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Künstlerin Melanie Laetitia Mantis "„i Wanted The Demons To Be Born Alive, Not Dead."
Vom 13. Februar bis zum 6. März 2009 hat Berlins düster - Galerie theARTer wieder einen ganz besonderen Leckerbissen zu bieten. Ausgestellt werden die Werke einer Künstlerin die man schwerlich mit nur einem Satz vorstellen kann. Mit ihrer Kunst steht es ähnlich. Also lassen wir Melanie Lætitia Mantis selbst zu Wort kommen...
Weitere Infos zu Künstlerin Melanie Laetitia Mantis:
REVIEWS:
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INTERVIEWS:
Künstlerin Melanie Laetitia Mantis - „i Wanted The Demons To Be Born Alive, Not Dead.

Laetitia, dies wird deine erste Ausstellung in Deutschland, in diesem Falle in der Galerie theARter in Berlin, sein. Der Titel deiner Ausstellung lautet „Kultur-Terror und Teufelswerk: Kunst-Photographie-Ritual". Was meint für dich Kulturterror und wie bringst du das mit Teufelswerk in Verbindung?


Nun, zum Begriff „Kultur-Terror" habe ich mich schon an anderer Stelle ausgiebig geaeussert, ich versuche mal, meine Worte hier etwas kuerzer zusammenzufassen und zu ergaenzen. Meine Arbeiten werden von alter und neuer Kultur gespeist, die ich -metaphorisch formuliert- verdaue und wieder ausspucke. Das Ergebnis ist oft Unbehagen beim Betrachter, bewusstes oder unbewusstes. Waehrend der Betrachter auf seine eigene Kultur schaut, so sieht er jedoch auch Anderes, haeufig nicht immer Willkommenes. Aufgrund dieser Reaktionen habe ich vor einigen Jahren angefangen, meine Arbeiten als Kultur-Terror zu klassifizieren. Es ging dabei mehr um die Notwendigkeit, einen Begriff fuer Aussenstehende zu finden, als fuer mich selber eine Klassifizierung vorzunehmen. Fuer viele Betrachter entspricht meine Arbeit auch dem Begriff des „aesthetischen Terrorismus", ein Terminus, der einst von dem amerikanischen Kuenstler Diabolus Rex erschaffen wurde, mit dem mich Freundschaft verbindet. Aufgrund dieser Freundschaft halte ich es nicht fuer angemessen, ihm sein Etikett zu stehlen, aber ich beobachte immer oefter, das Menschen genau dieses Etikett benutzen um meine Kunst zu klassifizieren und gerade zu meinen neueren Werken passt dieses sogar hervorragend. Stilistisch liegen allerdings Welten zwischen meinen Arbeiten und denen anderer „aesthetischer Terroristen", aber es geht bei dem Begriff auch nicht um Stil, sondern um Inhalt und Wirkung. Selbiges gilt natuerlich auch fuer „Kultur-Terror".
Der Begriff „Teufelswerk" ist eigentlich nicht so weit weg vom Begriff „Kultur-Terror", und stellt ein bisschen eine Hommage an meinen satanischen Hintergrund dar. Du wirst in meinen Arbeiten manchmal satanische Symbolik finden, auch habe ich kein Problem damit, heilige Kuehe zu schlachten, im Gegenteil, es scheint in meiner Natur zu liegen, dieses zu tun. Diese Aussage beziehe ich weniger auf Darstellungen des Teufels, sondern vielmehr auf die Darstellung von Dingen, die man doch so „nicht zeigen sollte". Ein Freund sagte einmal ueber meine Arbeiten „Du entwirfst Bilder, die nicht existieren duerften".
Der zugehoerige Untertitel „Kunst – Photographie – Ritual" erklaert sich uebrigends mit meiner Sichtweise, Kunst und Photographie mit Magie gleichzusetzen. Kunst ist in diesem Fall „hoehere Magie" fuer mich, waehrend Photographie eher „niedere Magie" darstellt. Im Bereich Kunst arbeite ich da auch gerne auf der Ebene des Unbewussten. Durch die Verfremdung eingebauter Komponenten in meine Bilder ist es dem Betrachter nicht immer ersichtlich, auf was er eigentlich draufschaut, waehrend er das Bild betrachtet. Ich gebe dir ein amuesantes Beispiel. Vor ein paar Jahren kam ein Bekannter zu Besuch, waehrend ich gerade dabei war, an der Auswahl von Komponenten fuer ein Bild zu arbeiten. Was ich auf dem Bildschirm hatte, kam der versteckten Anatomie eines weiblichen Wesens sehr nahe, und es war offensichtlich, das dieses Bild das Kopfkino des Betrachters in Gang setzte. Ich werde nie das Gesicht meines Gastes vergessen, als ich ihm schliesslich sagte, dass es der Ausschnitt eines Schweineherzes sei, dass ihn so erregte (lach).

