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The Claymore "Never Judge A Book By It's Cover"
„The Claymore“ aus Castrop-Rauxel sind eine jener Bands, die mit ihrem Demo eine sehr gute Visitenkarte abgegeben haben. Die handwerklichen Fähigkeiten an den Instrumenten plus der sehr gute Gesang bilden das Fundament für den traditionell angehauchten Metal des Quintetts. Grund genug um Basser Christ mal auf die Finger zu klopfen und zu mehr über diese interessante Band in Erfahrung zu bringen.
Weitere Infos zu The Claymore:
REVIEWS:
The Claymore Ii
The Claymore Demo Ii
The Claymore Sygn
INTERVIEWS:
The Claymore - Never Judge A Book By It's Cover

Am Anfang darf Christ – wie üblich für eine Underground-Band – erst mal vorstellen, wer die „Breitschwerter“ überhaupt sind und wie sich die Bandhistorie gestaltet.
Hardy Kai und ich haben schon mehrere Jahre vorher Musik zusammen gemacht. Noch traditionelleren Speed-Metal, nichts wirklich Aufregendes. Na und dann suchten wir einen neuen Sänger und sind über eine Anzeige aus dem Internet auf den Andreas gestoßen, der dann einige Zeit bei unserer alten Band Horizon gesungen hat. Nach dem WOA 2000 stieg unser damaliger Gitarrist aus, weil er merkte, er könne SEIN Projekt nicht mehr durchziehen. Und da kamen wir sofort auf Sebastian, der mit Hardy nebenbei in einer Schulband probte. Wir haben allerdings nicht mit Cover-Songs angefangen. Uns war bewusst, dass wir wieder auf die Bühne wollten. Nur diesmal mit The Claymore und eigenem Material. Als wir dann im August mit der Band anfingen, sprudelte es nur so aus uns heraus und im Dezember war unser erster Gig mit eigener Setlist perfekt. Ausnahme: ein Cover pro Set.
 
Einer dieser Cover-Versionen wird wahrscheinlich auch auf einem Tribute-Sampler sein. Es handelt sich hierbei um „Sinsiter Eyes“ von Roggen Rolf’s Piratenband. Warum Running Wild und dann ausgerechnet „Sinister Eyes“ ?
Sinister Eyes war eben eines dieser Cover für ein Live-Set. Früher haben wir zu fast jedem Auftritt einen anderen Cover Song gespielt. Zum Beispiel Wicker Man, Hunting High and Low, The Dragon Lies Bleeding, Fear of the Dark usw. Quasi als Bonbon für unsere Fans, die uns immer begleiten und nicht immer die gleichen Songs hören sollten. Der Hintergrund von „Sinister Eyes“ ist, dass es Sebastians erstes Powermetal-Lied war. Sebastian kommt ja aus dem Death-Metal und hat nie Powermetal gehört. Running Wild's "Sinister Eyes" war eben sein erstes. Darum wollten wir es einfach mal so covern. Dazu kam, dass wir uns grad während der Aufnahmen zu "II" befanden und dann haben wir es einfach gleich mit aufgenommen.
 
Wie man sieht schippert die Hamburger Piraten-Fregatte auch in ganz anderen Gewässern. Rolf wird es wohl freuen. Kommen wir aber zu „The Claymore“ zurück. Die Homepage, von Netinfect gestaltet und von Christ regelmäßig auf dem neusten Stand gehalten ziert unter anderem ein Ring, der meines Erachtens sehr an das Meisterwerk von Tolkien erinnert. Zufall oder Absicht bzw. steckt eine tiefere Bedeutung im Logo ?
Ääääh......... tiefere Bedeutung? ...... METAL! (lacht). Also das Logo hat die Firma, die unsere HP gestaltet hat, für uns entworfen. Wir haben eigentlich keinen Ring bestellt, aber nun ist er da und passt doch ganz gut, oder?
 
