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Imperium Dekadenz "Morituri Te Salutant"
Das dritte Werk "Procella Vadens" ist nun schon ein paar Wochen alt und konnte einige gute Kritiken ernten. Zu meiner Freude nahm sich Horaz ein bisschen Zeit und beantwortete ein paar Fragen.
Weitere Infos zu Imperium Dekadenz:
REVIEWS:
Imperium Dekadenz Dämmerung Der Szenarien
Imperium Dekadenz ... Und Die Welt Ward Kalt Und Leer
Imperium Dekadenz Procella Vadens
Imperium Dekadenz Meadows Of Nostalgia
INTERVIEWS:
Imperium Dekadenz - Morituri Te Salutant

Salve! Erst mal vielen Dank für das neue Album. Wie sind die ersten Reaktionen?
Horaz: Die Reaktionen sind durch die Bank sehr gut bisweilen. Wir haben wirklich sehr viel Herzblut in diese Veröffentlichung gesteckt und freuen uns sehr, daß wir ein weiteres Kapitel abschließen konnten und dazu auch mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sind.

Interessiert euch nach all den Jahren eigentlich noch die Meinung der Fans oder der Presse? Oder konzentriert ihr euch ganz auf euch selbst?
Horaz: Wenn wir merken, daß sich die Person mit dem Album intensiv beschäftigt hat, geben wir sehr wohl einiges auf die Meinung der Hörer. Wir wollen authentisch bleiben und Emotionen schaffen und wenn man sich lange mit dem Material beschäftigt verliert man die nötige Distanz um genügend kritisch zu sein.



Einige von unseren Lesern haben vielleicht noch nie von euch gehört. Gebt uns doch mal einen kurzen Lebenslauf ab.
Horaz: Imperium Dekadenz wurde von Vespasian und mir im Jahre 2005 gegründet. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee, hehehe. Bei viel Bier haben wir zwischen Weihnachten und Sylvester 2005 die erste Demo aufgenommen …und so hat sie auch geklungen. Wir haben gejammt und Spaß gehabt, bis irgendwann ein paar gute Songs dabei raus kamen. Wir landeten bei Perverted Taste und veröffentlichten „…und die Welt ward kalt und leer“. Die Scheibe kam wieder unserer Erwartungen ziemlich gut an und wir legten uns für „Dämmerung der Szenarien“ richtig ins Zeug. Diese Scheibe kam dann mächtig gut an. Wir entschieden uns für ein professionelleres Umfeld (und ohne politische Eskapaden) und landeten bei Season of Mist. „Procella Vadens“ betitelt den ersten Silberling, den wir über das französische Label zuletzt veröffentlicht haben.

Gab es einen Moment, an dem ihr erkannt habt, dass aus „Procella Vadens“ etwas besonderes wird?
Horaz: Wenn sich die Puzzle zusammenfügen und das Ganze mehr ergibt als die einzelnen Teile. Ich denke die Imperium Dekadenz Atmosphäre ergibt sich durch das gesamte Album. Wir haben viele Facetten und Details, die erst entdeckt werden müssen. Die einzelnen Stimmungen erzeugen eine gewisse Dynamik, die ein Kopfkino entstehen lassen.

Lasst uns über die neue Scheibe sinnieren. Wo ist der Unterschied zwischen „Procella Vadens“ und Euren ersten beiden Werken?
Horaz: Grundlegend hat sich nicht so viel geändert. Die typischen Elemente sind wieder vorhanden und die erzeugte Atmosphäre ist eine ähnliche. Dennoch wirkt PV eindringlicher, kälter aber auch organischer. Dies hat sicherlich mit Änderungen am Sound zu tun, denn wir haben unser aufgenommenes Material erstmals in professionelle Hände (Iguana Studios) gegeben, um ihm den letzten Schliff zu geben. Die Lieder haben ein runderes Songwriting und wir haben mehr Wert auf Ambient- und Akkustikpassagen gelegt, da wir dieses mal mehr „Naturbilder“ vermitteln wollten.



Gibt es eine Grundaussage auf „Procella Vadens“?
Horaz: Grundaussage würde ich es nicht nennen. Wir führen den Wanderer durch den Sturm, welcher gefährlich und faszinierend zugleich ist. Metaphorisch als der Wanderer, der durch die rauhen Landschaften zieht, ist es auch das Leben selbst, welches wie eine Wanderung im Storm ist, mit seinen Lichtblicken und den Momenten an denen man jegliche Hoffnung verloren hat. Das Ende ist ein Moment der Rückbesinnung, Reflektion und einer Entscheidung, …vielleicht auch einer unausweichlichen. Das Ganze hat sicherlich ein eher emotionales als intellektuelles Konzept.

