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Versengold "Von Ketzerey Und Weingeist"
Versengold sind eine noch vergleichsweise unbekannte Folk und Mittelalter Band, deren neues Album Ketzerey mich zu Jahresbeginn stark beeindruckt hat. Stark genug, um einmal nachzufragen, mit wem wir es hier eigentlich zu tun haben. Steigen wir also ein in das Interview mit den Spielleuten Pinto und Hengest.
Weitere Infos zu Versengold:
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Versengold - Von Ketzerey Und Weingeist

Hallo Versengold! Die meisten unserer Leser haben wahrscheinlich noch nie von euch gehört. Gebt uns zu Anfang bitte einen kurzen Lebenslauf ab.
Pínto: Zum Gruße. Ein Lebenslauf? Also die Kapelle gibt es schon einige Jahre. Anno 2005 spielten wir unser Debutalbum "Hoerensagen" ein, das war sicher der Startschuss zu einem professionellen Werdegang. Aktuell spielen wir mit vier Musikern und prägen den neuartigen Stil "Mittelalterfolk", die Kombination von deutschen Texten mittelalterlichen Inhalts und tanzbaren Melodien aus dem Bereich "Irish Folk".
Hengest: Sowie Einflüssen aus "alter Musik“ (Renaissance, Barock) und "skandinavischer Folklore".
Lasst uns über die neue Scheibe sinnieren. Wo ist der Unterschied zwischen "Ketzerey" und seinem Vorgänger?
Pínto: Wir haben, so hoffen wir, viel gutes aus vergangenen Scheiben beibehalten. Und ein paar Stärken noch weiter ausbauen können. Unser aktuelles Ziel ist es, den neuartigen Stil "Mittelalter-Folk" zu prägen und zu etablieren. "Ketzerey" ist somit "folkiger" als die Vorgänger, und hat größeren instrumentalen Tiefgang.
Worin liegen die Gründe dafür?
Pínto: Unsere Musik ist dafür geschrieben, live gespielt und gefeiert zu werden. Bei den Konzerten beobachten wir natürlich sehr genau, was in diesem
Kontext bei dem jeweiligen Publikum besser/schlechter ankommt. Die neuen Folkeinflüsse tragen diesen Beobachtungen Tribut, unsere Musik wird deutlich
tanzbarer.
Hengest: Ferner haben wir in der aktuellen Besetzung ganz neue Möglichkeiten instrumentaler Umsetzungen auf höherem technischem Niveau.
Mein Favorit ist "Vom gerechten Kriege". Könnt ihr etwas über diesen Song und seine Geschichte erzählen?
Pínto: Unser Arbeitstitel für das Stück war lange Zeit "Kreuzritter Ballade". Sicher eines der traurigsten Gedichte, die Snorre je geschrieben hat. Für uns ist es sehr wichtig, so eng wie möglich an historischen Inhalten und mit historischen Instrumenten zu arbeiten. Die Kreuzzüge als Großereignis bieten inhaltlich sicher ausreichend Material für ein eigenes Themenalbum.
Snorre sucht als Dichter nun eine sehr emotionale Rangehensweise, die Sicht eines Liebespaares. Die Stilform des Duetts scheint uns aus dieser Sicht extrem gut gelungen, zwei Einzelschicksaale werden eindrucksvoll beleuchtet.
Die Kirche nannte all das Blutvergießen seinerzeit tatsächlich "Der gerechte Krieg". Aus dem Zwischentitel "Kein Krieg ist gerecht", der uns zu
plakativ pazifistisch erschien, wurde dann "Vom gerechten Kriege".
Hengest: Das traditionelle arabische Instrument Oud und die Schlüsselfiedel mit ihrem vollen Klang geben dem Zuhörer das Gefühl beim Geschehen dabei zu sein.
Und wie steht es mit "Trunckenbolde"?
Pínto: "Trunckenbolde" war eines der ersten fertigen Lieder für das neue Album. Wir schuldeten unseren Fans einfach fetzige Partystücke. Die machen uns selber natürlich ebenfalls großartigen Spaß.
Welches sind eure Lieblingsstücke des Albums und warum?
Pínto: Live gehen "Ketzerey" und "Weingeist" schön ab. Hier hat die Fusion von Mittelalter und Folk auch am vorbildlichsten funktioniert. Auch "...und schon wieder rollt ein Kopf" wird großartig mitgefeiert.
Am liebsten sind mir persönlich aber die Instrumentale, wo ich mich mit meiner Bodhrán so richtig austoben kann.
