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Stuck Mojo "The Great Revival - Rich Ward Zum Kommenden Album"
Wie bereits im Livereview zum Konzert in Hamburg erwähnt, haben wir uns wieder nicht die Gelegenheit entgehen lassen, den "Duke" Rich Ward von Stuck Mojo im Interview auszufragen. Diesmal ging es hauptsächlich um die gerade zu Ende gegangene Tour der Amis, sowie das Ende November kommende Album "The Great Revival". Rich hielt wie immer mit nichts hinter dem Berg und es wurde ein lustiger, wenn auch leider kürzerer Plausch als das letzte Mal...
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Stuck Mojo Southern Born Killers
Stuck Mojo The Great Revival
INTERVIEWS:
Stuck Mojo - Die Welt Ist Nicht Schwarz-weiß
Stuck Mojo - The Great Revival - Rich Ward Zum Kommenden Album

Rich, schön dich hier in Hamburg wiederzutreffen. Ihr habt in meinen Augen heute Abend mal wieder eine klasse Show abgeliefert. Wie war es für dich auf der Bühne?
Heute Abend war es ein wenig merkwürdig. Wir haben wie immer unser Bestes gegeben, doch heute konnte ich das Publikum nicht richtig durchschauen. Vor der Bühne gab es ein paar Plätze, wo es gut abging, aber ein großer Teil des Publikums stand nur da und ein paar Leute haben sich anscheinend sogar darüber lustig gemacht, dass Lloyd (i.e. Lord Nelson – Anm. d. Verf.) dieser große, schwarze Kerl ist. Ich will nicht sagen, dass das rassistisch war und ich habe auch nichts dagegen, wenn die Leute uns nicht mögen - dann sollen sie ein Bier trinken gehen! Ich finde es aber respektlos, sich über ihn lustig zu machen.
Es ist wirklich eine Kunst, als Supportact auf einer Tour das Publikum durchschauen zu können und zu entscheiden, wie man die Show rüberbringen möchte. Dafür muss man sich oder seine Musik nicht verbiegen, sondern nur richtig reagieren können. Dazu kommt noch, dass man permanent auf die Uhr achten muss, damit man dem Hauptact gegenüber nicht respektlos ist und eventuell überzieht. Als Headliner kann man sich alle Zeit der Welt nehmen, aber als Support muss man viele verschiedene Aspekte ganz genau gegeneinander abwägen und die richtigen Entscheidungen treffen. Heute war erst unsere dritte Supportshow – am Ende der Tour in Berlin wird die Hütte brennen!

Was ich nebenbei zumindest bezüglich STUCK MOJO bestätigen kann, da wir dem Konzert in Berlin ebenfalls beiwohnen durften. Das Publikum fiel leider auch in Berlin etwas zurückhaltend, aber immerhin entgegenkommender aus…

Was hältst du persönlich denn von euren Tourpartnern VOLBEAT?
VOLBEAT sind cool. Sie sind eine von diesen Bands, auf die ich selber wahrscheinlich nie gestoßen wäre, die ich aber glücklicherweise durch die Tour jetzt kennengelernt habe und klasse finde. Sie haben diesen Stadionrock-Ansatz und ihre Show erinnert mich irgendwie etwas an METALLICA, wo alle Bandmitglieder ihren festen Platz haben und einfach nach vorne weg rocken. Wir sind auf der Bühne dagegen eher wie Kids auf Crack, was eine nette Abwechslung ergibt. (lacht)

Kommen wir doch auf euer Ende November erscheinendes Album „The Great Revival“ zu sprechen. Leider konnte ich bisher noch keinen Song von dem Album hören, daher erzähl uns doch bitte einfach mal, was wir zu erwarten haben?
Ich glaube, dass die MOJO-Fans, die uns über all die Jahre unterstützt haben „The Great Revival“ mögen werden, da sie bereits unsere ganze Entwicklung von Album zu Album mitgemacht haben. Nachdem ich „Southern Born Killers“ beinahe allein geschrieben habe, ist die neue Scheibe eine richtige Zusammenarbeit der ganzen Band. Wir haben inzwischen ganz andere Musiker in der Band und ich habe entsprechend versucht, mehr in Hinsicht auf die Band zu schreiben. Zum Beispiel habe ich zu Lloyd gesagt, er soll einfach fünf oder sechs Songs schreiben und dann rüberkommen zu mir nach Hause, damit wir die Stücke a capella aufnehmen können. Lloyd hat also angefangen zu rappen – in einem Fall hat er sogar richtig blues-mäßig gesungen - und ich habe dazu die Songs geschrieben.
STUCK MOJO sind also niemals zuvor solch eine richtige Band gewesen, wie auf diesem Album! Wie üblich habe ich zwar ca. 90% der Songs selbst geschrieben, aber sie alle sind aus Zusammenarbeit und gemeinsamen Ideen gewachsen. Witzigerweise gibt es eigentlich nur drei heavy Songs auf dem Album. Einer davon nennt sich „The Flood“ und ist vielleicht der härteste, den STUCK MOJO jemals aufgenommen haben – dunkle Atmosphäre, Death Metal Growls…
Der schnellste Song, den ich jemals geschrieben habe ist ebenfalls auf „The Great Revival“ und nennt sich „The Fear“. Der Chorus wird von Christie Cook gesungen, die schon auf der DUKE-Tour die weiblichen Vocals übernommen hat und sie hat eine unglaubliche, rockige Stimme.

