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Final Prayer "...über Verständliche Texte Und Eine Tätowierung"
Die Berliner Hardcore Band Final Prayer hat dieser Tage ihre EP "Berlin" unters Volk gebracht und mich als, sagen wir mal HC Meider, echt begeistern können. Grund genug die Jungs mal etwas ausführlicher zu Wort kommen zu lassen. Flo (Gitarre) tat mir also den Gefallen, nahm sich die Zeit und beantwortete mir für euch, meine Fragen. Aber lest selbst...
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Final Prayer Berlin
Final Prayer Berlin
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Final Prayer - ...über Verständliche Texte Und Eine Tätowierung

Moin moin Leute! Nachdem ich eure „Berlin“ EP besprechen durfte und, als jemand der bis jetzt mit Hardcore eigentlich nicht viel am Hut hatte, recht begeistert bin. Dachte ich, ich fühl euch mal etwas auf den „Zahn“.
Als erste würde ich euch bitten, eine kurze Vorstellung der Band zu geben. Da der Hardcore bei uns ja nicht gerade ein bevorzugtes Genre ist, werden euch sicher nicht allzu viele User unserer Seite kennen.


Hallo Thomas, erst einmal vielen Dank für das Interview und das gute Review unserer EP. Uns bedeutet es immer viel, wenn wir unsere Musik und unsere Ideen Leuten vorstellen dürfen, die uns bisher nicht kannten, besonders wenn es Genreübergreifend ist.
Ich fange einfach mal von vorne an: Wir sind Final Prayer aus Berlin und es gibt uns seit Anfang 2004. Wir hatten bis jetzt noch keine Lineupwechsel, worauf wir etwas stolz sind. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass wir die Band zu Beginn eher als Projekt neben unseren anderen Bands gesehen haben, wodurch wir uns unbeschwert finden konnten und frei von Erwartungen, Zeit zum Experimentieren hatten. Ein weiterer Grund ist sicherlich auch, dass es für Final Prayer nie einen geplanten Weg, oder ein bestimmtes Ziel gab was wir unbedingt erreichen mussten, sondern immer offen und Dankbar für jeden Schritt waren, den es vorwärts ging. Ich denke das war besonders in der Anfangsphase der Band sehr wichtig, da wir fünf Personen mit sehr verschiedenen Hintergründen waren, und immer noch sind, und somit erst einmal zueinander finden mussten.

Welche Musik bzw. welche Bands haben euch zum musizieren inspiriert bzw. inwieweit beeinflussen diese eure Musik?

Wie in der ersten Antwort beschrieben, haben wir innerhalb der Band sehr unterschiedliche Einflüsse. Zum einen ist da sicherlich der Hardcore der 80er und 90er Jahre, durch den die meisten in FP überhaupt zu dieser Musik gekommen sind. Für mich geht es da vor allem um den Geist der Szene der zu dieser Zeit allgegenwärtig war. Die Musik stand damals nicht unbedingt im Vordergrund, sondern vielmehr eine Haltung. Diese Ideen haben FP inhaltlich sehr stark geprägt, was man nicht nur in unseren Texten wieder finden kann, sondern wahrscheinlich auch in unserer Arbeitsweise.
Neben dem Hardcore war für uns allerdings immer auch Metal in seinen Variationen ein großer Einfluss. Wahrscheinlich hören wir im Van, auf dem Weg zu Konzerten, sogar meistens irgendein Metal-geföhne. Dies liegt zum einen daran, das Rainer (unser 6. Mann) der Meinung ist, dass man zu Metal einfach schneller fahren kann(ha das geht nicht nur Rainer so, Anm. d, Red.), zum anderen schätzen wir die Intensität dieser Musik sehr. Insgesamt sind wir also recht flexibel und hören alles zwischen Bob Dylan, Black Flag, Toto, Pantera und Immortal(sehr geil, da seid ihr also genauso offen in Sachen Musik wie ich, Anm. d. Red.).

