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In Disgrace "Aus Contempt Wird In Disgrace"
IN DISGRACE (ehemals Contempt) sind eine vielversprechende Band aus deutschem Lande, die sich dem progressiv-atmosphärischen Death Metal verschrieben haben und so den Underground unter neuer Flagge weiterhin aufmischen wollen. Das Debüt „..before after“ (siehe Reviews) hat mich positiv überrascht und gab mir den Anlass sich per E-Mail an den Sänger und Bassisten Miro zu wenden, um euch auf diesem Wege diese Bande ein wenig vorzustellen.
Weitere Infos zu In Disgrace:
REVIEWS:
In Disgrace Define Death
In Disgrace ...before After
INTERVIEWS:
In Disgrace - Aus Contempt Wird In Disgrace

Auch wenn es wohl immer wieder zu der gleichen Frage am Anfang eines Interviews kommt, so will ich mich nicht verändern und stelle Dir natürlich auch diese „Anfangs-/Eingangsfrage“! Auch unter dem Aspekt, dass wir sehr viel über die Homepage etc. erfahren können, so finde ich es persönlicher, wenn es aus dem eigenen Munde eines Bandmembers erzählt wird und vielleicht hier und da ein paar Neuigkeiten oder gar versteckte Wahrheiten herauszuhören sind. Also, fang an und erzähl uns die Entstehung, die Idee und was sich alles hinter In Disgrace verbirgt?
„Es war das Jahr 1990“.................. in dem ich das erste Mal mit Death-Metal konfrontiert wurde und nach einigen Hörproben habe ich Geschmack an der Musik gefunden, und die eigene Musiksammlung wurde stetig mit neuem Death-Metal angereichert. Davor hörte ich mir schon gerne Bands wie Iron Maiden, Helloween oder Running Wild an. Das ließ aber schnell mit der, für mich, neuen Richtung nach, und meine Ohren hörten nur noch Death-Metal in all seinen Formen. Mittlerweile ist es so, dass ich mir fast alles anhöre; von Meshuggah bis U2, von Opeth bis Madonna, von Korn bis My Dying Bride... Ich traf 1994 auf einem Bolt Thrower Konzert, auf dem ich zusammen mit der Vera war, einen Martin. Nun ja, wenn ich ehrlich bin, sprach der Martin die Vera an, und „schälte“ sie so an... Irgendwann stellte sich heraus, dass der Martin in einer Band spielte und schließlich lud er uns zu einer Probe ein. Irgendwie kam es dazu, dass die Vera dann dort als Keyboarderin in der Band namens SCION einstieg. Eines Tages verkündete der damalige Gitarrist, dass er für ein halbes Jahr in die USA wollte, und ich sah meine Chance in die Band rein zu rutschen. Und so kam es dann auch, dass ich durch ein paar zufällige Begebenheiten in einer Metal-Band Gitarre spielte! Im Laufe der Zeit haben wir mit SCION zwei Demo-Tapes und zwei CDs eingespielt und 3 Dutzend Gigs gegeben. Wie es fast jeder Band ergeht, hatten wir auch so manche Besetzungswechsel, bis schließlich von der Urbesetzung SCIONs nur die Vera und ich übrig waren. Es konnten aber immer wieder neue Leute gefunden werden. Einmal spielten wir mit einer Band Namens CONTEMPT. Wir verstanden uns auf Anhieb recht gut miteinander, und als wir mit SCION wieder einmal ein kleines Problemchen bezüglich der Besetzung hatten, entschlossen sich der Mirko und der Tobias von CONTEMPT kurzerhand bei uns einzusteigen. Anfangs spielte der Tobias Bass, der Mirko Gitarre, die Vera spielte Keyboard und sang, am Schlagzeug war der Ali, der im Laufe der Zeit immer besoffener wurde, ich spielte ebenfalls Gitarre und war für die Grunts verantwortlich. Parallel zu SCION hatten auch CONTEMPT Besuch vom Besetzungsteufel, und so kam es, dass ich dann bei CONTEMPT als Bassist und Schreihals eingestiegen bin. Bei SCION musste zwischenzeitig der Drummer Ali ausgwechselt werden, und so wechselte der Mirko an das Prügel-Set, der Tobias an die Gitarre und wir bekamen einen neuen verkifften, verrückten Bassisten namens Babbo. Als ich bei CONTEMPT eingestiegen bin, gab es da auch einen neuen Gitarristen, der Acker (alias Jörg). Der alte Prügelmeister Björn wurde auch vom Mirko ersetzt. Der Tobias spielte Gitarre und der Christian, wie schon immer, die Keyboards. Da sich dieser Besetzungswechsel sehr positiv auf den Sound der Band auswirkte, entschlossen wir uns dazu, dieses durch einen Namenswechsel zu unterstreichen. IN DISGRACE war geboren. (Anm. d. Red.: Cool, solche ausführliche Antworten wünscht man sich doch immer! Wie echte Geschichten halt!)
 
