METALGLORY Archiv

zur neuen METALGLORY Webseite
 
Interviews () alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Out Of Order "Heavy Statt Hipp"
Out of Order präsentierten auf ihrer aktuellen CD „Back in hell“ eine solide Portion urtümlicher Härte und geballten, durch und durch ehrlichen Heavy Metal. Überzeugt Euch bei den klugen Antworten auf meine dummen Fragen davon, dass sie auch absolut meinen, was sie auf diesem Hammeralbum in die Welt hinausschreien.
Weitere Infos zu Out Of Order:
REVIEWS:
Out Of Order Back In Hell
INTERVIEWS:
Out Of Order - Heavy Statt Hipp

Tach! Glückwunsch zu Eurem neuen Album. Viele von unseren Surfern kennen Euch sicher noch nicht, also gebt uns doch mal einen Einblick in die Entstehungsgeschichte von Out of Order.
Erst mal danke für Euer Review. Schön dass Euch die Scheibe gefällt. Als Undergroundband ist es nicht selbstverständlich, interviewt zu werden, deshalb möchten wir uns für Euer Interesse an Out of Order bedanken. Zu unserer Geschichte könnten wir jetzt wohl Seiten weise Stories erzählen, da die Anfänge bis ins Jahr 1991 zurückreichen. Wir versuchen die Sache kurz und übersichtlich zu gestalten. Gründungsjahr war ,wie schon erwähnt, 1991. Schon damals mit von der Partie waren Tom (Gitarre) und Steppo (Drums). Auch der Bandname existierte bereits von Anbeginn an. Der erste Besetzungswechsel folgte dann schon nach dem ersten Live Gig Silvester 1991. Der damalige Keyboarder Markus Horber und der Sänger Marco Helmstädter (R.I.P.) mussten gehen und ich (Brauni) durfte ab Februar `92 für OoO ins Mikro husten. Kurze Zeit später wurde Bernd Budczek als zweiter Axeman verpflichtet, mit dem wir dann ab Mitte 1992 die ersten Gigs spielten. Am Bass zockte zu dieser Zeit noch Günther Auschrath (heute Abandoned). Bis zur Entstehung des ersten 4-Track Demotapes „Eye Protection Required“ 1994 gab es noch zwei Umbesetzungen. Für Bernd kam als neuer Gitarrist Thomas Skrelja und am Bass stand zu dieser Zeit Dirk Barnickel. Dieses Line Up sollte bis 1996 fix bleiben und wir verdienten uns zu dieser Zeit die ersten regionalen Sporen.. Es wurde jede Möglichkeit genutzt, live zu spielen und so brachten wir es teilweise auf 5 Gigs im Monat. Nach den sprichwörtlichen „musikalischen Differenzen“ trennte sich Out of Order 1996 von Basser Dirk Barnikel und holte sich Torsten Sauer mit ins Boot. Dies sollte dann bis heute auch der letzte Line-Up Wechsel bleiben. 1998/99 entstand das Debütalbum „Powered by Aggressions“ in den Studios von Sub Zero Records in Backnang. Mit diesem Album erzielten wir auch überregional die ersten Achtungserfolge. Die Fanzines waren begeistert, wenn auch die „Großen“ wie „Heavy, oder was!?“ und „Rockhard“ die Platte verrissen. Es folgten weitere Gigs und „Powered by Aggression“ verkaufte sich bis heute 400 mal. Statt uns von den negativen Kritiken der „Großen“ entmutigen zu lassen, arbeiteten wir verbissen an neuen Songs, denn uns war schon zu dieser Zeit klar, dass wir einen Nachfolger zu „Powered by Aggression“ bringen wollten. Zu viele Dinge auf „PBA“ entsprachen noch nicht unseren Vorstellungen und wir wussten, dass wir uns in vielen Belangen noch steigern konnten. Ursprünglich waren die Recordings zum 2. Album für 2001 geplant. Doch leider verließ uns Thomas Skrelja und wir waren vorerst auf Eis gelegt. Lange überlegten wir, ob wir einen neuen Axeman mit an Board holen oder die Sache mit Tom als Einzelkämpfer an der Klampfe durchziehen sollten. Wir entschieden uns für die letztere der beiden Möglichkeiten. Die Songs wurden teilweise umarrangiert und Ende 2002 enterten wir erneut die Studios von Sub Zero und beanspruchten das Nervenkostüm von Studiobesitzer Ecki Erlenbusch. (dieses Prinzip funktionierte umgekehrt jedoch genauso gut). Das Endergebnis habt Ihr ja auf den Tisch bekommen und für tauglich befunden. Heute sind wir jedoch übrigens wieder dabei, einen weiteren Gitarristen einzulernen. Die Songs auf „Back in Hell“ erfordern live einfach eine zweite Klampfe, um den Druck richtig rüber bringen zu können. Soweit die Geschichte bis dato.
 
