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Graupel "... Das Black Metal-abc..."
Zingultus war in letzter Zeit durch seinen Sängerposten beim Kieler Schlachtschiff Endstille häufiges Gesprächsthema. Bei all dem Wirbel um seine Person, sollte man aber nicht vergessen, dass er nachwievor im Black Metal-Kommando Graupel aktiv ist. Graupel selbst verstehen sich ganz klar als Band und somit trägt jedes einzelnes Mitglied seinen Teil zum Schaffen der Gruppe bei. Aus dieser Kollektivarbeit heraus entstand nun ihr zweites Hasswerk „Am Pranger...“, welches den auf ihrem Debüt „Auf alten Wegen...“ eingeschlagenen Weg konsequent weiterentwickelt. Trotz aller Finsternis in ihren Texten und ihrer Musik, bewahren sich die Musiker dennoch ihren Humor und betrachten die „Szene“ mit einer gesunden Distanz. Aus diesem Grunde wollte ich mich im folgenden Interview vom typischen Frage/Antwort-Schema lösen und habe mich stattdessen in einem kleinen Black Metal-ABC über ihre Ansichten und spontanen Gedanken zu gewissen Bestandteilen des Genres erkundigt. Für die Antworten stand mir dabei freundlicherweise Gitarrist Gnarl zur Verfügung.
Weitere Infos zu Graupel:
REVIEWS:
Graupel Auf Alten Wegen
Graupel Am Pranger
INTERVIEWS:
Graupel - Vorfreude Ist Die Schönste Freude!
Graupel - ... Das Black Metal-abc...

Am Pranger...

Das ist unsere neue Platte. Was lange währt, wird endlich gut. In dieser Zeit sind wir durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Aber die Essenz dieser Arbeit haben wir dann schließlich aufgenommen. Das Ergebnis ist auf diesen Tonträger gebannt.



Burzum

Vikerness. Er ist ein prägendes Mitglied der Musik der Black Metal-Szene der 90er Jahre gewesen. Er hat musikalisch fantastische Songs geschrieben, ist aber genau so durch politischen und idiotischen Stumpfsinn aufgefallen. Dementsprechend ist er in meinen Augen genau so prägend und mitverantwortlich für das heute existierende NSBM-Problem.

Corpsepaint

Ist oft wichtig, manchmal lächerlich und unauthentisch, nicht zwingend erforderlich, aber am schönsten, wenn es das Tüpfelchen auf dem i ist.

Devil´s Blood, The

Geschmack, Authentizität, Aussagekraft, nicht neu aber irgendwie doch, Atmosphäre und Freundschaft.

Endstille

Eigentlich haben wir Endstille nicht mit Graupel, sondern mit Nagelfar in Neuss kennen gelernt, wo wir im Februar 2002 zusammen gespielt haben. Dort hatten Endstille einen Ihrer ersten Gigs mit dem damaligen Demo „DemoN“, Nagelfar leider einen Ihrer letzten. Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Gig, da wir damals vor (ich glaube) 15 oder 20 Leuten gespielt haben. Leider hatte damals wohl irgendjemand die Werbung vergessen. Das Ergebnis war dann aus damaliger Sicht eher weniger amüsant...
Dies war übrigens der erste und einzige Gig auf den ich keinen Ersatzbass mitgenommen habe... und nun rate was passiert ist, mir ist das einzige mal im Leben eine Basssaite gerissen, so das ich den Rest des Konzertes glücklicherweise aber nur ohne A-Saite spielen musste.
Wir haben uns damals auf Anhieb sehr gut verstanden und beschlossen in Kontakt zu bleiben. Dies hat bis heute angehalten. Auf diesem Konzert wurde übrigens bereits der Beschluss gefasst, dass wir mit Graupel und Endstille eine Split machen werden. Dies wurde dann 4 Jahre später (2006) auch mit der “Lauschangriff“-Split umgesetzt. 2009 ist Zingultus schließlich auch bei Endstille als Sänger und Frontmann eingestiegen.

Folk Black Metal (besonders im Bezug zum derzeitigen Pagan-Trend)

Ich finde das ziemlich grausam. Mir ist das zu hart. Die Musik birgt teilweise eine Harmonie und Fröhlichkeit in sich, die ich nicht zu ertragen vermag.
PS: Darüber hinaus habe ich oft den Eindruck, dass die Bands mit Musikern angefüllt werden, um interessanter zu wirken und aus meiner Sicht mangelnde Ideen zu kompensieren, aber der Sinn dahinter erschließt sich mir oft nicht ganz. Mehr Musiker bedeuten für mich nicht automatisch auch mehr musikalischen Inhalt. Wenn ich einen Musiker in der Band habe, der alle 2 Songs mal ´n paar Takte spielt, stellt sich mir die Frage nach Sinn oder Unsinn des Ganzen.

