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Autumn Death "Rockende Lehrer Und Viel Rotwein"
„Autumn Death“ entstanden im Dezember 2000 mit dem Ziel einfach nur gute Musik, ohne jegliche kommerzielle bzw. trendbezogenen Hintergründe zu machen. Das Angedachte entwickelte sich zu einem Konzept, welches auf der hervorragenden Scheibe „a life a love a tragedy“ umgesetzt wurde. Zeit die Band näher kennenzulernen. Gary Sailer, Gitarrist und Sänger war mein Gesprächspartner.
Weitere Infos zu Autumn Death:
REVIEWS:
Autumn Death A Life A Love A Tragedy
INTERVIEWS:
Autumn Death - Rockende Lehrer Und Viel Rotwein

Wann und wie beginnt die Geschichte von Autumn Death ?
Sie beginnt bei unserem Keyboarder Niki und mir. Wir sind seit vielen Jahren befreundet und haben gemeinsam immer wieder in verschiedenen Bandprojekten mitgewirkt. Bis wir eigentlich 2000 mit dieser CD unser musikalisches Schaffen manifestieren wollten, um auch mal was in den Händen zu halten. Es war ursprünglich nicht als Bandprojekt angelegt ... das hat sich einfach so entwickelt. Unseren damaligen Sänger hab ich in einer Kneipe angesprochen als ich mitgekriegt hab, dass er klassischen Gesang studiert. Und er hat dann unsere jetzige Sängerin Annette einfach mitgebracht. Floh am Bass ist einfach der Bruder von Niki und als wir dann beschlossen das Projekt als Band weiterzugestalten, war es klar ihn mit ins Boot zu holen. Tja das war es dann auch ...
 
In welchem musikalischen Spektrum siedelt Ihr Euch selbst an? Wie definiert Ihr Euere Zielgruppe?
Unsere Zielgruppe sind wir! Es ist unsere Musik. Wir machen sie in erster Linie für uns und uns muss sie gefallen. Es gibt keine fokussierte Zielgruppe - jedem dem es gefällt, der ist herzlich eingeladen ...
 
Bei eBay habt ihr Eure CD "A life..." mit dem Begriff "Edenbridge" eingestellt. Ein guter Zug, um auf die Band aufmerksam zu werden. Aber mit den Ösis habt ihr musikalisch nicht sehr viel gemeinsam.
Das war die Idee von Tom der sich bei uns um die ganzen "geschäftlichen Belange" der Band kümmert. Wir hatten noch Restbestände unserer Erstpressung und die wollten wir an den Mann bzw. an die Frau bringen, um die Pressungskosten zu minimieren. Mit Edenbridge ... hmm ... hab ich mir eigentlich noch gar nicht so richtig angehört. Leider komme ich wenig dazu andere Musik zu hören, da ich viel im Studio sitze...
 
Was tut Ihr denn sonst noch, um die CD unters Volk zu bringen? In Magazinen und Webzines seit Ihr nur vereinzelt zu finden.
Leider tun wir da noch viel zu wenig, aber es entwickelt sich. Wir verkaufen sie halt auch noch wenn wir spielen und sie ist in einigen Musikforen eingetragen. Ansonsten gibts bis jetzt keine weitere CD-Promo. Nach dem Konzert in Berlin (war am 30.04.2003 - der verf.) wirds ein Interview im Recordcaster-Radio geben und in Bremen ist auch irgendwie noch ein Interviewtermin im Radio. Wir arbeiten dran...
 
Soweit ich die Reaktionen überblicken kann und meine eigene Meinung einbeziehe: "A life..." wurde durchweg sehr positiv beurteilt. Da müssten doch auch Labels auf Euch aufmerksam geworden sein?
Tja ... hmm ... aufmerksam schon ... Aber Konkretes hat sich nicht ergeben. Irgendwie habe ich gerade mal wieder den Eindruck, dass die Labels lieber auf Altbewährtes setzen, ihre alten Rockschoten rauskramen und lieber das promoten, um vielleicht ein paar alte Fans zu motivieren als langfristig neue Bands mit einer eigenen Musik- und Fanstruktur aufzubauen. Zeitgleich beklagt sich aber die Industrie dass sich die Musikhörer mit nix mehr identifizieren. Mit was denn auch wenn hauptsächlich Eintagsfliegen gepuscht und dann wieder in die Mülltonne getreten werden? Das Problem der Musikindustrie ist hausgemacht!
 
