METALGLORY Archiv

zur neuen METALGLORY Webseite
 
Interviews () alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Blind Guardian "Von Der Vergangenheit, über Die Auftritte, Bis Zu Den Aufnahmen"
Dieses Jahr begehen die Krefelder ihren 25. Geburtstag unter dem Blind Guardian Banner und feiern dies mit ihrem Best Of Album "Memories Of A Time To Come". Ich habe die Chance genutzt und mir den Sänger Hansi Kürsch vorgenommen und ein wenig zu seiner Vergangenheit und zu der Band ausgefragt.
Weitere Infos zu Blind Guardian:
REVIEWS:
Blind Guardian Fly
Blind Guardian A Twist In The Myth
Blind Guardian Battalions Of Fear [remastered]
Blind Guardian Follow The Blind [remastered]
Blind Guardian Tales From The Twilight World [remastered]
INTERVIEWS:
Blind Guardian - A Twist In The Myth - Das Neue Album
Blind Guardian - Die Blind Guardian Remasters Serie Ist Da
Blind Guardian - Die Zeit Ist Noch Lange Nicht Abgelaufen...
Blind Guardian - Von Der Vergangenheit, über Die Auftritte, Bis Zu Den Aufnahmen



BlackSchaf: Hi, guten Abend.

Hansi: Hi, wie geht’s?

Ganz gut und dir?

Danke, kann nicht klagen. Bin ein bisschen spät, sorry, ich hatte bis jetzt noch ein anderes Interview, das hat ein bisschen länger gedauert als geplant.

Na gut, kein Problem.

Das ist gut. Ich soll nochmal recht schöne Grüße von dem Kollegen davor ausrichten. Dass das so lange gedauert hat, tut ihm Leid.

Passt schon. Also, ich kann mir vorstellen, dass du in letzter Zeit ziemlich viele Interviews hauptsächlich zum Best Of Album gibst.

Ich habe sehr viele Interviews gegeben, kann man nicht anders sagen.

Gut.. Ich wollte deswegen am Anfang erst mal ein bisschen in deiner Vergangenheit rum-wühlen.

Oh Gott.. Wie weit gehen wir denn zurück?

Zu deinen musikalischen Wurzeln. Also wie bist du eigentlich zum Metal gekommen und was war deine erste Platte?

Ich bin sehr früh zum Metal gekommen allerdings aber über die regulären Kandidaten. Also ich hab in den 70igern Bands wie Queen und E.L.O. (Electric Light Orchestra – Anm. d. V.) gehört, nachdem mir das dann ein bisschen zu weich geworden ist, bin ich umgestiegen auf AC/DC und Deep Purple und bin dann, in den frühen 80igern, zu Beginn der NWOBHM auch direkt da eingestiegen. War großer Fan von Saxon, Iron Maiden, von den ganzen Bands die damals groß geworden sind und bin es eigentlich auch geblieben. Meine erste Platte überhaupt war Beach Boys „20 Golden Greats“ meine erste Rockplatte wäre gewesen „24 Carat Purple“. Das ist eine Best Of Deep Purple Platte aus den 70igern.

Okay. Was würdest du, sofern du welche hast, als deine musikalischen Vorbilder bezeichnen?

Ian Gillan, Freddy Mercury, Eric Adams. Das sind so die Gesangesskünstler und auch Komponisten, die mich so am meisten beeindruckt haben.

Du hast früher auf den alten Alben noch Bass gespielt. Wie bist du zum Bass gekommen und hast du noch andere Instrumente vorher gespielt?

Ja, ich hatte als regulärer Rhythmusgitarrist in einer Band namens Executer meine ersten Erfahrungen im Bereich des Metals gesammelt und bin dann Mitte der 80iger mit Andre (Andre Olbrich – Anm. d. V.) zusammengekommen, der schon 'ne Band hatte. Die hatten allerdings schon einen guten zweiten Gitarristen. Aber sie brauchten einen Bassisten und Sänger. Er fragte mich dann, ob ich nicht Lust hätte, den Job zu übernehmen. Das hab ich gemacht und bin dann auf Bass umgestiegen. Da gab es dann so die ersten guten Maiden Alben und da hab ich mir gedacht, „Dann spielste eben eine Art Leadbass alá Steve Harris“ und hab das dann auch versucht bei Lucifers Heritage am Anfang so umzusetzen. Für mich war dann auch der Bass eigentlich wichtiger als der Gesang. Wir haben ursprünglich auch noch nach einen anderen Sänger gesucht, den wir nicht finden konnten und ich hab mich dann erst später mehr mit dem Gesang identifiziert und den Bass dementsprechend vernachlässigt. Am Anfang hab ich mich eher als Bassist gefühlt.


