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Doomshine "Schnaps! Das War Sein Letztes Wort!"
"The Piper At The Gates Of Doom" wurde jüngst von Doomshine auf die Menschheit losgelassen. Im Email Interview können wir uns vom Humor und den geschmackssicheren Ansichten der sympathischen Musiker versichern.
Weitere Infos zu Doomshine:
REVIEWS:
Doomshine The Piper At The Gates Of Doom
INTERVIEWS:
Doomshine - Schnaps! Das War Sein Letztes Wort!

Hallo Jungs! Erst mal vielen Dank für das neue Album. Die ersten Reaktionen scheinen berechtigter Weise positiv bis euphorisch zu sein, richtig?
Ja, die Reaktionen auf das Album sind fast durchweg gut bis sehr gut. Ab und zu wird zwar die Länge der Scheibe oder mal das Cover kritisiert , aber ansonsten können wir uns wirklich nicht beklagen.
Ihr seid schon recht lange dabei. Dennoch haben einige von unseren Lesern vielleicht noch nichts von euch gehört. Gebt uns bitte einen kurzen Lebenslauf ab.
Doomshine gibt es seit Anfang 2002, wir haben im Prinzip aber schon Mitte 2000 gemeinsam losgelegt. Wir haben 2003 auf dem ersten Doom Shall Rise Festival gespielt, kurz darauf unsere erste Single aufgenommen und dann ging´s auch mit dem ersten Deal bei Iron Glory Records recht schnell. 2004 kam dann unser Debüt "Thy Kingdoom Come" auf den Markt, welches ähnlich starke Reviews wie das neue Album bekommen hat. Nachdem Iron Glory Ende 2004 ihre Pforten geschlossen haben, wurden wir praktisch direkt an Massacre Records weitergereicht. Dass nach der Vertragsunterzeichnung allerdings fünf Jahre bis zum zweiten Album vergehen sollten, konnte damals noch keiner ahnen... Zwischen dem ersten und zweiten Album waren wir aber keineswegs von der Bildfläche verschwunden. Wir wurden immer wieder zu Gigs eingeladen und kamen für unsere Verhältnisse relativ gut rum. Doomshine sei Dank haben wir ein paar wirklich sehr schöne Ausflüge hinter uns, haha. Ja, und dann haben wir so nebenher die Songs fürs neue Album aufgenommen. Da unser Carsten wieder als Produzent, Mixer und Coverkünstler tätig war, hat es mit der Veröffentlichung etwas länger gedauert, aber ich glaube, das Warten hat sich gelohnt.
Wie war es seinerzeit, das erste Doom Shall Rise zu eröffnen?
Damals konnte natürlich noch keiner wissen, was für ein Kultfestival daraus entstehen sollte. Ich glaube auch kaum, dass Frank und Jochen, die Veranstalter des DSR, heutzutage eine Band aufs Billing packen würden, von denen sie noch keinen einzigen Song gehört haben.So war es damals nämlich bei uns! Als Jochen dann Ende 2002 erstmals unser "Shine On Sad Angel" gehört hat, war er ganz schön froh, dass er sich kein Scheiß ins Haus geholt hat, haha. Unser DSR-Gig war dann auch erst unser zweiter Gig als Doomshine, so nervös wie damals waren wir nie wieder. Ich glaube nicht, dass wir besonders gut waren, aber die Leute waren trotzdem ziemlich begeistert von uns. Wir sind heute auch noch sehr stolz darauf, dass wir die allererste Doom Shall Rise Band sind. Davon können wir uns zwar nix kaufen, klingt aber cool, haha...
Lasst uns über die neue Scheibe sinnieren. Wo seht ihr den entscheidenden Unterschied zwischen dem Piper und "Thy Kingdoom Come"?
Ich glaube, dass der viel erdigere Sound auf dem "Piper" zuerst ins Auge...ähem...in die Ohren sticht. Carsten hat es geschafft unserem "Echt"-Sound sehr nahe zu kommen. Auf unsere Ideen und Arrangements bin ich genauso stolz wie das beim Debüt der Fall war. Ich denke auch, dass auf dem neuen Album alles noch etwas gelassener und cooler klingt. Im Fußball würde man vielleicht "abgebrüht" sagen. Ich meine damit, dass wir für eine Doomband relativ experimentell zu Werke gehen und uns nicht ständig Gedanken darüber machen, ob das jetzt noch Doom oder nicht ist.
Und worin liegen die Gründe dafür?
Wir können einfach völlig unverkrampft an die Sache rangehen, uns quatscht keiner rein. Wir spielen von Anfang an im selben Line-Up, wir proben regelmäßig und trinken zusammen ein paar Bier, wenn´s musikalisch mal nicht so gut läuft. Also, wir trinken auch, wenn´s gut läuft, haha... was ich damit sagen will: es gibt Beziehungen, die sich im Laufe der Jahre auseinanderleben, es gibt aber auch Beziehungen, da verhält es sich gerade andersrum. Man wächst zusammen, das klassische Bandfeeling eben. Alles wird lockerer und leichter, das hat sich bei uns mit Sicherheit aufs Songwriting übertragen. Unser Selbstbewusstsein kommt natürlich auch vom Feedback der Leute, die unsere Musik mögen und die uns immer wieder sagen, dass wir einfach sympathisch auf sie wirken.