Final Prayer bedeutet ja so viel wie Das letzte Gebet. Wie seid Ihr auf diesen Namen gekommen und hat es eine bestimmte Bewandtnis damit?

Hm, ich denke wir hatten damals eine Menge schlechte Namen zur Auswahl und Final Prayer ist es dann geworden, haha. Wichtig war für uns, dass es ein Name werden sollte, der knackig und einprägsam ist und die Intention der Band auf den Punkt bringt. Final Prayer ist weder religiös gemeint, noch tough, im Sinne von „Sprich dein letztes Gebet, Alter!“, sondern bezieht sich eher auf den Denkansatz der vor dem Ende steht. Die eigentliche Idee hierzu kam uns, als ein Kumpel mit seiner Band bei uns gepennt hat. Er hatte sich gerade Final Prayer auf die Hände tätowiert. Das war überzeugend.

Ihr habt es in euer Band Historie innerhalb von 7 Jahren bereits auf 7 Veröffentlichungen gebracht, davon zwei Longplayer und eine Best Of. Wo holt ihr euch Anregungen für eure Songs und wer zeichnet für das Songwriting verantwortlich?

Oh, vielen Dank! 7 Veröffentlichungen hört sich sehr gut an! So werde ich das demnächst auch ausdrücken. Um realistisch zu sein muss ich jedoch hinzufügen, dass zu den 7 Releases auch das Demo, zwei EPs und eine Kompilation gehört. Wir haben in jede Veröffentlichung unser Herz gelegt, allerdings macht es trotzdem einen Unterschied, ob man ein Album oder eine EP veröffentlicht.
Unser Songwriting hat sich über die Zeit sehr verändert. Früher haben Stephan oder ich oft Ideen beigesteuert, momentan liegt das hauptsächlich in Macs Händen. Zusammengebaut werden die Songs dann von allen gemeinsam im Proberaum. Da sind wir dann basisdemokratisch, was oftmals zur Folge hat das man sich wie in einem Diskutier-Club vorkommt.
Auch wenn sich das etwas abgedroschen anhört, denke ich, dass wir unsere Anregungen hauptsächlich aus dem schöpfen was uns Berlin bietet, sei es musikalisch oder inhaltlich. Man ist immer am Puls der Zeit, sei es durch die vielen Konzerte und Ausstellungen oder einfach durch den Kontakt mit aktuellen Themen wie Gentrifizierung, die man hautnah miterleben darf. Neben unserer Heimatstadt haben uns rückblickend allerdings auch unsere Shows und Touren mit anderen Bands stark beeinflusst. Neben der Tatsache dass wir hier sehr viele neue Freunde gefunden haben, konnten wir immer auch wichtige Erfahrungen sammeln.


Wenn ich mir „Berlin“ anhöre, dann bekomme ich direkt Lust auf mehr. Dient die EP als Appetizer auf ein kommendes Album oder ist Sie eher als Lückenfüller gedacht, damit ihr im Gespräch beleibt ;) ?

Auch ein Appetizer ist nur ein Häppchen bevor es richtig losgeht, insofern kannst du die EP gerne so bezeichnen. Einen Lückenfüller haben wir noch nie herausgebracht. Für uns war es wichtig, nach der langen Zeit seit unserem letzten Album „Filling The Void“, mal wieder ein Lebenszeichen von uns zu geben und zu zeigen was wir gerade machen und wo es mit dem kommenden Album hingehen wird. Da es bis zur Veröffentlichung des Albums sicher noch etwas dauern wird, ist eine EP hierfür super geeignet. da stimm ich mit dir überein, Anm. d. Red.

Das Ideal Cover „Berlin“ auf der EP gefällt mir persönlich richtig klasse und sogar besser als das Original. Wer hatte die Idee dieses Stück zu covern und warum gerade dieses?