Als kleinen Leckerbissen hast du einen entsprechenden Trailer angefertigt der sehr vielversprechend erscheint. Der Trailer lässt auch vermuten dass die meisten Bilder aus deiner Era II – Fate of the Gods. Dark Eden Cycle und Era III – Sequence I. The Autumn Files stammen werden. Welche deiner Werke hast du für die Ausstellung ausgewählt?

Die Bilder in der Ausstellung sind im wesentlichen Arbeiten, die nach 2005 entstanden sind. In jenem Jahr hat sich mein Ziel fokussiert, eine „normale" Arbeitswelt zu verlassen und nur noch in eigener Regie zu arbeiten. Meine Bilder sind damals groesser geworden und haben viel mehr Komplexitaet entwickelt. Era I werde ich bis auf einige Ausnahmen nie komplett ausstellen, da sie fuer mich mehr eine Entwicklungs- und Lernphase darstellt.


Aber werfen wir einen Blick zurück in deine Vergangenheit. Wenn man sich durch deine sehr ausführlichen und oft persönlichen Texte auf deiner Internet- und MySpace Seite liest bekommet man den Eindruck dass Vergangenes keine Rolle mehr für dich spielt und du erst in den letzten Jahren „geboren" wurdest. Ein Beispiel:
Melanie Laetitia Mantis ist dein Künstlername. Du hast in der Tat einen Doktor-Titel in Naturwissenschaften und den erwirbt man ja nicht mal eben so! Beeinflusst(e) dein „Vorwissen" deine Kunst je in irgendeiner Weise?
Naja, geboren wurde ich angeblich schon frueher (lacht), aber es ist richtig, dass die meisten Teile meiner Vergangenheit nur wenig Relevanz fuer mich haben, wenn ich mein heutiges Leben betrachte. Ich bin eigentlich nur nostalgisch, wenn es um alte Kulturgueter geht, bezogen auf mein eigenes Dasein bin ich eher nach vorne gerichtet als zur Vergangenheit. Das mag daran liegen, das ich das Erwachsenwerden als Kind wie nichts mehr herbeisehnte. Ich habe schon frueh gewusst, was ich in meinem Leben erreichen moechte, und meine Vergangenheit ist ein Weg dorthin, nicht mehr und nicht weniger. Heute bin ich an einem Punkt, wo ich mich nach neuen Zielen umsehe, da ich all meine Kindheits- und Jugendtraeume in die Realitaet umgesetzt habe.
Natuerlich hat meine Vergangenheit mich beeinflusst, und dazu gehoert auch mein Studium. An der Natur hat mich damals wie heute fasziniert, das es sich um ein amoralisches System handelt. In meinen Arbeiten wirst du haeufig eine Kombination aus kuenstlich geschaffenen und natuerlichen Elementen finden. Was die Moral angeht, halte ich es mit der Natur und einigen persoenlichen Grundsaetzen. Der Mensch unterscheidet sich zwar vom Tier insofern, das er in der Lage ist, seine Handlungen aufgrund seiner Denkfaehigkeit zu reflektieren, aber ob daraus immer „Gutes" resultiert wage ich stark zu bezweifeln. Sicherlich halten uns die Vernunft und eventuell Gesetzestreue davon ab, mordend und vergewaltigend durch die Lande zu ziehen. Aber haben wir mit dieser Zivilisiertheit etwas gewonnen? Ueberbevoelkerung! (lacht). Zudem ist die zivilisatorische Schicht die wir tragen doch ein verdammt duennes Kleid, man braucht sich nur anschauen, was da zu Kriegszeiten hervorbricht. Natur laesst sich nicht verleugnen.
Meine damalige Studienwahl basiert im Uebrigen auch auf einer gewissen Misantropie. Ein irgendwie „sozial" gearteter Studiengang waere so gar nichts fuer mich gewesen. Die Existenz der meisten Menschen ist fuer mich ueberflussig, weil sie nichts dazu beitragen, die Welt interessanter zu gestalten. Ich habe es waehrend meiner Studienzeiten sehr genossen, viel Zeit in der Natur zu verbringen, weit ab von menschlicher Gesellschaft. Dort habe ich auch gelernt, genau zu beobachten. Diese Beobachtungsgabe hat ganz sicher auch einen Einfluss auf meine heutige Kunst.


