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Subway To Sally "Schwarz In Schwarz: 24.08.2012 Live In Fulda"
Nach etwas mehr als 6 Jahren Abstinenz sind SUBWAY TO SALLY mal wieder in Fulda zu Gast, um ihr neues Album "Schwarz in Schwarz" im barocken Schlosshof vorzustellen. Wie verabredet holt mich um 16.00 Uhr Tourmanager Frank am Eingang ab. Auf der Bühne laufen derweil die letzten Vorbereitungen für den Soundcheck der Potsdamer. Trotzdem nimmt sich Eric Zeit für meine Fragen. Bei herrlichem Spätsommerwetter lassen wir uns im benachbarten Schlossgarten nieder und starten mit dem Gespräch...
Weitere Infos zu Subway To Sally:
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Subway To Sally - Schwarz In Schwarz: 24.08.2012 Live In Fulda
LIVE-BERICHTE:
Subway To Sally vom 30.12.2002
Subway To Sally vom 15.04.2014

Eric, ihr wart ja seit 2006 nicht mehr in Fulda. Warum hat es denn bis 2012 gedauert?

Naja, wir haben uns ja grundsätzlich etwas rarer gemacht in den letzten Jahren. Der Legende nach sind wir die am meisten tourende Band in Deutschland. Das stimmt auch so für die Zeit von 1997 bis 2001, da haben wir bis zu 130 Konzerte im Jahr gespielt. Glücklicherweise hat sich das mit den Zuschauerzahlen auch sehr gut entwickelt. Wir haben ja auch jedes Jahr zur Adventszeit unsere „Eisheilige Nacht“-Tournee etabliert, da kommen manchmal bis zu 3000 Zuschauer. Bei den Hallenkonzerten geht es auch in Richtung 2000 Leute. Das kannst du natürlich nur durchhalten, wenn du nicht überall spielst. Also triffst du eine Auswahl, die auch etwas mit regionalen Aspekten zu tun hat. Und wenn Frankfurt und Würzburg dabei sind, dann fällt Fulda halt hinten runter. Es gibt auch andere Gründe für oder gegen einen Ort, aber die spielen hier keine Rolle für Fulda. Ich freue mich sehr, mal wieder mit SUBWAY TO SALLY hier zu sein. Das mit dem Schlosskonzert und dem Package mit SALTATIO MORTIS ist eine gute Gelegenheit, sich mal wieder zu zeigen. Wir spielen die „Schwarz in Schwarz“-Show, die ist wirklich sehenswert und damit werden wir uns bei den Fuldaern wieder gut zurückmelden.

Weil du gerade den Schlosshof ansprichst: hattet ihr denn heute Zeit, euch mal das Barockviertel anzuschauen?

Das habe ich mir schon zu anderer Gelegenheit anschauen können. Ich war ja nach dem letzten SUBWAY TO SALLY-Konzert in 2006 mehrere Male mit meinem Soloprojekt hier, und da habe ich viel mehr Zeit für so etwas. Von daher kenne ich das und mag das auch sehr, den Dom, den Schlossgarten, etc. Bei einem SUBWAY TO SALLY-Konzert hingegen bin ich den ganzen Tag verplant, da gibt es eine Bandsitzung, jetzt machst du ein Interview mit mir, gleich ist Soundcheck, danach kommt noch ein weiterer Journalist, also ich habe das Areal heute noch nicht verlassen können. Das ist echt harte Arbeit, Alter.

Okay, kommen wir mal auf die letzten beiden Alben zu sprechen. Gibt es da den einen oder anderen Song, den du mal besonders hervorheben möchtest, sei es wegen seines Textes oder seiner Musik?

