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W.a.s.p. "Babylon Soll Provozieren Und Zum Nachdenken Anregen...!"
W.A.S.P. ist sicher eine der Institution des Heavy Metals. Seit über 27 Jahren bringen Blackie Lawless und seine Mitstreiter beständig gute Alben auf den Markt. Das neueste Produkt trägt den Titel „Babylon“ und enthält einmal mehr großartige Musik. Metalglory hat W.A.S.P. Chefdenker Blackie Lawless ein wenig auf den Zahn gefühlt, und einige zum Teil nachdenkliche Statements zum neuen Album und der momentane politischen Situation auf unserem Planeten entlockt. Das dabei nebenbei einige parallelen zu „Headless Children“ Tagen zutage gefördert wurden scheint nicht unbedingt zufällig zu sein.
Weitere Infos zu W.A.S.P.:
REVIEWS:
W.A.S.P. The Neon God - Part 2
W.A.S.P. Dominator
W.A.S.P. Best Of The Best
W.A.S.P. Babylon
W.A.S.P. The Crimson Covers - A Tribute To W.a.s.p.
INTERVIEWS:
W.A.S.P. - Babylon Soll Provozieren Und Zum Nachdenken Anregen...!

Hi, Blackie! Wie geht’s dir? – Alles OK im Hause W.A.S.P?
Hi! - Alles ist OK. Ein bisschen ausgepowert von der Fertigstellung des neuen Albums, aber das ist normal und ansonsten ist alles im Lot.

Euer neues Album ist ein gutes Stichwort. Es trägt den Titel „Babylon“ und ist nun weltweit in die Läden gekommen. Wie siehst du das Album, jetzt wo das Endresultat vorliegt?
es ist immer dasselbe wenn ich ein Album fertig habe. Es hat ein Jahr gedauert bis „Babylon“ endlich fertig war und es wird noch ein Jahr dauern, bis ich das Album wirklich bewerten kann. Natürlich bin ich wie jede andere Band auch zufrieden und stolz auf das neueste Album, aber um wirklich die wahre Qualität beurteilen zu können, brauch ich nach den anstrengenden Aufnahmen Abstand. Und das dauert üblicherweise ein Jahr.

Ihr habt bereits Anfang des Jahres mit den Aufnahmen zu Babylon begonnen. Hattet ihr irgendwelche Probleme bei den Aufnahmen oder wolltet ihr euch einfach die Zeit nehmen die ihr benötigt? Wie liefen die Aufnahmen?
Ne, Probleme hatten wir nicht, wir haben eben einfach die Zeit benötigt. Ich hatte Anfang des Jahres bereits alle groben Strukturen der Songs beisammen als wir in die Rehearsal Phase gegangen sind. Und da hat dann jeder seine eigenen Parts ausgearbeitet. Wir sind alle sehr individuelle Musiker, und wir wussten was wir wollten. Also konnte jeder für sich die Songs ausarbeiten. Der positive Aspekt ist dabei, das jeder Musiker seine eigene Identität in die Songs einfließen lassen kann, weil ihm nicht ständig
Reingequatscht wird wie ein bestimmter Part zu klingen hat. Naja und nachdem diese Rehearsal Phase abgeschlossen war, haben wir mit den eigentlichen Recordings angefangen. Und die sind so gelaufen wie so was eben läuft.

Und du hast dich ebenfalls wieder als Producer verdingt…
… ja, das ist ja nix neues, das mache ich ja schon seit Jahren. Deswegen waren die Recordings ja auch so unspektakulär und wie immer…[lacht]

Welche Erwartungen knüpft ihr an „Babylon“? – Der Vorgänger „Dominator“ war ja gerade in Europa sehr erfolgreich. Viele hielten es für das beste W.A.S.P. Album seit Jahren.
Ich hoffe das die Leute diesmal auch dasselbe über „Babylon“ sagen. Wenn ich ein Album mache, dann versuche ich mein bestes zu geben, aber letztlich werden die Fans entscheiden welchen Stellenwert das Album erreichen wird. Aber ich hoffe natürlich auf ähnlich positive Resonanzen wie bei „Dominator“.

„Babylon“ ist wieder ein Konzeptalbum. Diesmal geht es um die Vier Reiter der Apokalypse. Bist du von der Heiligen Schrift inspiriert worden oder sind die Vier Reiter eher eine Metapher und das lyrische Konzept ist wesentlich tiefgründiger? – Du bist ja bekannt dafür, besonders in Richtung Politiker kein Blatt vor den Mund zu nehmen.
…[lacht] Eigentlich ist es nur ein Song bei dem es um die Vier Reiter der Apokalypse geht und das ist ´Babylons Burning´. Um was es eigentlich geht ist:
Ich habe mir die Entwicklung der Weltpolitik im letzten Jahr angeschaut, und besonders diese so genannte Finanzkrise. Viele, auch europäische, Staatsmänner habe ich nach einem „One World System“ und einem „One World Government“ schreien hören. Viele gingen sogar noch weiter indem sie diesen „One World, one Country“ Quatsch skandierten. Und ich habe mir meine Gedanken darüber gemacht und festgestellt wie unglaublich nah diese Rufe an der biblischen Prophezeiung sind. Deshalb hab ich mich hingesetzt und das Buch der Offenbarung noch einmal sehr genau studiert, das prinzipiell von den gleichen Dingen handelt. Ich hab dieses Thema in „Headless Children“ ja schon einmal aufgegriffen wo es tatsächlich um die Vier Reiter ging, die in ihren Sätteln sitzend nur auf ihre blutige Rückkehr warten. Das war vor knapp zwanzig Jahren und nun hab ich mir das ganze noch mal angeschaut und stelle die Frage: „Stehen wir kurz vor der Rückkehr der vier apokalyptischen Reiter?“…