Graupel



Wir!

Heidentum

So lange man nicht auf die Idee kommt, modernen Pagan Metal zu machen, ist das eine sinnvolle Alternative zum Christentum

Into the Pandemonium

Sie ist nicht meine Lieblingsplatte von Celtic Frost. Sie enthält manch interessante Elemente und Einflüsse, aber im Allgemeinen ist sie für mich recht Gothic-lastig und nicht wirklich spektakulär.

J.R.R. Tolkien

Britischer Schriftsteller, der durchaus mehr geschrieben hat als den Hobbit und den Herrn der Ringe. Ich muss aber gestehen, da ich kein Bücherwurm bin, bin ich mit den weiteren Werken nicht vertraut.

Keyboard

Uiuiui, ganz schwieriges Thema. Damals ging das ja gar nicht, jeder der das Wort nur erwähnt hätte, wäre sofort gefeuert worden. Aber man wird ja älter und damit manchmal auch ein bisschen reifer. Deswegen haben wir uns auf „Am Pranger...“ gedacht: Wir müssen auch mal ein paar Prinzipien über Bord werfen, sonst wird das Schiff zu schwer. Deswegen gibt’s auf der neuen Scheibe erstmalig Keyboard Klänge bei „Schwarze Feder“. Aber keine Bange, übertreiben werden wir es damit sicherlich nicht.

Liveauftritte (pure Magie oder notwendiges Übel? Oder doch lieber die Darkthrone-Mentalität und gar nicht erst spielen?)

Naja, manchmal das eine, oder das andere, meist aber irgendwo dazwischen. Liveauftritte machen Spass und jeder der behauptet, sich nicht etwas gebauchpinselt zu fühlen, wenn ein Publikum auf das abfährt, daß man geschaffen hat, der ist entweder blind, taub oder gefühlskalt... oder auch alles zusammen. Für uns ist wichtig, dass wir eine Liveperformance so umsetzen, wie wir uns das denken und nicht wie es das Publikum gerne hätte. Songs schreiben funktioniert übrigens unter den gleichen Gesichtspunkten.
Aber Liveauftritte haben einen Nachteil: Sie verbrauchen viele Ressourcen, Zeit und Geld. Diese stehen an anderer Stelle nicht zu Verfügung. Wenn wir eh nur wenig proben konnten und uns auf Liveauftritte vorbereiten mussten, konnten wir nicht kreativ sein. Umgekehrt ist manchmal einfach kein Platz für Konzerte. Alles hat sein Pro & Contra. Missen möchte ich aber keines von Beiden, aber daher meine Aussage: Irgendwo dazwischen.

Mayhem

Mayhem haben mich damals sehr beeindruckt. Leider war mit der „Wolf´s s Lair Abyss“ dann auch Schluss. Die „Grand Declaration...“ hatte ich mehr mit Humor genommen und mich aber auch selbst schützend nicht mehr weiter mit Mayhem beschäftigt. Leider musste ich diesbezüglich kürzlich feststellen, dass ich Sie mittlerweile live äusserst uninteressant finde. Mayhem ist in meinen Augen mittlerweile leider nur ein Schatten Ihres einstigen Schaffens.

Nagelfar

Zum einen verbindet mich persönlich zu Nagelfar ein musikalisches Interesse. Meine Lieblingsplatte ist nach wie vor und für alle Zeit die „Srontgorrth“. Darüber hinaus besteht eine tiefe menschliche Verbundenheit zu den Menschen, die sich bis heute weiter trägt, sowie viele schöne Anekdoten, die ich damals als Sessionbassist während den Proben, den Konzerten, den Abenden danach und den darauf folgenden Morgen, sowie den oftmals sehr unterhaltsamen Zugfahrten bei den Gigs erleben durfte. Ich persönlich bedauere, dass es Nagelfar nicht mehr gibt, finde es aber umso besser, dass es sie nicht wieder gibt! Manch andere Band hätte sich ein Beispiel daran nehmen können und nach einer Auflösung einfach mal aufgelöst bleiben sollen.

Opus Nocturne

Killer Platte, super Atmosphäre, eigentlich gleichwertig für mich mit „Those of the Unlight“, aktuell gefällt mir die „Those...“ allerdings besser.

Post Black Metal

Im Allgemeinen weniger interessant. Die Bands, die mittlerweile in dem Sub-Genre unterwegs sind, habe ich irgendwann aufgehört zu hören.

Quorthon

Idol, Inspiration, Verlust

Requies Filii (einer der besten BM-Songs aller Zeiten übrigens!)

Danke, für uns ist er ein intensiver Song zu einer intensiven Zeit. Allerdings möchte niemand wieder eine derartige Situation erleben, um solch eine Motivation zu spüren. Für manche war es hart, für Manchen auch viel härter. Niemand sollte sein eigenes Kind überleben. Diesen Wunsch hegen wir an uns und an jeden Leser.

