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Ewigheim "...über Loyale Fans Und Den Untergang Der Wertschätzung Von Musik"
8 lange Jahre haben uns EWIGHWEIM warten lassen. Nun kehren sie gestärkt durch Ulf Theodor Schwadorf (The Vision Bleak) und mit "Bereue Nichts" endlich zurück. Yantit hat einiges zu erzählen...
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Ewigheim Heimwege
Ewigheim Bereue Nichts
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INTERVIEWS:
Ewigheim - ...über Loyale Fans Und Den Untergang Der Wertschätzung Von Musik

Diese Interview wurde geführt und geschrieben von meinem Kollegen Lutz de. P.

Hallo Yantit. Vorab ein großes Lob für euer kürzlich erschienenes Werk „Bereue nichts“. Wie sind die Reaktionen der Fans, Magazinen etc. bisher?

: Grüße zurück und hab dank für dein Lob. Mit den Reaktionen der Hörer können wir glücklich sein. Es scheint mir eh so, als hätten wir was die Hörerschaft betrifft, irgendetwas richtig gemacht oder einfach nur Glück gehabt... Treuer und loyaler geht es nicht. Zu den Reaktionen der Magazine kann ich nicht viel sagen, da ich sie nur am Rande verfolge. Versteh’ mich nicht falsch, es ist nicht so, dass ich kein Interesse daran habe, bei vielen Besprechungen überkommt mich einfach das Gefühl, es wird etwas geschrieben, nur weil etwas geschrieben werden „muss“. Da gibt es dann 5 nichts sagende Sätze und irgendeine Punktzahl…

Zwischen „Heimwege“ aus dem Jahre 2004 und „Bereue nichts“ sind insgesamt fast 8 Jahre vergangen. Ich hatte schon die Befürchtung, gar nichts mehr von Euch zu hören. Wie kam es zu einem weiteren Ewigheim-Werk? Lust an der Freud? Nicht ausgelastet, ha ha?

Nein im Gegenteil und mach dir mal keine Sorgen. °lach° Es ist immer ein schwieriges Unterfangen, ein Ewigheim Album machen zu wollen. Damit, dass es soweit kommt, müssen viele Faktoren passen. Vor allem brauchen wir dafür einen freien Kopf und den zu bekommen, ist in Zeiten, in denen wir mit den anderen Bands beschäftigt sind, schlicht unmöglich.
Dieses „Problem“ steht bei Ewigheim über allem. Während sich die Aufgaben bei den anderen Bands irgendwie verteilen, muss ich hier in fast allen Bereichen (musikalisch, textlich, Layout, organisatorisch wie auch der Öffentlichkeitsarbeit) auf mich allein gestellt agieren und (in den meisten Fällen) entscheiden, was auf der einen Seite natürlich erfüllend ist, einen auf der anderen Seite aber auch unglaublich verbrauchen kann und darauf möchte ich mich eben einlassen können.

Im Gegensatz zu „Heimwege“ ist „Bereue nichts“ etwas geradliniger, ja vielleicht sogar poppiger und zugänglicher ausgefallen. Ist das ein bewusster Prozess im Songwriting gewesen? Wie gehst du, als Hauptsongwriter generell an das Schreiben der Songs heran? Gibt es Unterschiede zu Eisregen? Gehst du da anders ans Werk?

