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Trouble "Psychedelic American Doom"
Trouble gehört zu den ganz alt gedienten Bands auf dem Doom Sektor. Wenn die Doomster aus Chicago dann noch mit einem Experiment in CD Format namens „Unplugged“ aufwarten, wird es Zeit sich mit ein paar Fragen an die Band zu wenden. Beim Tour Stop in der niedersächsischen Hauptstadt bot sich dann die Gelegenheit Gitarrist und Ur-Mitglied Bruce Franklin mit unseren Fragen zu löchern.....
Weitere Infos zu Trouble:
REVIEWS:
Trouble Live In Stockholm
Trouble The Skull - Reissue
Trouble Psalm 9 - Reissue
Trouble Simple Mind Condition
Trouble Unplugged
INTERVIEWS:
Trouble - Psychedelic American Doom
Trouble - Very, Very Good Things Coming!
LIVE-BERICHTE:
Trouble vom 13.06.2007
Trouble vom 27.04.2008

Ok, die erste Frage ist natürlich logisch: Ihr seid auf Tour. Wie läuft’s bis jetzt?
Wirklich gut. Wir haben jetzt 5 Shows gespielt, und ich persönlich würde sagen 4 von denen waren super, Die Shows in Essen und in Belgien (Vosselaar - d.Red.) waren zum Beispiel großartig.
Die Fans sind super drauf. Besonders in Deutschland. Wir haben einfach - wie jedes Mal wenn wir in Europa touren - eine Menge Spaß.
Gut, lass uns über die aktuellen Geschehnisse bei Trouble reden. Ihr habt eine „Unplugged EP“ gemacht. wie kam es denn dazu?
Mmmh, ich kann gar nicht genau sagen, was unsere ursprüngliche Motivation war. Ich denke wir haben sie gemacht, um was zu machen. Wir nahmen einfach ein paar alte Songs und machten davon Unplugged Versionen. Das ganze endete damit, dass wir gleich noch eine paar neue Songs geschrieben haben.
Naja, wie gesagt, wir hatten dann die neuen, und eine handvoll alter, Songs. Anfangs war ich überhaupt nicht davon überzeugt, dass die CD eine gute Idee ist. Zumindest bis wir sie fertig hatten. Jetzt, im nach hinein stellt sich die Idee als wirklich gut raus.
Die CD gab es bisher nur exklusiv über eure Homepage zu beziehen...
Richtig
...Und nun wird sie als offiziellen Release erhältlich sein?
Nein, momentan gibt es sie weiterhin nur auf unserer Website. Kann sein das unsere Plattenfirma sie gerne offiziell veröffentlichen möchte. Vielleicht passiert das irgendwann noch mal, aber zum jetzigen Zeitpunkt gibt’s die CD nur auf unserer Homepage.
(Chris) Welches Plattenlabel?
Escapi
Wie würdet ihr die EP bewerten? – Als Experiment, oder steckt vielleicht mehr dahinter?
Ich denke, es ist nur ein Experiment. Wie ich schon sagte, ich kann mich gar nicht genau erinnern wie wir eigentlich auf die Idee gekommen sind. Ich kann mich eigentlich nur erinnern, wie ich mal sagte: “Und warum machen wir das...? - .....Ach, lass uns einfach machen“ (lacht)
Auf der EP sind zwei neue Songs zu hören. „Smile“ und „7:00am“. Sind diese Songs ursprünglich für Simple Mind Condition geschrieben worden?
Nein. Ich hab die Musik von „Smile“ geschrieben. Der Song kam mir beim relaxen in den Sinn. Ich hätte auch nie gedacht, dass er jemals bei Trouble Verwendung findet, weil er eigentlich gar nicht zu Trouble passt. Ich hab es den Jungs trotzdem vorgespielt. Sie fanden ihn super und waren sich einig das er genau zu Unplugged passt.
Naja, und Rick hat die Musik zu 7:00am geschrieben. Ich kann aber nicht sagen ob der Background ähnlich wie bei mir war, oder ob er ihn speziell für die EP geschrieben hat.
In beiden Fällen ist es aber so, das sie nie auf einem regulären Trouble Album Platz gefunden hätten, da sie einfach nicht dazu passen, aber auf Unplugged wunderbar funktionieren.
Gehen wir ein wenig von den aktuellen Geschehnissen bei Trouble weg. Wenn man über Doom Metal spricht, fällt immer der Name Trouble. Ihr seit jetzt seit 1979 aktiv. Wie siehst du die Entwicklung der Rockszene, im allgemeinen und der Doom Szene im speziellen, seit dieser Zeit?