Also wieder ein mahnender Finger und ein klares Statement in Richtung unserer momentanen Regierungen das du da in ein interessantes lyrisches Konzept verpackt hast. Bevor wir von „Babylon“ weggehen noch eine letzte Frage: Wie passen das Chuck Berry Cover „Promised Land“ und Deep Purple’s „Burn“ in dieses Konzept?
Ach, das war ziemlich lustig. Ich wollte „Burn“ eigentlich gar nicht mit drauf nehmen. Der ist ein Überbleibsel aus den „Dominator“ Session obwohl wir es damals nie fertig aufgenommen haben. Aber als ich mir die Tracklist angeschaut habe, hab ich gedacht: „Wow, auf dem Album ist ne Menge ’Fire’ drauf“ [lacht] Das war mir vorher gar nicht so aufgefallen, denn über Songtitel mache ich mir gar nicht so die Gedanken. Kurz vor Ende der Aufnahmen haben wir uns entschlossen den Song mit drauf zu packen, denn wir mögen ihn und er passt doch vom Titel auch prima rein, oder?

ja, durchaus… Und das Chuck Berry Cover?
Wir mögen den Song und fanden das er musikalisch und textlich einen guten Abschluss des Albums bildet.

Wenn du in eurer eindrucksvollen 27jährige Bandhistorie zurückschaust, was kommt die da als erstes in den Sinn? Sowohl im positiven als auch im negativen…
Wow! [lacht] Verdammt schwierige und gute Frage. Das hab ich mich noch nie gefragt. Aber lass mich kurz nachdenken.... Also sicherlich der Release unseres ersten Albums. Oder überhaupt der Label-Deal. Man das ist 27 Jahre her, damals war es gar nicht so einfach an einen Deal zu kommen. Du kannst so was nicht planen. Du brauchtest schon vorher ne Menge Unterstützung der Fans und musstest einfach auch Schwein haben. Es gab damals soviel sehr gute Musiker die dieses Glück wie wir nicht hatten. Und das wir es geschafft haben so lange dabei bleiben zu können ist eine unglaublich tolle Erfahrung.

Du hattest vorhin gesagt du brauchst Abstand um ein Album beurteilen zu können. Welches Album würdest du noch mal aufnehmen wollen wenn du die Möglichkeit hättest in der Zeit zurück zu gehen?
Ganz klar „Inside the Electric Circus“!!! – Das ist wohl das mit Abstand schwächste Album von uns. Ich würde es grundlegend anders aufnehmen, auch wenn es viele Leute gibt die das Album gut finden. Ich begrüße durchaus dass die Leute es mögen, ich tu es aber definitiv nicht.

Und warum...?
Es ist ein lahmes Album einer müden Band die direkt von einer drei Jahre dauernden Tournee ins Studio geschoben wurde. Wir haben das Album quasi wie auf Knopfdruck eingespielt obwohl wir mental völlig ausgebrannt waren. Und wir sollten das komplette Album in sechs Wochen fertig stellen. Das haben wir zumindest geschafft. Wenn du eine junge Band auf einem Major bist, dann hast du Major-Pflichten. Man versucht dir einzureden, dass die Leute dich vergessen wenn du zu lange mit einem neuen Album wartest. Das ist völliger Bullshit! Wir haben zwei Jahre für „Headless Children“ gebraucht und das war die erfolgreichste Scheibe die wir je gemacht haben. Du lernst eine Menge im laufe der Jahre, vor allem das es oft schwierig ist einem Label zu vertrauen wenn sie dir nicht das nötige Vertrauen entgegenbringen so das du frei agieren kannst.

Wie wichtig ist Touren für euch? – Hattest du jemals daran gedacht damit aufzuhören und nur noch Alben aufzunehmen?
Nie! – Eine Tour ist die wirkliche Verbindung zu den Fans. Ich kann mir nicht vorstellen diese Verbindung jemals zu kappen. Dafür liebe ich es einfach zu sehr auf der Bühne zu stehen, neue Orte kennen zu lernen und all diese Dinge.

Ihr kommt jetzt wieder nach Europa. Könne wir bei euren Shows etwas Ähnliches erwarten wie bei der Crimson Idol Tour letztes Jahr?
Wir werden diesmal auf einer riesigen Videoleinwand die oft sehr alten Videos zu den Songs zeigen. Wir haben so was Ähnliches vor zwanzig Jahren auf der Headless Children Tour gemacht und ich mag die Idee. Es wird sicherlich ne cool anzuschauende Show für die Fans.

Ok, Blackie, danke für dieses Interview. Ein paar abschliessende Worte an unsere Leser und eure Fans…
Erstmal danke, für das coole Interview und das du dir die Zeit genommen hast.
Und an alle Fans und Leser: Ich hoffe das neue Album gefällt euch und ihr viel Spaß beim hören habt.
Aber viel wichtiger als das ist mir, das ihr Fans und Leser anfangt über die momentane Situation in der Welt nachzudenken. Kunst, egal ob Bilder, Filme oder Musik sollte immer zum Nachdenken anregen und provozieren. Dafür ist das neue Album auch gedacht. Denkt über die Welt und euer eigenes Leben darin nach. Unterzieht die Politik(er) einer kritischen Prüfung, damit ihr sicher sein könnt das ihr die richtigen Leute wählt die eure Interessen vertreten.

Danke Blackie für und weiterhin alles Gute für dich und W.A.S.P.


geführt am 30.10.2009   von Blizzard
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