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Dunderbeist "Wir Waren Auf Musikalischen Selbstmord Aus"
Die Norweger von Dunderbeist standen mir im Zuge ihrer Tour mit Devin Townsend und Fear Factory Ende letzten Jahres für ein unterhaltsames Gespräch über die Situation einer relativ kleinen Band im Musikbusiness heutzutage, musikalische Einflüsse und die Pläne der Band für die Zukunft zur Verfügung.
Weitere Infos zu Dunderbeist:
REVIEWS:
Dunderbeist Black Arts & Crooked Tails
Dunderbeist Songs Of The Buried
INTERVIEWS:
Dunderbeist - Wir Waren Auf Musikalischen Selbstmord Aus

Jungs, was für Musikstile seht Ihr selbst in Eurer Musik. Ich habe heute Abend beim Auftritt eine Menge Stoner Rock rausgehört...
Ronny (Gitarre): Ja, auf jeden Fall. Dazu etwas Sludge, Death und Black Metal und vielleicht auch etwas Pop.

Und Ihr macht das jetzt seit sechs Jahren und veröffentlicht bereits Euer sechstes Album, richtig? Wo kommt all diese Kreativität her?
R: Es ist unsere sechste Veröffentlichung aber unser fünftes Album, da wir auch eine EP in der Diskographie haben. Wir haben unser eigenes Studio in Norwegen, wo wir viel Zeit verbringen, Songs schreiben und Ideen aufnehmen. Dadurch kommen wir zu sehr viel Material und wir sind zu ungeduldig, um dann immer lange mit den Aufnahmen zu warten.

Verdient Ihr mit der Musik dann Euren Lebensunterhalt?
R: Nein, die meisten von uns haben andere Jobs, denn wir können mit Dunderbeist bisher nicht genug Geld verdienen.

Torgrim (Vocals): Mitte der Neunziger hätten wir mit der jetzigen Größe unserer Band bereits gut Geld verdient aber das sind heute andere und schwierigere Zeiten, um als kleine Band mit Musik Geld zu verdienen. Das Touren ist heuzutage die einzige Möglichkeit, um jedenfalls etwas Geld zusammenzubekommen und seine Sache voranzubringen. Das Ergebnis ist aber, dass der Live-Bereich komplett mit Bands überlaufen ist und ein Überangebot herrscht - was wiederum dazu führt, dass die Gagen für kleine Bands sinken, da die Promoter und Veranstalter solch ein großes Angebot an Bands zur Verfügung haben. Dazukommt natürlich die ganze Streaming-Geschichte, die sinkenden CD-Absätze etc.

Ihr seid ja jetzt recht kurzfristig für Sylosis eingesprungen, die die Tour aufgrund eines besseren Angebots absagten. Wie läuft es denn bisher für Euch? Ich hatte den Eindruck, dass die Reaktionen heute Abend eher verhalten waren auch wenn Ihr definitiv ein paar Leute für Euch gewinnen konntet.
R: Dies ist unsere erste richtige Europatour. Wir haben vorher nur Einzelshows im Ausland gespielt aber bisher läuft es gut, mit vollen Sälen und guten Publikumsreaktionen an jedem Abend.

T: Es gibt zwar immer reichlich skeptische Fear-Factory-Fans aber bisher haben auch noch nicht viele Leute von uns gehört. Wir sind also die Underdogs auf der Tour, die nur gewinnen können und daher versuchen wir auch den Namen Dunderbeist in die Köpfe der Zuschauer zu hämmern. Wir haben nur dreißig Minuten, um unser Bestes zu geben, aber es ist ein Glücksfall, dass wir auf dieser Tour die Chance haben, vor so vielen Leuten zu spielen. Wenn auch nur ein paar Leute mit einem guten Eindruck von uns nach Hause gehen, haben wir bereits viel erreicht.

