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Mysterium "Mit Vereinten KrÄften Gegen Die Stagnation"
Die saarländische Formation Mysterium hat mit ihrem neuen Album „Soulwards“ das seltene Kunststück vollbracht, sich einerseits von den blackmetallischen Wurzeln zu lösen, andererseits immer noch nachvollziehbar zu Werke gehen und sich ihrer damaligen musikalischen Ausrichtung keineswegs zu schämen. „Soulwards“ ist das eigenständige Produkt einer aufstreben Band, welche es auf eine ganz eigenwillige Art und Weise vermag, den Hörer auf eine Reise in das Innerste seiner Selbst zu schicken, von welcher er mit einigen wertvollen Erkenntnissen zurückkehrt. Doch lest selbst, was ich von Sänger und Gitarrist Sagron bei einem netten Plausch in Erfahrung bringen konnte.
Weitere Infos zu Mysterium:
REVIEWS:
Mysterium Soulwards
INTERVIEWS:
Mysterium - Mit Vereinten KrÄften Gegen Die Stagnation

Zwischen eurem ersten Album „The glowering facades of night“ und eurem dieser Tage erscheinenden zweiten Album „Soulwards“ liegen grob 3 Jahre. Worauf ist diese lange Pause zurückzuführen?
Nun, wir haben uns mit dem Schreiben neuer Songs einfach Zeit gelassen und haben alles in Ruhe angehen lassen. Auf „Soulwards“ sind Songs zu hören, welche wir schon vor 5 Jahren geschrieben haben und bis heute überdacht haben, es war also ein ganz natürlicher Prozess!
 
Was könnt ihr rückblickend über euer Debüt sagen? Wie sind eure Eindrücke heute, inwiefern hat es euch nach vorne gebracht?
Wir sind damals relativ unerfahren an die Sache rangegangen und wollten eigentlich ein Demo aufnehmen. Damals öffnete das Klangschmiede Studio gerade seine Pforten und dort gab es die Möglichkeit, dass auch Demobands relativ günstig aufnehmen konnten. Dadurch ergab sich die Kontakt mit Martin Koller (Prophecy Labelchef) und Markus Stock (Produzent und Kopf hinter Empyrium) und nach einigen Gesprächen wollten Prophecy diese CD dann sogar professionell veröffentlichen und nahmen uns unter Vertrag.
 
Scheint ja wie eine Geschichte aus dem ungeschriebenen Buch der Glücksfälle im Musikbusiness. Nun erscheint euer zweites Album, welches gegenüber dem Ersten doch recht unterschiedlich ausgefallen ist. Was gab euch den Anlass, euch in diese Richtung weiterzuentwickeln?
Diese Entwicklung hat sich im Prinzip einfach so ergeben. Ich glaube auch nicht, dass unser neues Album so unterschiedlich ausgefallen ist. Es haben sich zwar einige Dinge gewandelt und wir haben versucht, etwas direkter zu werden, dennoch denke ich, dass der Hauptunterschied in der erhöhten Professionalität liegt, mit der wir an die Sache herangegangen sind.
 
Meiner Einschätzung nach wart ihr auf eurem ersten Album noch sehr von Folkmelodien (wie Dimmu Borgir zur „Stormblast“-Ära) geprägt. Wo liegt eurer Einschätzung nach der Haupteinfluss bei Soulwards?
Den Vergleich zu Dimmu Borgir haben wir schon sehr oft gehört, es ist aber nicht so, dass die Band damals nur „Stormblast“ gehört hat, diese Folkmelodien haben uns damals einfach nur sehr zugesagt. Bei „Soulwards“ sind die Einflüsse jedenfalls modernerer Natur.
 
Stimmst du mir zu wenn ich sage, dass sich einige Riffs auf der neuen Scheibe nach Borknagar anhören?
Absolut! Ich gebe dir recht, wenn du Einflüsse von Borknagar heraushörst, auch Dark Tranquillity waren ein Einfluss für uns aber der entscheidende Unterschied zum Debüt ist, dass wir mehr unser Ding gemacht haben und unsere eigenen Ideen verwirklicht haben.
 
In welche Richtung werden sich Mysterium weiterentwickeln? Wurde schon eine konkrete Marschrichtung gewählt?
Schwer zu sagen, wie sich alles entwickeln wird. Das einzige, was mit Sicherheit erhalten bleibt, ist die Grundstimmung Mysteriums, die von dem Wechsel zwischen Aggression und Melancholie lebt und die wir auch immer beibehalten werden, da es für uns das ist, was Mysterium ausmacht. Auch werden die Songs in Zukunft etwas einfacher und direkter, andererseits aber auch komplexer werden.
 