Nein, so etwas mache ich grundsätzlich nicht. Unsere Alben sind nicht wie bei einer Pop-Band nur darauf beschränkt, dass nur ein Hit dabei ist und deswegen kauft man das Album. Auf unseren Alben ist jedes Stück wichtig. Oft haben sie auch inhaltlich einen roten Faden, so wie bei „Schwarz in Schwarz“. Okay, „Bastard“ war mehr so ein Nummernprogramm, mit ein paar wirklich schönen Songs dabei, von denen ich keinen missen möchte. Insofern fällt es mir schwer, da etwas hervorzuheben. Eine kleine Anekdote zu „Schwarz in Schwarz“: titelgebend ist ja „Das schwarze Meer“ und dieser Song wurde durch eine Konzertsituation inspiriert. Als wir vor zwei Jahren auf dem Summerbreeze gespielt haben, waren hunderte Crowdsurfer auf dem Weg zur Bühne und im Dunkeln sahen die aus wie kleine Boote, die auf uns zutreiben. Daraus entstand der Song „Das schwarze Meer“ . Als wir vor zwei Wochen wieder dort gespielt haben, da haben wir den Song natürlich wieder gebracht und das war ein Riesengefühl. Es waren wieder etliche Crowdsurfer unterwegs, die Leute haben sich daran erinnert und von so vielen Leuten eine Reaktion zu bekommen ist dann alle Mühen wert, denn wir haben ihnen den Song ja quasi auf den Leib geschrieben. Wir haben da auch fast die ganze neue Platte gespielt, und ich muss sagen, dass die neuen Nummern bei den Leuten richtig gut angekommen sind.

Rechnet ihr euch nach all den Jahren eigentlich noch so der Mittelalter-Szene zu oder seid ihr jetzt langsam im Rockbereich angekommen?

Wir sind bei SUBWAY TO SALLY angekommen (lacht). Ich werde nicht müde, das zu betonen. Sollen die Leute doch ein Etikett draufklatschen. Ich glaube, dass es mittlerweile genügend Fans in diesem Land gibt, die wissen, wer wir sind und was für Musik wir machen. Wir spielen in Wacken und beim Summerbreeze, das sind Metalfestivals. Wir spielen auf dem M’era Luna, das ist das grösste Gothic-Festival hier. Wir spielen auf der Burg Abenberg beim Feuertanz-Festival, das geht eher in die mittelalterliche Richtung. Man sieht also, wir können gar nichts falsch machen, sondern können unseren Stiefel, der viele Facetten hat, ganz locker durchziehen. Entscheidend ist aber das Gesamtevent, die Leute wollen eine ehrliche Show sehen, mit ehrlicher Arbeit und ehrlicher Musik, die nicht aufgesetzt ist, sondern die von innen kommt. Nur wenn sie sehen, dass es den Musikern Spass macht, dann funktioniert es. Und dann ist es auch egal, welches Etikett man draufgeklebt hat.

Weil du gerade von Festivals gesprochen hast: es ist doch bestimmt ganz schön hart, aus allen euren Songs immer ein Programm zu stricken, das jedem gerecht wird?

Ja gut, je mehr Hits man hat, desto schwieriger wird es (lacht). Aber wir können je nach Festival-Ausrichtung, wie ich eben aufgezählt habe, immer die passenden Songs aus dem Fundus auswählen. Bei Wacken ist das Programm natürlich metallischer, bei Burg Abenberg gehen wir dann zurück auf 3/4 oder 6/8 Nummern mit mehr akustischer Instrumentierung, das liegt zum Glück alles in unserer Macht. Aber generell verbringen wir auch oft Zeit damit, darüber zu diskutieren, ob ein bestimmter Song gespielt wird oder nicht. Es gibt natürlich auch Songs, die die Leute immer hören wollen, obwohl man sie selber vielleicht gar nicht mehr spielen will. Ich schreibe gerade an einem Buch und habe mal durchgezählt, wieviele Konzerte wir bisher gespielt haben. Wir stehen kurz vor dem eintausendfünfhunderten Konzert. Daraus kann man locker ableiten, dass manche Songs aus unserer Frühphase mehr als tausend mal bereits live gespielt wurden. Und dann ist es vielleicht verständlich, dass ein Titel wie z.B. „Ohne Liebe“ nicht immer nur auf Zustimmung stösst. Aber wir haben ja auch eine gewisse Verpflichtung, und unsere Fans wollen den oder andere Songs halt bei jedem Konzert hören. Wenn die Spielzeit auf 60 oder 90 Minuten limitiert ist, dann müssen wir uns auch öfter schmerzlich auf den einen oder anderen Song verzichten.

Ihr spielt ja auf vielen Metalfestivals, gibt es denn da eine Band, die es euch besonders angetan hat?

