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Mono Inc. "Mono Inc.: „ein Spiegel Der Zweideutigkeiten“"
Während der Veröffentlichungstermin von „After the War“, des neuen Albums der Gothic-Rocker von Mono Inc., unablässig näher rückt, geben sich diese heute noch einmal die Ehre beim Rock im Betonwerk nahe Chemnitz. Leider hat sich das Navi des Tourbusses einen Streich erlaubt und das umtriebige Quartett auf eine unfreiwillige Rundfahrt durchs schöne Sachsen geschickt, so dass die Truppe erst mit Verspätung erscheint. Dies hat zur Folge, dass der geplante Interviewtermin nun erst nach dem Konzert wahrgenommen werden kann, nichtsdestotrotz präsentieren sich Gitarrist Carl Fornia und Bassist Manuel Antoni quicklebendig und bester Laune.
Weitere Infos zu MONO INC.:
REVIEWS:
MONO INC. Temple Of The Torn
MONO INC. Teach Me To Love
MONO INC. Pain, Love & Poetry
MONO INC. Voices Of Doom
MONO INC. Comedown
INTERVIEWS:
MONO INC. - Goth´dark´industrial Made In Germany!
MONO INC. - Im Positiven Stress
MONO INC. - Zusammenhalt, Spaß, Viel Rock …und Eine Zicke:-)
MONO INC. - On The Road Again!
MONO INC. - Viva Hades - Den Gedankenspielen Freien Raum!
MONO INC. - Ein Weihnachtliches „nach-hause-kommen“
MONO INC. - Mono Inc.: „ein Spiegel Der Zweideutigkeiten“

Mensch Mono Inc., eigentlich wollte ich ja wissen, ob ihr guter Dinge für die heutige Show seid, nun kann ich ja stattdessen fragen: Wie war es?

Manuel: Gut! Doch, es war wirklich schön, die Leute haben auch gut mitgemacht, und ich fand es auch schön mal neue Gesichter zu sehen.

Ende letzten Jahres zum Darkstorm-Festival habe ich zuletzt den Carl interviewt. Nun ist bereits wieder August und es gibt ja wieder einiges zu berichten, nicht?

Manuel: Ja, das stimmt, du sprichst bestimmt auf den 17. 08. an, wo unser neues Album kommt, After the War.

Ihr seid ja auch generell wieder voll in Fahrt, ihr lasst kein Festival aus, und letzte Woche wart ihr auf dem Wacken. Wie wurdet ihr denn von den Metalheads aufgenommen?

Manuel: Oh ja, und nächste Woche Summerbreeze! Es war richtig gut, da waren wirklich alle Hände oben, achttausend Leute schätze ich, weiß ich aber nicht genau. Die Halle fasst glaub ich Neuntausend und war schon recht voll. Mono Inc.-TV müsst ihr mal anschauen, das war echt gut.

Ja, das habe ich bereits getan! Ihr habt ja außerdem euer bandeigenes Festival bestritten, das Dark End, und das scheint ja ein voller Erfolg gewesen zu sein, wenn es im Dezember gleich mehrfach wiederholt wird.

Manuel: Das war von Anfang an so geplant, dass wir mehrere Shows machen, muss ich dazu sagen. Allerdings läuft es wirklich gut, und ich würde jetzt auch so langsam Tickets kaufen! Sonst ist es ausverkauft und dann steht ihr da!

Ja, wir haben gerade eben schon darüber gesprochen! Beim letzten Interview erzählte mir Carl auch, dass ihr auch in neue Gebiete wie Skandinavien und den Benelux vordringen wollt?

Manuel: Ja, wir sind jetzt bei Rookies & Kings, und die kümmern sich darum. Es geht auch demnächst schon los, wir spielen zum Beispiel in London. Ah, der Carl kommt auch gerade, sehe ich.

Carl: Hey, euch kenn ich doch!

Manuel: Die Niederlande sind dabei, und weitere Länder sind natürlich noch geplant.

Dafür dürfte ja auch euer neuer Plattenvertrag mit SPV hilfreich gewesen sein?

Manuel: Richtig, die sind unter anderem auch dafür zuständig.

Und die Tour zum neuen Album, wird die vielleicht diesmal für Live-Aufnahmen genutzt?

Manuel: Das ist mir nicht bekannt, deshalb gehe ich mal nicht davon aus.

Carl: Ich glaube nicht, also bevor wir nicht in Arenen spielen, machen wir das nicht!

Manuel (lacht): Aber das kommt bestimmt noch. Wir haben schon mal darüber gesprochen, dass wir vielleicht so 2019, vielleicht ja auch früher, mal etwas daran machen.

