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Frames "Überraschende Sieger"
Dieses Interview hat Metalrocky via E-Mail mit dem Gitarristen geführt, viel Spaß beim Lesen. Post Rock-Freunde haben sicher schon von den Hannoveranern Frames gehört. Erst vor kurzem erschien ihr großartiges Debütalbum "Mosaik" (siehe > Review ). Grund genug, um die Band ein wenig mit Fragen zu löchern. Rede und Antwort stand mir Gitarrist Jonas Meyer.
Weitere Infos zu Frames:
REVIEWS:
Frames Mosaik
Frames In Via
INTERVIEWS:
Frames - Überraschende Sieger
Frames - Der Weg Ist Das Ziel

Hallo erstmal! Danke, dass du dir die Zeit für die Beantwortung meiner Fragen nimmst. Es ist wirklich erstaunlich, eure musikalische Laufbahn zu beobachten. Laut Eigenaussage entstand eure Debüt EP "124" nach gerade Mal einem halben Jahr proben. Darüber hinaus habt ihr mit eurem ersten gemeinsamen Auftritt gleich den hannoveranerischen Musikcontest "Sixpack" gewonnen und nun habt ihr auch noch einen Plattendeal mit einem großen Label an Land gezogen. Was glaubt ihr, ist der Grund, dass es bei euch so schnell voran geht und welche Ziele habt ihr denn als Nächstes anvisiert?

Ich denke, dass wir einfach Glück hatten. Dadurch, dass unsere EP so gut angekommen ist, haben wir schnell recht viel Aufmerksamkeit bekommen und durch den wirklich mehr als überraschenden Sieg des „Sixpack“ hatten wir die Möglichkeit unser Debüt zu produzieren. Unser nächstes Ziel ist definitiv so viel zu spielen wie möglich. Leider fehlt uns zum perfekten Glück noch eine Booking-Agentur, die uns diesbezüglich unter die Arme greifen könnte.

Wie ist es eigentlich zu der Zusammenarbeit mit Steamhammer bzw. SPV gekommen? Wer kam auf wen zu? Wurde das Label vielleicht durch eure Download-EP auf euch aufmerksam?
Unser Keyboarder Manuel arbeitet bei SPV als Produkt-Manager. Durch ihn konnten sie unsere Laufbahn mitverfolgen. Zu dem Zeitpunkt als "Mosaik" gemischt war, führten wir Gespräche mit mehreren Indie-Labels. Eigentlich hatten wir uns bereits auf einen Favoriten geeinigt, da hat SPV uns ein Angebot gemacht. Die Erfahrung und Aufstellung der Jungs dort hat natürlich den Ausschlag gegeben.



Glaubt ihr, dass euch der Gratis-Download von "124" zu einer gewissen Bekanntheit verholfen hat? Könntet ihr diese Idee an andere Newcomerbands weiter empfehlen?
Definitiv. Ich kann jeder Band empfehlen, erstmal möglichst viel zu verschenken. Schließlich geht es darum Reaktionen zu ernten, deine Musik unters Volk zu bringen, möglichst viel potentielles Publikum zu gewinnen und den Leuten einfach Freude zu bereiten. Klar, man hat Geld in die Produktion gesteckt, warum es sich nicht wiederholen? Weil es sich dreifach auszahlt wenn du die CD verschenkst! Zusätzlich haben wir den Leuten freigestellt, ob sie die mp3s runterladen oder eine CD im Pappschuber kaufen wollen. Viele laden sich den Kram runter, lernen die Musik zu schätzen und kaufen dann die CD, um die Band zu unterstützen.

Nun eine Frage zu eurer Bandbesetzung: Wie viele Post Rock-Bands habt ihr euch entschieden ohne Sänger zu musizieren. Einerseits wird somit mehr Wert auf eure malerischen Klanglandschaften gelegt, aber andererseits fehlt dadurch eine Art Frontmann. War dieser Schritt eine bewusste Entscheidung oder Mangel an Alternativen? Könntet ihr euch vielleicht vorstellen, wie die Post Rocker SDNMT (ehemals Seidenmatt) im Nachhinein doch noch einen Sänger zu integrieren?
Anfangs haben wir noch einen Sänger gesucht, aber leider keinen gefunden der zu uns gepasst hat. Wir hatten recht hohe Ansprüche schätze ich. Wir haben jemanden gesucht, der seinen Gesang als Instrument versteht und einbringt. Nach dem SixPack-Sieg war der Zug gefühlt einfach abgefahren, wir haben festgestellt dass es wunderbar funktioniert. Also haben wir mit dem weitergemacht, was wir am liebsten machen.