Gehen wir mal etwas tiefer: Das textliche Konzept Euerer aktuellen CD - eine Geschichte, in der die psychologischen Hintergründe eines Doppelmordes verarbeitet werden - beruht auf Tatsachen?
Klar ist das geschehen. Wir haben es dramaturgisch aufbereitet, damit es noch beklemender zu wirkt. Aber dieser Mord hat sich tatsächlich ereignet und zwar in einem Haus in dem Niki und ich unseren gemeinsamen Proberaum hatten ...
 
Sieht man mal vor der persönlichen Verbindung zu diesem Ereignis ab: Bedarfs es einer bestimmten Stimmung um solche Lyrics bzw. die Songs dazu zu schreiben?
(lächend): saugute Freunde ... einen Keller ... und viel Rotwein Bei "a life a love a tragedy" haben wir uns regelmässig im Keller verschanzt, meistens begleitet von gutem Rotwein. (lacht) Generell ist es aber dann so, dass Niki das eigentliche Ausarbeiten der Ideen, das Arrangieren der Drums und das Anlegen der orchestralen Strukturen übernimmt und damit auch den wesentlichen Songwriting-Part ausfüllt. Ich bin dann damit beschäftigt im Studio die Gitarrenarrangements einzuflechten, Verfeinerungen an den Drums vorzunehmen und die Soundstruktur aufzubauen. Dann versuche ich zusammen mit Annette den Gesang in die Songs einzubetten und der emotionalen Ausarbeitung und Umsetzung viel Gewicht zu geben. Für die neue CD hat Niki schon wieder gewaltig vorgelegt aber auch Floh, unser Bassist steigt mehr und mehr ins Songwriting mit ein. Ich denke es wird da noch viele Überraschungen geben. Insgesamt werden wir versuchen noch mehr als Bandgemeinschaft am Songwriting zu arbeiten. Aber ich denke dazu ist auch noch genügend Zeit, schließlich sind wir ja noch nicht allzulange in dieser Besetzung zusammen.
 
Aus Deinen Worten entnehme ich, dass Ihr auch in Zukunft mit einem japanischen Drummer arbeiten? Ist Geschmackssache. Wie Du weisst, denke ich, dass ein organisches Drumming besser passen könnte.
Ja, wir arbeiten weiterhin mit einem Drumcomputer. Wir proben eigentlich jeder für sich alleine, d. h. jeder bekommt von mir aus dem Studio eine CD, auf der genau sein Part fehlt, um damit zu üben. Mit einem real Drummer musst du einfach viel gemeinsam proben und wir wohnen alle sehr weit auseinander. Tja und ausserdem find mal einen Schlagzeuger in der Leistungsklasse eines Portnoy (Dream Theater). Einen, der einfach so mitspielt und mit DER Perfektion arbeitet. Wir haben also nix gegen Drummer, sondern es ist eher ein logistisches Problem das auch mit dem dezentralen Songwriting zusammenhängt.
 
Gehen wir mal einen Schritt weiter zu den Personalien. Auf dem "A life..." Album übernahm Michael Dreher noch die männlichen Vocals. Wer wird diesen Part nun übernehmen oder plant Ihr ausschließlich auf die Stimme von Annette zurück zu greifen?
Die männlichen Lyrics werden im Studio von mir übernommen. Allerdings bin ich live so mit meiner Gitarrenarbeit beschäftigt, dass in diesem Falle meine Lyrics vom Band kommen. Annette wird gesanglich natürlich jetzt wesentlich mehr im Focus unserer Musik stehen.
 