Mein Favorit ist “A Million Moons” Könnt ihr etwas über diesen Song und seine Geschichte erzählen?
Horaz: Ja, er hat uns den vorletzten Nerv geraubt. Es ist ein toller Song, aber bei mir wird da immer beim hören ein bitterer Nachgeschmack bleiben, hehehe

Und wie steht es mit "Ego Universalis"?
Horaz: War uns Lieblingssong, weil es so nach vorne geht und absolut perfekt und ausgeschrieben klingt. Sehr dramatisch, kraftvoll, brutal aber auch sinnlich. Hat ein bißchen was von Dissection.

Welches sind eure Lieblingsstücke des Albums und warum?
Horaz: Das ändert sich von Tag zu Tag, je nach befinden. …vielleicht aber „Procella Vadens“, wenn das Ende naht, Lyrik und Albumcover sich ergänzen und der finale Riff beginnt. Mein persönlicher Gänsehautmoment, hehehe.

Wie ist das Albumcover entstanden und was will es uns sagen?
Horaz: Es ist eine Szene aus dem Lied „Procella Vadens“. Die Reise gelangt zu ihrem Ende und man sieht sich mit einer Entscheidung konfrontiert. Mit dem Cover hatten wir riesiges Glück. Wir hatten es quasi schon vor Augen und Vespasian fand dann dieses Bild in einem Künstler Forum. Der Künstler hat es uns verkauft, wir haben lediglich das Logo eingefügt.

Gibt es Texte, die euch besonders am Herzen liegen?
Horaz: Ja, Procella Vadens, Staub und Erinnerungen und Nebelbrandung.

Woher nehmt ihr eure Inspiration?
Horaz: Alles was uns das tägliche Leben bietet und unsere Sinnesorgane aufnehmen können.

wie lief der Aufnahmeprozess des neuen Albums? Gibt es irgendwelche Anekdoten zu berichten?
Horaz: Es war ein sehr sehr anstrengender und strapazierender Werdegang, bis wir das fertige Album in Händen halten durften. Wir haben so einige dunkle Täler durchschreiten müssen. Ich will hier aber nicht ins Detail gehen, denn das gehört hier definitiv nicht hinein, da privat. Umso stolzer sind wir auch, daß wir ein solches Projekt zu zweit gestemmt haben. Neben unseren Alltagjobs ein wahrer Gewaltakt.

Wie würdet ihr eure Musik selbst beschreiben?
Horaz: Als die beste Sache, die uns jemals passiert ist.

Wie stellt ihr euren Sound zusammen? Welches Equipment nutzt ihr?
Horaz: Wie schon erwähnt, wir wollen authentisch und organisch klingen. Der Sound braucht ein paar Ecken und Kanten, sonst bleibt nichts hängen und wir sind von den Überproduzierten Werken sowieso nicht angetan. Wir nehmen mit einem Protools-System auf. Wir haben eine sehr schlanke aber auf uns zugeschnitte und damit perfekte Ausrüstung. Das Mastering und teilweise das Editing ging über Christoph Brandes von den Iguana Studios. Mit dem was Christoph uns da raus geholt hat sind wir wirklich zu 100% zufrieden und wir können hier eine echte Empfehlung aussprechen!

Erzählt uns doch mal etwas über euren Songwriting Prozess.
Horaz: Entweder wir schreiben die Grundstruktur eines Songs jeder für sich und wir arbeiten ihn dann zusammen aus, oder ein Song entsteht beim jammen. Erst wenn wir beide zu 100% zufrieden sind, kommt ein Lied auf das Album, Kompromisse gibt es keine. Wir gehen auch auf keine Kompromisse bei den Stilmitteln ein, deshalb sicherlich auch die vielen Facetten. Zudem gehen wir recht offen mit gegenseitiger Kritik um, was öfters dazu führt daß man einen Dämpfer bekommt, aber so auch sehr schnell zu einem Ziel kommt. Hier liegt eben der Vorteil, wenn man zu zweit arbeitet,… eine schnelle Weg- und Zielfindung ohne langes gelaber und Kompromisse.

