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Oomph! "Fette Beute“ Oder „ Tanz Auf Der Rasierklinge“?"
Dieses Interview hat IlonA mit Oomph! geführt.- - - - Das neue OOMPH!-Album „Des Wahnsinns Fette Beute“ hat mit Sicherheit einige Fans verwundert und entweder gewaltig oder gar nicht begeistert. Dieser Stoff bietet jedenfalls Grund genug, der Band dazu ein paar Fragen zu stellen- und Sänger Dero war so nett, sie zu beantworten:
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Oomph! - Fette Beute“ Oder „ Tanz Auf Der Rasierklinge“?


Euer neues Album ist jetzt seit ein paar Wochen auf dem Markt - wie läuft es an, und wie sind die ersten Reaktionen darauf?
Es ist immer ein tanz auf der Rasierklinge, wenn du wie wir, eine band bist, die sich den steten musikalischen Wandel auf die fahne geschrieben hat. Du musst immer damit rechnen, dass sich einige Fans abwenden, weil sie entweder die Veränderung nicht mittragen oder weil sie generell eher am althergebrachten festhalten und Veränderungen strikt ablehnen. Du glaubst gar nicht, wie viele Spießer es in den jeweiligen Szenen und Subkulturen, sowohl auf Bandseite, als auch auf Fanseite gibt. Wir waren aber schon immer eine mutige band, die nie angst davor hatte, den waghalsigen, weil unsicheren weg der Veränderung zu gehen. Wenn du den Anspruch hast, dich als Mensch weiter zu entwickeln und nicht auf der stelle zu treten, dann musst du als ehrlicher Musiker diese Evolution in deine Musik mit einfließen lassen, wenn du nicht vor dir selbst unglaubwürdig werden willst. Leider fangen die meisten Bands irgendwann an, aus kommerziellen gründen sich und ihre Fans zu belügen, in dem sie nur noch das machen, was ihre Fans wollen. Das ist nichts anderes als Auftragsarbeit für die eigenen Hörer und hat meiner Meinung nach nichts mehr mit freier und unabhängiger Kunst zu tun. wenn du anfängst zu überlegen, was deine Fans oder die Medien toll finden könnten, bevor du anfängst, an deinem neuen Album zu arbeiten, begibst du dich doch schon in künstlerische Geiselhaft und setzt die schere im kopf an. Wir wollen nach wie vor die maximale künstlerische Freiheit, weshalb wir die fragen nach externen Reaktionen verworfen haben. Zum glück hat unser Label Sony Music unser neues Album in den höchsten tönen gelobt. wir sind ja in der Unabhängigsten aller vertraglichen Situationen im Musikbiz, da wir keinen Künstlervertrag mit unserem Label, sondern einen Bandübernahmevertrag haben. Wir sind also unsere eigenen Produzenten, schreiben und mixen nach wie vor alles selbst im eigenen studio und verkaufen unser Album erst nach Fertigstellung dem Label. Umso schöner, dass der Sony unser Album so überaus gut gefallen hat. Auch die medialen Vorschusslorbeeren in Sachen Rezensionen und die positiven Reaktionen bei den Interviews und bei ersten Fangesprächen bestätigen uns, dass wir ein überaus vielseitiges und vor allem unerwartetes Album abgeliefert haben, worauf wir besonders stolz sind.