Du hast mit dem Studio schon angedeutet, dass Ihr schon wieder an neuem Material arbeitet. Wie wird sich die nächste CD anhören? Wird es sich wieder um ein Konzeptalbum handeln?
Es gibt ein Konzept. Aber dieses Konzept wird sich diesmal nicht chronologisch in der Songreihenfolge widerspiegeln, sondern offener sein. Es gibt also ein Dachthema und die Songs behandeln jeweils eine andere Spielart davon. Das Konzept setzt sich mit den Abgründen der Menschheit auseinander.
 
Also ein ähnlich düsteres Soundkonzept...
Vom Soundkonzept her wird sich die neue CD aggressiver und moderner anhören. Es werden weniger "classic touched" Parts darin zu finden sein. Allerdings entwickelt sich als Gegengewicht ein noch komplexeres und aufwendigeres Songwriting mit einer fast "Musical"-ähnlichen Struktur.
 
Also eine weitere ungewöhnliche Ausrichtung, auf die wir gespannt sein dürfen. Wie seht Ihr vor diesem Hintergrund -also die nicht vorhandene Trendanbiederei-die Zukunft der Band?
Ich würde sagen wir arbeiten hart daran unsere musik noch besser und professioneller zu machen. Das ist unser Ziel. Wenn sich daraus etwas ergibt erfüllt sich ein Traum. Aber es steht kein "Muss" hinter der Idee professioneller Musik sein.
 
Wie laufen den Euere Live-Auftritte ab, welches Publikum zieht Ihr an und wie ist die Atmosphäre?
Also unser Publikum ist total bunt. Von Gothic, Rock und Speedmetal Publikum ist alles vertreten. Lediglich die Techno und Pop Leute sind in der Unterzahl. (lacht) Wir legen sehr viel Wert auf eine aufwendig gestaltete Lightshow. Es ist schon wichtig die Stimmung auch über die Optik umszusetzen und die Musik in Szene zu setzen. Und Langeweiler sind wir alle nicht auf der Bühne. Um es einfach zu sagen ... wir leben unsere Musik. Einfach kommen und sehen... (lächelt)
 
Gut, ich möchte gegen Ende noch mal einen Bogen zur vorletzten Frage schlagen. Wer sind die vier Menschen hinter Autumn Death? Welche Musik hört Ihr, welcher Beschäftigung geht ihr nach?
Annette arbeitet im Moment im Freiwilligen Sozialen Jahr in einer psychologisch betreuten Wohngruppe. Ihre Wurzeln sind die Punk-Musik und sie ist ein ganz grosser "Hosen" - Fan. Niki ist schon seit geraumer Zeit Fahrlehrer. Musikalisch kommt er aus der klassischen Speed- und Powermetalfraktion. Floh studiert im Moment Wirtschaftsingenieur in Rosenheim Er ist musikalisch sehr vielseitig geprägt, hat auch schon in Cover-Bands gespielt und ist schon mit vielen Musikstilen in Berührung gekommen. Nu Metal gehört sicher zu seinen Favourits. Na und ich bin immer noch Lehrer für Bürotechnik und Werken ... ähm ... Ich hab früher klassisches Piano gelernt und bin dann mit Hard-Rock ala Rainbow aufgewachsen. Im Moment höre ich sehr gerne Farmer Boys und Evanesence - wenn ich überhaupt dazukomme. Am ehesten noch beim Autofahren.
 
(lachend) Gary der Lehrer. Ein Rocker unter der Techno-Generation mit einer Mission ?
Jedem das Seine! Ich mache die Musik die mir gut tut ... und missioniert wird niemand (lacht) Ich bin für Offenheit! Das ist wichtig! Ich verstehe unsere Musik als Angebot, als Einladung sich damit auseinanderzusetzen und in die eigene Gefühlswelt einzutauchen.
 
Sehr schön gesagt. Gary, ich danke Dir, dass Du Dir die wenige Zeit, die Du hast, für dieses Interview genommen hast. Die letzten Worte gehören natürlich Dir.
Wir wünschen allen einen tiefen inneren Frieden. Hört auf euere Gefühle und genießt die Nacht.... cu all!
 
geführt am 13.05.2003   von Nameless
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