Die Presse kommt ja immer auf komische Ideen, wenn sie die Musik zu beschreiben versucht. Ich selbst schrieb zu „River Of January“: Vermutlich würde Doom so klingen, wenn er von Nevermore gespielt werden würde. Eure Meinung dazu?
Sehr schöne Idee! Ich würde dir da zwar nicht bei allen Songparts zustimmen, aber beim Refrain hast du definitiv recht. Da haben wir damals wohl sehr viel Nevermore gehört und uns an den Gesangslinien von Warrel Dane orientiert. Nevermore hören wir nach wie vor sehr gerne. Diese Band wird wirklich von uns allen bewundert.
Ein paar Worte müsst ihr unbedingt zu „Waltzhalla“ verlieren.
Am Anfang war die Musik, dann hab ich dem Song im Proberaum aufgrund des Waltzertaktes nur zum Spaß den Arbeitstitel "Waltzhalla" gegeben. Sven hat dann gemeint, dass der Song unbedingt so heißen muss.Tja, dann musste ich mir eben einen Text dazu einfallen lassen. Im Prinzip ist es ein Antikriegssongs, oder besser: ein Friedenssong. Gegen Krieg, gegen sinnlose Gewalt. Das ganze hab ich mit leicht zynischen Zeilen verpackt, dass es dem Songtitel auch gerecht wird. War gar nicht so einfach, einem recht lustig klingenden Titel eine ernsthafte Thematik zu verpassen.
Welches sind eure Lieblingsstücke des Albums und warum?
Wir stehen alle sehr auf "Sanctuary Demon", diese wuchtige Doomwalze am Anfang des Albums. Ich denke, dass sich auch alle auf "River Of January" als weiteren Höhepunkt einigen könnten. Und "The Crow Pilot", weil er so anders ist.
Gibt es Texte, die euch besonders am Herzen liegen?
Da ich allein für die Texte verantwortlich bin, kann ich das nicht so einfach beantworten. Am Herzen liegen mir natürlich alle, da ich sehr viel Zeit mit ihnen verbracht habe, haha.
Inhaltlich sprengen Doomshine die üblichen Genregrenzen. Eure Gedanken dazu, bitte!
Also gut, so einfach komme ich zum Thema "Texte" wohl nicht weg. Du hast vollkommen recht, für eine Doomband bedienen wir wirklich nicht jedes Cliché. Die Songs handeln zwar grob gesehen meistens um die Menschen an sich, wie sie unseren Planeten und auch sich selbst behandeln, über Gott und die Welt eben. Aber man kann auch versuchen, das einigermaßen originell zu verpacken. Vielleicht verfluchen uns ein paar True Doom Verfechter dafür, aber wir haben mit "Actors Of The Storm" z.B. einen Song über Schwalben im Fußball, das funktioniert! Und in "Cold Cypher Ceven" sage ich zwar nichts anderes als "unsere Welt ist im Arsch", allerdings singe ich hier von Tinkerbell, Dragons und Tolkien. Es würde mich zu Tode langweilen, 70 Minuten lang von darkness, death und doom zu singen.
Wo liegen eure musikalischen Einflüsse?
Die kommen von überall her. Das können Melodien von Ultravox oder Riffs von Slayer sein. Aber natürlich sind Bands wie Solitude Aeturnus, Candlemass, Sanctuary, Trouble, Maiden, Priest und Sabbath schuld, dass wir so klingen. Um unsere Art von Doom aber so frisch wie möglich zu halten, lassen wir auch gerne die Haustür offen und lassen uns von Bands wie Porcupine Tree, Dream Theater, Riverside oder Deadsoul Tribe beeinflussen. Das hört man vielleicht nicht gleich raus, aber bei "Cold Cypher Ceven" standen beim Anfangsriff ganz klar Deadsoul Tribe Pate.
Schauen wir kurz auf eure Kollegen und eure Meinung zum Beispiel zu Candlemass. Messiah Marcolin oder Robert Lowe?
Fiese Frage, die ich eigentlich diplomatisch beantworten sollte. Ich verstehe Candlemass mit Robert Lowe und finde auch, dass es funktioniert. Es ist schließlich nichts wichtiger, als ein gutes Bandklima. Historisch gesehen war Messiah natürlich der wichtigere Sänger, das wird sich sicher nicht mehr ändern.
Und Rober Lowe? Lieber mit den Schweden oder mit Solitude Aeturnus?