Zumindest Martin hat sich zwischen all den Aktivitäten eine kleine Auszeit genommen, wie man über die Homepage erfahren konnte, er war in Namibia. Gab es auch für die Anderen etwas Freizeit?

Manuel: Für mich gab es schon seit 2005 keine Freizeit mehr! Der Carl lässt es sich da ganz gut gehen, glaube ich.

Carl: Ja, ich war unterwegs mit der Familie, zwei Wochen außer Landes. Naja, und ansonsten haben wir immer mal ein paar Tage Freizeit zwischen Studio und irgendwelchen anderen Aufnahmen, man hat jedenfalls immer ein paar Tage zum Herunterkommen. Wenngleich, so richtig Urlaub haben wir nicht gemacht seit „Temple of the Torn“, oder?

Manuel: Ja. Aber nächstes Jahr plane ich einen.

Carl: Na, aber dann komm ich dazwischen mit einer neuen Scheibe! (lacht)

Manuel: Wahrscheinlich. Irgendetwas ist ja immer.

Schafft man es während des Urlaubs eigentlich wirklich, mal komplett abzuschalten, oder ist es nicht doch so, dass man sich immer wieder denkt „Na, bei der Zeile könnte man ja noch etwas machen“ oder „Das hier wäre doch eine Idee“?

Carl: Das schafft man nicht, und man will es auch gar nicht. Denn das was wir hier machen, diesen Traum den wir leben, der ist so vordergründig dass du gar keine Lust hast, davon Abstand zu nehmen. Es nervt uns ja nicht, denn wir sind keine Band die seit zwanzig Jahren zusammen unterwegs ist und wo jeder sagt: Ich brauch mal meine Privatsphäre, ich muss mal ein Jahr für mich sein, durch Indien laufen oder mit dem Fahrrad fahren oder so. Wir leben unseren Traum, genießen die Gesellschaft und die Umgebung der Fans. Was kann es Schöneres geben? Kein Urlaub kann im Grunde mehr Spaß machen als das was wir mit der Band erleben.

Manuel: Eben, das ist ja auch viel zu spannend!

Carl: Es gibt gar keine Notwendigkeit dafür. Wir machen ja eigentlich „Urlaub“ – auf so ein Festival zu kommen wie heute, zu spielen, alle Hände oben, die Leute feiern… was kann es Schöneres geben? Manuel?

Manuel: Joa… nix! (lacht)

Carl: Mallorca oder Florida, ist das schöner?

Manuel: Wahrscheinlich anstrengender, weil man da kein betreutes Wohnen hat.

Zumindest können wir bald das Ergebnis eurer Kreativität bestaunen, und das heißt „After the War“. Der Titeltrack ist diesmal ein Cover von Gary Moore, was ich eher ungewöhnlich fand. Wie kam es zu der Wahl?

Carl: Das war ja ein absoluter Zufall gewesen. Der Albumname stand zuvor. Es gab „Viva Hades“, das Gefühl innerhalb eines Gefechts zu sein, innerhalb einer Situation in der sich die Menschheit selber zerfleischt, und das Album danach war sozusagen die Stufe danach. Irgendwie kamen wir dann auf diesen Namen. Da ich schon in meiner Jugend Gary Moore gehört habe, fiel mir ein, der hatte mal einen Song gemacht der so hieß, was aber kein signifikanter Erfolg war. Aber nicht so wie andere Bands, die strategisch irgendeinen 20 Jahre alten Megahit nehmen und den neu auflegen, haben wir einfach gesagt: Es gibt da diesen Song, lasst uns den mal spielen. Das kam dann so gut, dass wir gesagt haben, diesen Song kann man nicht neu schreiben, nicht besser machen als er schon war. Den nahmen wir so wie er ist. Kurioserweise ist das oft so, wenn wir Sachen umlegen in Arrangements von Mono Inc., wenn Martin singt, Manu Bass spielt, Katha Schlagzeug und ich dazu Gitarre, dann klingt das halt auf einmal so wie wir. Und da dachten wir, wir schreiben hier nichts Neues, sondern nehmen den Song von Gary Moore. Dass das nun zufällig mit seinem Ableben übereinstimmt und wir dadurch eine Hommage an ihn abliefern, ist natürlich doppelt elegant. Aber das war absolut ungeplant, und am Ende eine gute Entscheidung. Und wenn wir heute gesehen haben, wie der Titel abrockt, dann kennen ihn vielleicht doch ein paar Leute.

Um welche Art von Krieg handelt es sich in dem Stück? Der Text ist ja durchaus etwas vielseitiger interpretierbar.

