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Iron Pages Verlag "Die Metal-leseraten!"
Nach einigen Reviews über die Metal/Rock-Bücher aus dem Verlagshaus Iron Pages, war es endlich an der Zeit den Macher und Eigentümer Matthias Mader zu interviewen. Schließlich kann der Verlag bereits auf einige Jahre der Mitwirkung für und in der Szene zurückblicken! Aber lest am besten selbst, was Matthias mir per Mail so zu sagen hatte…
Weitere Infos zu Iron Pages Verlag:
REVIEWS:
Iron Pages Verlag
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INTERVIEWS:
Iron Pages Verlag - Die Metal-leseraten!

Iron Pages ist aus der Metalszene (eigentlich) nicht wegzudenken und dies wohlgemerkt (auch) als Bücher-Verlag! Ihr seid schon ziemlich lange dabei und ihr schafft es immer wieder sehr interessante Themen zu bedienen. Erzähl doch mal, wie und wann alles so bei euch angefangen hat?! Wie kam es dazu Bücher für die Rocker- und Metalgemeinde zu vertreiben?
Also, wie viele vielleicht wissen werden, haben wir 1986 das Heavy-Metal-Fanzine Iron Pages gegründet. Dies erschien bis 2000. 1995 kam unser erstes Buch heraus, nämlich "N.W.O.B.H.M. - The Glory Days". Wir hatten schon im Iron Pages immer Stories von vergessenen Bands, doch der Raum im Printmagazin reichte einfach niemals dafür aus. Deswegen das Werk über die New Wave Of British Heavy Metal. Das Buch ist damals sehr gut aufgenommen worden, so dass weitere Enzyklopädien folgten, u.a. über US Metal (1-3) und German Metal. Im Jahre 2000 wurde dann das Printmagazin eingestellt, weil wir vorher auf kostenlose Verteilung umgestellt hatten und dann die Anzeigenkunden wegblieben. Seitdem publizieren wir Rock- und Metal-Bücher. Die Website http://www.iron-pages.de läuft eigentlich nur nebenher. Da tut sich nicht viel, ausser ein paar Reviews und Interviews.




Welches Firmenkonzept verfolg iverfolgst Du?! Das soll heißen, wie geht ihr an die Sachen ran, um bestimmte Autoren/Themenfelder und somit die Rechte an den Büchern zu erwerben, um sie eben den Leuten, Fans näher zu bringen?! Oder wie findet ihr die geeigneten Autoren, mit denen ihr dann zusammenarbeietn wollt?
Nun, angefangen haben wir, speziell ich, indem wir uns eigene Themen erarbeitet haben, die erwähnten Enzyklopädien aber auch Fanbücher über Iron Maiden, Motörhead und Judas Priest. Dazu kam ebenfalls aus meiner Feder noch "New York City Hardcore" und "This Is Boston Not New York". Später sind wir dann dazu übergegangen, englischsprachige Bücher zu lizensieren, weil das in Deutschland Mitte der 1990er Jahre kaum jemand gemacht hat. Da gab es Bedarf von Seiten der Fans, die nicht so gut englisch konnten, aber die großen Verlage haben sich nicht darum gekümmert. Da sind wir dann in dieses Vakuum gestoßen. Mittlerweile sind aber auch viele Mainstream-Verlage auf diesen Zug gesprungen (u.a. Heyne, Hannibal und Schwarzkopf und Schwarzkopf), so dass um jeden halbwegs lukrativen Titel mittlerweile ein Bieterkrieg entbrennt, wo dann am Ende meistens das Großkapital siegt.