Wie entstehen bei euch die Songs und wer ist für was zuständig?
Bis jetzt ist es so, dass der Christian zuhause immer komplette Songs fertig bastelt und im Proberaum werden diese dann ein wenig umarrangiert und komplettiert. Für das Drumming ist natürlich der Mirko verantwortlich, da bei den gebastelten Songs meistens immer noch eine bessere Spielweise heraus zu holen ist. Klar, die Gitarren werden auch zum Bestmöglichen ausgearbeitet. Dass die Songs größtenteils aus Christians Feder stammen, hört man eigentlich am Besten, wenn man auf die Keyboards achtet. Diese sind immer bis auf´s Kleinste ausgefeilt und gut durchdacht. Natürlich macht der Rest der Kapelle aber auch gute Arbeit, was man natürlich auch hören kann. Inzwischen arbeitet nicht nur der Christian an neuen Songs, auch der Acker, der Mirko und ich basteln an Songs, die mit der Band dann zum Bestmöglichen umgesetzt werden sollen.
 
Wovon handeln die Texte bei „..before after“ und woher kommen die Inspirationen?
Die Texte bei „ ...before after“ haben keinen zusammenhängen Hintergrund, soll heißen, dass da kein textliches Konzept hinter steckt. Vielmehr ist jeder Text eine kleine Geschichte für sich. Abyss of Time handelt beispielsweise von einer Reise zur Zeit hin, etwas abstrakt, und in Into Disgrace geht es um eine Schlacht im übertragenen Sinne. Man zieht seine Streitkräfte zusammen, um danach richtig „loszulegen“. Man kann diese Schlacht auf diverse Situationen seines Lebens übertragen.
 
Was erwartest Du persönlich vom Zuhörer eurer Musik und den Texten?
Großartige Erwartungen habe ich eigentlich nicht, ich hoffe lediglich, dass es dem Zuhörer gefällt. Man sollte auch nicht unbedingt einen Hammersound erwarten, wie bei Bands, die einen fetten Deal in der Tasche. Die Aufnahmen entstanden in einem Studio, in dem noch nie eine vergleichbare Metal-Band zuvor aufgenommen hat. Wir waren damals mit SCION die erste Band, die eine Death Metal Platte in diesem Studio aufnehmen durfte und dazu auch noch alles alleine. Dadurch, dass wir das Studio schon kannten konnten wir erneut mit ID dort eine Platte aufnehmen und wir haben unsere Erfahrungen auf diesem Sektor gesammelt und sind im Endeffekt mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir haben alles selber gemacht, von der Aufnahme bis zum Cover-Artwork. Wir haben am Mix rumgebastelt und wir brennen und drucken die CDs selber. Alles ehrliche Handarbeit.
 