Wie lief der Aufnahmeprozess?
Pínto: Wir waren zu "Ketzerey" Gast in den renommierten "Horus" Studios in Hannover. Um den Klang zu perfektionieren wurden, bis auf wenige Aufnahmen, alle Instrumental- und Gesangsspuren einzeln und nacheinander eingespielt. Es gibt immer eine Grundspur, auf die alle weitern sukzessive aufbauen, bis das Gesamtbild stimmig ist. Wir waren einige Tage mit unserem Toningenieur quasi "eingesperrt" und lebten nur in und für diese Aufnahmewelt. Das ist immer ein besonderes Erlebnis und man ist stolz und erleichtert, wenn alles schick im Kasten ist.
Hengest: Das Einspielen der verschiedenen außergewöhnlichen akustischen Instrumente war eine schöne Herausforderung. Für mich die lang ersehnte Gelegenheit endlich meine Instrumente, die sonst nicht zum Einsatz kommen, einzuspielen und auf CD zu verewigen.
Auf eurer Hompepage vermittelt ihr ein recht ungewöhnliches Konstrukt von festen Musikern und Freunden und Gästen. Wie hängt das zusammen?
Pínto: Vom Konzept ist Versengold mit vier Musikern fest besetzt. Im Rahmen neuer Ambitionen schieden in der Vergangenheit Kollegen leider aus. Swolle zum Beispiel konnte als zweifacher Familienvater einfach nur eine begrenzte Anzahl von Konzerten zusagen. Wir finden das schade und vergessen niemals den Teil von jedem Einzelnen, der in der Startphase geleistet wurde. Deswegen bleiben diese stets unter "Freunde" erwähnt, weil wir Ihnen dankbar sind.
Dort sucht ihr auch immer noch eine Sopranistin. Inzwischen fündig geworden?
Pínto: Leider nein. Derzeit ist Mette unsere "Stamm Gastmusikerin" und wir sind ihr endlos dankbar für Ihren flexiblen Einsatz und Ihre beispiellose Motivation. Jedoch singt Mette leider keinen Sopran, wie es für das Projekt allerdings dringend erforderlich bleibt.
An dieser Stelle also nochmal ein Aufruf in eigener Sache. Wir suchen weiter einen weiblichen Sopran!
Weitere Details dazu unter: www.versengold.de/sopran
Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Pínto: Unterhaltsam. Lebensfroh. Einzigartig.
Mittelalter-Bands gibt es inzwischen recht viele in unseren Breiten. Was unterscheidet euch von der Konkurrenz?
Pínto: Das Signifikante an Versengold ist sicher, dass wir wirklich alles selber schreiben. Alle Texte und das komplette Liedgut stammen stets aus eigener Feder, Versengold spielt keine Cover-Songs.
Das ist unser eigener künstlerischer Anspruch an unsere Musik. Um ehrlich zu sein: der kann einem auch manchmal ein wenig im Wege stehen, da man sich
mit unserer Musik als Hörer schon ein wenig mehr beschäftigen kann / muss.
Wie seht ihr eure Szene allgemein? Die anderen Musiker, die Fans, Zusammenhalt (wenn es ihn gibt), Auftrittsmöglichkeiten, Entwicklung usw.
Hengest: Wir stellen immer wieder fest, dass wir mittlerweile einen Fankreis haben, der uns schon teilweise hinterher reist. Viele der Konzert- und Marktbesucher können unsere Lieder fast lückenloser Mitsingen und Grölen, als wir selber. Es gibt Freunde unserer Musik, die nach einem Konzert zu einem kommen und erzählen, was sie mit diesem oder jenem Stück verbinden. So entsteht u. a. eine lustige Verbindung . Natürlich sind wir auch mit anderen Musikern aus der Szene immer wieder in Kontakt. Es ist sehr schön wenn man sich dann auf irgendeinem Markt trifft, weil man dort vielleicht zusammen gebucht ist, und weiß das man irgendwie verbrüdert ist.
Pínto: Im Bereich Mittelalter gibt es eine Handvoll sehr liebevoll gestalteter Märkte und Projekte. Aus dieser Ecke kommen wir, das Ambiente ist hier absolut unschlagbar. Diese sind zum Großteil völlig unkommerziell ausgelegt und wir können hier mittlerweile nur noch zusagen, wenn kein anderer Termin mit Vollgage ansteht, was wirklich schade ist.