“Des Wahnsinns Fette Beute" stellt mit seinem hohen Fun-Faktor einen ziemlich krassen Wandel von "schweren" Alben wie etwa "Monster" oder euren härteren früheren Werken dar. Das kann natürlich ebenso neue Fans dazubescheren- wie auch Fans der älteren Werke Kopfschmerzen bereiten. Wie kam es dazu, was steckt dahinter?
Beim neuen Album sollte vor allem ein selbstironischer Grundtenor vorherrschen, denn es gibt schließlich nichts ungewollt komischeres als Bands, die sich selbst zu ernst nehmen. Seit dem schritt von unserem ersten Album "OOMPH!" (1992) zum Nachfolger "SPERM" (1994) war uns klar, dass man mit musikalischen Veränderungen Leute verschrecken kann, da die meisten Musikkonsumenten, nicht anders als die breite masse der Gesellschaft ohnehin, leider extrem konservativ sind. Zeichnete sich unser Debütalbum noch durch stampfende Beats und einen elektronischen roten Faden aus, kamen beim zweiten Album bereits wuchtige Gitarren und Naturschlagzeug zum Einsatz, worauf sich einige Elektrojünger bereits abwandten, dafür aber Crossover-Fans hinzukamen. Diese tendenzielle Fan-Fluktuation ist uns bis heute erhalten geblieben, da sich eigentlich alle unserer Alben mehr oder weniger voneinander unterscheiden. Trotzdem gibt es auch viele Fans, die uns gerade wegen unserem mut zur musikalischen Überraschung über die Jahre treu geblieben sind. diesen Hörern sind wir natürlich besonders dankbar.

“Kosmonaut" oder der "Kleinstadtboy" erinnern unweigerlich an die 80er Jahre, auch an die Ärzte fühlt man sich hier und da erinnert. Hattet ihr einfach Lust auf „Back to the roots-feeling“ oder eine Hommage an die eigene Jugend im modernen Gewand?
Wir sind ohne Zweifel Kinder der 80er, sind mit Bands wie Kraftwerk, The Cure oder Depeche Mode gleichermaßen aufgewachsen wie mit Motörhead und AC/DC. Wir lieben beide Stilrichtungen, die des Rock und des Electro, nach wie vor, so dass wir es ablehnen, uns für eine Seite zu entscheiden. Wir sind aber keinesfalls eine rückwärtsgewandte Band, sondern eher eine, die zu ihren Wurzeln steht, ohne dabei ihre eigenen Innovationsfähigkeit zu vernachlässigen. Hierbei ist uns wichtig, unseren aktuellen musikalischen Horizont so breit wie möglichst zu halten, um nicht Gefahr zu gehen, einseitig beeinflusst zu werden. Privat hören wir über Progressiven Rock und Metal, elektronische Avantgarde aber auch Klassik, Swing, Jazz und Filmmusik.


Man liest meistens Braunschweig als Euren Herkunftsort. Ich habe aber auch schon oft gehört, dass der eigentliche Ursprung von OOMPH! in Wolfsburg zu finden ist - was ist nun richtig?
Wir haben uns 1989 in Wolfsburg gegründet und lebten zu der zeit auch noch alle in der Volkswagenstadt. Mittlerweile leben 2/3el der band seit vielen Jahren in Braunschweig und ein Drittel im kulturellen Niemandsland der südlichen Lüneburger Heide. Wenn du also nach der Gründerzeit der band gehst, dann ist Wolfsburg korrekt, wenn du den Ist-Zustand berücksichtigst, sind wir eigentlich eine Braunschweiger Band. Mir persönlich geht der ganze Lokalpatriotismus allerdings gehörig am Arsch vorbei. Ich fühle mich als Kosmopolit und bin da zu hause, wo die Menschen sind, die ich liebe. Ganz egal wo das ist...

Nach der Offenheit für Neues, die "Des Wahnsinns Fette Beute" zeigt, scheint bei Euch künftig so einiges möglich zu sein. Viele fragen sich sicher, in welche Richtung es mit OOMPH! weitergeht. Gibt es schon Pläne für die Zukunft?
"Sei dir sicher: absolut nichts ist sicher - auch wenn du gut versichert bist.": Das hört sich doch schon nach einer Textzeile für ein neues Album an...;-). Vielen Dank. http://www.oomph.de

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß auf Euren zahlreichen Konzerten dieses Jahr!
Dieses Interview hat IlonA mit Oomph! geführt.- - - -


geführt am 12.07.2012   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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6. Edge of Sanity/Opeth/Katatonia "fast alles"

[ Seit dem 12.07.12 wurde der Artikel 4418 mal gelesen ]
 
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