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Schattenwelt "Aspekte Der Dunkelheit"
Dieses Interview hat Metalrocky geführt!!! Karge Welten veröffentlichte in letzter Zeit einige schwarzmetallische Perlen, die mich wirklich begeistern konnten. Besonders ist mir dabei das Duo Schattenwelt im Gedächtnis geblieben. Sie spielen clichéfreien Black Metal und verbreiten diesen in Form von thematisch getrennten EPs. Getreu meinem Motto „Support the Underground!“ war es natürlich Ehrensache, diesem interessanten Projekt ein paar Fragen zu übermitteln. Diese beantwortete mir freundlichweise Mastermind D.C.P.
Weitere Infos zu Schattenwelt:
REVIEWS:
Schattenwelt Winter
INTERVIEWS:
Schattenwelt - Aspekte Der Dunkelheit

Erstmal Glückwunsch zu deiner großartigen aktuellen EP. "Meer" stellt eine klare Steigerung zu deinem (auch schon gutem) Debüt "Auszüge der Nacht" dar. Das Songwriting fällt noch ausgefeilter aus, die Vocals (welche mich auf "Auszüge..." nicht ganz überzeugen konnten) haben sich enorm verbessert und auch die Atmosphäre wirkt wesentlich intensiver. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?
Was genau ist Zufriedenheit? Das liegt natürlich in der Subjektivität der Empfindung. Lass es mich mal so ausdrücken: Abwesenheit von Unzufriedenheit besteht in Bezug zur letzten EP für mich nicht wirklich. Dies bezieht sich implizit auf den Sound der EP. Abgesehen davon bin ich mit der musikalischen Entwicklung und dem Ergebnis durchaus zufrieden.

Von der musikalischen Seite her, lässt sich durchaus ein Wandel feststellen: "Meer" fällt wesentlich ruhiger und nachdenklicher, aber auch experimenteller als sein Vorgänger aus. Handelt es sich dabei um eine bewusste/gewünschte Entwicklung oder hat sich das "einfach" ergeben?
Das ist natürlich eine bewusste und gewollte Entwicklung. Ruhe ist unter anderem eine Eigenschaft des Meeres, die wir versuchten mit der Musik zum Ausdruck zu bringen. Außerdem ging es uns darum, den Zuhörer zum Nachdenken zu animieren. Die See ist geheimnisvoll. Viele Mysterien ranken sich um sie. Diese versuchten wir zu vertonen und waren aus unserer Sicht erfolgreich. Natürlich birgt die See noch weitaus mehr Geheimnisse, aber die Zeit genügt nicht, um alles musikalisch umzusetzen.

Könnte diese Entwicklung auch an der Unterstützung von einem gewissen "Scheusal" liegen? Zu welchem Teil konnte sich Scheusal auf "Meer" einbringen und wie kam der Kontakt zustande? Wirkt die Person hinter dem Pseudonym auch in anderen Bands/Projekten mit? Informationen hierzu sind leider rar gesät...
Scheusal und mich verbindet eine lange Freundschaft. Er ist ein Musiker, den ich sowohl musikalisch wie auch menschlich sehr schätze. Genau diese Wertschätzung machte eine Zusammenarbeit für dieses Projekt erst möglich. Unser musikalischer Geschmack liegt auf einer Wellenlänge. Scheusal kann jedes Instrument spielen, was für die Weiterentwicklung von "Schattenwelt" sehr nützlich war. Die synthetischen Klänge wie auch einige gesangliche Passagen übernahm er und setzte meine bzw. unsere Ideen präzise um.






Irgendwie fällt es mir schwer, die musikalischen Einflüsse von Schattenwelt herauszufiltern. Gibt es Bands, die sich direkt oder indirekt auf das Schaffen deines Projektes auswirken?
Bands gibt es in diesem Kontext sicherlich viele, aber keine spezielle, die für eine direkte und bewusste Beeinflussung des musikalischen und konzeptionellen Schaffens unseres Projektes verantwortlich zu machen wäre. Wir versuchen „Schattenwelt“ so eigenständig und speziell wie möglich zu halten, jedoch ist dies bei einer solchen Überflutung von Musik auf dem Markt leider nicht immer ganz einfach und möglich. Irgendwo findet man immer ein Detail, was einer anderen Band ähnelt, aber in der Umsetzung der Musik liegt aus meiner Sicht die Kunst.

Kommen wir nun auf die Lyrics zu sprechen. Alle Texte wurden in unserer Heimatsprache verfasst. Wie wichtig war es dir, die deutsche Sprache zu verwenden und welche Vorteile ergeben sich daraus? Bei deiner anderen Band Mystérion wird ja hingegen in Englisch "gesungen".
Es ist uns wichtig, die Texte in unserer Heimatsprache, der „deutschen Sprache“ zu verfassen. Wir sind der Ansicht, dass nur diese Sprache zur Musik von Schattenwelt passt und sie exakt das ausdrücken kann, was wir dem Zuhörer vermitteln wollen. Sie ist als ein wichtiges künstlerisches Mittel zur Perfektion des Gesamtwerkes zu betrachten.