Wie würdest Du eure Stilrichtung beschreiben? Wie stehst Du zu den allgemeinen Vergleichen, die in euren und den ganzen Metal etc.- Reviews genannt werden?
Man könnte einfach von keyboardlastigem Death-Metal mit einem Schuss Black-Metal, garniert mit weiblichen Gesangsparts, reden. Würde der Mirko hier schreiben, dann wäre es wohl eher eine andere Umschreibung und wenn der Christian was dazu sagen sollte, würde ihm bestimmt nichts einfallen. Was die Reviews betrifft, ist jedes einzelne irgendwie eine richtige Umschreibung der Musik. Mal ehrlich: wenn man sich eine Band anhört und diese dann beschreiben will, wie soll man das denn ohne jeglichen Vergleich mit anderen Bands tun? Ich denke gerade im Metal-Sektor kommt man an gewissen Bandvergleichen nur schwer vorbei. Man hört sich etwas an, und wird an die eine oder andere Band erinnert, und warum soll man die Band dann nicht beim Namen nennen? Hinzu kommt, dass jeder die Musik ein wenig anders aufnimmt, und somit vielleicht auch an andere Bands erinnert wird. Sonst würde man ja auch immer die gleichen Reviews bekommen. Oder? Sicher gibt es vielleicht sogar die ein oder andere Ausnahme, und die Band ist dermaßen eigenständig, dass es keinen Vergleich gibt, tja, und dann muss man sich halt was Anderes einfallen lassen... Die Vera würde sagen: Schubladen sind gut, um Ordnung zu halten. hehe (Anm. d. Red.: Ganz meiner Meinung!!!)
 
Was kannst Du mir über die weibliche Stimme auf „...before after" verraten, die ja hervorragend zu eurem Sound passt?
Dass die Vera mit auf der „ ...before after“ CD gelandet ist, hat sich im Studio ergeben. Wir hatten da so ein paar Stellen, an denen noch etwas fehlte - und die Vera hat eben diese super ausgefüllt. Wie ich finde, sind das so richtige, markante Höhepunkte geworden. Man kann sich Veras Gesang da gar nicht mehr weg denken, und sie wird auf einer neuen IN DISGRACE-Aufnahme sicherlich wieder vertreten sein. Derzeit ist ja ihre Hauptband SCION nicht aktiv, wird aber bestimmt wieder zurück ins Leben gerufen; dort wird man dann auch mehr von der Vera hören.
 
Habt ihr bereits viele Gigs, Tourneen, Open Airs o.ä. erlebt? Gab es bestimmte Ereignisse/lustige Erlebnisse in der Zeit von Contempt und In Disgrace?
Mit IN DISGRACE habe ich selber bis dato nur vier Konzerte bestritten – das heißt eigentlich fünf, wenn man es genau nimmt; das erste mal musste ich als Shouter einspringen. CONTEMPT hatten da mal einen Gig in so einem Festzelt und, aus welchen Gründen auch immer, tauchte der damalige Sänger einfach nicht auf. Als ich dann, zusammen mit der Vera, dort ankam, fiel mich, ganz aufgeregt, der Mirko an. Er meinte ich solle singen weil der Sänger nicht da ist. Gut sagte ich, eilte dann zur Theke, um mir etliche Biere hinter die Binden zu kippen – schließlich stand ich noch nie auf der Bühne ohne ein Instrument, noch dazu kannte ich keine einzige Textzeile... Als ich gut angetrunken war, ging es dann auch schon los. Ich bangte mir die Seele aus dem Leib und hier und da brüllte ich kräftig ins Mikro. Jemand hatte da sogar eine Kamera dabei, und als wir uns dann, nach ein paar Wochen, das Video angeschaut haben, war es mir dann doch ein wenig peinlich. Aber, der Erfahrung wegen, war es die Sache auf alle Fälle wert! Der erste Gig mit ID war ganz kurzfristig in einem kleinen Jugendtreff. Viel los war da nicht, dennoch haben die Leute, die waren, ordentlich mitgerockt und es war dennoch sehr spaßig. In Osnabrück haben wir bei einem Bandwettbewerb mitgemacht wo 10 Bands gespielt haben – von Rock, Thrash- bis Black-Metal war dort alles vertreten. Dem Gewinner winkte ein Auftritt an Silvester mit SODOM, DEAD KENNEDYS und anderen Bands. Der Gewinner wurde durch das Publikum ermittelt. Da wir nicht genug Leute mobilisiert haben, mussten wir uns mit einer der hintern Plätze begnügen. Die Gewinner hießen, glaube ich, XIRON. Die wollten unbedingt gewinnen, und man munkelte, sie hätten sogar die halbe Familien-Sippe mitgebracht... Eine Woche später folgte ein Konzert in Köln. Dort haben wir mit BRETT PIT, UNDER CURSE und WURSTWASSER gespielt. Der Gig war gut besucht und hat auch ´ne Menge Spaß gemacht. Wieder eine Woche später sind wir für SUDDEN DEATH in Bremen eingesprungen. Mit von der Partie waren FALLEN YGGDRASSIL und TEARS OF DECAY. Da das Publikum doch ganz schön enttäuscht war, das SUDDEN DEATH nicht spielen konnten, ist es uns doch gelungen, glaube ich zu mindest, die Leute mitzureißen. Auf diesem Wege entstand auch der Kontakt zu dir Arthur und somit zu Metalglory!
 