Du hast dich dafür entschieden Kunst nicht zu studieren und begründest dies schlüssig mit dem Satz „ I wanted the demons to be born alive, not dead.". Und wenn ich das auf deiner HP richtig gelesen habe, arbeitest du seit 2005 ganz befreit („nur" noch) als Künstlerin. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Richtig, ich habe mich bewusst dagegen entschieden, Kunst in einem Klassenraum zu „lernen". Ich denke fuer Menschen wie mich ist kein Platz an einer Kunstakademie. Der letzte Satz ist dabei nicht als Wertung zu betrachten, es gibt sicherlich diverse gute Kuenstler, die einen solchen Ausbildungsapparat durchlaufen haben. Fuer mich persoenlich waere das aber nichts gewesen. Ich war schon in einem naturwissenschaftlichen Institut manchmal reichlich fehl am Platze, und habe sicher nicht immer zur Erheiterung meiner Professoren beigetragen mit meinen Fragen und Feststellungen. Wenn ich jemanden als Lehrer betrachten soll, fordere ich auch, das derjenige dieser Position gerecht wird, und mir etwas anbieten kann das lernenswert erscheint. Ist dem nicht der Fall, werde ich sehr selektiv und desinteressiert. Ich gehe jetzt mal lieber nicht auf die Bildungsmisere in diesem Land ein, sonst werden wir mit diesem Interview nie fertig (lacht). Aber wer unterrichtet Kunst? Genau jene, deren Potential nicht dafuer gereicht hat, selber als Kunstler zu ueberleben. Mehr als nur Technik kann mir so eine Person nicht beibringen, und da ich schon immer autodidaktisches Talent hatte, habe ich mich dafuer entschieden, aus freien Stuecken zu lernen, was mir sinnvoll erscheint – ohne Lehrer.
Die Entscheidung, aus der normalen Berufswelt auszusteigen, war nicht kurzfristig, sondern eines meiner langfristigen Lebensziele. Es gab zwar eine Phase, gerade zu Beginn meiner Studienjahre, in der mir „Wissenschaft" durchaus Spass gemacht hat, und in der ich damit spekuliert habe, vielleicht Wissenschaftlerin zu bleiben. Aber langfristige Traeume lassen sich schwerlich beiseite schieben und kommen immer wieder an die Oberflaeche. Als ich 2001 mein Studium abschloss, stand die Frage, wie es weitergehen sollte fuer mich im Raum. Am liebsten haette ich mich schon damals in meine kreative Welt zurueckgezogen, aber mir war klar, das ich zu jenem Zeitpunkt nicht genug vorweisen konnte um damit auf eigenen Fuessen zu stehen. Als mir die Universitaet dann aufgrund guter Leistungen ein Doktorandenstipendium anbot, nahm ich es an. Eine zeitlich limitierte und bezahlte Weiterbildung kam mir mehr als gelegen, vor allem, weil ich nebenbei genuegend Zeit hatte, weiter an meiner Kunst zu arbeiten. Ausserdem geniesse ich es, fuer manch einen „Frau Doktor" zu sein, denn mit diesem Titel geht ein gewisser Respektgewinn einher. Mein Stipendium habe ich allerdings schon frueh wieder abgegeben, weil mir damals eine halbe Stelle als Wissenschaftlerin angeboten wurde, damit verbunden waren mehr Geld und mehr Zeit, sich meiner eigentlichen „Berufung" zu widmen. Als mein Vertrag dann 2005 auslief und ich meine Doktorarbeit ablieferte, bot man mir eine Verlaengerung meines Beschaeftigungsverhaeltnisses an, aber ich war der Meinung, nun genug Zeit mit der Forschung zugebracht zu haben. Ausserdem hatte ich mittlerweile auch auf kuenstlerischem Gebiet die ersten Erfolge vorzuweisen, so dass es nicht mehr ganz so wahnsinnig erschien, auch damit mein Ueberleben zu sichern. Selbstverstaendlich habe ich mit dieser Entscheidung nicht sonderlich viel Verstaendnis von vielen geerntet, hab ich aber auch nicht, als ich anfing ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren, und immerhin hat es fuer einen Doktortitel gereicht.


