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Opeth "Bad Religion ... Unsere Sind Nun Mal Länger"
Am 12. Dezember 2008 stand der OPETH Keyboarder Per Wiberg im Vorfeld des starken Gigs in der Hamburger Markthalle den Metalglory Redakteuren Arturek und Marc the "chicken" Rede und Antwort.
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Per, ihr seid seit dem 17. November auf Tour und habt fast jeden Tag einen Gig gespielt. Was sind Deine bisherigen Toureindrücke?

Es läuft gut. Seit zwei Jahren ist das unsere erste Headliner Tour durch Europa. Es ist viel befriedigender als Headliner zu spielen, weil man mehr Spielzeit hat und vor einem Publikum spielt, das wegen einem selbst gekommen ist. Wir alle sind völlig überwältigt von dem Publikumszuspruch. Fast alle Shows sind ausverkauft, womit niemand gerechnet hat. Es ist wirklich phantastisch.

Wie ist es für Dich persönlich jede Nacht denselben Kram zu spielen?

Ich würde gerne dann und wann einen Song austauschen. Dummerweise sind wir zeitlich limitiert, meist sind wir auf ziemlich frühe Zeiten begrenzt, an denen wir mit der Show fertig sein müssen; das gilt vor allem für das Vereinigte Königreich, aber durchaus auch an anderen Orten. Deswegen müssen wir die Setliste sehr genau zusammenstellen.

Wie lang ist der Durchschnittsgig auf dieser Tour?

Wir spielen ca. 85 bis 90 Minuten. Manchmal beschweren sich die Leute, dass wir nur sieben oder acht Songs spielen. Die sollten aber auch die Länge bedenken, denn wir stehen ja trotzdem 1,5 Stunden auf der Bühne. BAD RELIGION würden in dieser Zeit vielleicht 50 Songs schaffen, aber unsere sind nun mal länger.

Variiert ihr die Setlist von Auftritt zu Auftritt?

Normalerweise verändern wir die Setlist nur von Tour zu Tour. Bei den jüngsten US-Auftritten haben wir einige andere Sachen gespielt als wir es jetzt tun. Während einer Tour gibt es nur wenige Veränderungen. Manchmal spielen wir zum Beispiel Bleak von Blackwater Park und manchmal nicht. Anfangs hatten wir noch Serenity Painted Death im Programm, heute Nacht dafür aber Godheads Lament.

Wir haben uns gefragt, wie anstrengend es ist so intensiv zu touren? Fühlst du dich erschöpft?

Nein. Wir alle sind daran gewöhnt auf Tour zu sein, schließlich sind wir seit April fast ständig on the road. Erst waren wir kurz in UK mit ARCH ENEMY, danach ging es auf US Tour mit DREAM THEATER, dann kamen wir zurück, um im Sommer auf einem ganzen Haufen an Festivals zu spielen. Danach ging es nach Japan, und von dort direkt nach Australien, wonach wir vielleicht fünf Tage Pause hatten, bevor es wieder in die Staaten ging für eine sechswöchige Headliner Tournee. Und selbst in der zweiwöchigen Pause zwischen der US- und dieser Tour sind wir auf einem Metal Fest in Dänemark aufgetreten. Wir haben also eine gewisse Routine, und wäre es nicht um Mikaels Stimme, die Schonung benötigt, könnten wir von mir aus auch wirklich jede Nacht spielen.

Wie sieht denn bei euch ein typischer Tag auf Tour aus? Abends steht ihr 90 Minuten auf der Bühne, aber was treibt ihr in der restlichen Zeit?

Das hängt stark davon ab, was in der Nacht zuvor gelaufen ist, denn es wird viel und lange geschlafen. Partytechnisch ist diese Tour sehr ruhig. Woran das liegt, weiß ich auch nicht. Auf der einen Tour wird viel gefeiert und auf der anderen weniger. Die jetzige Ruhe ist vielleicht auch altersbedingt. Die meisten von uns sind in ihren Dreißigern, ich sogar in den Vierzigern. Na klar, alle von uns wissen gute Parties zu schätzen, aber wir alle waren auch schon viel unterwegs und wissen worauf es auf einer Tour ankommt. Wir sind unterwegs, um jeden Abend Musik zu spielen, und dann können wir nicht nachts ständig wilde Feiern veranstalten. Die Leute zahlen ja auch, um uns abends zu sehen. An dem romantischen Ideal den ganzen Tag lang durchzudrehen und abends dann immer fantastische Shows geben zu können, ist nun mal nichts daran.

Morgen geht es für Euch zurück nach Schweden, um dort die nächsten Gigs abzureißen. Freust du dich darauf wieder in die Heimat zu kommen?

Ja, wir werden morgen in Göteborg spielen, und das verspricht sehr spaßig zu werden. Obwohl man auch sagen muss – und das gilt wohl auch für andere Bands, dass es normalerweise einfacher ist im Ausland aufzutreten. Denn zuhause tauchen ständig Freunde und Verwandte auf, um die man sich dann kümmert. Das macht natürlich Spaß, aber dabei kann man auch leicht vergessen den Fokus auf den Gig zu richten.