Das hört sich nicht gerade danach an, als ob sich Mysterium denn nur auf Metal versteifen. Kann es denn sein, dass Mysterium irgendwann Metal-fremde Klänge intonieren werden?
Das ist natürlich immer schwer zu sagen. Innerhalb der Band hören wir natürlich längst nicht mehr nur Metal aber ich denke Mysterium werden immer eine Metal Band bleiben, da hier einfach unsere Wurzeln liegen.
 
Durch eure Weiterentwicklung hebt ihr euch wohltuend von all diesen gesichtslosen Bands ab, welche stilistisch gesehen auf der Stelle treten. Ich kann mir vorstellen, dass es viele Leute geben wird, die kein gutes Wort für euch oder eure Weiterentwicklung übrig haben. Wie steht ihr zu solcher Kritik?
Das ist uns völlig egal! Im Black Metal ging es doch immer darum, sein eigenes Ding durchzuziehen und nicht irgendwelchen Trends nachzueifern...im Black Metal geht es doch darum...mmh...mir fällt das Wort nicht ein...hilf mir mal...(gekonnt werfe ich das Schlagwort „sich über alles hinwegsetzen“ ein – d. Verf.)...jaa, genau das habe ich gesucht! Keine Musikrichtung hat die Chance, auf Dauer zu überleben, wenn die Musiker immer nur auf der Stelle treten und sich nicht weiterentwickeln.
 
Das ist mal eine Aussage, mit welcher sich die Band im selbsternannten „Underground“ zwar nicht viele Freund machen wird aber dennoch den Nagel auf den Kopf trifft und absolut meiner Meinung entspricht! Doch weiter geht’s: Für einige eurer Stücke konntet ihr Markus B von Autumnblaze gewinnen. Wie ergab sich diese Zusammenarbeit, ist doch seine Band Autumnblaze stilistisch recht weit von Mysterium entfernt.
Markus haben wir eigentlich erst über Prophecy kennengelernt, obwohl er nur eine Viertelstunde von uns entfernt wohnt. Nachdem wir uns einige Male getroffen hatten und auch mal ein Konzert zusammen gespielt haben entschieden wir uns dazu, Markus als Gastsänger für die Clean Vocals zu nehmen, da wir auch Autumnblaze sehr mögen. Zum einen, weil wir uns von den folkigen Einflüssen wegbewegen wollten, zum anderen weil ich mir selber eingestehen muss, dass ich nicht der beste Sänger bin (lacht). Als wir uns dann im Studio getroffen haben, haben wir auch eine gemeinsame Richtung gefunden. Wir wollten einerseits, dass seine Stimme nicht zu zerbrechlich klingt und sich andererseits besser in unseren Sound einfügt, was uns glaube ich sehr gut gelungen ist. Dennoch denke ich, dass ich auf der nächsten CD selbst singen werde aber man wird sehen, was die Zukunft bringt.
 
Jedenfalls ist dieser Gastauftritt sehr gelungen, ist es doch auch Markus’ Stimme, welche den druckvollen Kompositionen Mysteriums einen interessanten Gegenpol bietet. Besonders stechen für mich auf eurem neuen Album die beiden Hymnen „Sirrah“ und „Awaiting Thy Pentacle Aeon“ hervor, was sind denn deine Favoriten auf dem neuen Album?
„Awaiting Thy Pentacle Aeon“ ist auf jeden Fall auch mein Lieblingsstück! Vielen ist es allerdings zu komplex, „Sirrah“ hingegen wurde mir nun schon von mehreren als Lieblingsstück genannt! Viele sagen auch, dass sie sich erst reinhören mussten. Ob es nun gut oder schlecht ist, dass man eine Platte öfters hören muss, um sie zu verstehen sei dahingestellt, für mich ist meine Platte gut, wenn ich sie mir nach drei, vier Monaten noch anhören kann und immer noch recht zufrieden bin.
 