Nein, einen Songwriting-Prozess im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Ich habe schon so lange ich denken kann nach Möglichkeiten gesucht, musikalische Ideen festzuhalten und auch immer welche gefunden. So ist über die Jahre ein ansehnlicher Fundus entstanden, auf den ich, wenn es ans Stücke schreiben geht, zurückgreife. Bei den Texten ist es noch extremer: Wenn mich etwas beschäftigt, mache ich mir unter einem bestimmten Titel kurze Notizen dazu und bringe es alle paar Tage am Rechner in eine „richtige“ Form. Aus einigen dieser Notizen entstehen dann mit der Zeit die Texte. Am Ende besteht die eigentliche Aufgabe darin, alle (musikalischen wie textlichen) Fragmente zu sortieren und alles in eine „Liedform“ zu bringen. Im Gegensatz dazu ist mein Zutun bei Eisregen sehr unkompliziert, wenn ich eine Idee habe, von der ich denke, dass sie zu Eisregen passen könnte, mache ich fast immer einen Strophen- und einen Refrain-Part fertig, gebe ihn M. und warte ab. Wenn er dann eine Textidee dazu hat, arbeiten wir das ganze weiter aus… ganz einfach. „Madenreich“ z.B. ist so entstanden. Warum „Bereue nichts“ jetzt poppiger oder zugänglicher ausgefallen ist, kann ich dir auch nicht sagen. Unter Umständen greife ich sehr stimmungsabhängig auf die oben angesprochenen Ideen zurück… dann müsste „bereue nichts“ eigentlich angepisst klingen, so melancholisch wie zu „Heimwege“ Zeiten ist mein Gemütszustand im Moment nicht. °lach°

Eisregen, Marienbad, Transilvanian Beat Club und Ewigheim. Du scheinst unglaublich kreativ zu sein. Die Mitglieder der Bands scheinen irgendwie auch ne Art große Clique zu sein. Pflegst du mit allen auch eine freundschaftliche Verbindung bzw. wie oft seht ihr Euch? Oder macht ihr „nur“ Musik zusammen? ;-)

Da muss ich dich enttäuschen, die Zeiten der „großen Clique“ sind vorbei, was auch ein Grund dafür ist, dass es den Beat Club nicht mehr gibt. Wenn es um Musik geht, sind M. und Allen B. meine ersten Ansprechpartner aber auch zu Blutknecht (TBC), West (Marienbad) und Schwadorf (TVB, Ewigheim) habe ich ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Wie oft wir uns sehen, hängt dabei (leider) immer davon ab, an was wir gerade arbeiten. Blutknecht sehe ich fast täglich, da er mein Nachbar ist, M. Roth und Allen B. ein bis zweimal pro Woche und die anderen spätestens alle paar Monate.

Von was lebt ein Yantit? Ich könnte mich dich gut als Lebenskünstler vorstellen, der seine Berufung darin sieht, Musik zu machen, egal was da finanziell bei rumkommt. Wie sieht dein Alltag aus?

Cool… da muss ich dich zum Glück nicht enttäuschen. °lach° Damit die Musik Berufung bleiben kann, arbeite ich seit 12 Jahren als selbstständiger Tätowierer und hoffe, dass es auch noch lange so weiter geht. Es gibt nichts schlimmeres, als zu sehen, dass eine Band auf die man Wert legt alle Ideale über Bord wirft um kommerziell erfolgreich zu sein… auch wenn es für meine Mitmusiker nicht immer leicht ist. °lach°

Die bisherigen Veröffentlichungen von Ewigheim erschienen bei Prophecy Productions. Das neue Album jetzt Massacre Records. Warum der Wechsel? Die Musik passt doch gut ins Bild von Prophecy.

Eigentlich hast du Recht, auf der anderen Seite waren wir bei Prophecy immer die „Prolls“, jetzt sind wir bei Massacre eben die Schöngeister. °lach° Ein Hauptgrund für den Vertrag mit Massacre Records war vor allem unser über Jahre gewachsenes freundschaftliches Verhältnis zu ihnen. Wir telefonieren alle paar Tage, treffen uns so oft wie möglich und nicht selten (abseits der Musik) auch einfach mal nur um zu grillen. Ein zweiter und ebenso guter Grund war ihr Umgang mit Eisregen und allen angeschlossenen Bands. Sie sind absolut zuverlässig, waren uns gegenüber immer loyal und wenn es mal Probleme gab, waren diese mit einem Telefonat vom Tisch.

In einigen Songs sind einige Sprach-Samples, wie z.B. im genialen Song „Der Letzte Mensch“ zu hören. Vorher kommen die? Oder habt ihr die selber produziert? Wer spricht?