Carl: Zu Garys Zeiten ging es eindeutig um Nordirland, zu unserer Zeit geht es jetzt um Syrien, wenn wir tagesaktuell denken. Es ging, als wir vor einem halben Jahr darüber nachdachten, den „Arabia“-Clip in Tunesien zu drehen, um die Unruhen dort und in Kairo. Es steht ja derzeit nie still. Wir in Deutschland leben in einer Scheinwelt, einer wunderbar friedlichen Blase, aber überall auf der Welt stehen UN-Truppen, stehen auch deutsche Soldaten. Wir glauben nur, dass alles Friede Freude Eierkuchen ist, aber es ist ja echt viel los auf der Welt. Wenn du dir Statistiken anguckst, gab es noch nie mehr Brandherde auf der Welt als aktuell. Das heißt, so ein Titel ist mitten aus dem Leben gegriffen. Wir verstehen uns nicht als eklatante Weltverbesserer, aber wir müssen wenigstens mal darauf hinweisen, was so los ist auf der Welt.

Da hast du mir ja meine letzte Frage schon fast wieder weggenommen. Und zwar wollte ich noch einmal auf die neue Single „Arabia“ zu sprechen kommen und wollte wissen, wo es gedreht wurde und worum sich der Text dreht.

Carl: Tja, ich kenn dich halt! Gedreht wurde es in Tunis, der Hauptstadt von Tunesien. Der Titel ist schon älter, aber inspiriert durch die ganzen Vorfälle, angefangen bei Salman Rushdie bis hin zu aktuellen Erlebnissen. Somit ist er ein Spiegel für die ganzen Zweideutigkeiten im arabischen Gedankengut – ich sage das ganz offen, auch wenn ich jetzt wahrscheinlich Personenschutz beantragen muss. Auf der einen Seite ist alles dem Glauben geschuldet, auf der anderen Seite wird aber die Menschheit nicht berücksichtigt, und die Leute massakrieren sich selbst weil sie irgendeinen höheren Gedanken verfolgen. Wenn man die ganzen Aufnahmen sieht aus Kairo, Tunis und dem nahen Osten, dann musst du einfach irgendwann darauf eingehen. Wir sind unvernünftig genug gewesen, einen Flug zu buchen um nach Tunis zu fliegen, und dann hatten wir genau das was wir sonst nur aus den Nachrichten kennen: Ausgangssperre im Hotel, Drehverbot trotz vorheriger Genehmigungen, Bedrohungen durch die Staatsgewalt, in Form von Polizisten und Soldaten.

Manuel: Auch die Bürger wollten uns mit Steinen bewerfen.

Carl: Und das eben auch noch, weil sie wohl dachten, Leute die so aussehen wie Mono Inc., können ja nur Männer lieben. Es war extrem offensichtlich zu spüren, wie zweideutig diese ganze Weltanschauung ist, und dies gab uns so viel Inspiration für diesen Song. In der Gefahr natürlich auch, dass es uns irgendwann zum Nachteil gereicht. Aber raus musste es trotzdem.

Gut, dann bin ich nun durch mit meinen Fragen und danke euch vielmals für das Interview!


An dieser Stelle auch ein Dankeschön an die Rahel fürs Fotografieren!


Dieses Interview wurde geführt und geschrieben von meinem Kollegen Laughing Moon und von mir nur veröffentlicht!

Foto v.l.n.r. Manuel, Laughing Moon und Carl


MONO INC. im www:

Diskographie:

Head Under Water – 2004
Temple Of Thorn – 2007
Pain, Love & Poetry – 2008
Voices Of Doom – 2009
Viva Hades – 2011
After The War - 2012

FESTIVALS

15.09.2012 BG-SOFIA • Intro Festival

MONO INC. After The war Tour Tickets
Support Unzucht

02.10.2012 Kiel • Max
03.10.2012 Braunschweig • Meier Music Hall
04.10.2012 Bremen • Modernes
05.10.2012 Berlin • Huxley's neue Welt
06.10.2012 Oberhausen • Turbinenhalle
11.10.2012 Nürnberg • Hirsch
12.10.2012 A-Wien • Szene
13.10.2012 Dresden • Tante Ju
19.10.2012 Kaiserslautern • Kammgarn
20.10.2012 CH-Pratteln • Z7
21.10.2012 Frankfurt am Main • Batschkapp
22.11.2012 NL-Rotterdam • Baroeg
23.11.2012 GB-London • Underworld
24.11.2012 NL-Enschede • Atak

DARK END FESTIVALS

26.12.2012 LEIPZIG • Werk II
27.12.2012 MÜNCHEN • Backstage
28.12.2012 STUTTGART • LKA
29.12.2012 KÖLN • LMH
30.12.2012 HAMBURG • Docks





geführt am 17.08.2012   von Gelal
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[ Seit dem 17.08.12 wurde der Artikel 3431 mal gelesen ]
 
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