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Europe "Helden Der Achtziger Sind Zurück!"
Alte Helden der Achtziger Jahre kehren triumphal zurück. So oder so ähnlich sollte die Überschrift zu diesem Interview werden. Bei unserem Interview mit Europe-Sänger Joey Tempest wurde das aber schnell ad acta gelegt. Es stellte sich heraus, dass die Band über keinerlei Star-Allüren oder dergleichen verfügt, sondern ihren derzeitigen Status recht gut einschätzt und es gar nicht mehr so sehr um Ego-Befriedigung oder nur um den schnöden Mammon geht. Hier stehen gestandene Männer auf der Bühne für die lediglich die Musik und Entertainment im Vordergrund stehen. Wir trafen beim Bremer Auftakt-Konzert einen ein wenig verstimmt wirkenden Joey Tempest, der angesichts der Backstage-Area und den der Band zugestandenen Räumen im Nachhinein betrachtet verständlich wirkte. Der erste Eindruck ein kurzes Interview vor uns zu haben wich dann aber schnell und Joey plauderte locker mit uns und gab einige sehr interessante Statements ab. Aber lest selbst:
Weitere Infos zu Europe:
REVIEWS:
Europe Live From The Dark
Europe Live In Sweden - The Final Countdown Tour 1986
Europe Last Look At Eden
Europe Live! At Shepherd´s Bush
Europe Bag Of Bones
INTERVIEWS:
Europe - Helden Der Achtziger Sind Zurück!

Hallo Joey. Die erste Frage bezieht sich natürlich auf das neue Album, welches für meine Begriffe eine perfekte Symbiose aus „Prisoners In Paradise” und “Start From The Dark” darstellt. Immer noch ein wenig dunkel gehalten aber die Trademarks von Europe glänzen überall durch. Wie siehst du das Album?

Joey Tempest:Da gebe ich dir absolut recht, wobei für mich eigentlich mehr „Secret Society“ durchschimmert. Aber es ist mehr geradeaus und mehr direkt vom Herzen kommend und zeigt mehr die Einflüsse der Band auf. Wobei wir gar nicht versucht haben alles zu analysieren, sondern einfach nur Spaß hatten und es laufen ließen. Es hat aber sicherlich Einflüsse aus unserer Vergangenheit, wir wollen ja auch nichts verstecken und stehen zu unserer Geschichte. Wir alle lieben große Gitarren und voluminöse Chorus-Elemente, aber wir haben eben alles in einen modernen Sound verpackt.



In nahezu jedem Interview taucht zwangsläufig die Frage nach eurem größten Hit „The Final Countdown“ auf. Ist der Umgang damit schwer, ständig auf diesen einen Song reduziert zu werden? Ich meine, jeder von euch ist ein großartiger Musiker.

Nein, nicht mehr. Wir lieben es diesen Song live zu spielen. Er wurde schließlich für unsere Fans und die Shows geschrieben. Das Album selber wurde mehr für das amerikanische Radio gemixt und brachte uns mit Sicherheit ein breiteres Publikum. Wir sind aber immer eine hart rockende Band gewesen und werden es auch bleiben. „The Final Countdown“ ist ein Album-Song, sicherlich unser größter Erfolg, aber eben nur ein Song, der live immer noch sehr gut funktioniert. Es ist ja auch nicht so, dass man sich einen Hit maßschneidert. Dass der Song ein Hit wurde war einfach Zufall. Es war der richtige Song zur richtigen Zeit, der viele Menschen miteinander verbunden hat.

Schauen wir ein wenig zurück auf die Reunion. Wer war der Antrieb hinter der Reunion? Ihr wart alle erfolgreich mit euren Solo-Arbeiten bzw. involviert in viele verschieden Projekte. Und auf einmal kommt ein neues Europe-Album mit einem verhältnismäßig dunklen Sound, der sicherlich auch viele Alt-Fans vor den Kopf gestoßen hat.



Wir haben immer das gemacht was wir für richtig gehalten haben. Wir sind nicht wieder zurückgekehrt weil uns irgendein Promoter erzählt hat wir müssen wieder gemeinsame Sache machen. Wir haben einfach wieder angefangen gemeinsam mit John zu proben und stellten fest, dass sich unser Sound ein wenig verändert hat. Wir hatten angefangen an moderneren Bands wie Audioslave Gefallen zu finden und kamen alle aus verschiedenen musikalischen Richtungen wieder zusammen. Aber wir haben unsere Vergangenheit stets dabei, wir sind immer noch eine Melodic-Band, allerdings vermutlich härter als mancher denkt. Sicherlich war der Hauptmotor hinter der Reunion meine Beziehung zu John. Es ist für mich und für die Band sehr wichtig. Wir fingen alle wieder an über eine Reunion gemeinsam zu reden und dann passierte es einfach. Aber auch Ian war eine treibende Kraft, der einfach alle anrief und an einen Tisch brachte. Der Grundstein wurde sicherlich bereits bei der Millenium-Show in Stockholm gelegt, wobei die Show selber gar nicht so toll war. Es war tierisch kalt, aber die Proben dafür waren einfach fantastisch.

Habt ihr durch den moderneren Sound neue Fans hinzugewonnen im Vergleich zu den Achtzigern? Ich habe viele Leute gesprochen, die beeindruckt waren von dem heavy Sound von „Start From The Dark“. Gerade Leute, die sonst eher Alben von Bands wie beispielsweise Papa Roach oder eben auch Audioslave kaufen, waren unheimlich beeindruckt. War das Absicht oder passierte es einfach so?