Was sind eure musikalischen Einflüsse? Die 70er und deren Progressivgötter oder doch eher die Gegenwart mit Genrekollegen wie Long Distance Calling oder Explosions in the Sky? Eure Musik klingt als wäre beides für euch von Bedeutung. Gibt es darüber hinaus Einflüsse?
Die individuellen Einflüsse innerhalb der Band sind ziemlich breit gefächert. Ich persönlich höre eigentlich alles von Debussy bis JaKa [Japanische Kampfhörspiele - Anm.d.V.]. Der konkrete Einfluss der 70er Progmusik kommt wohl von unserem Keyboarder, der ein großer Pink Floyd-Fan ist. Die gemeinsame Schnittmenge liegt wohl bei Porcupine Tree, Tool und Mono.

Bleiben wir bei musikalischen Vergleichen. Von der Presse wurdet ihr z.B. schon mit großen Bands wie Porcupine Tree oder Opeth verglichen. Könnt ihr das nachvollziehen und fühlt ihr euch davon geehrt?
Das sind schon zwei gigantische Bands. Wir sind große Fans von beiden. Man fühlt sich natürlich erstmal geehrt, denkt sich dann aber meist so was wie "der hat doch keine Ahnung was der da schreibt". Das sind Bands die nun wirklich auf einem völlig anderen Level agieren, auch wenn es musikalisch sicher hier und da Brücken gibt.

Wo wir einmal bei Pressereaktionen sind. Unter anderem wählte ein bekanntes Magazin Deutschlands eure EP zum "Demo des Monats" und auch euer neues Album "Mosaik" erhielt dort eine gute Wertung (natürlich nicht nur dort!). Habt ihr generell vie Zuspruch und Fans aus dem Metalbereich? Wie könnt ihr euch das erklären?
Ja, wir haben tatsächlich eine gute Menge Metalfreunde im Publikum. Könnte damit zusammenhängen, dass Bands wie eben Opeth progressive und ruhige Parts und Sounds bereits im Metal-Bereich etablieren konnten. Vielleicht haben Metaller auch einfach einen überdurchschnittlich guten Geschmack:-).



Wollen wir nun etwas näher auf "Mosaik" eingehen. Wie verlief der Aufnahme-Prozess des Albums?
Da es für uns alle die erste professionelle Albumproduktion war, gab es schon einige Probleme. Wir haben uns in unserem Zeitplan verschätzt und es war eine stressige Zeit, aber es ist schön, dass am Ende doch etwas überraschend Gutes entstanden ist. Unterm Strich war es einfach unsere Feuertaufe, wir haben dazugelernt und werden nächstes Mal einiges anders angehen.

Wie entstehen eure Songs? Sammelt jeder seine Ideen für sich oder arbeitet ihr von Anfang an als Kollektiv? Welche Rolle spielt dabei Jaming und Improvisation?
Ich schreibe die Songs zu Hause und notiere sie in einem Midiprogramm (namens GuitarPro). Das so festgehaltene Material schicke ich an die anderen, die dann ihre Parts ausarbeiten und sich Gedanken zum Song machen. So entsteht aus meinen Ideen etwas Neues, was durchaus einen völlig anderen Charakter bekommen kann. Wenn wir uns im Proberaum treffen können bereits alle grob ihre Parts und dann beginnt die Detailarbeit an Arrangement, Sounds und Rhythmen. Die Songs sind also schon fertig arrangiert, durch Improvisation und Ausprobieren entsteht im Proberaum der Feinschliff.

Wer von euch ist für die orchestralen Parts zuständig? Übernimmt alles euer Keyboarder Manuel Schönfeld?
Ich bin ein großer Streicher-Fan und baue sie daher oft in Songs ein. Vielleicht auch manchmal zuviel, dann bremst mich Manuel, der eher ein Hammond–Typ ist. Ohne ihn würde es diese Klangfarbe bei uns wohl nicht geben.

Welche Stücke sind eure Favoriten auf dem Album und warum?
Da müsstest du wohl jeden einzeln Fragen, zudem wechselt das je nach Stimmung ständig. Oft ist es natürlich so, dass die neuen Songs den meisten Spaß machen, "Driving Head" und "Horizon". Das mag daran liegen, dass wir sie noch nicht so oft gespielt haben, vielleicht auch daran, dass wir in beiden Stücken etwas für uns richtungweisendes erkennen, musikalisch gesehen also eine Weiterentwicklung.