Auf welche Genres habt ihr euch spezialisiert und warum? Früher, am Anfang von IP Verlag gab es bestimmt eine andere Firmenzielvorgabe bzw. Themenauswahl als heute oder täusche ich mich, schließlich gibt es nun bei euch auch Bücher über Tony Curtis, James Bond, die Comedy-Sparte als auch Sportgenre -also nicht ausschließlich harte Noten-?!
Ganz klar: die Rocksparte ist unser Kerngeschäft, da gibt es kein Vertun. Alles andere sind eher Versuche. Noch dazu Versuche, die zum Scheitern verurteilt sind. Da gibt es das Imprint "Edition Celebreties", der Name erklärt eigentlich schon das Konzept. Hier sind Autobiographien von Roger Moore und Tony Curtis erschienen, die mit hohem finanziellen Aufwand entstanden sind, ihr Geld aber nicht einmal ansatzweise wieder eingespielt haben. Die Comedy-Sachen sind allesamt von Till Burgwächter, der eben bei uns publizieren wollte. Die Sportsachen sind einerseits auf den EHC Dynamo/Eisbären bezogen, weil ich das Team seit 1990 supporte und wir auch das Fanzine "Der Eis-Dynamo" publizieren. Die andere Schiene sind die KSC-Fanbücher von Frank Göhringer. Ich kann nicht behaupten, KSC-Supporter zu sein, aber Frank ist ein alter Kumpel, der früher das Metal-Fanzine "Mortal Sin" geschrieben hat. Daher die Connection.
Tja, support ist alles, klar!

Wie kommen eure Bücher allgemein bei den Fans und Szene (Medien/Presse/Reviews) an?! Welches Resümee könntest Du ziehen, bezog auf das Jahr 2010 bzw. bis zum Jahr 2010 im Namen von Iron Pages?!
'You win some, you lose some' lautet ein gutes englisches Sprichwort. Die meisten Sachen kommen in der Fachpresse schon sehr gut an. Da ist mir besonders die Meinung von Leuten wichtig, die wirklich Anhnung von der Materie haben, also z.B. Götz Kühnemund, Holger Stratmann, Jenny Rönnebeck, Jan Jaedike oder Michael Rensen. Auf Mainstream-Kritiken gebe ich nicht allzuviel, da dort entweder nur unser Info abgeschrieben wird (besonders bei Internet-Medien) oder jemand seine eigene Meinung transportiert. Die Reaktion der Fans ist absolut spezifisch, d.h. ein Maiden-Fan kauft sich kein Priest-Buch und ein Motörhead-Fan kein Maiden-Buch. Und dann wollen sehr viele Die-Hard-Fans in einem Buch wirklich nur lesen, wie geil ihre Lieblingsband ist. Das finde ich armselig. Wenn dann das Weihnachtsalbum von Rob Halford kritisiert wird, fassen viele das bereits als Nestebeschmutzung auf. Damit lernt man umzugehen. Als Resümee fällt mir nur ein, dass es zunhemend schwieriger wird, Themen zu finden, die sich auch adäquat verkaufen. Da muss man tatsächlich ein Händchen für den richtigen Titel haben und darf sich nicht ausschließlich vom eigenen Geschmack leiten lassen. Das wäre auf lange Sicht tödlich!



Welche(s) Buch/Bücher gelten bei euch als Verkaufscharts, welches Genre wird am meisten angefragt - zu wievieleter Auflage hat es geschafft? Und welches Buch gilt eher als Ladenhüter, aus welchen Gründen auch immer?
Ein klares Bild: Am besten bei uns verkauft hat sich Matthias "Gonzo" Röhr, aber allein deswegen, weil die Böhsen Onkelz eben eine der wenigen Bands in Deutschland sind, die wirklich Platten verkauft haben. Danach folgt Lemmy mit "White Line Fever", das hat auch bei uns drei Auflagen durchlaufen und ist dann zu Heyne gewandert, die natürlich einen viel besseren Vertrieb haben. Es gab in den letzten 20 Jahren im Buchbereich eigentlich nur zwei Metal-Besteseller: "White Line Fever" und die erste Mötley-Crüe-Bio. Ladenhüter gibt es einige, die kann ich hier gar nicht alle aufzählen. Davon sind einige für mich immer noch recht unerklärlich. "Die Chemie von Rush" beispielsweise. Die Anhänger der Band haben den Ruf, intellektuell veranlagt zu sein, aber von dem Buch sind nicht einmal 1.000 Stück über die Theke gegangen. Das verwirrt mich immer noch!