Die Idee für diesen Song hatte Pascal, unser Drummer. Man könnte ihn wahrscheinlich als 80ies Nerd bezeichnen. Jedenfalls muss ich öfter Kopfhörer aufziehen wenn er die Hits von vor 30 Jahren aus der Anlage unseres Vans schmettert.
Die ursprüngliche Idee hatten wir jedoch schon länger. Sie ist auf einer der „Berlin Angst“ Touren entstanden, welche wir seit ein paar Jahren mit unseren Freunden von „War From A Harlots Mouth“ machen. Aufgrund der engen Beziehung beider Bands wollten wir gerne einen Song zusammen machen, da hat „Berlin“ von „Ideal“ einfach zu gut gepasst. Nach einer spontanen Studioaktion in der Spandauer Pferdeklinik und der tatkräftigen Unterstützung von Nico (WFAHM) und Bernd (Beatsteaks) haben wir den Song dann so aufnehmen können, dass er sich unverkennbar nach FP anhört, ohne jedoch seinen eigenen „Neue Deutsche Welle“ Charakter zu verlieren.

Wie ich ja bereits erwähnte, bin ich nicht so im HC Sektor zu Hause. Aber was ich bisher aus dieser Ecke gehört habe, war nie mit so viel Harmonie, Abwechslungsreichtum und Melodie versehen wie eure Songs. Legt ihr besonders viel Wert darauf, dass die Songs eingängig und damit für die Hörer leichter zugänglich sind? Oder ist das einfach ein Entstehungsprozess, der am Ende zu diesem Ergebnis führt?

Vielen Dank für das Lob. Ich bin mir zwar sicher, dass wir nicht die einzigen sind die dies machen, allerdings wollten wir nach unserem letzten Album, welches ich als relativ kompromisslos bezeichnen würde, versuchen unsere Musik etwas vielschichtiger zu gestalten, ohne dabei Intensität und Eingängigkeit zu verlieren. Wir haben versucht die Songs vielfältiger zu gestalten und dennoch eine klar erkennbare Struktur beizubehalten. Hierfür haben wir beispielsweise zu einem früheren Zeitpunkt im Songwritingprozess mit dem Gesang gearbeitet. Zusätzlich dazu sollten die Gitarren melodiöser werden, was einerseits mehr Tiefe im Song erzeugt, andererseits aber auch bestimmte Parts hervorhebt. Wenn ich mir die bisherige Resonanz auf die Songs anschaue, scheint es, als ob unsere Absichten auch wahrgenommen werden, worüber wir sehr froh sind.

Auch was die Vocals angeht, habe ich das Gefühl das bei euch die Texte viel verständlicher dargeboten werden als meist im HC Bereich üblich. Trotzdem sich Stefan die Seele aus dem Leib brüllt, bleiben die Texte gut verständlich. Wie wichtig sind euch die Texte, tragen diese eine Botschaft für die Hörer in sich oder lasst ihr Ihnen Platz für freie Interpretationen?

Ich denke nicht das dies eine spezielle Eigenschaft des Hardcores ist. Auch im Metal gibt es viele Bands die man nicht verstehen kann, oder verstehen soll. Vielleicht ist das teilweise auch besser so. Ich habe manchmal das Gefühl das bei vielen Bands die Stimme eher instrumental eingesetzt wird und es völlig egal ist was da gesungen wird, was ich sehr schade finde, da die Kombination aus Musik und passendem Inhalt auf mich eine wesentlich größere Wirkung hat, als wenn dort nur irgendwas geschrien wird.(sehe ich auch so, Anm. d. Red. Daran glauben wir auch innerhalb der Band und deshalb war es für uns schon immer wichtig, dass die Vocals nicht nur hart klingen, sondern auch gut verständlich sind.
Die Inhalte unserer Texte sind uns sehr wichtig, wobei wir immer versuchen einen Interpretationsspielraum zu lassen. Unsere eigene Meinung wird dabei zwar transportiert, steht meistens jedoch nicht im Vordergrund. Wir versuchen eher Themen zu beleuchten oder aus unserer Sicht darzustellen, ohne dabei vorgefertigte Meinungen oder gar Lösungen vorzugeben.