Satanismus

Im Allgemeinen denke ich, dass der Satanismus im BM mehr kokettierenter als ideologischer Natur ist und er wird häufig auch mit heidnischen Elementen gekreuzt. Es gibt Ausnahmen, aber diese sind in meinen Augen nicht die Regel. Beides hat eine Berechtigung. Des Satanismus im BM hat mehr einen wirkungsvollen Vordergrund als einen theologischen Hintergrund. Ich finde das aber völlig in Ordnung. Ich selbst bin kein Satanist, aber ich mag den okkulten Charme des Ganzen.
Für mich gibt es aber eine klare Grenze! Diese ist aber nicht theologischer Natur, sondern wird für mich dort überschritten, wo es peinlich wird. Damit wird dem Ganzen das genommen, was ich daran so schätze.

Trueness

Ich betrachte den Begriff zunächst mal für Metal allgemein, da dieser Begriff „uns“ von den „anderen“ abgrenzen soll. Irgendwie (und das finde ich nach wie vor richtig) ist es eine Form der Lebenseinstellung, der Individualität und symbolisiert gleichzeitig eine Gruppenzugehörigkeit. Im BM empfinde ich das Ganze als deutlich verschärfter, da die Grenzen bei dem was als authentisch gilt und was nicht weitaus enger gefasst wurden. Leider wurde das dann oft so true, daß es peinlich wurde (siehe Satanismus). Auch wenn es oft von innen übertrieben nach außen gekehrt und von außen hinein übertrieben ausgelegt wird, finde ich es wichtig, sich nach außen etwas abzugrenzen (individuell) und nach innen zu vereinen (gemeinschaftlich). Allerdings hat sich dieser Begriff reichlich abgenutzt.

Unblack Metal

Kann ich irgendwie nicht viel mit anfangen. Gibt mir halt nix. Musikalisch teilweise nicht uninteressant, wie z.B. Horde und Paramaecium, aber irgendwie fehlt mir da die Bosheit ;-)

Ván Records

Es ist ja nicht so, als wäre die Zusammenarbeit mit Sveinn neu. Man kennt sich ja schon aus Jugendzeiten, also seit vielen, vielen Jahren. Der Zeitpunkt zu Ván zu gehen, war glaube ich reif und so werden wir sehen, was die Zukunft bringt. Ich bin da allerdings unbesorgt. Wenn wir unseren Job genau so gut machen wie Sveinn, kann da nichts schief gehen.

Winterlandschaft

Die kann ich mir stundenlang anschauen und mich ebenso lange darin aufhalten, vom Sonnenaufgang über den Untergang bis zum erneuten Aufgang.

X und Y: Die schenke ich euch. Da fällt mir nix zu ein. Wenn ihr eine Idee habt, könnt ihr natürlich gerne ergänzen ;)

Wenn dir schon nix Sinnvolles mehr einfällt... ;-)

Zingultus

Sänger von Graupel, Endstille, Graven, Nagelfar…

Zum Abschluss noch ein paar Fragen zu deinen Hörgewohnheiten:

Was sind deine Alltime Top-5 Alben?


-Immortal - Pure Holocaust
-Bathory - Blood, Fire, Death
-Satyricon - Dark Medieval Times
-Dark Throne - A Blaze in the northern Sky
-Marduk - Those of the Unlight

Was sind deine derzeitigen Black Metal Top-3?

Neue Sachen sind bei mir Triptykon - “Eparistera Daimones” und Keep of Kalessin - “Reptilian”, ansonsten höre ich aktuell gerne wieder Emperor - “Anthems to the Welkin at Dusk”.

Nenne bitte noch 2 oder 3 "Nicht-Metal"-Scheiben, die du guten Gewissens weiterempfehlen kannst.

Von meiner Seite aus bin ich aktuell großer Fan von Karl Sanders - “Saurian Meditations“.



Vielen Dank, dass du dir die Zeit für die Beantwortung meiner "Fragen" genommen hast!

Dieses Interview wurde von Metalrocky verfasst!
geführt am 09.02.2011   von Toby
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musikalischer Background des Verfassers
Death Metal (vor allem Brutal), Black Metal, (Gore)Grind(core), Crust
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2. Drudkh "Eternal Turn Of The Wheel"
3. Coldworker "The Doomsayer's Call"
4. Nasum "Helvete"
5. Nasum "Shift"
6. Coilguns "Stadia Rods"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Dornenreich "In Luft Geritzt"
2. Eisregen "Krebskolonie, Farbenfinsternis"
3. Tool "10.000 Days"
4. Transilvanian Beat Club "alles"
5. Arckanum "Fran Marder"
6. Arckanum "Kostogher"

[ Seit dem 09.02.11 wurde der Artikel 6525 mal gelesen ]
 
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