Wie stark kommt euch das Internet (inkl. Ipad, MySpace, etc.) für die Arbeit an euren Sachen entgegen, bzw. wie hat sich das für euch verändert, seit Gründung des Verlags? Zumal Internet und Buch immer so eine Sache sind:-)?!
Oha, das ist ein sensibles Thema. Ich bin da sehr technologiekritisch und kann den Hype um myspace, facebook, twitter etc. nicht nachvollziehen. Als Rechercheinstrument ist das Internet bedingt tauglich, doch man muss den Quellen gegenüber immer kritisch sein. Vieles ist schlichtweg falsch und das meiste redundant. Klar kommt man so schneller mit Autoren und Verlagen in Kontakt aber recherchieren sollte man als guter Autor immer noch anhand von Primärquellen. Gedruckte Bücher werden niemals verschwinden (ebenso wie das Vinyl), weil kein technologisches Kunstprodukt wie das ipad, oder was die Großindustrie sonst gerade so verkaufen muss, um nicht einzuknicken, das haptische Erlebnis des Bücherlesens reproduzieren kann.

In letzter Zeit -und dies ja seit ein paar Jahren schon- kann man sich als Fan harter Musikart ja nicht beschweren, wenn man interessante Bücher seiner "Idole" bzw. des Musikgenres lesen möchte. Ob nun Ozzy, Slash, Robert Plant oder reine Coverdesign-, Logo-Bücher usw. ist so einiges passiert. Und dies auch bei den ganz großen Verlagshäusern wie schon von Dir angesprochen u.a. Heyne, Schwarzkopf usw., die normalerweise nur die üblichen "Verkaufscharts" unter Vertrag nehmen?! Spürt ihr (als Verlag) diese "Welle" der vielen Rock/Metal-Autobiografien; wie stehst Du zu diesem "Trend", wenn man das so bezeichnen kann?




Ja, das schließt an die Frage weiter oben an. Den Alleinstellungsanspruch auf Metal-Bücher, den wir Mitte bis Ende der 1990er Jahre gehabt haben, der existiert nicht mehr! Mittlerweile ist die Konkurrenz groß und wir stehen mit unseren bescheidenen finanziellen Mittel weit hinten an. Ein Buch wie die Ozzy-Autobiogrpahie wird uns dann erst gar nicht angeboten, weil schon ein Konkurrent einen Vorschußbetrag gezahlt hat, den wir niemals hätten halten können. Und auch die Schwemme an Titeln macht es nicht leichter, Käufer zu binden. Die Verkaufszahlen pro Titel sinken dadurch natürlich, wenn man zwischen Slash, Ozzy, Lemmy und Dave Mustaine wählen muss. Alle vier Bücher kaufen sich dann die wenigsten. Dann wird das gekauft, was am meisten gehypt wird...

Welche Themen bzw. Bücher aus eurem Sortiment zählen zu Deinen persönlichen Favoriten und warum?
Da kann es nur eine einzige Antwort geben: "The N.W.O.B.H.M. Encyclopedia" von Malc Macmillan. 800 Seiten geballte Information von einem wahren Kenner und begnadeten Autoren. So ein Buch schreibt man nur einmal in seinem Leben - es ist das Lebenswerk von Malc! Jede Rockenzyklopädie muss sich seitdem an diesem Werk messen lassen und zumindest im Metal-Bereich hat das noch niemand getoppt! Höchstens im Punkbereich mit "Scheibenkleister" oder dem monumentalen Singles-Buch aus Italien.