Passt in der Tat und ist eine gute Grafik. Wo die Firma ihre Inspiration hergenommen hat, dürfte damit ja auch geklärt sein. Und weil wir gerade bei den Äußerlichkeiten sind, liegt die Frage der Entstehung des Bandnamens ganz nahe. Da gibt es ja die verrücktesten Geschichten. Bei „The Claymore“ lief es relativ unspektakulär ab. Auch die Tatsache, dass eine Koblenzer Band mit gleichem Namen existierte stellte kein Problem dar, oder ?
Claymore hießen wir tatsächlich zu Anfang, und stießen dann recht schnell auf die Brüder und Namensvetter aus Koblenz. Das haben wir dann allerdings relativ schnell geklärt, denn wir sicherten uns die URL "TheClaymore.de" und damit waren wir klar zu trennen! Wie wir auf Claymore kamen weiß ich nicht mehr genau, ich glaube Andy kam in den Proberaum und hatte mehrere DIN A4 Seiten mit Vorschlägen für einen Bandnamen dabei. Das war echt mühselig, denn der Name sollte ja knapp, prägnant und womöglich ein bereits bestehender Begriff sein, damit man es sich auch merken kann. Mit Claymore waren wir dann alle Einverstanden und schon war das Konzept geboren.
 
Konzept auch in textlicher Hinsicht? Fantasy und sehr persönliche Lyrics stehen gleichberechtigt nebeneinander. Wolltet Ihr den textlichen Leitfaden von Arbolorn nicht weiterführen und kann man trotzdem einen roten Faden, ein Leitmotiv in den Texten erkennen ?
Du bist nicht der erste, der das fragt. Komisch. Ich werd Andreas mal fragen!
 
So wurden auch die großen Literaten unserer Zeit wie Kafka geboren. Einfach mal Texte geschrieben und plötzlich erkennen verschiedenste Leute zig Motive und lyrische Meisterleistungen. Kommen wir nun mal zu Eueren musikalischen Einflüssen. Euere Mischung aus klassischem Speed und Power Metal und zwei Gitarristen läßt relativ schnell auf Helloween's Frühphase und Maiden schließen. Letzteres vor allem durch die sehr gute Gesangsleistung und auch die Auswahl der Cover-Songs, die Du vorhin genannt hast. Seht Ihr diese Vergleiche als Kompliment oder denkt Ihr, dass nicht Euere Leistung, sondern die der anderen Band honoriert wird?
Beides. Einerseits ist es natürlich schön zu hören: "Ihr klingt wie Maiden !!!" Andererseits fühlt man sich nicht persönlich bestätigt, sondern die Arbeit eines anderen. Manchmal frag ich mich dann auch, ob die Leute wirklich zuhören, bei dem was wir machen. Denn: melodiös JA, lasch NEIN. Und wir sind bestimmt keine x-te Helloween. Will ich doch hoffen (lacht).
 
Nein, das bestimmt nicht. Apropos „lasch“: Ich war von der guten Qualität der Homestudio-Produktion ausgesprochen überrascht. Es gibt natürlich noch genügend Spielraum, der durch besseres Equipment ausgereizt werden kann. Würdet Ihr bei einem Vertrag die Produktion wieder in Eigenregie durchziehen oder doch auf einen professionellen Produzenten zurückgreifen wollen? In welche Richtung sollte Euer Sound dann gehen. Eher traditionell angehaucht oder ein High-Tech-Wunder wie die neue Scheibe von „...and oceans“ ?
Ja, damals waren wir selbst begeistert, was für einen Sound wir zu Hause produzieren können. Heute wissen wir, wir können das mindestens doppelt so gut. Also wenn eine Metalband Interesse hat, ein Demo oder eine Vorproduktion fahren will, wir sind da ganz günstig bei der Hand, und haben auch schon die Death-Metaller Symbiontic produziert. Auf www.symbiontic.de kann man mal in die Produktion reinhören. In Eigenregie ja, weil man dann einfach mehr Zeit hat. Dann würden wir uns evtl. trotzdem einen Produzenten ins Haus holen, weil wir echt einen riesigen Anspruch haben an unseren eigenen Sound und der Produktion, die dann später als CD vermarktet werden soll. Just the best Music for the best Audience! Ich würde unheimlich gerne wissen, wie unsere Musik, also Powermetal, in einer Art der Produktion von der neuen In Flames oder gar Dimmu Borgir klingt? Halt einen richtig aggressiven Sound, der einfach umhaut.
 
