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Lamb Of God "…wir Sind Einfach Eine Metalband!"
LAMB OF GOD goes Europe! – In Amerika sind die Lämmer Gottes schon das, was man gemeinhin einen Mega- Act nennt. Das 2006 erschienene Album “Sacrament“ schoss geradewegs in die Top Ten der US-Billboard Charts. Eine Grammy Nominierung als bestes Metal Album 2006 war die (logische?!) Folge. Nun haben Lamb of God das Roadrunner-Schiff bestiegen, um die Eroberung Europas zu besiegeln. Die am 20. Februar 2009 erscheinende neue Langrille „Wrath“ soll dieses Vorhaben intensiv unterstützen. Ob die Jungs während der Aufnahmen „zornig“ waren, welche Erwartungen die Band an „Wrath“ knüpft und mehr über die Pläne der Band in 2009 verrät uns LAMB OF GOD Drummer Chris Adler im nachfolgenden Interview.
Weitere Infos zu Lamb Of God:
REVIEWS:
Lamb Of God Sacrament
Lamb Of God Walk With Me In Hell
Lamb Of God Wrath
Lamb Of God Hourglass
Lamb Of God Resolution
INTERVIEWS:
Lamb Of God - …wir Sind Einfach Eine Metalband!


Hi, Chris! Wie geht’s dir? – Momentan viel Arbeit?
Oh, mir geht’s prima. Alles ist recht entspannt. Unser neues Album ist fertig, und wir freuen uns auf den Tag der Veröffentlichung.

Euer neues Album ist ein gutes Stichwort. Es trägt den Titel „Wrath“ und wird am 20. Februar veröffentlicht. Meine erste Frage zum Album ist ziemlich simpel: Wart ihr während der Produktion „Zornig“?
[lacht] Yeah. Ein bisschen. Ich denke momentan gehen so viele Dinge in der Welt vor sich, die einen leicht Böse machen können. Aber „Wrath“ hat für uns eine etwas andere Deutungsweise. Sowohl für uns als Heavy Metal Fans, als auch für Lamb of God als Band. Viele Bands mit denen wir groß geworden sind, und die wir lieben, werden mit der Zeit immer softer. Wir wollen einen anderen Weg einschlagen. Auf unserem letzten Album Sacrament haben wir mit einigen Elementen experimentiert, die absolut nichts mit Metal zu tun haben. Dass war ja offensichtlich auch ziemlich erfolgreich. Aber dabei haben wir ein gutes Stück unsere Power und Aggressivität der früheren Alben verloren. Wir haben auf „Wrath“ versucht diese experimentellen Elemente teilweise zu nutzen, aber kombiniert mit der Aggressivität der frühren Tage. Wir wollten wieder teilweise zurück zu unseren Wurzeln. Einfach wieder dieses Gefühl einer rohen, unversöhnlich klingenden Metal Band transportieren. Denn diese Rohheit haben wir immer noch. Ich hoffe, dass wir dies mit „Wrath“ beweisen können.

Ja, „Wrath“ kommt auf jeden Fall wesentlich aggressiver rüber, als „Sacrament“ das aber auch eine deutlich düstere Gesamtstimmung verbreitet hat….
Ja, das stimmt. „Sacrament“ war ziemlich düster. Aber nicht nur die Musik war düster. Auch die Lyrics waren ziemlich krass und persönlich. Randy [Blythe, voc. - d.Verf.] hat einige persönlichen Dinge darauf verarbeitet. „Wrath“ dagegen ist einfach „Straight Forward“ und direkt auf die zwölf [lacht]. Einfach ein vor Power strotzendes Metal Album.

Das ist „Wrath“ in der Tat geworden. Wie lief das Songwriting ab?
Es war ein Riesen Spaß „Wrath“ zu schreiben. Wir wollten auch uns beweisen, das wir immer noch ähnlich energiegeladene Songs schreiben können, wie zum Beispiel auf „As The Palaces Burns“. Wir sind seit dem [2003 – d.Verf.] als Band gewachsen, insbesondere haben wir seitdem viel über Songwriting und Aufnahmeprozeduren gelernt. Wir haben einfach all die Lektionen, die wir seitdem gelernt haben, versucht mit der Leidenschaft die wir beim Songwriting von „As The Palaces Burns“ hatten zu vereinen.