Ausgangsmaterial deiner Werke sind stets von dir selbst photographierte Bilder wobei du meist tote Materie ablichtest. Wie sieht der anschließende Schaffensprozess aus? Übermalst du deine digital bearbeiteten Bilder? Wie triffst du eine Auswahl welche Bilder bearbeitet werden sollen, welche nicht?
Die Auswahl eines Bildes steht oft schon fest, wenn ich das Motiv ablichte. Fuer mich gibt es zwei Arten von Photos in meinem Archiv. Solche, die um des Photos willen entstanden sind und solche, die nur als Futter fuer meine Kunst dienen. Allerdings gibt es da auch einige Ueberschneidungen. Ich habe das Photographieren ja eigentlich wieder angefangen, um Material fuer meine Arbeit zu sammeln. Nachdem ich jahrelang ausschliesslich bearbeitete Bilder in meinen virtuellen Galerien zeigte, ueberzeugte mich aber ein damaliger Liebhaber davon, doch auch die unbearbeiteten Photos zu veroeffentlichen. So fing Photographie an, sich zu einem eigenen Schaffenszweig bei mir zu entwickeln. Am Anfang habe ich nur „tote Materie" photographiert, mittlerweile mache ich auch vor den Lebenden nicht halt (lacht), obwohl ich tote Materie immer noch vorziehe. Ich habe allerdings ein neues Projekt in Arbeit, ueber das ich noch nichts veraten moechte, das menschliche Modelle erfordert.

Der Schaffensprozess fuer ein einzelnes Kunstwerk durchlaeuft mehrere Stufen. Photographie (digital und analog) – Entwicklung – Auswahl von Komponenten – Auschneiden – zusammenstellen der Collage – Uebermalen. Das meiste mache ich dieser Tage noch digital (auch das uebermalen), wobei aber auch per Hand hergestellte Komponenten in meinen Bildern enthalten sind, die ich photographiere um sie mit einzubeziehen. Langfristig gesehen werde ich aber wieder mehr zu klassischen Medien zurueckkehren, weil ich endlich die Moeglichkeiten habe, raeumlich und materiell, meine Vorstellungen umzusetzen.