Okay. Du hast mir meine nächste Frage so ein bisschen vorweg genommen. Ich wollte nämlich noch fragen, wie du überhaupt zum Singen gekommen bist.

Ich hab schon immer gesungen, aber hab es eigentlich nie bewusst betrieben. Das war dann auch noch bei Lucifers Heritage so, ich hab es mitgenommen, ich hatte bestimmte Eigenheiten in der Stimme, die vielen Leuten gefallen hatten, aber hab mir nie großartig Gedanken darüber gemacht und irgendwann, als wir dann die ersten Blind Guardian Scheiben aufgenommen haben und es klar war, dass es eigentlich keine potenziell guten Sänger für uns geben würde und das meine Stimme auch in gewisser Weise eine Art Markenzeichen gewesen ist, hab ich angefangen mich wirklich stärker um den Gesang zu kümmern. Da bin ich dann auch aktiv geworden und hab Gesangsunterricht genommen um da auch noch vielleicht so ein paar Techniken zu erlernen. Bin dabei auch parallel zum Songwriting stärker auf die Melodien eingegangen, als noch auf Basslines oder so.

Du hast grad von den Techniken gesprochen. Also hast du auch Gesangsunterricht genommen oder kannst du das einfach so?

Genau. Ich hatte dann nach der „Follow The Blind“ erste Unterrichtsstunden bei einem Bekannten, der Popmusik gemacht hat, der hat mir dann erste Atemtechniken beigebracht und nach der „Somewhere Far Beyond“ habe ich dann, bis vor kurzem, klassischen Gesangsunterricht genommen und bin immer noch dabei, wenn man so will; mache meine Übungen mittlerweile komplett autark.

Lucifers Heritage wurde ja 1984 gegründet, zusammen mit Andre. Wie habt ihr beide euch kennengelernt und wer kam auf die Idee die Band zu gründen?

Wir haben uns in der Schule kennengelernt. Sind beide, Mitte der 80iger, auf die höhere Handelsschule gegangen, waren in einer Klasse. Aber mir war eigentlich gar nicht bewusst, dass Andre auch Metalgitarrist war, bis wir irgendwann mal eine Party hatten, auf der wir unsere eigenen Platten mitbringen sollten und da brachte Andre auch Metalplatten mit. Danach haben wir uns angefreundet und irgendwann hat mir Andre dann Demos seiner damaligen Band Zero Fourth vorgespielt, die ich besser fand, als die Sachen, die ich mit meinen Leuten machte und dann kam es dazu, dass Andre mich irgendwann zu Proben seiner Band eingeladen hat. Die hab ich wahrgenommen. Wir haben dann in dieser Band noch ein bisschen weitergespielt um kurze Zeit später eine neue Band gemeinsam zu gründen. Das war dann Lucifers Heritage.

Was waren dann später eure Gründe Lucifers Heritage in Blind Guardian umzubenennen?

Die hingen dann tatsächlich damit zusammen, dass wir unseren ersten Plattenvertrag bekommen hatten und sowohl unser Produzent, als auch der Boss unserer Plattenfirma der Meinung gewesen sind, dass der Name zu Black Metal lastig wäre und wir uns dadurch, eventuell, selbst in der Klientel beschneiden würden. Vor allem die Leute, die sich aufgrund des Namens die Platte kaufen würden auch noch enttäuscht werden, so, dass wir uns dann freiwillig einen neuen Namen ausgesucht haben. Der erste Name der uns gefallen hat, wäre Battery gewesen, basierend auf dem Song von Metallica. Das haben wir dann aber auch kurze Zeit später als nicht passend empfunden, sodass wir uns nochmal Gedanken darüber gemacht und im zweiten Rutsch in Blind Guardian umbenannt haben.

Ich möchte nun ein bisschen mehr auf die Band bzw. die Auftritte eingehen. Wie bereitet ihr euch auf die Auftritte vor? Habt ihr da immer noch Lampenfieber oder geht ihr total gelassen in so eine Show?