Und was war der Einfluss von eurem Producer Josh Wilbur auf die Musik von „Wrath“? Er ist ja sonst eher als Engineer Assistant in Erscheinung getreten.
„Wrath“ ist Josh’ erstes Metal Album das er je produziert hat. Er hat für uns aber schon auf „Sacrament“ den Engineering Job für Drums und Gitarren gemacht. Da haben wir ihn das erstmals getroffen. Er ist unser Alter, und hungrig auf das (Metal) Musikbusiness. Er hat damals mitgekriegt, wie die Aufnahmen gelaufen sind. Er hat mitgekriegt wie wir während der Aufnahmen gepusht wurden mehr als nur eine Metalband zu sein. Er sah, dass wir stellenweise limitiert wurden. Insbesondere unsere Aggressivität rückte zugunsten diverser Experimente in den Hintergrund. Versteh es nicht falsch, man hat versucht uns zu helfen mehr Platten zu verkaufen und letztlich damit auch den Major Deal ermöglicht. Aber trotzdem ist diese Limitierung, der man sich unterwirft für einen Künstler auch beengend. Und Josh hat sich um solche Sachen nicht geschert. Er wollte „Back to Basics“ mit uns; diese Power und Leidenschaft wieder neu entfachen. Ihn interessiert kein Radio Airplay, Billboardplatzierungen, oder ähnliches. Er wollte nur, das wir tun können was wir wollen. Und wollte natürlich auch sicherstellen, dass wir besser klingen als je zuvor.

Und wie sind eure Erwartungen an „Wrath“? – Glaubt ihr es kann in den Staaten ähnlich erfolgreich werden, wie „Sacrament“? Oder wollt ihr euch nach den Erfolgen in den Staaten jetzt mehr Richtung Europa orientieren?
Wir waren echt überrascht, wie gut "Sacrament" sich letztlich verkauft hat. Es war in den Top Ten der Billboards, wir haben diverse Awards dafür bekommen, und waren sogar für den Grammy nominiert. Als wir das Album 2006 veröffentlichten, hatten wir keinerlei Idee wie gut es ankommen würde. Und mit „Wrath“ ist es ähnlich. Wir haben keinerlei Idee. Wir wissen, dass wir unheimlich stolz auf „Wrath“ sind, wir haben erreicht was wir wollten. Wir haben ein Album gemacht das sowohl einen Schritt vorwärts geht, aber unsere alten Stärken zu 100% implementiert. Ich bin sicher: Wenn ich alt bin und auf unsere Discographie zurückschaue, wird „Wrath“ auch dann noch einen ganz besonderen Stellenwert haben. Ganz einfach weil wir alle auch die Entscheidung getroffen haben, als allererstes die Integrität der Band zu wahren. Wir haben es geschafft keinem Sell-Out anheim zu fallen oder Musik für andere Leute gemacht haben. Wir haben die Musik für uns gemacht und das Ziel das Lamb of God hat, einfach eine Metal Band zu sein, erreicht. Egal ob „Wrath“ sich besser oder schlechter verkauft, ich bin einfach nur Stolz auf das Album!

Ok Chris, wir haben jetzt schon soviel über die Musik von Lamb of God gesprochen, dazu noch eine allgemeine Frage: Ihr habt schon so viele Prädikate für eure Musik aufgedrückt bekommen – Die neuen Pantera, Metalcore, Groove Metal, etc. – das mich interessiert wie du eure Musik definieren würdest.
[lacht] Ich weiß, ich hör diese Bezeichnungen ständig. New Wave of American Heavy Metal ist aber DIE Bezeichnung die momentan am meisten gebraucht wird…
Ich weiß nicht was ich von diesen ganzen Schubladen halten soll. Als wir angefangen haben, haben wir uns nicht um irgendwelche Bezeichnungen gekümmert. Auch wenn wir mit vielen Bands, die gemeinhin zur New Wave of American Heavy Metal gezählt werden auf Tour waren, zähl ich uns nicht unbedingt dazu. Wir hängen nicht mit den Leuten ab, wir sind nicht unbedingt mit ihnen befreundet. Ich denke Lamb of God ist irgendwie ein ganz eigenes Ding. Irgendwie einzigartig, und schwer in diese Schubladen zu stecken. Denn jeder in der Band hat seine ganz eigenen Einflüsse. Unser Gitarrist Mark spielt noch in einer Country Band, Randy steht auf die alte Brit-Punk Szene, unser Bassist John steht auf Bands wie Red Hot Chili Peppers. So, und jeder bringt diese Einflüsse auch unweigerlich ein Stück weit in die Musik von Lamb of God mit ein.
Verdammt schwierig deine Frage, wir sind auch durch diese Einflüsse schwer zu kategorisieren. Ich denke: Wir sind einfach eine Metalband!

