem weinenden als auch einem lachenden Auge. Ich sehe dabei auch die positiven Möglichkeiten, weil der vor allem weltweite Bezug zur Musik, mit der Musik direkt stattfindet. Mit Bands und Fans weltweit zu kommunizieren, immer von überall in Songs rein zu hören. Ich habe mich frühre zwar auch sehr gefreut mit hinzusetzen, Tapes einzutüten sowie BRIEFE per Hand zu schreiben und alles zu versenden, aber ganz ehrlich, das würde ich jetzt doch nie machen. Ich glaube nicht, weil es eben viel einfacher geworden ist, via Internet, E-Mails, Verlinkung etc., anstatt zwei Stunden zu telefonieren oder ein Fax zu schreiben.
..doch noch lange nicht Schluss mit diesem Thema.


Ich denke, wenn man Fan der Musik ist oder eben Fan der bestimmten Band, sollte man schon die Musik auf ehrliche Art und Weise beziehen. Diese Leute sollten es verstehen, dass der Künstler Zeit und Geld reinsteckt, man sollte zu den Konzerten gehen, man sollte vielleicht beim Merchandise zulangen. Man sollte nicht denken, dadurch dass man die Musik sich aus dem Internet „geklaut“ hat, ich nenne es jetzt klauen, weil es Diebstahl letztendlich ist, dass man dadurch ein gleich ein Fan sein darf. Ich denke der Fan zeichnet sich dadurch aus, weil er eine bestimmte Treue, Wertschätzung von etwas hat; ein Sammler ja sowieso. Es ist eben eine gesunde Mischung in dieser digitalen und der ehemaligen Welt, irgendwie.

…STOP, Du hast es gerade erwähnt: „Geklaut“ wie siehst Du es als Künstler diese ganze Angelegenheit mit den Raubkopierern, den hohen Strafen etc. selbst. Man gibt ja etwas privates von sich und der andere nimmt es einfach, aber auf der anderen Seite, stehen doch die Strafen in keinem Vergleich...
Ich denke, DIE gehen jetzt alle nur drakonisch vor, um abzuschrecken. Bis es wirklich wehtut und sich rumgesprochen hat, dass es eben wehtut, interessiert es Niemanden. Ehrlich, ich bezeichne es nicht als Bagatelldelikt. Man sagt ja, es ist ja immer noch kein richtiges Maß an Strafe gefunden worden, wie man nun damit umgehen soll. Ich denke wichtig ist es die Leute zu erziehen. Sie müssen es verstehen lernen, dass es eben nicht OK ist Musik aus dem Netz „umsonst“ zu beziehen und sich darüber zu freuen. Es ist in Ordnung Probe zu hören oder so, aber hej, ich gehe auch nicht in den Supermarkt und nehme mir eine Packung Schokolade oder Zigaretten mit und verlasse den einem guten Gefühl. Ich weiß, dass ich was falsches tue, wenn ich so etwas mache würde, dass jemand dafür Arbeit, Zeit und Kraft rein gesteckt und auch eine Gegenleistung erhalten muss. Es ist nicht mein intellektueller Eigentum, nur weil ich es rum liegen sehe und eben einstecke. Aber es ist natürlich mit diesem online und digitalen etwas schwieriger, weil man leider keinen persönlichen Bezug dazu oder dafür direkt empfindet. Es ist nicht wirklich etwas Materielles und deswegen fühlen sich auch viele nicht schlecht dabei. Daher setze ich auf den Erziehungsprozess, der wohl noch einige Jahre dauern und in Zukunft von auch ganz anderen Bands/Künstler vorangebracht wird. Wer weiß schon was draus wird, die Entwicklung ist allemal sehr spannend. Momentan sind wir in der Lage, dass wir aus Promogründen mehr daraus profitieren als uns schaden, aber es wäre natürlich schade, wenn der Musikmarkt komplett auf diese rein mp3-Schiene abschrumpft und somit einbricht. Wenn man eines Tages nicht mal die Musik vernünftig in den Player legen kann oder sich alles in den Händen anschauen kann. Klar, ich denke wir werden nie reich durch die Verkäufe von Dew-Scented, aber wir finanzieren das was wir herstellen. Wenn jeder nur die Musik aus dem Netz ziehen würde, dann würden wir gar nicht in der Lage sein diese Musik zu produzieren und eben zur Verfügung zu stellen. Daher hoffe ich eben auf diesen Prozess der Erziehung, damit das auch jedem bewusst wird…


Blickst Du auch mal zurück, wie das mit Dew-Scented angefangen hat, bzw. würdest Du aus heutiger Sicht etwas anders machen?
Eigentlich habe ich nie so viel Zeit dafür um zurück zu blicken. Es ist auch eigentlich sehr schade, aber andererseits ist es auch logisch, wenn man nur nach Vorne schauen will und schaut. Und auf diese Weise seine Ziele erreichen will. Ich würde sicherlich im Nachhinein vielleicht die ersten beiden Scheiben anders machen bzw. anders produzieren lassen, als auch unter anderen Bedingungen produzieren. Doch im Grunde genommen haben wir erst dadurch seit unserem sogenannten -Einstiegsalbum in den Medien- „Inwards“ die Latte hoch gelegt und uns stets weiterentwickelt.

Ist das das nicht ein schönes Schlusswort, bei einem derart informationsreichen Interview? Wir hätten noch mehrer Stunden in dem Tourbus sitzen können und einige weitere Themen aufgreifen können, doch die Zeit… Zumal es noch einige Statements von Leif zu Tokio Hotel, den vielen ex-Membern bzw. Aushilfsmusikern bei Dew-Scented und seinem heutigen Musikgeschmack gegen hat, aber dazu (gerne) irgendwann mehr.

Leif, vielen Dank für Deine ausführlichen Antworten, viel Glück und Erfolg, bis demnächst…


geführt am 19.02.2008   von Arturek
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[ Seit dem 19.02.08 wurde der Artikel 5410 mal gelesen ]
 

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