Soweit ich weis, wurden die EPs als Trilogie angelegt. Folgt diese einem bestimmten Konzept und wenn ja, wie sieht dieses aus?
Natürlich folgen sie einem bestimmten Konzept. Jede EP steht für ein bestimmtes Interessengebiet, welches wir vertonen wollten. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass jedes Thema ein riesiges Mysterium, jeweils mit Aspekten der Dunkelheit darstellt. Man kann seinen Gedanken freien Lauf lassen und sich mit Hilfe der Musik ein eigenes Bild zu den jeweiligen Themen machen.

Kannst du uns vielleicht schon verraten, in welche Richtung der abschließende Teil gehen wird?
Der abschließende Teil wird sich mit dem Thema "Winter" beschäftigen. Er wird weitaus komplexer, experimenteller, aber dennoch geradliniger ausfallen als seine Vorgänger. Es wird diesmal unter anderem auch wieder einen Instrumentaltitel geben. Ihr könnt gespannt sein. Wir haben unsere persönliche Messlatte diesmal sehr HOCH gesetzt. Die EP ist soweit fertig aufgenommen und gemixt. Titel wie "Winterherz", "Erstarrt", "Gletscher" und "Schattenfresser" werden darauf zu hören sein. Wir werden sicherlich in Kürze schon einmal einen Rough-mix auf unserer Myspace und Facebook Seite präsentieren.

Als nächstes eine vielleicht recht triviale, aber nicht ganz unberechtigte Frage: Warum sind die beiden Scheiben eigentlich unterschiedlich limitiert (Nr.1 auf 100 und Nr.2 auf 72), wenn sie doch eigentlich eine Einheit bilden?
Dies ist eine sehr gute Frage! „Schattenwelt“ ist in diesem Punkt auch wieder sehr speziell und vor allem unvorhersehbar...haha! Wir haben mit Absicht eine unterschiedliche Limitierung gewählt. Unter anderem passt „Schattenwelt“ so in kein normales Schema. Mal sehen auf wie viele Einheiten die letzte EP limitiert wird. Die Zahlen sind auf jeden Fall mit Bedacht gewählt.

Die optische Gestaltung der EPs fällt mit dem speziellen Digipack von "Auszüge..." und dem Digisleeve von "Meer" individuell und recht ungewöhnlich aus. Kam die Idee von dir oder hattest du dies dem Label überlassen? Wie wichtig ist dir generell die Gestaltung eines Tonträgers?
Die Ideen zur Gestaltung kamen grundlegend von mir, wobei die Umsetzbarkeit immer mit dem Label abgesprochen wurde. Die Gestaltung der EP´s war uns sehr wichtig, weshalb das Layout auch von Thorstein umgesetzt wurde. Prinzipiell spielt die Aufmachung eines Tonträgers für mich eine große Rolle, weil die optische Wahrnehmung ein sehr wichtiges Kriterium ist. Optisch soll aus meiner Sicht alles zu der musikalischen Idee passen und dementsprechend umgesetzt werden.

Wo wir vorhin beim Thema deutsche Sprache waren: Mich würde mal deine Meinung zur heimischen Black Metal-Szene interessieren. Viele behaupten ja, dass seit dem "Ableben" von Bands wie Nagelfar oder Nocte Obducta und den langen Pausen von Lunar Aurora oder Grabnebelfürsten hierzulande die Luft in Sachen Kreativität raus wäre...
Das hängt wieder von subjektiven Vorlieben ab. Ich persönlich möchte mich diesbezüglich nicht äußern. Musikalische Inspiration kann man auch anderswo bekommen, was nicht immer mit der Musik zu tun haben muss, die man selbst macht. Man muss aber sagen, dass nichtsdestoweniger andere sehr gute deutschsprachige Bands existieren. Ich möchte keine Band/s besonders hervorheben und sie hier namentlich erwähnen.






An dieser Stelle würden mich auch mal deine allgemeinen Hörgewohnheiten interessieren. Welche Bands waren deine "Einstiegsdroge" zur Metalmusik, wie bist du dann speziell zum Black Metal gekommen? Welche Alben haben dich am meisten fasziniert/geprägt und welche Nicht-Metal-Künstler können dich auch ohne Riffs begeistern?
Ich kam recht früh zur Metalmusik. Meine Einstiegsdrogen waren Iron Maiden, Judas Priest, Metallica und Venom, aber ganz besonders Iron Maiden. Es war im Jahr 1985. Ein guter Freund und ich bekamen von einem Bekannten das "Life After Death" Album von Iron Maiden auf 2 Kassetten überspielt. Jeder von uns bekam eine der beiden Kassetten und wir tauschten diese regelmäßig (nach ca. einer Woche) aus. Dieses Procedere behielten wir für ca. ein halbes Jahr bei. Ich liebte dieses Album. Es lief bei mir im wahrsten Sinne des Wortes hoch und runter. Zum Black Metal kam ich durch Band´s wie Mayhem, Burzum, Dimmu Borgir, Satyricon und nicht zu vergessen Darkthrone. Ich werde auch nur ein paar Alben aufzählen die mich faszinierten, da es sonst den Rahmen sprengen würde. Dimmu Borgir "For All Tid", Darkthrone "A Blaze in the Northern Sky", Satyricon "Nemesis Divina" und ebenso die Burzum- Alben bis einschließlich "Filosofem". Außerdem mag ich klassische Musik und lasse mich gern von ihr inspirieren. Die größte Inspirationsquelle für unsere Musik ist aber die Natur. Für die "Winter"- EP sind wir zum Beispiel oft nachts in den Wald gefahren, um Inspiration zu finden.