Die „Berlin“ EP wird es nur als digitalen Download und als 7“ Vinyl geben! Warum habt ihr euch für diese Art der VÖ entschieden? Als Vinyl Fan freut man sich natürlich über die 7“, aber macht eine CD, zumindest finanziell gesehen, nicht mehr Sinn? Fans die gern was in der Hand halten und keinen Plattenspieler besitzen, bleiben auch in gewisser Weise außen vor.

Finaziell gesehen macht das ganze wahrscheinlich für niemand Sinn, da gebe ich dir völlig recht. Für diesen Zweck hätte man mit Hardcore/Punk aber eh aufs falsche Pferd gesetzt. Wahrscheinlich kann man generell mit einer 3-Song EP keine Kohle machen. Allerdings geht es uns auch nicht darum. Natürlich will niemand am Ende einer solchen Sache drauflegen, aber für uns steht ganz klar der künstlerische Output im Vordergrund. Wir wollten einfach zeigen was wir zurzeit machen und freuen uns sehr darauf die Songs live zu spielen und gemeinsam mit den Kids zu singen.
Die anfängliche Idee war es übrigens, die EP nur auf 7“ rauszubringen. Erst Chris von Let It Burn brachte uns im Zusammenhang mit seinem Digitallabel Acuity.Music darauf gebracht, die Songs auch im download verfügbar zu machen. Wie wir am Anfang des Interviews festgestellt haben, sollte das ganze hauptsächlich ein Appetizer für das Album sein, welches es dann sicherlich auch auf CD geben wird.

Wie sehen eure Pläne für die nähere Zukunft aus? Wo kann man euch live bestaunen und wann dürfen die Fans mit `nem neuen Album rechnen? Auf welches ich natürlich auch gespannt bin.

Zur Zeit konzentrieren wir uns stark auf das Songwriting und sind gerade dabei unseren Studiotermin abzustimmen. Für Shows ist da leider wenig Zeit. Sobald wir eine Zeitschiene für das neue Album haben, werden wir aber sicherlich wieder sehr viel unterwegs sein und hoffen den ein oder anderen Leser von Metalglory anzutreffen.

Zum Abschluss mal was anderes. Wenn ich bei euch die MP3 Player einkassieren würde, wen oder was würde ich darauf finden?

Ich würde sagen all die Bands die eh im Van laufen, welche ich oben bereits beschrieben habe. All die anderen Sachen, die auf den privaten Playern sind und nicht laut gespielt werden, möchte ich lieber selbst nicht von jedem wissen. Ganz weit vorne sind bei uns übrigens die Pantera Vulgar Live Videos. Das kann ich an dieser Stelle nicht verheimlichen.

Zu guter Letzt überlass ich euch noch etwas Platz für einige abschließende Worte von eurer Seite aus. Was immer ihr sagen wollt, last es einfach raus.

Vielen Dank für das coole Interview! Wir hoffen sehr den ein oder anderen auf einer Show zu treffen, dann auch mit CDs!

Beste Grüße,
Flo

Vielen Dank für eure Zeit und weiterhin viel Spaß und Erfolg beim musizieren. Alles Gute für die Zukunft!


Thomas


Final Prayer im Netz:

Diskografie:

First Round Knock Out(Demo Tape) - 2004
Final Prayer - Crisis Never Ends (Split) - 2005
Right Here, Right Now – 2006
Final Prayer – Alcatraz (Split) - 2007
Filling The Void – 2008
Best Of Times(Best Of) – 2010
Berlin EP – 2011

Lineup:

Stefan – Gesang
Flo – Gitarre
Mac – Gitarre
Felix – Bass
Pascal – Drums
geführt am 30.09.2011   von Gelal
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