Wie gesagt: Lowe mit Candlemass finde ich sehr gut und unterstützenswert. Aber die ganz große Magie trifft mich bei Solitude Aeturnus. Das liegt mit Sicherheit an den zauberhaften Melodien von John Perez. Perez macht deutlich schönere Musik als Edling. Und mit "Through The Darkest Hour" haben Solitude das wahrscheinlich beste Doomalbum aller Zeiten erschaffen. Für mich zumindest...
Wie schaut es bei Trouble aus? Eric Wagner oder Cory Clarke?
Eric Wagner! Ich muss fairerweise aber sagen, dass ich Trouble mit Clarke noch nicht gehört habe, haha. In diesem Fall bin ich aber einfach mal ganz ekelhaft konservativ. Wagner gehört zu Trouble und Clarke zu Warrior Soul. Basta.
Welcher Satz sollte am Ende in der großen Historie des Doom über euch stehen?
Welches Ende? Wir werden uns niemals auflösen. Selbst wenn wir keine CDs mehr rausbringen und keine Gigs mehr spielen, wenn einer nach dem anderen aussteigt oder wegstirbt, Doomshine ist ein so schöner Teil unseres Lebens, da gibt´s kein Ende. Okay, wenn`s denn ein Satz sein sollte, dann dieser: "Doomshine, die Legende von Blut und Nutten, lang lebe Ludwig aus Doomburg." Jetzt beschwere dich bloß nicht, du wolltest den letzten Satz hören!
Was wollt ihr mit eurer Band noch erreichen?
Uns ist wichtig, dass der Spaß im Vordergrund steht. Was kommt und in unser Leben passt, nehmen wir gerne mit. Wir müssen uns nur alle dabei wohlfühlen. Es wäre schön, wenn wir noch ein paar CDs veröffentlichen würden, aber Teil drei dürfte noch eine Weile dauern...
Nennt uns doch mal ein paar aktuelle Doom CDs, die ihr zu Hause gerne hört.
Die jeweils aktuellen CDs von folgenden Bands haben uns schwer beeindruckt: Heaven And Hell (Dio sei Dank!), While Heaven Wept, Nomad Son, Forsaken, Dawn Of Winter, Rituals Of The Oak, Mirror Of Deception, The 11th Hour, Semlah, Count Raven, Isole. Die Qualität der Doomscheiben der letzten Jahre ist ziemlich beeindruckend.
Wie seht ihr die allgemeine Situation in der aktuellen Heavy Metal Szene?
Mir macht es immer noch wahnsinnig Spaß die Vielfalt zu beobachten. Im Metal passiert viel und es ist für jeden was dabei. Es gibt genug Bands, die die Tradition pflegen und genau so viel Bands, welche neue Wege beschreiten. Das muss einem nicht alles gefallen, aber man muss doch froh sein,dass was gewagt wird. Im Metal passiert so viel innovatives wie in keiner anderen Musikszene. Das ist keine Vermutung, sondern Tatsache. Und sogar eine große Band wie Iron Maiden bringt noch so ein spannendes Album wie "The Final Frontier" raus. Fantastisch! Ich konnte auch das Gemecker über Priest´s "Nostradamus" nicht nachvollziehen. Tolles Album! Wer zum öchzigsten mal "Painkiller" hören will, soll "Painkiller" auflegen, ist doch kein Problem!
Wie wichtig ist es euch, live zu spielen?
Wir spielen ziemlich selten live. 2009 haben wir es geschafft, nur einen einzigen Gig zu spielen. Dieses Jahr sieht´s besser aus, da schaffen wir vielleicht sogar drei, haha. Aber wenn wir dann spielen, dann richtig. Dann freuen wir uns auch sehr drauf und haben selbst bei einem düsteren Song wie "Sanctuary Demon" noch ein Grinsen im Gesicht.
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten ein Konzert durchziehen, wenn ihr die freie Wahl hättet?
Ohje, keine Ahnung. Ich denke, wenn sich Solitude Aeturnus mal wieder nach Deutschland bewegen würden, wäre das ne coole Sache. Oder Morgana Lefay, weil die immer mächtig Spaß auf der Bühne veranstalten und auf böses, böses Metal-Cliché scheißen.
Wie sieht es mit zukünftigen Live Aktivitäten aus?
Das wird sicher noch bis nächstes Jahr dauern, da unser Drummer im November zum zweiten mal Papa wird. Spätestens beim Metal Inferno Festival in Paderborn im April 2011 werden wir aber wieder spielen.
Auf welche Frage würdet ihr jetzt gern noch antworten und wie würde die Antwort lauten?
Puh, du bist ja unersättlich. Nee, mir fällt jetzt echt nix mehr ein...sorry. Du hast ja auch schon alles gefragt, haha.
Wir freuen uns, euch auf Tour zu sehen. Irgendwelche letzten Worte?
Tour? Sehr witzig. Letztes Wort? Schnaps!
geführt am 27.09.2010   von Christian
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musikalischer Background des Verfassers
Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Volbeat "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"

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