Stehst du eigentlich mit anderen Bands in Kontakt? Wenn ja frage ich mich, ob du Schattenwelt eher im Underground verwurzelt siehst oder von diesem Begriff lieber Abstand hältst. Schließlich lassen sich die üblichen Szenevorschriften weder auf die Texte, noch auf die (teils recht progressive) Musik anwenden.

Ich als Person stehe schon mit anderen Bands in Kontakt. Das hat aber nichts mit meinem musikalischen Projekt zu tun. „Schattenwelt“ wird sich niemals an „Szenevorschriften“ oder Richtlinien halten. Das Projekt dient ganz allein unserer musikalischen Verwirklichung. Anfangs war nicht einmal klar ob ich die Musik je veröffentlichen werde. Was aus „Schattenwelt“ wird, ergibt sich im Laufe der Zeit. Ob wir die Musik nach der EP- Trilogie weiterhin veröffentlichen ist zum momentanen Zeitpunkt noch nicht klar. Produktiv werden wir diesbezüglich aber in jedem Fall bleiben.

Zum Abschluss noch ein kleiner Blick in die Zukunft von Schattenwelt: Könntest du dir die Entwicklung zu einer "richtigen", vollbesetzten Band vorstellen?
Nein. „Schattenwelt“ wird keine vollbesetzte Band werden. Unser musikalischer und konzeptioneller Anspruch ist zu komplex, zu viele Köche verderben ja umgangssprachlich den Brei. Scheusal und ich sind perfekt aufeinander eingespielt. Da wäre es aus unserer Sicht keine positive Entwicklung für „Schattenwelt“ mit anderen Musikern zusammen zu arbeiten. Es ist gut so wie es ist. Wieso sollten wir das ändern? Wie ich schon erwähnte dient „Schattenwelt“ einzig und allein unserer musikalischen Verwirklichung.

Dem schließt sich natürlich die Frage nach eventuellen Liveauftritten an. Oder wird Schattenwelt weiterhin als reines Studioprojekt existieren?
Somit erübrigt sich diese Frage. „Schattenwelt“ wird auch zukünftig nur ein Studioprojekt bleiben. Wir möchten unsere Musik nicht unter Wert verkaufen, was bedeutet: Schattenwelt live so umzusetzen, wie es der Hörer vom Tonträger kennt, ist fast unmöglich. Und unter schlechten Live-Voraussetzungen wollen wir diese komplexe Musik nicht spielen. Unsere musikalischen Ansprüche sind dafür einfach zu hoch. Live wird man uns aber mit anderen Bands sehen können.

Falls du noch irgendwas an unsere Leser loswerden möchtest, ist dies der richtige Zeitpunkt dafür. Ich bedanke mich schon mal für deine Antworten und wünsche dir noch viel kreative Energie für den weiteren Werdegang deines Projektes.
Zu allererst möchten wir uns für das positive Feedback bedanken. Wir hoffen das Interesse in Bezug auf „Schattenwelt“ und die nächste EP bleibt bestehen. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet deine Fragen zu beantworten, ich hoffe ich konnte dir und den Lesern ein paar Einblicke in die Hintergründe von "Schattenwelt" bieten. Wir danken allen da draußen, die sich mit unserer Musik beschäftigen und sich durch sie inspiriert und berührt fühlen.

Wer nach diesem Interview Interesse an Schattenwelt bekommen hat, sollte sich schleunigst die fast vergriffene Debüt-EP „Auszüge“ der Nacht“ zulegen! Für das Zweitwerk „Meer“ ist es nämlich schon zu spät. Falls ihr die Band dennoch unterstützen wollt, könnt ihr sie aber noch in digitaler Form für schlanke 3 Euro über folgenden Link beziehen: http://schattenwelt.bandcamp.com/

Schattenwelt bei MySpace: http://www.myspace.com/schattenwelt666
Schattenwelt bei Facebook: http://listn.to/Schattenwelt (hier findet ihr übrigens schon einen Rough Mix zu „Gletcher“ von der kommenden EP)








Dieses Interview hat Metalrocky geführt!!!


geführt am 05.09.2011   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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[ Seit dem 05.09.11 wurde der Artikel 4286 mal gelesen ]
 
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