Das ist unterschiedlich, du kannst das nicht programmieren. Ich hab mein Programm, ich muss mich aufwärmen und das macht mittlerweile jeder in der Band auf die ein oder andere Weise, sodass wir ungefähr, ich sag mal, 90 Minuten vor Showbeginn, teilweise zusammen, teilweise in unterschiedlichen Räumen unsere Übungen absolvieren. In der Regel ist man nicht mehr wirklich nervös, aber je nach Anlass kann das immer mal wieder passieren, je nachdem wie du drauf bist, dass du dann so eine Art Lampenfieber verspürst. Aber es gibt kein Prozedere, wie man das wirklich unterdrückt oder wie wir uns gegenseitig versuchen Mut zu machen. Wir gehen einfach auf die Bühne und 's läuft in der Regel von alleine, aber manchmal dauert das auch ein bisschen länger. Da gibt es kein Patentrezept. Wie gesagt, es ist nicht mehr so, dass wir uns noch in die Hose machen oder, dass das kontinuierlich passieren würde, dass ich mir vor jeder Show großartig Gedanken machen würde, aber ich sag mal etwa jede 20te Show, egal ob da dann 500 oder 5000 Leute stehen, ist dann doch so konzipiert, dass man doch wieder nervös ist.

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man z.B. auf dem Wacken, auf der Bühne steht und dann vor einem 70.000-80.000 Fans stehen und alle die Songs mit grölen? Wie darf man sich dieses Gefühl vorstellen? Falls man es beschreiben kann.

Ja, man kann es nicht beschreiben. Es ist super. Man freut sich über die Resonanz und für mich ist das so, dass ich mich immer lieber in die Euphorie der Leute hinein versetzen sollte weil, dass ist eigentlich so für uns das beeindruckende da oben tatsächlich zu sehen, welche Reaktionen man da unten auslöst. Für uns selbst ist das mittlerweile so, dass wir da oben trotzdem letztendlich unsere Show spielen und klar, darauf bedacht sind die Leute zu unterhalten. Das möglichst gut. Aber man darf sich dann natürlich auch nicht zu sehr darauf einlassen, man muss dann schon seiner Professur Tribut zollen und wir sind eigentlich sehr konzentriert.

Ihr besteht ja offiziell aus 4 Musikern, tretet aber immer zu sechst auf, und zwar mit dem Mi und dem Oliver. Wie ist der Kontakt zu den beiden entstanden?

Mi kommt auch aus Krefeld oder aus der Nähe von Krefeld, den haben wir per Zufall 1995 kennengelernt, als wir auf der Imaginations-Tour, erstmalig nach unserer Japan Tour, 92 wieder ein Keyboarder dabei haben wollten. Wir haben das auf der Japan Tour für gut befunden und wollten, dass dann kontinuierlich so fortführen. Den Keyboarder, den wir zur Imaginations-Tour eingeladen hatten, hatte kurzfristig einen neuen Job gekriegt, hat aber auch für Ersatz gesorgt. Dieser Ersatz war der Mi und seitdem ist er auch dabei geblieben; mit einigen Pausen. Er ist ein sehr enger Freund, ein professioneller Musiker, der spiel-technisch, den anderen Musikern auf der Bühne um einiges überlegen und einfach ein netter Zeitgenossen ist. So sind wir immer sehr froh, wenn wir ihn mitnehmen können. Bei Oliver war das dann ein paar Jahre später. Als wir die Aufnahmen zur „Nightfall In Middle-Earth“ begonnen hatten, war es so, dass wir oder, dass ich, ab da beschlossen hatten, keinen Bass mehr spielen zu wollen und das wollte ich auch schon so als Statement auf der Platte stehen haben. Da haben wir dann verschiedene Bassisten eingeladen, die dann zu den einzelnen Songs ihre Ideen darbieten sollten und da hat dann Oliver’s Performance und Typ am besten zu uns gepasst; deswegen haben wir uns damals für Oliver entschieden.

Zu dem Thema Auftritte, fällt mir noch das Thema Orchesteralbum ein. Ihr arbeitet ja schon seit Jahren dran und wenn ihr dann irgendwann damit fertig seid, könntest du dir vorstellen es auch Live zu präsentieren?

Ja, es wird ein bisschen schwieriger, je nachdem wie wir das Ganze schlussendlich gestalten werden. Es kann auch durchaus sein, dass wir da noch auf eine Version zurückgreifen, die von mehreren Sängern dargeboten wird. Das größte Problem für uns ist, dass in eine normale Live Situation übertragen zu können, weil man kann nur sehr schwer bei den meisten lokalen Begebenheiten überhaupt mit Orchester spielen. Das macht es für uns sehr schwierig sich da jetzt schon vorher ein Konzept zu überlegen, wie man das realisieren kann. Für uns ist erst mal die Finalisierung im Studio-Bereich viel wichtiger und selbst die lässt, denk ich mal, noch 2 bis 3 Jahre auf sich warten. Orchesterarbeiten sind echt extrem aufwendig. Mehr kann ich dazu momentan eigentlich nicht sagen.

