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Sacred Oath "…zurück Im Geschäft!"
Die US Metaller SACRED OATH melden sich mit ihrem dritten Studioalbum – Schlicht „Sacred Oath“ betitelt lautstark zu Wort. Metalglory erreichte einen hörbar gut gelaunten Rob Thorne im heimischen Danbury, Connecticut um ihm einige Informationen zum neuen Album, den Status von I-Tunes in den Staaten und den weiteren Plänen der Band zu entlocken
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Sacred Oath …'till Death Do Us Part’
Sacred Oath Sacred Oath
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Sacred Oath - …zurück Im Geschäft!
Sacred Oath - …zurück Im Geschäft!


Hi, Rob! Wie geht’s dir? – Momentan viel Arbeit?
Oh, natürlich hab ich immer zu tun, aber das neue Album ist fertig und daher geht es alles etwas entspannter zu momentan

Euer neues Album ist ein gutes Stichwort. Das Teil ist schlicht „Sacred Oath“ betitelt und kommt nun endlich in die Läden. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis?
[lacht] Na sicher. Das Album beinhaltet alles was uns ausmacht, aber ist musikalisch trotzdem ein riesiger Schritt nach vorn. Ich liebe es!

Wie ist das neue Album entstanden? Habt ihr irgendwelche Neuen Wege beschritten, oder seid ihr wie immer vorgegangen?
So viele Studioalben haben wir ja noch gar nicht gemacht [lacht]. Aber eigentlich lief alles wie immer ab.

… und das heißt konkret?
Ich bringe meist die grundlegenden Songideen und Strukturen mit zu den Rehearsal und dann setzen wir uns alle hin und fangen einfach an aufzunehmen. Das ist eigentlich der übliche Weg bei Sacred Oath. Bei ´Caught In The Arc` und ´Blood Storm` haben Kenny [Evans, Drums – d.Verf. ] und ich allerdings zusammen geschrieben. Das sind die ersten beiden Songs die wir je zusammen geschrieben haben. Ich glaube sie sind auch mit die stärksten auf dem Album

Du hast neben den Vocals, Lead Gitarre und Songwriting das Album auch in deinem eigenen Studio produziert. Ist es da nicht schwierig den Überblick zu behalten und nicht „Betriebsblind“ zu werden? – Gibt es jemanden dir auch sagt wenn etwas schlecht klingt?
…den Engineering Job hast du vergessen [lacht]. Es stimmt, dass sehr viel Verantwortung für die gesamten Aufnahmen auf mir lastet. Ich habe aber von vornherein sehr genaue Vorstellungen was Sacred Oath ist, wer wir sind und wie wir klingen sollen. Und mit dieser klaren Vorstellung im Hinterkopf war es letztlich recht einfach „Sacred Oath“ zu komponieren und produzieren. Ich war sehr zufrieden mit Darkness Visible aber „Sacred Oath“ toppt die Scheibe meiner Meinung nach noch. Die Jahre werden letztlich entscheiden welchen Status die Scheibe einnehmen wird, aber ich repräsentiere Sacred Oath als eine Art Bandkopf habe ich ganz genaue Vorstellungen davon wie ich unser Album produzieren möchte. Das ist natürlich keine Garantie dafür, dass die Leute es mögen. Aber was soll ich anderes sagen… [lacht]

Also, ich mag euer neues Album. Es hat alles was ein gutes US Metal Album ausmacht.
Das freut mich zu hören. Weißt du, wenn ich mit Sacred Oath ein Album aufnehme gibt es für mich nur einen Grundsatz: Ehrlich zu bleiben!
…Solange unsere Musik ehrlicher, purer Metal ist werden die Fans das auch honorieren. Ich denke die Leute haben oft die Schnauze voll von diesen ganzen Glatt gebügelten überproduzierten Alben und Unehrlichkeiten. Mit diesen ganzen modernen Möglichkeiten ist es leicht Alben aufzunehmen die gut klingen aber musikalischer Bullshit sind. Sacred Oath ist eine richtige Band. Wir sind kreativ, können alle gut spielen und wollen das Live auch beweisen. Und vor allem ist uns wichtig, dass man das auch auf unseren Alben hören.