Ein weiterer Qualitätsaspekt ist das Cover-Artwork. Im Gegensatz zum Inhalt ist die Verpackung nicht gerade eine berauschende Leistung.
Du kennst meine Aussage zum Cover sicherlich schon: Es war halt ein Demo und wir wollten, dass es auch so aussieht. Wir möchten auch nicht den Anspruch erheben, dass wir alle ganz tolle Zeichner sind. Wir möchten doch nur, dass die Leute unsere Mucke geil finden. Und wie oft hast Du ein Demo in den CD-Player gesteckt, wo das Cover so richtig einladend aussah, und sie dann schnell wieder entfernt hast, damit keine bleibenden Schäden am Player hinterlassen werden?
 
Nicht nur bei Demos. Die meisten südeuropäischen Bands haben ein Händchen dafür in ein gutes Artwork unterdurchschnittliche Qualität zu packen. So gesehen hat Christ schon recht, dass der Inhalt stimmen muss. Und das ist ja auch der Fall, was sich am den durchweg positiven Reviews sowohl aus der professionellen Presse als auch aus dem Underground widerspiegelt. Die Aussicht auf einen Label-Vertrag scheinen nicht schlecht. Die Band selbst hat sich das Westfalen-Festival als eine Art Deadline gesetzt. Welche Erwartungen steckt Ihr in das Westfalen-Festival und dort vor allem in den Support einer Dortmunder Musikzeitschrift?
Ob wir Aussichten haben? Wer kann das schon sagen? Eigentlich sollte man das meinen, denn wo werden noch gute deutsche Metalbands gesignt? Da wird der alte Hase von der einen Plattenfirma zur anderen geschoben, und keiner trau sich mehr, mal was neues nach oben bringen zu wollen. Ich bin ja froh, wenn die Rock Hard unseren Namen nur erwähnt, was ja für eine Unsigned-Band eigentlich unmöglich ist. Aber wir hoffen auf gute Zusammenarbeit, denn evtl. bringen Sie auch ein Review unseres Demos und helfen uns vielleicht mit dem Steel-meets-Steel nächstes Jahr. Also wenn wir auf dem Westfalen Festival zeigen können, was wir drauf haben, dann müssten wir schon einige Leute überzeugen können. Mal sehen was draus wird.
 
Ihr könnt schon optimistisch rangehen. Und spätestens nach den Erfolgen auf den Nachwuchsfestivals, sollten auch die Dortmunder endlich mal aufwachen. Schaffen Sie ja meistens, wenn auch sehr spät. Genug der Giftpfeile und nachhaken wie die kommenden Live-Aktivitäten und vor allem die Live-Erfahrung von „The Claymore“ aussehen.
Wir haben mit Horizon schon etliche Auftritte absolviert, Sebastian war auch schon ein paar mal mit Carrion auf der Bühne. Andy ebenfalls mit Daly Reign. Wir sind einfach eine Live Band. Nur so finden wir auch heraus, ob unsere Songs ankommen oder nicht. Wir haben ja bereits Songs wieder auf den Müll geworfen, weil sie einfach nicht gut genug waren. Wir gehen nicht einfach ins Studio, schreiben dort unsere Songs und gehen dann damit auf Tour, um zu sehen was passiert. Live Auftritte sind die härteste Probe für gute Musik(er). Das haben wir auch auf dem Kanal-Festival in Datteln erlebt: Dort spielten halt keine andere Metalbands, aber trotzdem ist es uns gelungen, das vorhandene Publikum zu begeistern, das sagt doch alles, oder?
 