Und man findet auch einige Konzertbilder (z.B. von Samael, Satyricon) auf deiner Seite. Wie kam es dazu?
Mein allererstes Konzert habe ich 2005 photographiert. Damals suchte ich eine Eintrittskarte fuer das Apocalyptica-Konzert in Hamburg, das restlos ausverkauft war. Auf eine Anfrage in einem Internetforum meldete sich bei mir eine Dame, die meine Arbeiten bereits kannte, und fuer ein Metalmagazin arbeitete. Sie bot mir spontan ihr Presseticket fuer die Show an, da sie selber verhindert war. Mein allererstes Konzertphotoshooting verbrachte ich also unter falschem Namen in einem „Photograben", waehrend in meinem Ruecken die Besuchermeute rockte. Den „Schwanzvergleich" mit den anderen Photographen in Bezug auf Equipment verlor ich wohl, aber die Photos konnten sich hinterher durchaus sehen lassen. Da mir die Sache Spass gemacht hatte, nahm ich meine Kamera zukuenftig auf Konzerte mit. Ich habe nie fuer ein Magazin gearbeitet, sondern die Bilder immer selber auf meiner Internetseite veroeffentlicht, was mir allerdings den persoenlichen Kontakt zu manchem Musiker einbrachte. Ich habe damals in 3 Jahren bestimmt 30 Bands/Musiker photographiert, im wesentlichen aus den Bereichen Metal und Neofolk. Mittlerweile mache ich das aber nur noch auf Einladung fuer Freunde, so wie grade -nach langer Pause- mal wieder in Sintra passiert, wo ich als Gast von „Wertham" und „Die Weisse Rose" zugegen war. Konzertphotographie macht mir Spass, weil es eine gewisse Herausforderung ist, sich den Gegebenheiten und Lichtverhaeltnissen einer Location in kuerzester Zeit anzupassen. Da ich aber mittlerweile nicht mehr in einer Grosstadt mit Nachtleben lebe, sondern auf dem Lande, hat mein Arrangement in dieser Richtung ein wenig nachgelassen.

Des Weiteren kann man auf deinen Internetseiten viele Photographien aus allen möglichen Teilen der Welt sehen die du bereist hast. Hast du deine „Heimat" gefunden?

Meine Heimat war schon immer Deutschland und im Gegensatz zu manchem peinlich beruehrten Deutschen bin ich auch gerne deutsch (lacht). Aber ein gewisser Nomadentrieb laesst sich nicht verleugnen, ich habe vier Kontinente besucht und war in unzaehligen Laendern. Inzwischen versuche ich allerdings, mehr Zeit in meinem eigenen Land zu verbringen, was mir leichter faellt, seit ich in Deutschland Grund und Boden besitze. Eine Mietswohnung ist fuer mich nicht mehr als ein Hotel mit schlechtem Service und zu lauten Nachbarn, da macht es keinen so grossen Unterschied ob ich „zu Hause" oder auf Reisen bin. Mittlerweile macht es fuer mich einen Unterschied, denn ich kann mein Zuhause so gestalten, wie es haben will und muss mir kein nachbarliches Gemecker ob lauter Musik nachts um vier anhoeren. Hinzu kommt, dass ich ein Stueck Deutschland gefunden habe, das ich auch emotional meine Heimat nennen kann. Als gebuertige Hamburgerin habe ich in drei verschiedenen Bundeslaendern gelebt, aber meine wirkliche Heimat ist Sachsen-Anhalt. Ich liebe die Landschaft hier und ich geniesse es, in einem Teil des Landes zu leben, wo ich noch ein deutsches Essen in einem Restaurant bekomme, im Westen bleibt ja leider oft nur noch die Auswahl zwischen Doener oder Doener. Die Einheimischen koennen uebrigens zumeist gar nicht verstehen, was den Osten des Landes so charmant fuer mich macht, jeder scheint hier wegzuwollen oder traeumt zumindest davon. Ist ja auch verstaendlich, wenn man sich die Arbeitsmarktsituation anschaut. Allerdings kommt mir diese Westflucht persoenlich entgegen, wie oft habe ich mich doch in Hamburg ueber die ueberfuellten Laeden und die Wartezeiten an den Kassen geaergert. Hier im Osten ist das alles ganz anders, und trotzdem fehlt es einem an nichts wenn man selbstaendig arbeiten kann, genau das geniesse ich jeden Tag. Die meisten Menschen betrachten einen Umzug in den Osten als „Abstieg", fuer mich bedeutet es eine in vielerlei Hinsicht gesteigerte Lebensqualitaet.