"Sacred Oath“ wird in zwei Versionen erscheinen: Die reguläre Jewel Case Version mit zehn Tracks und die Deluxe Edition im Digi Pack mit vierzehn Tracks. Warum wird das Album in zwei Versionen in die Läden kommen?
Also das ist eine recht komplizierte Geschichte. Wir haben das gesamte Album in nur Drei Monaten aufgenommen und steckten so tief in den Songs drin dass wir entschieden vierzehn Songs auf das Album zu packen. Aber nach ein paar Wochen Abstand hatten wir den Kopf soweit wieder frei um über unsere Entscheidung noch mal grundlegend nachzudenken. Wir kamen zu dem Ergebnis, das vierzehn Songs mit über Siebzig Minuten Spielzeit vielleicht etwas zu lang für jemanden sein könnte, der mit Sacred Oath noch nicht so vertraut ist. Wir haben natürlich das Ziel neue Fans zu gewinnen, und dafür bietet die Zehn Track Version unserer Meinung nach bessere Möglichkeiten. Mittlerweile finden wir, dass die Zehn Track Version des Albums auch die stärkere Version ist, da sie kompakter ist. Dazu kam, dass wir mit I-Tunes einen exklusiven Release Vertrag in den Staaten abgeschlossen haben. Und sie wollten mit einer Zehn Track Version auf den Markt gehen.

Das Thema I-Tunes wird uns später noch einmal beschäftigen, aber vorher noch eine Frage zum neuen Album: Was ist der textliche Inhalt des Albums?
Die meisten Texte handeln von aktuellen Themen die uns hier in den Staaten beschäftigen: Korruption, den Irak Krieg, die Wirtschaftskrise die mittlerweile ein weltweites Problem ist. Die neue junge Generation fühlt dass es immer schwieriger wird hier eine Perspektive zu haben. Songs wie ´Paradise Lost` oder ´Counting Zeros` handeln von genau diesen Problemen. Es ist aber kein geschlossenes Konzept, sondern eher unsere Betrachtungsweise der Welt in der wir momentan leben.

Zu ´Counting Zeros` habt ihr ja auch ein Video gemacht….
Ja. Aus mehrerlei Gründen. Zum einen ist es der mit Abstand beste Song um uns musikalisch zu charakterisieren. Daneben ist es einer meiner Lieblingssongs des neuen Albums. Aber vor allem sind die Lyrics sehr kraftvoll und Aussagekräftig. Auch wenn es einer der langsameren Songs des Albums ist, so ist es doch einer der stärksten. Aber wir planen gerade einen weitern Videodreh. Zu ´Blood Storm`.
Der Song ist bei uns auch sehr populär, bei I-Tunes war er z.B. Download of the Week.

Um das Thema I-Tunes aufzugreifen: Euer Live Album war unter den I-Tunes Top Jahres- Downloads der Kategorie „Live Alben“. Wie denkst du über diese neuen Medien im Allgemeinen? – Chance oder Fluch?
Also hier in Amerika ist I-Tunes die größte Musikbörse im Internet. Ich glaube mittlerweile sogar Weltweit. Sie sind an uns heran getreten und wollten einen exklusiven Vertrag. Wir haben zugestimmt, denn Verkäufe physikalischer Produkte laufen hier nicht mehr gut. Dafür ist I-Tunes nun der Ort wo nahezu jeder Amerikaner seine Musik herbekommt. Es ist hier wirklich Mainstream. Deswegen war es für uns eine wirklich einmalige Gelegenheit die wir nutzen mussten. Wir hatten eigentlich keine andere Wahl als diesen Schritt zu gehen, denn wir sind nicht Metallica oder Maiden [lacht] die tun können was sie wollen. Wenn du versuchst nicht nur tiefster Underground zu bleiben, musst du dich an die neuen Medien wenden. Ich gebe Gitarren und Gesangsunterricht, und die 15jährigen Kids die ich unterrichte besitzen teilweise nicht eine CD! – Wenn ich ihnen als Aufgabe gebe, einen Song nachzuspielen holen sie ihr I-Phone raus und laden ihn schnell runter. Das ist hier in Amerika die Realität. Und sie vermissen ja auch nichts. Ich sammle z.B. hauptsächlich Vinyl, da ich vieles daran schätze. Aber die neue Generation hat nie eine Vinylscheibe in der Hand gehabt und weiß daher nicht was ihr entgeht… [lacht]

….aber wird da eure Arbeit die ihr investiert habt, überhaupt gebührend gewürdigt? Für mich klingt das nach purem Massenkonsum?
Spielt das eine große Rolle? Viele Leute laden die Alben illegal, und das ist die höchste Form die Arbeit eines Künstlers herab zu würdigen. Bei I-Tunes zahlen sie zumindest ebenso wie beim Kauf einer CD. Früher standen die Alben eines Künstlers viel mehr im Mittelpunkt des Interesses, heute ist es einfach nur zu einem Verkaufsprodukt geworden. Wenn du überleben willst, musst du einfach möglichst viel Alben verkaufen. Das ist die Realität. Auf welchem Wege ist dabei doch völlig egal. Ich finde diese Entwicklungen auch nicht gut, aber ich kann es leider auch nicht ändern.