Viele MOJO-Fans werden vielleicht zuerst denken: „Oh, das neue Album ist ganz schön anders. Zeitweise sehr ‚mellow’…“ Das ist sicherlich auch richtig, aber wir haben beim Songwriting gar keinen Gedanken daran verschwendet! Wir alle werden über die Jahre ja von dem geformt und beeinflusst, was uns in unserem Leben passiert: Ob nun ein Familienmitglied oder Freund stirbt, man eine Familie gründet, eine Ehe in die Brüche geht oder die Wirtschaft den Bach runtergeht – wir alle entwickeln uns als Menschen stetig weiter. Alles was ich auf „The Great Revival“ machen wollte, ist grundauf ehrlich zu sein. Diesmal gibt es keine Politik, sondern nur Geschichten über das Leben, über das was uns als Menschen passiert ist. Inzwischen hat jeder einen Anti-Kriegs-Song und einen Der-Präsident-ist-scheiße-Song, aber das ist so dermaßen ausgelutscht und langweilig. Wenn man sich die vielen aggressiven Bands da draußen anguckt – und versteht mich nicht falsch, ich mag aggressive Musik genauso wie ich aber auch zum Beispiel Peter Gabriel mag – dann fragt man sich irgendwann: Was können STUCK MOJO, was viele andere Bands nicht können? Nun, wir können richtig grooven und wir haben vielleicht einen etwas besseren Gesang als viele der aggressiven Sänger, die versuchen zu singen. Wir können also diese recht eigene Mischung aus groovendem Hip Hop, Blues, Metal und Southern Rock spielen, die sich schließlich auf „The Great Revival“ manifestiert hat. Ich rechne damit, dass das Album nicht allen Fans gefallen wird, besonders nicht beim ersten Hören. Allerdings sind viele meiner Lieblingsalben solche Erfahrungen gewesen und ich kann nur hoffen, dass die MOJO-Fans dem neuen Album die entsprechende Chance geben, sich von „The Great Revival“ überzeugen zu lassen.
Es ist definitiv ein gutes Album, um es am Stück zu hören. Es gibt einfach diese Alben, zu denen man sich vielleicht mit einem Bier zurücklehnen kann und die man sich mit Kopfhörern anhört – „The Great Revival“ ist ein solches Album.

Wie wird es denn mit der Live-Umsetzung der neuen Songs aussehen?
Es wird leider schwierig werden, viel von dem Album live umzusetzen, da es durch seine Details und Feinheiten eigentlich ein typisches Studioalbum ist. Die nächste Scheibe wird wahrscheinlich wieder mehr Live-Atmosphäre haben und damit auch live besser umzusetzen sein…

“The Great Revival“ ist noch gar nicht veröffentlicht und du sprichst schon vom nächsten Album! Kommt da nächstes Jahr schon die nächste MOJO-Platte auf uns zu?
Nun, sobald ich nach Hause komme, werde ich das nächste Album zu Ende schreiben! Ich habe bereits neun Songs fertig dafür…

Man, du bist echt ein Workaholic! Als nächstes steht also wieder eine STUCK MOJO-Scheibe an…
Ich habe Napalm Records gefragt, ob sie das neue Album im Mai veröffentlichen könnten und sie sagten: „Nein!“ Also sagte ich: „Wie sieht’s mit August aus?“ (allgemeines Gelächter)
Das wollen sie sich jetzt zumindest mal überlegen, aber ich will unbedingt in weniger als einem Jahr schon das nächste Album veröffentlichen, weil ich finde, dass die MOJO-Fans lange genug auf neues Material gewartet haben. Ich habe für „The Great Revival“ neunzehn Songs geschrieben und hab nicht einmal wirklich für das neue Album ausgewählt, welche Songs drauf sollten, weil einfach die drauf gekommen sind, die schon fertig waren. (Rich erzählte uns schon vorher, dass der Release von „The Great Revival“ eigentlich für Januar geplant war, aufgrund der VOLBEAT-Tour aber vorgezogen wurde – Anm. d. Verf.) Der Titelsong des neuen Albums – der ist nicht mal auf dem Album, weil er noch nicht fertig ist! (wieder Gelächter)

Hier war unsere Zeit dann leider auch schon vorbei, da die Jungs noch weiter zur Aftershow-Party sollten und ein Kollege auch noch auf seine Gelegenheit zum Interview wartete. Für uns war es wie immer ein Vergnügen, die sympathischen Amis zu treffen und mit Rich zu sprechen. Wie uns schließlich noch angedeutetwurde, sollen die Fünf eventuell schon im Frühjahr auf eine weitere Supporttour kommen . Falls ja, wird Metalglory natürlich wieder vor Ort sein und bezüglich der aktuellen Entwicklungen im MOJO-Camp nachhaken.

Mein Dank geht wieder einmal an Börbel, der mich auch diesmal beim Interview unterstützt hat.



geführt am 28.10.2008   von Gorlokk
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