Wie ist das Feedback zu “Back in hell” bisher?
Bis heute haben wir 14 Reviews zu „Back in Hell“ erhalten. Davon waren 2 Stück eher neutral und 12 Stück gut bis incredible, fuckin`great!!! Wenn man bedenkt , dass 14 voneinander unabhängige Menschen die Platte fast übereinstimmend mit guten Noten bewertet haben, dann sind wir auf dieses Ergebnis verdammt stolz! Dieses Mal konnten wir sogar das „Rockhard“ überzeugen!  In der Mai Ausgabe wird „Metal-Guru“ Götz Kühnemund das Album bewerten. Mit 8 von 10 Punkten landen wir hier wohl einen Volltreffer. Auch im „Heavy, oder was?!“ konnten wir in der April Ausgabe mit 9 von 12 Punkten in der Underground Rubrik einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Wir wollten „Powered by Aggression“ toppen, was uns gelungen ist. Mit derart guten Reviews haben wir allerdings im Vorfeld nicht gerechnet.
 
Sind irgendwelche Labels an Euch interessiert?
Wir haben uns mit „Back in Hell“ die Hacken wund gelaufen. Im Prinzip wurde die CD im März 2002 bei AFM Records gemastert. Verschickt haben wir ca. 15 – 20 Promopäckchen an die verschiedensten Plattenfirmen. Entweder bekamen wir gar kein Feedback oder Absagen. Die Aussagen sind immer dieselben. „Das Material ist gut, lässt sich aber momentan nicht verkaufen“. Die beste Antwort war:“ ....ihr seid nicht hipp genug!“ Fuck you! Wir wollen nicht „hipp“ sein. Wir wollen Heavy fuckin` Metal spielen und das tun wir. Es kümmert uns einen feuchten Kehricht, ob wir in die momentanen Verkaufsraster irgendwelcher Majors passen. Wenn nicht, dann bitte! Dann ziehen wir das Ding halt wieder in Eigenregie durch. Der einzige Wehrmutstropfen sind die fehlenden Gigs! Wenn sich eine Booking Firma interessieren würde, wären wir schon happy.
 
Wo seht ihr die Unterschiede zwischen “Back in hell” und “Powered by aggression”? Und worin liegen die Gründe für diese Unterschiede?
Ich denke „Back in Hell“ unterscheidet sich in vielen Bereichen von „Powered by Aggression“. Insgesamt ist die Scheibe um einiges aggressiver als Ihr Vorgänger, womit eigentlich die Titel der beiden Alben umgedreht besser passen würden. Man merkt denke ich deutlich, dass zwischen „PBA“ und „BIH“ fast 3 Jahre liegen. In dieser Zeit hat die Band einen großen Schritt nach vorne getan. Das fängt bei den Drums an und hört bei den Vocals auf. Out of Order war schon immer eine Band, die gemeinsam gewachsen ist. Ich denke, die Songs sind im allgemeinen tighter eingespielt und auch die Arrangements sind besser als bei unserem Debüt. Wir haben aus den Fehlern, die wir bei „Powered by Aggressions“ gemacht haben, gelernt. Wir haben zum Beispiel darauf geachtet, die Songs nicht zu lang zu gestalten. Zeitweise gab es eine Phase, während der wir keinen Song unter 6 Minuten geschrieben haben. Ein Schnörkel hier, ein Schnörkel da. Das fanden wir so cool, dass wir den eigentlichen Song aus den Augen verloren hatten. Ich denke, das hat sich zum positiven gewendet. Wir haben uns bei „Back in Hell“ viel Zeit gelassen (sprich mehr Geld investiert). Im Vorfeld haben wir sämtliche Songs ausgezählt und schon im Proberaum per In Ear Monitoring auf den Klick geprobt. Zwischen Drum Recording und den restlichen Aufnahmen hatten wir eine Pause. In dieser Zeit konnten wir bereits auf die fertigen Schlagzeugspuren und den Klick proben. Dies gab uns die nötige Sicherheit während des Recordings im Studio. Entsprechend schnell waren die Grundlagen eingespielt und wir hatten mehr Zeit, an einigen Feinheiten im Studio zu arbeiten. Man könnte also den Aufnahmeprozess zu „Back in Hell“ als wesentlich professioneller bezeichnen als noch zu „Powered by Aggression“ Zeiten.
 