Das ist schwer zu sagen, das sind so viele Jahre her...... Als wir anfingen, gab es keine Doom Szene. Wir waren eine von ganz wenigen Bands. Es gab Witchfinder General in England. Bands wie zum Beispiel Pentagram und The Obsessed aus Baltimore spielten auch schon jahrelang. Ich wurde aber erst nach dem Release unseres ersten Albums auf sie aufmerksam.
Wir orientierten uns damals mehr an unseren Vorbildern Black Sabbath und Judas Priest. Sie entsprachen mehr dem, wie wir damals waren. Auf den ersten beiden Alben versuchten wir deshalb so hart zu spielen wie möglich, und heraus kam das, was die Leute heute als den Doom Sound bezeichnen. Daraus entwickelte sich eine erste Bewegung mit Bands wie zum Beispiel Saint Vitus. Jahrelang, in den Achtzigern, war das nicht unbedingt angesagt. Ok, ein paar Leute spielten diesen Stil, aber erst nach dem Wiederaufleben der Doom Bewegung in den späten Neunzigern würde ich wirklich von einer richtigen Szene sprechen. Eine lange Zeit, Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, als niemand Doom spielte bekamen wir deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das rührte aber hauptsächlich daher, das jeder Speed und Thrash Metal spielte, und wir eben so langsam. Trotzdem gab es in diesem Sinne immer noch keine Szene, das kam dann rechtzeitig zu unserem Split. (lacht)
Verfolgst du die Entwicklung der Szene?
Ein Bisschen. Bands wie zum Beispiel Electric Wizard sind mir schon bekannt, aber ich verfolge das nicht so intensiv.
Und wie denkst du über die moderneren Spielarten im Metalbereich?
Also in Amerika ist es eine ganz andere Szene wie in Europa. Bei uns sind Bands wie Bullet for my Valentine oder Avenged Sevenfold total angesagt und der momentane Trend. Für mich stellt sich die europäische Szene eher klassisch orientiert dar. Ich mag die europäische Szene von daher mehr.
Andererseits ich bin froh das es immer wieder Leute gibt die Hard'n'Heavy spielen, aber die Musik der amerikanischen Szene spricht mich trotzdem nicht an.
(Chris): Denkst du es gibt einen Unterschied zwischen europäischem und amerikanischen Doom? Und wenn ja, wo liegt deiner Meinung nach der Unterschied?
Sorry, aber ich verfolge das wirklich zu wenig, um darüber etwas Definitives sagen zu können.
(Chris): Der Hauptunterschied liegt wohl darin, das der europäische Doom epischer komponiert, und zum Teil stark von Candlemass beeinflusst ist. Der Amerikanische Doom dagegen ist eher spiritueller und psychedelischer beeinflusst.
Ah, ok. Ich bevorzuge aber eher den psychedelischen Einfluss.
Wenn wir ein wenig auf die Troublehistorie eingehen. Was würdest du als die Meilensteine herausheben?
Ich glaube, ich würde mit der die Aufnahme eines Live Tapes anfangen. Das haben wir zu einer Zeit gemacht als wirklich niemand uns kannte und wusste wer wir sind, außer den Leuten in der Chicago Szene. Wir haben es überall verteilt, und das bescherte uns dann schlussendlich den ersten Plattenvertrag. Dabei haben wir das Tape noch nicht mal an Plattenlabels verschickt. Brian Slagel von Metal Blade kriegte das Tape irgendwie in die Finger und schickte uns daraufhin einen Brief, das er uns unter Vertrag nehmen wolle. Wir haben ihm zum damaligen Zeitpunkt nicht geantwortet, weil wir auf einen größeren Deal gewartet haben. (grinst) Ungefähr ein Jahr später schickte er einen zweiten Brief, dass er immer noch interessiert sei. Das ganze endete dann damit, dass wir von ihm unter Vertrag genommen wurden...
Aber vorher habt ihr für Metal Massacre IV noch einen Song beigesteuert...
Richtig, aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir den Vertrag schon unterschrieben. Den Song für Metal Massacre IV haben wir dann ein paar Monate vor unserem ersten Album aufgenommen.
Der nächste wichtige Schritt für Trouble war, das Rick Rubin (Def America Besitzer - d.Red.) uns aus dem Metal Blade Vertrag rauskaufte. Er besaß zu diesem Zeitpunkt einfach das größere Label. Wir hatten dadurch mehr Geld zur Verfügung, einen Major Vertrieb, Geld für Videos und Touren. Eben alles. Zu diesem Zeitpunkt, Anfang der neunziger, erreichten wir wohl unseren Karrierehöhepunkt. Mitte der Neunziger brachen wir dann auseinander. Nach fünf oder sechs Jahren starteten wir dann wieder neu.