Reviews zu euren Alben sind vielleicht auch wegen diesen vielfältigen Einflüssen teils sehr konträr, besonders in Europa. Ich hab Reviews zum „Sacrament“ Album gelesen, die von Totalem Müll reden, andere wiederum nennen es das Album des Jahres. Inwieweit interessiert euch die Meinung der Presse und natürlich der Fans?
[lacht] Naja, zuallererst möchte ich sagen, das jeder seine eigene Meinung kundtun darf. Das ist ja das gute heutzutage, diese Freiheit nutzen zu können.
Ich bin froh, dass ich Musiker bin und davon auch leben kann. Und ich mache was ich liebe. Es ist natürlich toll, wenn du ein positives Review liest. Das zeigt, dass auch andere Spaß daran haben was ich mache. Andererseits stört es mich auch nicht sonderlich, wenn ich schlechte Reviews lese. Ich kann es mit unserer Musik nicht jedem Recht machen. Und ich will auch nicht dass jeder unsere Musik mag. Wenn ich eine CD mache, oder Live spiele dann in erster Linie für mich. Ich mache keine Musik nur um anderen zu gefallen. Wenn die Leute dann trotzdem dazu abgehen ist das ein tausendmal besseres Gefühl, als sich dafür einengen zu lassen.


Ihr seid in den US extrem gefeiert; euren Erfolg in Europa dagegen kann man schon fast als unpopulär bezeichnen. Wo denkst du liegen die Unterschiede zwischen Europa und den US?
Ich sehe die Unterschiede auch. Das beginnt mit den Magazinen, und hört bei den Bands die in Europa groß sind auf. Die populären Bands in den Staaten sind komplett andere als in Europa. Alles ist anders als in den Staaten, und ich kann den Unterschied nicht mal erklären. Ich weiß auch gar nicht warum. Aber wir haben mit Lamb of God mittlerweile rund um den Globus gespielt und es gibt überall anders geartete Musikszenen. Wir waren z.B. mehrfach schon mit Caliban auf Tour, sowohl bei uns in den Staaten, als auch in Europa. Da gab es so eine Art „US vs. Europe“ zwar nicht, aber trotzdem sind die Unterschiede da. Das sehe ich auch so.
Aber Ok, der Geschmack der Fans mag überall ein wenig anders sein, aber trotzdem geht es doch im Endeffekt immer um das gleiche: Metal Music!

Rund um den Globus ist ein gutes Stichwort: Ihr spielt im März in Indonesien. Das ist ja nicht unbedingt die erste Adresse in Sachen Metal, wenn man den Globus so betrachtet….
[lacht] Neee, da hast du Recht. Wir waren auch überrascht als wir eingeladen wurden dort zu spielen. Es wird eine spannende Sache. Weißt du, es ist unglaublich schwer in Indonesien überhaupt an Musik zu kommen. Das meiste passiert über offizielle Bootlegs. Nicht viele Bands haben die Chance dort zu spielen, so dass diese Einladung auch eine gewisse Ehre für uns darstellt. Wir haben mit ein paar Bands gesprochen die schon mal dort gespielt haben um überhaupt ein Gefühl zu bekommen was uns erwartet. Aber diese Bands waren voll des Lobes über die Fans dort. Die rasten wohl richtig aus und sind sehr interessiert an der Musik….

Und wie sieht es mit euren Tourpläne in Europa aus?
Wir spielen erstmal eine UK Tour, dann Australien mit Nine Inch Nails, Japan mit In Flames. Dann geht’s zurück in die Staaten auf große Tour mit As I Lay Dying und Children of Bodom. Und dann im Sommer die Europashows mit Metallica. Und an den Day-Offs dieser Tour werden wir ausgewählte Shows auf Festivals spielen. Und dann hoffentlich ein paar Headliner-Shows unter anderem in Deutschland

…da habt ihr viel vor dies Jahr. Ich denke Roadrunner Records werden euch bei euren Plänen kräftig unterstützen….
Sicherlich. Wir sind heilfroh auf einem Record Label wie Roadrunner sein zu dürfen. Roadrunner wissen wenigstens auch was in Europa vor sich geht.

Wir sind auch schon am Ende des Interviews. Ein paar abschließende Worte an die Leser von metalglory.de und/oder eure Fans….
Erst einmal Danke für dein Interesse an „Wrath“ und Lamb of God. Ich hoffe eure Leser und unsere Fans werden mit unserem neuen Album ebenso viel Spaß haben wie wir. Hoffentlich können wir mit dem Album bei euch noch intensiv auf Tour gehen. Danke für alles, und viel Spaß weiterhin….


Danksagung:
Der Dank für die Realisierung dieses Telefoninterviews geht an Theresa Trenks von Roadrunner Records

Lamb of God im Web: http://www. www.lamb-of-god.com
Lamb of God auf Myspace : http://www.myspace.com/lambofgod




geführt am 02.02.2009   von Blizzard
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