Ihr arbeitet da ja auch zusammen mit Markus Heitz. Wie seid ihr überhaupt zu Markus Heitz gekommen?

Oh, ich bin ein großer Fan der Romane und fand gerade jetzt die letzten Arbeiten, auch im Fantasybereich, so prägnant gut, dass ich mir gewünscht habe mit Markus zusammen zu arbeiten um einfach ein eigenständiges Konzept für dieses Orchesteralbum zu erstellen, weil es benötigt ein Storyboard, was von vorne bis hinten durchdacht ist und, dass dann, wenn möglich, auch Bühnen-tauglich ist, sprich, gerade wenn es mehrere Sänger singen und es auch als Schauspiel spielbar wäre.

Einen besonderen Auftritt hattet ihr im Spiel „Sacred 2“. Wie kam es dazu, dass ihr eingebaut wurdet und wird es in Zukunft noch mehr solcher Auftritte geben?

Wir würden uns wünschen häufiger solcher Auftritte zu haben, ob jetzt in Form von Soundtracks oder Musik für Computerspiele sei mal dahin gestellt. Das finde ich beides sehr interessant. Die Zusammenarbeit kam so zu Stande, dass wir angefragt wurden von den Machern. Die sind Blind Guardian Fans und glücklicherweise waren Andre und auch Marcus voll im Sacred Thema drinnen, so dass beide das Spiel in und auswendig kannten und zwar so dass sie mir das auch näher bringen konnten. Wir haben dann auch sofort zugesagt, als man uns für den Titeltrack angefragt hatte. Auch haben wir uns dann in die Thematik extremst eingearbeitet und einen der stärksten Songs, die wir je geschrieben haben, dafür komponiert.

Zockst du auch gerne privat?

Ich zocke überhaupt nicht. Ab und an spiele ich mal mit meinem Sohn irgendwelche Mario Spiele auf der Wii, bin da aber auch ein absoluter Loser. Ich kann das halt gar nicht, wirklich. Computerspiele haben mich noch nie großartig gekickt und, ich denk mal das wird sich auch nicht mehr großartig ändern. Ich wüsste nicht, was da noch großartig passieren sollte um mich nochmal konvertieren zu lassen.

Ich möchte jetzt mal wieder ein wenig mehr auf die Band eingehen. Was ist eigentlich dein persönliches Lieblingsalbum von Blind Guardian und welches magst du nicht ganz so sehr? Und warum?

Mein persönliches Lieblingsalbum wäre wohl „Nightfall in Middle-Earth“, weil es einfach thematisch das am meisten ausgereifte Album ist, was wir je gemacht haben. Ich finde es definierte die Band zu dem damaligen Zeitpunkt perfekt und war das Album am Ende einer langen Schaffensphase. Wir befinden uns, wenn man so will, derzeit in der zweiten Schaffensphase; irgendwo in der Mitte und ich denke, da wird es noch 1 2 3 Alben dauern, bis wir tatsächlich wieder auf dem Level sind. Es ist ein extrem vielschichtiges und ein sehr stimmiges Album, deswegen finde ich es noch stärker als „At The Edge Of Time“ oder „Imaginations From The Other Side“. Das schwächste Album für mich wäre wahrscheinlich „Follow The Blind“ oder „Battalions Of Fear“. Schwer zu sagen. „Follow The Blind“ hat die meisten Lückenfüller; also da sind für mich 2 Nummern, die nicht sehr ausgereift sind.

Welche denn?

„Fast To Madness“ und dann kann man sich streiten „Hall Of The King“ oder „Follow The Blind“, die beiden lassen ein wenig zu wünschen übrig und „Beyond The Ice“ in gewisser Weise auch. Und „Battalions Of Fear“ hat dann auch so ein paar Anfängerfehler, die ich aber am ehesten akzeptieren kann, da es ein Debüt Album gewesen ist und wir damals nicht genau wussten, worauf wir uns da eingelassen haben. Bei „Follow The Blind“ war das ein bisschen anders, da hätten wir es wissen müssen. Da haben wir es ein bisschen zu locker genommen. Auf der anderen Seite sind durch „Banish From Sanctuary“ oder „Valhalla“ 2 extrem gute Nummern auf „Follow The Blind“, deswegen tut mir das schon ein bisschen Leid das praktisch irgendwo zu degradieren.