Interessiert ihr euch eigentlich auch für Bands aus dem Ausland, die in eurem Genre unterwegs sind? Falls ja, nennt ein paar gute Beispiele mit kurzer Einschätzung. Und falls nein - warum nicht?
Pínto: Wie klar sein dürfte, stehen wir sehr auf irische Musik. Oder keltische Einflüsse generell. Seit ich unsere Seiten bei Myspace ein wenig pflege,
bin ich absolut positiv überrascht, wie viele Kollegen im Ausland in dieser vermeintlich engen Nische unterwegs sind und Interesse zeigen. Ich meine- wie klingt denn Versengold, wenn man die Texte nicht versteht?
Aus den Niederlanden wollen wir unsere guten Freunde von "Rapalje" erwähnen. Die spielen absolut lebendigen Folk, so wie er sein sollte, und sind live ein echter Genuss!
Hengest: Ensemble Unicorn (ist keine Band sondern ein Ensemble, das mittelalterliche Musik in all ihrer Vielfalt und Vitalität aufführt. Die meistens Mittelalterbands spielen Musik, die es damals so natürlich niemals gegeben hat. Beim Ensemble Unicorn bekommt man einen richtigen Eindruck, wie groß und virtuos die Musik wohl gewesen ist).
Und „Garmarna“, eine schwedische Folk Rock Band, die auch metaleinflüsse haben.
Welche Pläne habt ihr noch? Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?
Pínto: Leider ist es derzeit noch nicht wirklich umsetzbar, von unserer Musik allein zu leben. Gemeinsames Ziel wäre es, genau dies zu ändern.
Nennt uns bitte ein paar aktuelle CDs, die ihr zu Hause gerne hört.
Pínto: Flook: Flatfish (Grooßartiger Bodhrán Spieler), Faith No More: King For A Day - Fool For A Lifetime (DIE Wiedervereinigung des Jahres!), Bodo Wartke: Achillesverse (Zweitbester lebender Dichter nach Snorre ;-) )
Hengest: Mick Conneely (Selkie), Liz Carrol and John Doyle (in Play), so gut wie alles von Britney Spears und Captain Jack.
Wir sind ja nun ein Metal Magazin. Wie ist eure Beziehung zu dieser Muisk?
Pínto: Ich glaube, da habe ich wohl die Innigste aus unserer Runde. Mein kompletter Zugang zur Musik lief über Metal, ich spielte jahrelang Schlagzeug in Metal und Hardcore Bands. Hm, wie man von dort kommend über Irish Folk zum Mittelalter gelangt, ist im Nachhinein schon ein wenig mysteriös und lässt mich selber Schmunzeln.
Aber ich fühle mich weiter tief verbunden und höre viel Metal. Auch wenn ich derzeit keinen mehr aktiv selber spiele, habe ich „meinen Metal“ stets bei mir im Herzen. Das ändert sich auch nicht mehr.
Hengest: Durchaus Interesse, Lieblingsgruppen aus diesem Bereich: Faith no More, Type O Negative. Außerdem bekomme ich jeden Monat die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „IG Metall“.
Wie wichtig ist es euch, live zu spielen?
Pínto: Mich reizt die Arbeit im Studio sehr, aber nur auf der Bühne fühle ich mich so richtig wohl. Die direkte Interaktion mit meinen Mitmusikern und natürlich mit dem Publikum, jede Sekunde brennt.
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten ein Konzert durchziehen, wenn ihr die freie Wahl hättet?
Pínto: Freie Wahl? OK, die Band von der "Muppet Show", geiler Schlagzeuger! =)
Wie sieht es mit zukünftigen Live Aktivitäten aus?
Pínto: Wir haben mit Gastmusikerin Mette nun ein absolut attraktives Programm gestrickt und freuen uns auf neue Bühnen. Leider sind wir mit dem Booking für die laufende Saison 09 extrem verspätet und hoffen noch auf spontane Engagements.
Alle fixen Termine wie gehabt auf www.versengold.de oder www.myspace.de/versengold.
Auf welche Frage würdet ihr jetzt gern noch antworten und wie würde die Antwort lauten?
Hengest: Frage: Hast Du schonmal einen Kugelblitz oder eine Windhose gesehen? Antwort: Nein, leider nicht. Will ich aber noch.
Pínto: Frage: Wieviel Bier darf ich Euch nun holen? Antwort: Sieben!

geführt am 19.05.2009   von Christian
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[ Seit dem 19.05.09 wurde der Artikel 7272 mal gelesen ]
 
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