Ich möchte jetzt ein wenig auf die Historie eingehen, immerhin folgte nach dem viel umjubelten Debüt „Crystal Vision“ eine zwanzig Jahre währende Auszeit die sicherlich auch nicht förderlich für eure Karriere war….Wenn du zurückblickst, wie stellt sich die Historie von Sacred Oath aus deiner Sicht dar?
Also wir haben uns 1985 gegründet. Zu dem Zeitpunkt war ich ein 15 jähriger Junge der zur Highschool ging und einfach Musik machen wollte. Wir bekamen schnell einen Deal mit Mercenary Records. Bereits 1987 nahmen wir unser Debüt „A Crystal Vision“ auf. Wir hatten in der Folge Schwierigkeiten mit unserem Label, weil sie immense Geldprobleme hatten. Das haben sie uns natürlich nicht erzählt. Aber all diese Terminverschiebungen des Release Dates, ausbleibende Zahlungen, annoncierte Touren die wir nicht durchziehen konnten usw. demoralisierten uns sehr stark. Und als unser Album endlich veröffentlicht wurde, waren wir derart angepisst vom Business das wir einfach aufgehört haben. Wenn du 17 bist ist es natürlich wesentlich einfacher zu sagen „Scheiß drauf, wir lassen das einfach sein“. Danach trennten sich unsere Wege und wir machten bis Ende der Neunziger alle unsere eigenen Dinge. Ich hab zum Beispiel diverse Prog-Alben [mit Soundscape - d.Verf. ] eingespielt, mein Solo Projekt gestartet und meinen Bachelor in Musikwissenschaften gemacht. Dann kam Sentinel Steel Records und erzählte uns, dass in Europa ein starkes Interesse an unserem Album herrscht und sie es gerne neu veröffentlichen würden. Wir hatten nicht vermutet das sich irgendjemand je wieder für unser Album interessieren könnten und stimmten zu.

Und das war der Startpunkt für den Neuanfang? - wirklich aufgelöst waren Sacred Oath ja nie….
Genau! - Das Re-Release wurde ein großer Erfolg der uns letztlich dazu brachte „Darkness Visible“ aufzunehmen. Wir hatten die Songs ja schon 1988 geschrieben, und brauchten sie „nur“ noch aufnehmen. Es sollte ja schon damals der Nachfolger werden, aber wir hatten ja zu früh aufgegeben. [lacht] Die Songs sind auch heute noch so gut, so dass wir sie so aufgenommen haben, wie wir sie damals geschrieben haben. Wir haben zwar an die Songs geglaubt, aber das die Resonanz derart überwältigend ausfiel war wirklich ein gutes Gefühl. Durchweg positive Reviews und Feedback von den Fans. Das war der Startschuss uns wirklich komplett zurück zu melden. Wir bekamen dann die Einladung, auf dem Keep it True Festival zu spielen. Das war ein absolut genialer Auftritt. Ich wusste nicht dass sie den Gig mitschneiden. Sie gaben mir dann diese CD mit, und ich war derart zufrieden mit dem Sound und der Show, dass wir sie als Live-Album veröffentlichen wollten. Naja, und nun sind wir komplett „Back in Business“, mit einem brandneuen Album und warten was kommt.

Womit wir bei meiner nächsten Frage sind: wie sehen die weiteren Pläne aus?
Wir wollen auf jeden Fall wieder in Deutschland spielen. Wenn ich die Resonanz höre, und an das KIT denke, will ich unbedingt wieder Live vor den Deutschen Oathbangern spielen! Daneben bekamen wir auch aufgrund des I-Tunes Deals einige sehr konkrete Tourangebote. Aber wir sind sicher, dass wir unseren kompletten Backkatalog über WorldMusic neu veröffentlichen werden. [Infos zu den aktuellsten Entwicklungen gibt es direkt an der Quelle – d.Verf.]: http://sacredoath.net/worldsound-delays-album-release-in-north-america/

Damit sind wir auch am Ende des Interviews. Erstmal Danke das du dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten. Ein paar Abschließende Worte an unsere Leser und die deutschen Oathbanger….
Erstmal danke für das interessante Interview. Wir freuen uns auf die Resonanz auf das neue Album und warten nur darauf, dass wir alsbald wieder in Deutschland sein können um mit den Oathbangern feiern zu können. Wir wissen dass wir ohne Unterstützung, gerade aus Deutschland nicht in der Lage gewesen wären so problemlos wieder einen Neuanfang starten zu können.


geführt am 17.07.2009   von Blizzard
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