Wie wirst du deine Zukunft gestalten? Weitere Bücher sind in Planung, vielleicht mal ein längerer Film? Und du hast gemeinsam mit deinem Mann RedMantis Productions gegründet. Was hat es damit auf sich.
In Bezug auf meine Zukunft, nun, ich werde natuerlich weiter kuenstlerisch aktiv sein. In der Vergangenheit war diese Aktivitaet immer durch aussere Umstaende limitiert, was ich mir selbstverstaendlich dauerhaft nicht bieten lassen kann (lacht). Mittlerweile habe ich aber Platz fuer aussergewoehnliche Projekte, meine einzige Limitierung ist eigentlich Zeit momentan. Ich arbeite noch an einer magischen Formel, all den gelangweilten Kids da drausen einfach die Zeit zu stehlen und sie fuer mich zu nutzen (lacht). Nein, Spass beiseite, natuerlich will ich meine Buecher veoeffentlichen und an meinen Kunstprojekten weiterarbeiten. Ich habe auch mehrere Interessenten im europaeischen Ausland, die meine Kunst gerne dort ausgestellt sehen wuerden. Filmmaterial wird es sicherlich auch geben. Zusammen mit Foresta di Ferro, die ja auch die Musik zu meinem Ausstellungstrailer geliefert haben, plane ich, ein Filmprojekt mit meiner Kunst bei einem Plattenlabel zu publizieren. Ich habe zudem kuerzlich eine professionelle Filmkamera erworben, mit der ich in Zukunft experimentieren werde.

RedMantis Productions ist mehr ein Privatvergnuegen von uns, als ein ernstzunehmendes Unternehmen. Wir haben keine „Deadlines" fuer Veroeffentlichungen, da keiner von uns hauptberuflich den Publisher spielen moechte. Vielmehr geht es darum, Dinge unter eigener Regie veroeffentlichen zu koennen, die uns gefallen. Wir haben beide unsere Erfahrungen mit anderen Publishern gemacht, die nicht immer positiv verlaufen sind. Ich persoenlich habe zum Beispiel kein Verstaendnis dafuer, das „Underground" zumeist gleichbedeutend ist mit schlechter Qualitaet und einem grottenschlechten Layout. Gerade wenn man nur fuer ein kleines Publikum produziert, empfinde ich qualitative Hochwertigkeit als ein Muss. Sicherlich ist dieses mit einem gewissen Kostenaufwand verbunden, den die meisten natuerlich scheuen oder sich schlichtweg nicht leisten koennen, aber es gibt ja immer einen Grund, etwas nicht zu tun. Andere Kleinprojekte, die ebenfalls nicht auf den Mainstream ausgrichtet sind, beweisen aber, dass auch Kleinstauflagen durchaus qualitativ hochwertige Sammlerstuecke hervorbringen koennen. Als Beispiel braucht man sich z.B. nur die sogenannte „Neofolk-Szene" anzuschauen, die immer wieder Buecher und Tontraeger hervorbringt, die hochwertig und individuell gestaltet sind. RedMantis ist auch weniger ein kommerzielles Projekt, jedenfalls kurzfristig betrachtet. Wie sich das irgendwann eintwickelt wird sich zeigen. Wir haben diverse Buchprojekte in Planung, zum einen unsere eigenen Buecher natuerlich, zum anderen haben wir auch einige Manuskripte anderer Autoren auf der Warteliste.


Laetitia, danke dass du dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten. Die letzten Worte gehören dir:
Nun, wenn es wirklich jemand geschafft hat (ich rede entweder viel oder gar nicht (lacht)), bis hierhin zu lesen, dann bedanke ich mich fuer soviel Aufmerksamkeit.



Melanie Lætitia Mantis
„Kultur-Terror und Teufelswerk: Kunst-Photographie-Ritual"
Vernissage: Freitag, 13. Februar ab 20°°h

Akustisch wird das ganze Spektakel untermalt von den Dark Ambient Folk Klängen von svril / Foresta di Ferro, feat. John Murphy. Der Eintritt inklusive einem Freigetränk ist kostenlos.

Weitere Infos & den Trailer findet ihr hier:

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=49471199
http://www.laetitiamantis.com/
http://www.myspace.com/laetitiasdeath
http://www.thearter.de/






geführt am 21.01.2009   von Steffi
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musikalischer Background des Verfassers
(Fast) alles aus dem breit gefächerten Bereich des Pagan/Viking Metal. Gerne deftigen Schwarzmetall; nen bissl Death und Doom. Hauptsache ist es knallt und überzeugt mich!
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