Absolut! Ich meine, wir sind alle im Laufe der Jahre bessere Musiker geworden. John schrieb immer bessere Stücke für seine Solo-Alben, die anderen Jungs waren unter anderem mit Glenn Hughes unterwegs und so sind wir alle in den Jahren als Musiker gewachsen. Wir haben zusammen geprobt, ein paar Demos aufgenommen und es passierte einfach so. Wir analysieren wenig und lassen die Dinge einfach laufen. Wir wollten nur ein wenig zeitgemäßer klingen. Das war alles was wir wussten. Dass wir damit richtig gelegen haben wissen wir jetzt. Wir haben drei Alben gebraucht, um in England endlich gute Reviews zu bekommen. Aber jetzt erhalten wir nur positive Reaktionen. Vor allem das „Classic Rock Magazine“ brachte uns erstaunlich viele positive Reaktionen. Sie mochten „Start From The Dark“ und auch „Secret Society“, brachten uns aber nie so viel Aufmerksamkeit entgegen wie jetzt und das bedeutet eine Menge für uns. Wir sind sehr gespannt auf die UK-Tour im Februar nächsten Jahres.



Sehr interessant sind die verschiedenen Stile auf dem neuen Album. Von symphonischen Elementen bis zum Blues wird nahezu die gesamte Palette der Rockmusik abgedeckt. Was werden wir in der Zukunft von euch erwarten können?

Ich liebe beiden Seiten der Musik. Ich liebe die harten treibenden AC/DC-Sounds, ich liebe aber auch die innovativen Bands wie Muse, die über ihr Limit hinausgehen. Wir arbeiten in beide Richtungen. Wir haben schon immer dramatische Songs wie eben „The Final Countdown“, Prisoners In Paradise“ oder „Seven Doors Hotel“ gehabt. Das gehört einfach auch zu uns. Wir möchten aber nicht nur dramatische Momente haben, sondern wir lieben es auch einfach nur zu rocken und werden beide Dinge auch weiterhin mixen.

Ich persönlich liebe den Blues in „In My Time“. Wird es mehr in dieser Richtung geben?

Es ist interessant, dass du das ansprichst. Das ist genau auch das, was im „Classic Rock Magazine“ aufgefallen ist. Wie kann eine skandinavische Band so einen Song schreiben? Ich fange an mehr in dieser Art zu singen und das macht Spaß. Vielleicht mag das aber auch daher kommen, dass ich seit 20 Jahren nicht mehr in Schweden lebe und auch John seit 15 Jahren nicht mehr in seiner Heimat lebt. Da kommen schon Einflüsse durch, die in Skandinavien so vermutlich nicht entstanden wären. Hinzu kommt, dass Ian Haugland und John Leven völlig unterschiedliche Spieltechniken haben und dadurch einfach einen Druck erzeugen, der sehr selten ist. Sehen wir uns die Rolling Stones oder die E-Street Band an, dann sehen wir auch da völlig unterschiedliche Bassisten und Drummer und gerade deswegen funktioniert das auch so fantastisch. Die legen durch ihre unterschiedliche Spielweise einen Fundament, das unbeschreiblich ist. Und das funktioniert nur, wenn der Bass-Mann und der Drummer so unterschiedlich sind.

Wie fühlt es sich an, nach so langer Zeit einmal wieder ein Gold-Album in eurer Heimat Schweden zu haben und die Nummer 1 zu sein?

Oh, dass war natürlich ein fantastisches Gefühl für das Management, die Plattenfirma und für uns. Die letzte Nummer 1 hatten wir 1988 und somit war das ein großartiges Gefühl.



Joey, wie siehst du die heutigen Zeiten im Vergleich vor zwanzig Jahren? Durch das Internet und das illegale Kopieren hat sich doch viel verändert. Mit einem Album wie „Last Look At Eden“ hättet ihr vor zwanzig Jahren noch Millionen verkauft. Heute sind es gerade einmal schätzungsweise hunderttausend Einheiten.

Wir verkaufen zum Glück immer noch zwei- bis dreihunderttausend Stück. Der Unterschied ist aber, dass wir viel mehr an unseren Fans sind als vor zwanzig Jahren. Damals wäre so etwas wie dieses Interview gar nicht möglich gewesen. Wir wurden so stark abgeschirmt, auch vor unseren Fans, dass wir unsere Fans gar nicht mehr persönlich erreichen konnten. Wir wussten nichts über deren Gefühle oder Gedanken über uns als Band und das ist heute beeindruckend. Wir stehen in direktem Kontakt mit unseren Fans und das ist für uns sehr wichtig geworden. Aber heutzutage muss man eine gute Live-Band sein. Ungefähr 75% deines Einkommens als Musiker kommt durch Live-Auftritte. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir immer noch genug Alben und Merchandise verkaufen, um davon leben zu können.


Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen für uns genommen hast und wir wünschen dir und der Band noch viel Erfolg auf der Tour. Gibt es noch irgendwas, dass du euren Fans mitteilen möchtest?


Ja, auch ich danke dir und kann nur sagen, dass wir uns wahnsinnig auf Deutschland und unsere Fans hier freuen. Wir haben ja heute gerade erst den Anfang der Tour und sind sehr gespannt auf den weiteren Verlauf.





Europe im Internet

geführt am 17.11.2009   von Christoph
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