Und welches Buch würdest Du aus heutiger Sicht vielleicht eher nicht in dieser Art und Weise veröffentlichen?
Ich denke, dass der Versuch mit der Edition Celebreties falsch war. Das ist zu mainstreamig und von dieser Materie haben wir einfach keine Ahnung. Bücher über die Spice Girls, Bud Spencer oder Dieter Bohlen sollten dann doch lieber andere Verlage herausbringen. Da muss man eher seinem Herzen folgen, denn ich bin der Meinung, dass man im Leben nur mit etwas Erfolg hat, hinter dem man auch zu 100% stehen kann. Und da sehe ich uns eher im Metal-Bereich positioniert!





Welche aktuellen Bücher aus dem IP-Verlag kannst Du den Fans besonders ans Herz legen und warum? Des Weiteren: welche Bücher liest Du sonst am liebsten?
Okay, das Buch über Cliff Burton ist recht gut ( "Leben und Tob einer Legende"). Was wäre aus Metallica geworden, wäre Cliff nicht gestorben, das ist eine äußerst interessante Frage! Und dann natürlich die Autobiographie von Dave
Mustaine und da besonders die frühen Tage bei Metallica. Aber auch sein Umgang mit der Drogensucht und sein Verhältnis zu Gott. Insgesamt ergibt das eine wirklich interessante Lebensgeschichte. Ich lese in der Tat fast ausschhließlich Rock- und Fußball-Bücher und habe da eine Sammlung von einigen Tausend Exemplaren! Wenn nicht, dann gibt es ein paar moderne Fiction-Autoren, die ich mag, aber nicht sehr viele: Bill Bryson, Nick Hornby, Hanif Kureishi, Irvine Welsh.


Und wie steht es bei Dir mit Musik? Was ist da so für Dich der derzeit besondere Reiz und welche Alben gehören zu den Alltime-Faves?
Grundsätzlich höre und sammle ich vor allem New Wave Of British Heavy Metal, je obskurer, desto besser. Also eher eine Single von Iona als die neue Iron Maiden (obwohl ich Iron Maiden mit Paul Di'Anno natürlich auch sehr schätze). Bis vor kurzem habe ich immer die Meinung vertreten, dass es nach 1989 keine neue Band mehr gegeben hat, die wirklich meine persönliche Musikwelt verändert/bereichert hat. Dies muss ich aktuell ein wenig revidieren, da es ein paar wenige neue Bands gibt, die doch ganz speziell sind und das Zeug zu Größerem haben: Portrait und In Solitude würden mir da einfallen. Mit Abstrichen auch Ram. Aber mit Bands wie Bullet kann ich nach wie vor nichts anfangen. Da kopiert jemand den Sound von AC/DC und gleichzeitig den Namen einer alten deutschen Metal-Band, die 1982 schon den Sound von AC/DC kopiert hat. Das schreit doch zum Himmel!

Auf welche kommenden Themen (Bücher) dürfen wir uns besonders freuen und sollten unser Augenmerk richten (vielleicht auch nicht ausschließlich auch dem IP Sortiment)?
Nun, ich freue mich auf jeden Fall auf die Autobiografie von Ronnie James Dio. Ob die beim I.P. Verlag erscheinen wird, das steht noch in den Sternen. Wendy Dio treibt gerade den Preis für den Vorschuß in die Höhe und dann steigt die Wahrschienlichkeit, dass das Thema bei einem zahlungskräftigeren Verlag landen wird. Auf Tony Iommi bin ich auch sehr gespannt, ebenso Ace Frehley und Peter Criss.

...viel Erfolg wünsche ich euch für die Zukunft und auf weiterhin gute Bücher aus eurem Haus!





Alles Weitere zum Verlag direkt hier @ http://www.ip-verlag.de


geführt am 25.05.2011   von Arturek
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[ Seit dem 25.05.11 wurde der Artikel 6767 mal gelesen ]
 
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