"Mosaik" enthält mit "Insomnia" und "m" zwei Neuaufnahmen von der "124 EP". Meiner Meinung nach gibt es am Sound von dieser nichts zu bemängeln. Warum habt ihr euch entschlossen, die Stücke erneut zu vertonen?
Wir wollten die beiden Songs einmal "richtig" veröffentlicht zu haben. Für uns waren es die beiden stärksten Songs der EP und irgendwie gehörten sie für uns auch ins Gesamtbild von "Mosaik". Neuaufnahmen mussten sein, weil sie sonst nicht in den neuen Klangkosmos gepasst hätten.

Haben Songtitel wie "g", "m" oder "isp" eine tiefere Bedeutung?
Das sind meistens Arbeitstitel von mir, manchmal frei assoziiert und manchmal einfach „erst mal“ genommen. "g" ist zum Beispiel einfach nur die Grundtonart des Stückes, während "m" tatsächlich eine Assoziation war und für mich perfekt zu dem Song passt.



Eine letzte Frage zum Album: Von wem stammt das seltsame und geniale Covermotiv? Es wirkt sehr interessant und passt gut zu eurer Musik. Hat es eine bestimmte Bedeutung?
Unser Schlagzeuger Kiryll kümmert sich um alles Visuelle bei uns, es bleibt also alles in der Band. Es gibt zwar ein Konzept dazu, abgeleitet und abstrahiert vom Mosaik-Thema, das ist aber eher eine persönliche Sache als eine Vorgabe. Das Schöne ist, dass jeder seine eigenen Gedanken zur Musik und zum Artwork hat, und so soll das sein und bleiben.

Werden wir wieder etwas allgemeiner: Habt ihr vor Frames in anderen Bands gespielt oder spielt ihr nebenbei in welchen?
Jeder hatte vor Frames natürlich seine ersten musikalischen Erfahrungen in anderen Bands, da war von Punkrock bis Cover wohl einiges dabei. Vor Frames hatten Kiryll und ich eine instrumentale, etwas metalligere, etwas frickeligere Band. Das hat sich dann aber verlaufen und daraus sind dann sozusagen die ersten Ideen entstanden so etwas wie Frames zu gründen. Ich habe neben der Band, bedingt durch mein Musikstudium, noch einige Projekte, die anderen widmen sich komplett Frames.

Steht ihr in engerem Kontakt zu anderen Bands? Gibt es vielleicht eine Gruppe die ihr unseren Lesern empfehlen könnt?
Sicher! Zu empfehlen im härteren Kontext sind zum Beispiel Hermelin aus Hannover, ebenfalls instrumental, aber noisiger und eher Stoner. Vor allem Live eine Granate!

Was haltet ihr generell von der deutschen Post Rock-Landschaft? Mittlerweile findet man hier ja die ein oder andere herausragende Gruppe.
Es gibt da - auch generell, weltweit - eine ganz schön spannende und rasante Entwicklung und Deutschland hat da schon einige Juwelen zu bieten.

Hast du vielleicht noch eine Anekdote für unsere Leser? Vielleicht ein spezielles Live-Erlebnis oder so?
Wenn ihr mal einen Keyboarder in der Band habt, der plötzlich mit einem Analogen Synthesizer ankommt, z.B. einem Moog, dann sorgt um Himmels willen dafür, dass er das Gerät vor dem nächsten Gig genügend warm werden lässt. Andernfalls müsst ihr euch eine gute Erklärung einfallen lassen, warum es Kunst ist, wenn plötzlich ein komplett "verstimmter" Synthie so einsetzt, dass es einem ins Mark fährt.



Gibt es noch etwas, das du zum Abschluss sagen willst?
Die EP ist nach wie vor als kostenloser Download erhältlich - wenn euer Interesse also geweckt ist, steuert schnell framesmusic.com an und saugt bevor die Gema uns in die Quere kommt! Schrecklicher Verein.

Mit diesen sympatischen Worten endet auch schon das Interview. Noch mal vielen Dank für die Antworten! Auf das "Mosaik" von vielen Freunden progressiver Klänge in ihr Herz geschlossen wird! Metalrocky
geführt am 19.04.2010   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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[ Seit dem 19.04.10 wurde der Artikel 4395 mal gelesen ]
 
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