Wie kommt Ihr denn mit Euren Tourkollegen Devin Townsend und Fear Factory aus?
R: Sehr gut. Devin ist ein wirklich cooler Typ, der auch mal bei uns nachfragt, ob alles ok ist.

T: Ansonsten machen wir uns trotzdem keine Illusionen, denn wir wissen, dass wir ein bißchen das fünfte Rad am Wagen sind. Wir wissen das aber und es ist ok für uns, da wir so, wie gesagt, die Möglichkeit haben, vor so vielen Leuten zu spielen.

Euer neues Album "Songs Of The Buried" erscheint nun wie schon die letzte Veröffentlichung über Indie Records. Seid Ihr mit deren Arbeit zufrieden oder gibt es Grund zu Unmut?
R: Ja, wir sind sehr zufrieden. Coole Leute und übrigens auch Kumpels von uns.

T: Und Kumpels hauen sich nicht gegenseitig übers Ohr.

Hoffentlich...
T: Haha, ja hoffentlich - aber wir wissen, wo sie wohnen. (lacht)

R: Und Indie ist auch einfach ein gutes Label. Sie haben viele gute Bands und machen gute Arbeit.

Wie sind denn bisher die Reaktionen auf Euer neues Album ausgefallen?
T: Wir haben ein paar gute Reviews bekommen und die Leute scheinen zu mögen, was sie hören, auch wenn für einige die stilistische Entwicklung vom letzten zum neuen Album etwas überraschend ist. Damit sind wir aber absolut zufrieden.

Wo würdet Ihr Euch stilistisch denn selbst verorten? Man hört bisweilen Vergleiche mit Kvelertak. Würdet Ihr dem zustimmen?
T: Naja. Kvelertak haben so viele clevere Ideen und Riffs aber sie haben auch viel mehr Hardcore- und Screamo-Attitüde. Wir haben davon auch ein bißchen in unserer Musik und unsere musikalischen Einflüsse sind teilweise wohl auch ähnlich, ansonsten gibt es aber nicht so viele Überschneidungen.

Wo Du gerade von musikalischen Einflüssen sprichst: Wo liegen denn Eure?
R+T: Ooooh, Entombed, Mastodon, Faith No More... Boy George. (allgemeines Gelächter)

R: Da wir sechs Leute sind, haben wir auch viele verschiedene Einflüsse. Wir haben zum Beispiel einen großen Whitesnake-Fan in der Band und es gibt einen Toto-Fan.

T: Gleichzeitig stehen wir aber auch auf Sachen wie God's Seed und Satyricon. Wie lieben einfach Musik im Allgemeinen und wenn etwas in unsere Formel passt, dann kommt es rein. Das können wir inzwischen zum Glück besser beurteilen als zu Anfangszeiten der Band. Damals haben wir viel ausprobiert und manchmal auch blöde Ideen auf Zwang eingebaut - wie zum Beispiel Fürze, blöde Kommentare, die Kombination von Hip Hop und Metal-Riffs. Wir waren auf einen musikalischen Selbstmord aus. (wieder allgemeines Lachen)

Das klingt aber eigentlich sehr interessant. Ich werde mir wohl mal Eure ersten Alben anhören müssen...
T: Nein man, tu das nicht! (alle lachen) Nein, das sind gute Alben, aber sie sind wirklich sehr anders und es ist eine Menge Insider-Humor darauf zu finden, den 99,9% der Leute einfach nicht verstehen können.

Eine letzte Frage noch: Euer Booking wird von ICS übernommen. Wie groß sind die Chancen, dass man Euch 2013 in Wacken sieht, hehe?
R: Wir haben bereits ein paar Festivalauftritte auf dem Plan, Wacken steht bisher allerdings nicht darauf. Wir hoffen aber natürlich das Beste.

Alles klar Jungs, dann sehen wir uns in Wacken ja vielleicht wieder. Ich wünsche Euch alles Gute und vielen Dank für das Gespräch.
geführt am 27.01.2013   von Gorlokk
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