Neben der Musik scheint sich auch euer Textkonzept geändert zu haben, dennoch bewegen sich die Texte noch immer in einem mystischen, leicht okkulten und dunklen Kontext. Gibt es so etwas wie eine lyrische Grundaussage?
Bei „Soulwards“ (zu deutsch „Seelenwärts“) kann man schon von einem lyrischen Grundkonzept sprechen. Viele Texte greifen das Unterbewusste im Menschen, wie die Psyche oder die Träume, auf, dennoch handelt es sich nicht um ein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne, bei welchem ein Song zum nächsten führt.
 
Euer Bandname passt hervorragend zur Musik. Was assoziiert ihr mit eurem Bandnamen?
Der Name Mysterium entstand aus dem Gedanken heraus, da wir früher nur Mythen und Mysterien für unsere Texte benutzt haben, was inzwischen nicht mehr der Fall ist, da unsere Texte vielschichtiger und direkter geworden sind. Dennoch hat der Name musikalisch gesehen immer noch seine Berechtigung, weil unserer Meinung nach ganz gut verdeutlicht wird, dass die Musik von Mysterium einen atmosphärischen Charakter hat.
 
Nun erst mal genug zur Musik, kümmern wir uns einmal um die „Drahtzieher“, welche es Mysterium ermöglicht haben, „Soulwards“ zu veröffentlichen. Ihr seid seit eurem Debüt bei Prophecy unter Vertrag, Heimat zahlloser großartiger Bands. Habt ihr Favoriten aus dem Prophecy Stall?
Also, auf jeden Fall Autumnblaze! Dann natürlich Empyrium, die es ja leider nicht mehr gibt und Dornenreich, mit denen wir ja auch die Prophecy Herbstnächte 2001 gespielt haben.
 
Was könnt ihr über dieses Label sagen?
Wir sind auf jeden Fall zufrieden bei Prophecy. Auf der einen Seite ist es für uns vielleicht nicht ganz so optimal, weil wir eben eine Metalband sind und wir damit bei Prophecy neben Dornenreich so ziemlich allein auf weiter Flur stehen. Auf der anderen Seite sind wir eben nicht nur eine von vielen gesichtslosen Bands bei einem riesigen Label. Auch gehen viele Leute an Prophecy Bands mit ganz anderen Erwartungen ran, weil sie eben etwas besonderes erwarten.
 
Dies wohl zu Recht, handelt es sich bei Prophecy gottlob nicht um ein weiteres Label, welches Bands „am Fließband“ produziert und nur aufs schnelle Geld aus ist. Nun möchte ich von Sagron kurz ein Stichwort zu folgenden musikalischen Weiterentwicklungen:

Ulver „Bergtatt“ und „Silence teaches you how to sing“

Muss ich ehrlich sagen, dass ich die neuen Sachen noch nicht sehr intensiv gehört habe. Ich finde es auf jeden Fall mutig!
 
Empyrium “A wintersunset” und “Weiland”
Oh je, da muss ich aufpassen, falls der Markus (Stock – Empyrium) das liest! Ich finde beide Platten sehr sehr gut wobei die Weiland noch einen dichteren Charakter hat.
 
In The Woods... “HEart Of The Ages” und “Three times seven…”
Die neuen Sachen gefallen mir auf jeden Fall besser! Gute Weiterentwicklung!
 
Dimmu Borgir “Stormblast” und “Puritanical…”
Auch wenn mir die alten Dimmu Borgir Sachen gut gefallen muss ich sagen, dass mir die neueren Alben einfach besser gefallen, vom Songwriting her und allgemein!
 
Interessante Einblicke! Inwiefern ist Weiterentwicklung mit musikalischer Entfaltung verbunden? Wie wichtig stuft ihr Weiterentwicklung ein?
Weiterentwicklung ist sehr wichtig, da man von überallher neue Aspekte erhält, die man natürlich auch bei der eigenen Musik verwenden will. Insofern ist Weiterentwicklung auf jeden Fall etwas positives. Eine Band, die sich nicht weiterentwickelt langweilt mich einfach! Musik ist schließlich etwas, wobei man sich selbst entfalten sollte und falls das nicht der Fall ist, verkommt sie schnell zu etwas handwerklichem. Da könnte ich genauso gut Golf spielen.
 
geführt am 22.04.2003   von Björn Springorum
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musikalischer Background des Verfassers
Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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6. Häive "Mieli Maasa"
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3. Summoning "Dol Guldur"
4. Ulver "Bergtatt"
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6. Yann Tiersen "Die fabelhafte Welt der Amelie"

[ Seit dem 22.11.03 wurde der Artikel 4791 mal gelesen ]
 
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