Wie seht Ihr denn in diesem Zusammenhang die Metal-Szene von heute und das Umfeld mit dem Gejammer der Plattenindustrie, mp3, filesharing und CD-Brennern. Immerhin für Nachwuchs-Bands die Chance international auf sich aufmerksam zu machen und so Reaktionen aus dem Ausland zu bekommen.
Die Metalszene ist im Aufschwung! Die Plattenfirmen verkaufen mehr als noch vor 5 oder 6 Jahren, nur weil sie das Hoch der letzten Jahre nicht mehr erreichen, fangen die an zu jammern. Ich kann die Flaute verstehen, denn als ich mit CDs anfing, kamen die noch auf lockere 19,90 DM und nicht 18 Euro. Die Leute sollen ruhig Druck machen, bis die Preise wieder sinken. Wenn ich könnte, würde ich auch die Plattenfirma umgehen ein eigenes Label gründen und meine Scheiben für 10 Euro in den Laden stellen. MP3 sind natürlich schädlich für den Musiker, leider. Aber Du wirst lachen, wir haben schon Reaktionen aus Südafrika, Neuseeland, Chile, Argentinien, Brasilien usw. Aber vor allem der Europäische Markt, Richtung Italien und Griechenland, aber auch BeNeLux. CDs Brennen ist ja auch nicht unbedingt illegal, wenn ich einen Kumpel frage, ob er mir eine brennt ist das völlig rechtens, solange er nicht daran verdient! Unsere CD gibt es übrigens für 8 Euro bei Metalglory zu bestellen. Wer eine haben möchte sollte zugreifen, denn von den 500 gepressten sind nicht mehr allzu viele da, und nachpressen, werden wir auf keinen Fall. Wer, weiß, vielleicht wird es ja mal ne Rarität?
 
Könnte gut sein. Übrigens finde ich –abgesehen davon, dass wir die CD im Mailorder haben- einen Preis von 8 Euro wirklich angemessen. Es gibt schon einige schwarze Schafe, die meinen in den zweistelligen Bereich gehen zu müssen. Die Antwort von Dir war auf jeden Fall ehrlich und zeigt wieder mal, dass mp3 durchaus positiven Auswirkungen auf den Bekanntheitsgrad einer Band hat. Vielleicht begreift das endlich auch mal die Musikindustrie. Durch diese persönliche Einschätzung bleibt zum Schluss noch der Ausquetsch-Teil. Wer sind denn die Menschen, die hinter Euerer Band stehen. Womit verdient Ihr Euer Geld? Was macht Ihr in Euerer Freizeit (außer Musik natürlich) und wie unterschiedlich sind Euere Charaktere ?
Handwerker, Studenten, Zivildienstleistende, Arbeitslose, alles dabei. Wir machen nur Musik: Produzieren (in unserem Homestudio, aufgrund des lächerlichen Preises im Gegensatz zu einem "echten" Studio, und der besseren Qualität, im Metal Bereich kennen die sich doch gar nicht aus!) Veranstalten: Das Steel meets Steel wird nächstes Jahr noch größer, schöner und besser......... Hast Du ne Ahnung, was das alles an Zeit kostet? Kannst ja mal meine Freundin fragen, was wäre, wenn ich noch n Hobby hätte ;o) Hardy = Maschine, kann absolut nicht mit Geld umgehen und würde seine Mutter verkaufen für die Musik Kai = Riffautomat, er ist der Rocker, hörte schon in der dritten Klasse Maiden und wird seine Eltern nie überzeugen, dass er überzeugt von Metal ist Sebastian = Multitalent, spielt Gits, kann zweistimmige Vocals singen und arrangieren, trommelt in der Band Agamendon und hat auf unserem Demo die Keys eingespielt Andy = ist ein echtes Stimmwunder, hat von Musiktheorie absolut keinen Schimmer und schweigt grinsend, wenn wir irgendwelche Terzen und Quinten suchen Christ = darf sich endlich lange Haare wachsen lassen, sehr extrovertiert, hat ein Bass mit Leuchtdioden, das sagt doch alles, oder?
 
geführt am 16.09.2002   von Nameless
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