Gibt es weitere Projekte der Bandmitglieder?
Nein, zurzeit ist ID für uns alle die Hauptband. Etwa bis Sommer des letzten Jahres gab es aber noch SCION und war für mich bis dato noch ein wenig wichtiger als ID. Wir haben uns damals aber dazu entschlossen, SCION bis auf weiteres einzufrieren, da es mal wieder mit der Besetzung Probleme gab – der Basser Babbo hatte nicht mehr große Lust weiterzumachen und wir hatten keinen Bock auf einen neuen Bassisten. Weiterhin arbeite ich, wenn es die Zeit zulässt, an neuen Songs für SCION. Ich hoffe, das es im Laufe des Jahres auch wieder klappt in einen Proberaum zu ziehen, ein paar Songs aufzunehmen und sogar ein paar Gigs auf die Reihe zu kriegen. Dann gibt es da noch so eine Geschichte die ich DETECTED getauft habe. Da kann ich aber noch nicht genau sagen, ob es zu einer komplett neuen Band heranwachsen wird.
 
Zukunftspläne? Was erwartet uns aus dem Hause I.D. im Jahre 2003?
Wir haben in diesem Jahr noch so einiges vor. Neue Songs fertig schreiben um noch ins Studio zu kommen. Mit viel Glück gelingt es uns vielleicht sogar ein Label zu finden, dass uns mit einer neuen CD-Produktion finanziell unterstützen kann. Natürlich wollen wir auch noch so manches Mal auf die Bühne. Der nächste Gig ist - äh, Anfang Februar in Bramsche. Da ich mir im Dezember bei einem Autounfall den Arm gebrochen habe, steht es noch aus, dass ich mit dem Bass auf der Bühne stehe. Wenn ich es bis dahin nicht schaffen sollte wird der Markus von BRETT PIT / SUDDEN DEATH die dicken Saiten auf dem Gig bearbeiten.
 
Ich denke, das waren so die richtigen Fragen, daher noch zwei Standardfragen: Deine 3 „all time faves“ und derzeitigen?
All time faves: My Dying Bride, Meshuggah, U2 Derzeitigen faves: Korn - untouchables, U2 – Single, Electrical Storm, Opeth – Blackwater Park
 
Last words are up to you:.........!!!
Stay positive! Mach was Du willst, gehe dabei aber nicht anderen auf den Keks! Vielen Dank für´s Interview! Auch ein Dankeschön an den Leser dieser Zeilen und alle, die uns bis jetzt unterstützt haben! Besucht uns! www.InDisgrace.de Peace
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
geführt am 14.01.2003   von Arturek
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