Es ist schon so, dass man auf Festival die eine Band mehr wahrnimmt als die andere. Das ist z.B. so, wenn man am Autogrammstand sitzt und dabei eine Gruppe hört, die in dem Moment auf der Bühne spielt, dann können die einen schon durch ihren Sound und ihre Performance beeindrucken. Von den altbekannten Bands möchte ich nicht reden, da wissen wir was die können. Von den neuen Bands hat mich dieses Jahr eine beeindruckt, ich weiss nicht wielange die schon im Geschäft sind, aber sie wirkten sehr frisch. Sie heissen WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER, von der Musik und der Performance waren die wirklich sehr gut.

Seid ihr aktuell denn schon wieder damit beschäftigt, neue Songs für das nächste Album zu schreiben oder ist jetzt erstmal touren angesagt?

Das kann man nicht so genau sagen. Als Musiker schreibt man immer Songs, mehr oder weniger. So ein Titel hat eine lange Entstehungsphase. Es kommt absolut selten vor, dass man innerhalb eines Tages einen Song inklusive Text fertig schreibt. Man muss dem Ganzen Zeit geben und der Sommer ist eine gute Zeit, um Ideen auch erstmal sacken zu lassen. Wir sind momentan meist an den Wochenenden unterwegs und da macht sich unter Woche schon mal die Lust breit, sich an einen neuen Song zu setzen oder zumindest einige Ideen auszuarbeiten. Ansonsten machen wir es eher so, dass wir eine konzentrierte Demophase ausrufen. Das ist dann meistens ein Jahr vor dem nächsten Veröffentlichungstermin, der für 2014 geplant ist. Dann bereitet erstmal jeder seine eigenen Ideen auf und anschliessend bilden wir Grüppchen, die das alles weiter ausarbeiten. Das ist schon ein sehr langwieriger Prozess. Die eigentliche Produktion startet ein halbes Jahr vor dem Veröffentlichungstermin und da kann dann noch Entscheidendes passieren. Um auf deine Frage nochmal explizit zurückzukommen: wir schreiben momentan eigentlich keine Songs, aber irgendwie doch (lacht).

Simon hat ja seine eigene Metalband nebenher, du hast dein Soloprojekt und Bodenski schreibt Bücher – welchen Nebenbeschäftigungen gehen denn die anderen Kollegen so nach, wenn bei SUBWAY TO SALLY mal gerade nichts ansteht?

Ja gut Ingo z.B. ist sehr gefragt als Filmkomponist oder jemand, der besondere Instrumente einspielt, mischt oder produziert auch mal junge Projekte. Unser Drummer Simon hat neben seiner Band auch noch ein Studio, in dem er andere Gruppen produziert. Ja, und alle anderen sind voll in das Wirtschaftsunternehmen SUBWAY TO SALLY eingebunden. Wir haben ja eine eigene Plattenfirma sowie eine eigene Merchandising-Firma. Da ist sehr viel zu tun. Zum Glück haben wir mit unserem Bassisten Sugar Ray jemanden, der ein gewisses Finanz-Gen besitzt und sich um die finanziellen Belange kümmert. Ich könnte sowas nicht machen, denn ich bin kein Buchhalter (lacht). Ja, und so hat jeder seine Aufgabe zu tragen. Ich mache halt noch mein Solo-Projekt.

Glaubst du, dass ihr in zehn Jahren immer noch Musik macht oder seid ihr dann eher hinter der Bühne oder im Studio tätig?

Keine Ahnung, frag‘ mich mal in zehn Jahren (lacht). Ich habe im Moment gar keinen Anlass daran zu denken, was mit der Band in zehn Jahren ist. Okay, wir sind Mit-Vierziger, das ist kein Geheimnis, aber momentan ist alles sehr harmonisch. Wir haben eine tolle Platte gemacht, und ich habe das Gefühl, dass die nächste ebenso gut wird. Es stehen noch coole Projekte an in diesem Jahr, wir bringen ein Buch heraus, dann kommen die „Eisheiligen Nächte“, also von daher läuft alles bestens.


Vielen Dank an:

Sandra Eichner (Rosenheim Rocks)
Frank Babrikowski (Tourmanagement)


geführt am 26.08.2012   von Armin
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