Bei euch war es, kann man schon sagen, fast Tradition, die Album Veröffentlichungstermine zu verschieben aufgrund immer irgendwelcher kuriosen Vorfälle. Was war da der kurioseste Vorfall in dem Zusammenhang?

Oh.. der Kurioseste..

Womit ihr halt am wenigsten mit gerechnet habt.

Hmm.. Also, das Ding ist ja, wenn wir dann eine finale Deadline haben, von der Plattenfirma, dann ist die ja schon immer so weit hinter den eigentlichen Deadlines, dass ich jedes Mal der Meinung gewesen bin, wir können diese eine Deadline gar nicht mehr reißen. Und wir haben die jedes Mal gerissen. Da war die eine wie die andere. Also ich finde mit „At The Edge Of Time“ waren wir so nah dran wie noch nie, also da haben wir, glaube ich, sogar schlussendlich nur verschoben, weil die Plattenfirma das so wollte. Wir hätten rein theoretisch früher veröffentlichen können, wenn mich nicht alles täuscht. Das waren rein interne Gründe. Bei den Sachen davor, die gleichten sich auch fast immer. Wir sind in der Produktion sehr enthusiastisch, vergessen die Zeit, der ein oder andere wird hier und da mal krank und dann ist die Zeit auch schon abgelaufen und ich darf dann bei der Plattenfirma anrufen und um noch 4 weitere Wochen bitten. Da gab es keinen der irgendwie kurioser gewesen wäre. Vielleicht der erste, weil bei „Battalions Of Fear“ hat natürlich keiner damit gerechnet. Wir sind natürlich auch ins Studio gegangen und haben gedacht: „Oh, 20 Tage, da sind wir ja nach 15 Tagen fertig. Was machen wir dann mit den restlichen 5 Tagen?“ Und wir mussten da schon um 4-5 Tage überziehen, was für die Plattenfirma damals ein absoluter Alptraum gewesen ist. Also, die waren alle gleich. Ich könnte jetzt nicht sagen, dass da einer kurioser gewesen ist als der andere. Teilweise war es Pech, aber in der Regel war es Enthusiasmus.

Bei dem aktuellen Best Of Album ist es ja so, dass ihr 4 Songs extra neu im Studio aufgenommen habt. Warum habt ihr das getan und warum gerade diese 4 Songs?

Wir haben es aus Spaß an der Freude gemacht. Einfach um ein bisschen kreativ zu sein, wenn man das so will. Wir hatten Ideen für die einzelnen Songs, das war auch extrem wichtig und das Zeitfenster, was wir zum Aufnehmen hatten, war mit den 4 Songs komplett aufgefüllt. Deswegen waren uns die Hände gebunden und wir konnten nicht mehr machen, ansonsten hätten wir auch gerne ein komplett neues Album mit alten Songs aufgenommen. Aber da waren uns, wie gesagt, zeitlich Grenzen gesetzt.
Es gab so unterschiedliche Konzepte. Bei „And Then There Was Silence“ war es so, dass wir aufgrund der Live-Erfahrung die wir mit diesem Song gesammelt hatten, der Meinung waren, dass wir eine mehr geradlinige Version aufnehmen können, die den Zugang vielleicht etwas einfacher machen könnte. Mussten dann aber feststellen, dass das nicht so eins zu eins umsetzbar war und wir uns dadurch umso stärker an der ursprünglicheren Version orientieren mussten. Aber das war so der Grundgedanke. „The Hobbit“ war eigentlich so ein Favor, den wir dem Frederik geleistet haben, da er großer „Somewhere Far Beyond“ Fan ist und unbedingt eine Nummer des Albums spielen wollte. „Valhalla“ war dann so, dass wir einfach nochmal so eine Retro Nummer machen wollten und gucken wollten, ob wir in unserem doch schon gehobenem Alter, genauso gut sein können, wie wir es 1989 gewesen sind, dass natürlich unter der Prämisse, dass wir dann auch wieder Kai Hansen aktivieren konnten.

Ich will dann mal so langsam zum Ende kommen. Ihr habt ja bisher in Deutschland nur 3 Festivaltermine. Kommt da noch mehr oder war es das für 2012?