Zu diesem Zeitpunkt wurden wir gefragt, ob wir uns für eine einzige Show wieder zusammentun könnten. Der Deal war eine Show mit acht Songs in Chicago zu spielen. Wir haben das lange miteinander besprochen. Letztendlich haben wir zugestimmt. Der Auftritt war dann gigantisch. Selbst die zwei größten Chicagoer Tageszeitungen brachten am nächsten sehr positive Artikel über unseren Auftritt. Wir hatten auch wirklich richtig gut gespielt. Beim letzten Song, eine Coverversion von Children of the Grave, hat unser Soundmann dann so laut aufgedreht das die P.A. den Geist aufgab.
Besagter Soundmann ist immer noch dabei, und grinste am Eingang zum Tourbus übers ganze Gesicht, ob der Geschichte.
Der Auftritt fand überall soviel Beachtung, und machte uns allen soviel Spaß, dass wir uns danach entschlossen weiterzumachen. Die ganzen negativen Einflüsse und Querelen waren wie weggeblasen und wir begannen wieder von neuem. Jetzt warten wir auf den nächste Meilenstein, hehe.
Und wann habt ihr euch entschlossen Simple Mind Condition aufzunehmen? - Ihr habt in der Vergangenheit oft gesagt, es werde nie ein weiteres Trouble Album geben.
Das war wohl in dem Jahr unserer Reunion. Aber es war nie geklärt wann, auf welchem Label, oder ob überhaupt ein neues Trouble Album erscheinen wird. Aber wir haben trotzdem erstmal angefangen wieder zusammen Songs zu schreiben. Es war ein langer, gut dreijähriger Prozess das Album aufzunehmen. Es gab einfach zu viele technische Probleme, und zu allem übel starb 2005 auch noch Barry (Stern, dr. – d. Red.)....
Was passiert in nächster Zeit bei Trouble?
Wir spielen im Juli ein paar US Dates. Das beschränkt sich auf die Westküste, wo wir seit 1996 nicht mehr gespielt haben. Im August spielen wir zwei Festivals in Norwegen und Finnland. Vielleicht noch ein oder zwei mehr. Mal schauen. Und im Herbst touren wir and der US-Ostküste. Darüber hinaus ist erstmal nichts geplant.
(Chris): Bevor wir zum Ende kommen, hätte ich da noch was. Eigentlich mehr ein Feedback als eine Frage. Wir konnten in den letzten paar Monaten mehrfach Liveshows von euch besuchen. In den Achtzigern, als ihr sehr aktiv wart, musste ich nach Holland fahren um Trouble zu sehen. Das ist schon irgendwie kurios.
Das liegt natürlich daran, das wir da keine volle Kontrolle hatten und haben. Die Leute buchen uns. Wir können zwar sagen wir wollen da oder dort spielen, aber im Endeffekt haben wir kaum Einfluss darauf wo wir wirklich spielen. Mittlerweile ist Deutschland ein ziemlich großer Markt für uns, aber es brauchte lange bis wir uns hier etabliert haben. Wir haben das erste Mal 1990 in Europa gespielt. Auf dem Dynamo Festival, und ein paar zusätzliche Shows in England. Immerhin waren das sechs Jahre nach unserem Debütalbum. Weil wir bei Rick Rubins Label unter Vertrag waren, lag die Priorität damals auf den europäischen Markt. Nachdem wir Rick verlassen hatten änderte sich daran nichts. Wir hatten soviel Kontakte nach Europa. Andre Verhuisen (Chef des Dynamo Open Air – d.Red.) zum Beispiel wurde ein richtig guter Freund. Und er hat seine Konzerte eben in Holland veranstaltet.
Ok, die letzten Worte hat der Interviewpartner. Ein paar Grüße an eure Fans und unsere Leser....?
Hallo an alle Metalgloryleser. Wir würden uns freuen euch alle auf Tour zu sehen, wenn wir in eurer Gegend sind. Kommt einfach vorbei, und sagt uns Hallo. Wir lieben es einfach mit all den Doomheads weltweit zu quatschen.
Danke für das Interview und viel Spaß heut abend und auf der restlichen Tour.

Geführt von Blizzard

geführt am 28.04.2008   von Christian
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musikalischer Background des Verfassers
Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Volbeat "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"

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