Wo liegen eure musikalischen Einflüsse?
Horaz: Bei allem was mehr als nur seichte Unterhaltung ist und Emotionen erzeugt. Klingt sehr allgemein und das ist es auch, aber wir haben einen sehr breiten Geschmack, bei dem Black Metal sicherlich überwiegt.

Wir würden gern wissen, wie ihr als Musiker angefangen habt. Wie habt ihr spielen gelernt und welche Musiker haben euch technisch beeinflusst?
Horaz: Ich habe mir die Instrumente genommen und losgespielt. Ich würde sogar soweit gehen und sagen ich kann gar nicht spielen, ich tue es einfach. Ich habe eine spezielle Stimmung und Spieltechnik, was vielleicht ein kleines Geheimrezept bei uns ist.

Was denkt ihr, wie ihr in fünf Jahren klingen werden?
Horaz: Keine Ahnung, aber ich hoffe immer noch authentisch zu sein und fähig mitreißen zu können.

Nennt uns doch mal ein paar aktuelle CDs, die ihr zu Hause gerne hört.
Horaz: Primordial – To the nameless Dead, Coldworld – Melancholie², Dead can Dance – Aion, Darkthrone – Transilvanian Hunger, Eisregen – Krebskolonie und Urfaust allgemein.

Schaut ihr euch Shows anderer Bands an? Gab es welche, die euch besonders beeindruckt haben?
Horaz: Ja, Urfaust und Primordial.

Worin unterscheiden sich – eurer Meinung nach - IMPERIUM DEKADENZ von anderen Black Metal Bands?
Horaz: Kann ich dir gar nicht genau sagen. Durch die Kombination Vespasian und Horaz entstehen Songs, die eine besondere sehr eigenständige Atmosphäre erzeugen und die auf einem Album ein einzigartiges Ganzes ergeben.

Wir würden gern etwas über den Metal Underground in eurer Heimat erfahren. Wo hängt ihr so rum und gibt es noch unbekannte Bands, die ihr empfehlen könnt?
Horaz: Da gibt’s das Delta-The Animal House in Donaueschingen. In seiner Blütezeit spielten dort namenhafte Bands wie Gorgoroth, Dimmu Borgir, Iced Earth, Sentenced, Blind Guardian und viele mehr,… nicht selten vor fast leerem Haus, hahaha. Kurzum es gibt dort kaum eine Metal Szene, geschweige denn eine Black Metal Szene.

Wie wichtig ist es euch, live zu spielen?
Horaz: Wir wollen die Konzertzahl niedrig halten, aber dieses Jahr wollen wir den Schwerpunkt auf die Gigs legen (wir haben bisher erst 5 Konzerte gespielt). Es soll was Besonderes bleiben, so bleibt der Spaß im Vordergrund und wird nicht irgendwann zur allwöchentlichen Bürde.

Mit welcher Band würdet ihr am liebsten ein Konzert durchziehen, wenn ihr die freie Wahl hättet?
Horaz: Ich persönlich mit Primordial. …ja, ich gestehe ich liebe sie.

Kann ich durchaus verstehen!

Wie sieht es mit zukünftigen Live Aktivitäten aus?
Horaz: Wir wollen dieses Jahr noch eine Tour spielen. Angebote gab es und gibt es aktuell, aber konkret gibt es dazu noch keine Aussage. Wir schauen auch, daß wir dieses Jahr in Deutschland den meisten Leuten ein Konzert anbieten können, wollen dann aber auch im Ausland aktiv werden. Konzerte in Österreich und Schweiz werden wir bald im Netz veröffentlichen.

Was erwartet ihr euch vom Jahr 2010?
Horaz: Das wir unsere Träume weiter träumen können, sich einige erfüllen und neue dazu kommen.

Auf welche Frage würdet ihr jetzt gern noch antworten und wie würde die Antwort lauten?
Horaz: Ich denke ihr habt uns hier die Möglichkeit gegeben in einem sehr umfangreichen Interview bei euren Lesern vorzustellen und Einblick in unser Schaffen zu geben. Von dem her liegen mir keine Themen mehr auf der Zunge, die ausgesprochen werden sollten. Vielleicht sieht man sich ja demnächst auf dem Ragnarök!

Wir freuen uns, euch eventuell auf Tour zu sehen. Irgendwelche letzten Worte?
Morituri te salutant
Imperium Dekadenz



Vielen Dank an Imperium Dekadenz und an Gunnar von Season Of Mist!



geführt am 15.03.2010   von Toby
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