Ich bin mir da noch nicht ganz sicher. Könnte sein, dass wir nochmal ein 25 Jahre Jubiläums Konzert hier bei uns in der Region geben, das steht aber noch in den Sternen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir noch zwischen den Festivals eine Clubshow oder kleinere Hallenshow in Saarbrücken spielen werden. Das wäre es dann aber auch, das ist alles was ich mir noch vorstellen kann, weil wir schon mit den Arbeiten am Orchesterprojekt und dem Songwriting für das neue Album angefangen haben.

Was würdest du als deine All-Time Lieblingsalben bezeichnen?

Queensryche – Operation Mindcrime
Fates Warning – Awaken The Guardian
Torry Amos – Under The Pink
Genesis – The Lamb Lies Down On Broadway
Deep Purple - Machine Head

Was hörst du aktuell an Bands und Alben?

Ich höre alles Mögliche. Ich höre die neue Arch/Matheos, die Kollegen von Fates Warning, ich hör die neue In Flames. Ich hör aber auch Sachen wie Bill Callahan oder Black Stone Cherry.

Meine letzte Frage ist: Gibt es eine Frage, die dir noch nie in einem Interview gestellt wurde, aber die du mal gerne beantworten möchtest?

Ne, gibt’s nicht.

Nicht?

Ne, also 100%ig nicht.

Das war dann meine letzte Frage. Ich bedanke mich für das Interview und wünsch dir noch einen schönen Abend.

Wünsch ich dir auch. Vielen Dank, dass du so lang gewartet hast.

Kein Problem. Die letzten Worte gehören noch dir.

Kauft das Album, habt Spaß und wir sehen uns irgendwo auf der Straße.

Tschau.

Bis dann, tschüss.


Dieses Interview wurde geführt und geschrieben von meinem Kollegen BlackSchaf und von mir lediglich veröffentlicht. Von mir stammen lediglich die Diskografie und Web-Daten.

Blind Guardian im www:

Diskografie:
(nur Alben)

Battalions Of Fear 1988
Follow The Blind 1989
Tales From The Twilight World 1990
Somewhere Far Beyond 1992
Imaginations From The Other Side 1995
Nightfall In The Middle Earth 1998
A Night At The Opera 2002
A Twist In The Myth 2006
At The Edge Of Time 2010
Memories Of A Time To Come(Best-Of) 2012




geführt am 13.02.2012   von Gelal
(NEU!!!!)Über den Artikel diskutieren:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
fast alles
X   Aktuelle Top6
1. Civil War "The Killer Angels"
2. Until Dawn "Horizon"
3. Helloween "Straight Out Of Hell"
4. Obscenity "Atrophied In Anguish"
5. Dungeon Rocks "Encounter"
6. Mechanical Organic "This Global Hives Part One"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Metallica "Ride the Lightning"
2. Dissection "Storm of the Light's Bane"
3. Helrunar "Sól"
4. Iron Maiden "Killers"
5. Black Sabbath "Vol.4"
6. Venom "Black Metal"

[ Seit dem 13.02.12 wurde der Artikel 4024 mal gelesen ]
 
Die neuesten Reviews:
Neue Webseite endlich online
Turbobier Das neue Festament
Foreign Diplomats Princess Flash
Deaf Havana All These Countless Nights
Chrome Molly Hoodoo Voodoo
Sunterra Reborn -EP
Dethrashion Assault Bombardment
Tschaika 21/16 Tante Crystal uff Crack am Reck
The Shiver The Darkest Hour
Yiek The Drive
Die neuesten Interviews:
J.B.O. - 03.01.2017
Running Wild - 05.10.2016
Lacrimas Profundere - 01.10.2016
Vicious Rumors - 08.07.2016
My Jerusalem - 28.06.2016
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To the Rats and Wolves - 22.12.2016
LIEDFETT, kAPEllE PEtra, elfmorgen - 2016 - 20.12.2016
Ruhrpott Metal Meeting 2016 - 15.12.2016
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Svbway to Sally - Ekustik-Projekt NEON 2017 - 11.01.2017
Vorbericht: Night Of The Progfestival 2017 - 09.01.2017
Vorbericht: FAUN – MIDGART - Tour 2017 - 09.01.2017
Die neuesten Galerien:
Open Air Festival M´era Luna vom 10. bis 11.08.2013 in Hildesheim - 14.08.2013
With Full Force 2013 - 28.07.2013
Darkmoon-Festival 2013 - 24.07.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2018 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Datenschutz   |   Kontakt   |   Impressum