Es ist die deutsche Synchronstimme des „Menschenfeind“ Hauptdarstellers, ein französischer Film aus der „Kinokontroverse“ Reihe und absolut großartig.

Welche musikalischen Stile oder auch Bands haben dich am meisten beeinflusst? Wie würde deine Top 5 Albumcharts zurzeit aussehen?

An bestimmten Stilen würde ich nichts fest machen. Carnivore/Type 0 Negative (P. Steele) waren für mich so etwas wie der „Auslöser“ und bis heute das größte musikalische Geschenk. Durch mein erstes Carnivore Stück kam ich (mit 13) überhaupt erst auf die Idee Musik machen zu wollen/mir eine Gitarre zuzulegen. Mit etwa 16 Jahren habe ich dann Bands wie Entombed, Autopsy u.s.w. für mich entdeckt, kurze Zeit später norwegischen Black Metal. Diese drei „Dinge“ sind mir bis heute die (musikalisch) wichtigsten.
1: Carnivore - Carnivore 2: Type 0 - Slow, Deep & Hard 3: Jack Frost - Wannadie Songs 4: Bethlehem - Mein Weg 5: Autopsy - Mental Funeral

Welche Live-Aktivitäten dürfen wir von Ewigheim erwarten?

Wir stecken gerade mitten in den Vorbereitungen. Das erste Konzert (seit 8 Jahren) werden wir im Rahmen des Barther Metal Open Airs, am 18. August geben. Weiter zu denken hätte keinen Sinn, doch es werden sicher noch ein paar folgen.

Marienbad. Eine tolle Scheibe. Wird es da eine Fortsetzung geben? Ich meine der Titel „WERK 1: Nachtfall“ schreit ja quasi nach Werk 2 usw?

Ganz recht :)

Jetzt noch eine Frage zur Entwicklung der Musikindustrie. Mit welchen Gefühlen und Sorgen beobachtest du die Entwicklung des Marktes? Unsere Generation ist es gewohnt, sich „echte“ Platten in Form von CD`s oder LP`s zu KAUFEN. Nicht zuletzt um die Bands zu unterstützen. Wenn ich mir die heutigen Kids mit ihren tausenden von mp3`s auf unzähligen Giga-Byte-Festplatten anschaue, dann komme ich ins grübeln, in wieweit die Arbeit des Künstlers noch WERTgeschätzt wird. Musikhören verkommt da zum „NEBENBEIHÖREN“. Was muss geschehen, um diesen Trend entgegenzuwirken? Geht das überhaupt? Was glaubst du, wie die Musikwelt in 10 Jahren aussieht?

Ja… leider muss ich dir in allen Belangen recht geben. Obwohl ich denke, dass es im Metal eine gewisse „jagen und sammeln“ Einstellung gibt, die den „Untergang“ etwas hinaus zögern wird, werden wir das Ende der körperlichen Tonträger sicher noch erleben (müssen). Der qualitative/künstlerische Schaden, der entsteht, wenn sich kaum noch eine Band eine gute Produktion leisten kann oder ein schönes Layout keinen Sinn mehr macht, da es (Shirts ausgenommen) nicht mehr gedruckt wird, ist eine abartige Vorstellung. Von den durch diese Entwicklung betroffenen Arbeitplätzen will ich gar nicht erst anfangen… der Preis einer modernen Welt, in der Leute, die ihren Tonträgern hinterher heulen, als ewig Gestrige zurückgelassen werden… Fuck off.

Ich danke für das Interview und kann jedem Leser nur raten, sich das neue Album von EWIGHEIM „Bereue nichts“ anzuhören!! Es lohnt sich! Möchtest Du noch etwas loswerden? Termine etc??? Last words…..

Ich danke dir.





Ewigheim im www:

Diskographie:

Auf Die harte Kulttour EP - 2002
Mord Nicht Ohne Grund - 2002
Heimwege - 2004
Bereue Nichts - 2012

geführt am 13.06.2012   von Gelal
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