Und wie geht es für OPETH nach den anstehenden Skandinavien Shows weiter?

Ende Januar werden für einen Gig nach Indien reisen, und danach beginnt alles wieder von vorne. Im Februar werden wir etwas umfassender Skandinavien betouren, danach geht es das erste mal nach Russland und Estland. Darauf steht Südamerika auf dem Plan, dann noch mal die Staaten und wiederum Europa. Bis zum Sommer haben wir also ein dichtes Programm, und dann startet ja auch schon wieder die Festival-Saison.

Bleibt da überhaupt noch Zeit für dein Privatleben ...

... nein! ...

... und für die SPIRITUAL BEGGARS?

Unglücklicherweise auch nicht, was eine Schande ist. Es ist wirklich schwer vorauszusagen, ob es mit dieser Band irgendwann weitergeht, weil alle Mitglieder soviel andere Sachen um die Ohren haben: Michael hat ARCH ENEMY, und Sharlee, der auf dem letzten Album den Bass eingespielt hat, ist ebenfalls in Deutschland. Ich bin hier, und Ludwig sitzt dort drüben [zeigt in die Richtung], er ist als Drumtechniker mit auf Tour. Er hat auch noch eine eigene Band, FIREBIRD, zusammen mit Bill von CARCASS. Und JB hat GRAND MAGUS. Wir alle sind also gut beschäftigt. Das letzte Wort zu den BEGGARS wurde (noch) nicht gesprochen, aber zur Zeit ist es einfach zu schwer ein Zeitfenster für alle zu finden.

Dein Hauptfokus liegt also auf OPETH. Ist das OK für dich?

Na klar. OPETH hat für mich die Top Priorität. Trotzdem finde ich auch immer wieder die Zeit mit Freunden und anderen Musikern zusammen zu spielen, wenn ich mal in der Heimat bin. Ich glaube, ich bin der einzige von uns, der sich direkt nach einer Tour gleich wieder in Musik stürzt.

Du bist auf der Damnation/Deliverance-Tour als Gastkeyboarder zu OPETH gestoßen, später wurdest du festes Bandmitglied. Wie ist das gelaufen?

Zuvor hatte OPETH keinen Keyboarder benötigt, aber auf Damnation waren viele Keys, wodurch dann eben auch auf der Bühne jemand dafür gebraucht wurde. Erst wurde ich nur für diese Songs engagiert, aber dann kam die Idee auf, auch bei den härteren Nummern Keys auszuprobieren. Deswegen war ich dann bei der ganzen Europa Tournee mit dabei, bei der wir nur so um die drei Songs von Damnation spielten. Am Anfang der Tour hatte ich nur zwei der härteren Nummern mitgespielt, erst am Ende spielte ich dann fast das komplette Set, denn Zeit zum Proben war eigentlich nur bei den Soundchecks. Das hatte aber großen Spaß gemacht.

Zurück zur Gegenwart: Ihr habt jüngst die Burden EP veröffentlicht, die aber nur als Download zu beziehen ist. Warum?

Ich habe keine Ahnung. Das war eine Label Entscheidung. Aber ich hoffe, denn das steht noch nicht ganz fest, dass Burden demnächst auch auf Vinyl erscheint, vermutlich als 7', weil es sich schließlich nur um drei Lieder handelt.

Zum Abschluss verrate uns bitte noch, was deine aktuellen Lieblingsalben sind?

Uh, das sind ganze Schiffsladungen, denn ich bin ein Musik-Nerd. Wenn wir von aktuellen Alben reden, die dieses Jahr erschienen sind, fallen mir ein: DIAMANDA GALÁS mit Guilty Guilty Guilty; das letzte TESTAMENT Album finde ich sehr gut, genau wie das letzte von den MELVINS; die Japaner BORIS mit Smile; und die aktuelle MOTORPSYCHO.

Und was sagst du zum neuen METALLICA Album?

Keine Ahnung; habe ich nicht gehört.

GUNS'N'ROSES?

Weiß ich auch nicht.

Und AC/DC?

That's great stuff! Ich bin ein riesiger AC/DC Fan. Zu GUNS'N'ROSES: Ich habe einen Song gehört, den habe ich ziemlich gut gefunden. Von METALLICA habe ich auch ein Song gehört, der hat mir nicht gefallen, aber ich war auch noch nie ein großer METALLICA Fan, deswegen wusste ich das schon vorher und kann dazu auch nicht viel sagen. Ich würde aber niemals was schlechtes über diese Bands verbreiten, denn sie haben sehr viel getan für Hard Rock und Metal insgesamt. Zum einen haben sie viele Menschen zum hören harter Rockmusik gebracht und zum anderen auch unzählige Musiker beeinflusst. Das war sicher nicht die Intention dieser Bands, aber durch sie gibt es viel mehr Medienpräsenz, wovon wir alle profitieren.


geführt am 20.12.2008   von Chickenfires
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musikalischer Background des Verfassers
Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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