Mir persönlich gefällt vom neuen Album der Song “Mysteria” am besten. Welches sind Eure Favoriten und warum?
Da gibt es vier Stühle und vier Meinungen! Das macht „Back in Hell“ so spannend. Ich denke wir treffen mit dieser Scheibe viele Geschmäcker auf einmal. Das spiegelt sich auch in den Reviews wieder. In 14 Rezensionen wurden glaube ich 8 von den 11 Titeln schon als Anspieltipp oder persönlicher Favorit erwähnt, was ich erstaunlich und zugleich erfreulich finde. Hier also unsere Faves: Tom: Mein Spitzenreiter ist „Invisible Empire“. Dieser Song ist einfach optimal arrangiert. Speed und Melodie ergänzen sich bestens und der „spacige“ Mittelteil produziert ganz plötzlich eine Atmosphäre, die Beklemmungen hervorruft. Betrachtet man den Text dazu, so passen alle Details genau zueinander. Der krönende Abschluss ist der abgefahrene Funkverkehr, der auf wahren Begebenheiten beruht. Dieser Song verkörpert für mich alles, was ich an meinen Idolen verehre. Besonders der Name Agent Steel kommt mir bei diesem Song in den Sinn. Steppo: Für mich ist es „Despair“. Groß erklären kann ich das nicht. Der Song ist einfach genial, um ihn live spielen. Der geht ab wie Schmidt´s Katze. Party on! ist angesagt bei „Despair“ . Brauni: Für mich ist es eigentlich „Back in Hell“ – oder „God of Misery“ oder doch „Mysteria“?. Shit, ich kann mich nicht entscheiden. Doch, ich glaube „Back in Hell“ ist der Top-Song für mich. Ich liebe die Vielfalt, die in diesem Song steckt. Von langsam bis schnell, von brutal bis melodiös, es ist eigentlich alles vorhanden. Die Backgrounds sind auch absolut gut geworden. Zudem finde ich die Lyrics sehr gelungen. Ich denke wir haben hier einen würdigen Titelsong für die CD gefunden. Sauer: Im Grund genommen sind alle Stücke auf dieser Scheibe etwas ganz besonderes, der eine hat da das gewisse Etwas, der andere dort. Vielleicht kann man sagen, dass z. B. „Feel my Hate“ bei mir ganz oben steht, da dieser Song ganz ohne Geschnörkel auskommt, oder dass „God of Misery“ mein Favorit ist, weil er treibt und einen genialen Aufbau hat. Ich kann es leider nicht eindeutig sagen.
 
Beschreibt den Aufnahmeprozess zu “Back in hell”. Wie ging das vor sich, was waren die größten Klippen? Gibt es vielleicht eine nette Annekdote zur Recording Session?
Wie schon erwähnt haben wir uns für „Back in Hell“ viel Zeit gelassen und viel Vorarbeit im Proberaum geleistet. Natürlich gingen trotzdem einige Sachen in die Hose, was aber nicht allein unsere Schuld war. So fehlen zum Beispiel bei 2 Songs die Roto-Tom´s komplett, da unser Studiomensch versehentlich die Bassspur drüber gelegt hatte. Das ist natürlich sehr ärgerlich. Dann gab es da noch die Geschichte mit Tom, der versehentlich ein falsches Band in eines der ADAT`s eingelegt hatte. So lagen dann die Solospuren zu „Back in Hell“ über „God of Misery“, was uns zunächst ziemlich in Panik versetzte. Das ganze wurde dann beim Überspielen auf Protools wieder gerade gebogen! Im nachhinein eine lustige Geschichte. Wenn man aber plötzlich die Arbeit eines kompletten Studiotages vor seinem geistigen Auge im Mülleimer verschwinden sieht, ist das weniger komisch. Ja, dann war da noch Studiobesitzer Ecki Erlenbusch nebst dickköpfigem Golden Retriever Rüden Nicko. Wobei man nicht genau bestimmen konnte, welcher der beiden den größeren Dickschädel besaß. Ecki hatte die komische Angewohnheit, mit Vorliebe kalte Pizza vom Vortage zu verspeisen. Es kam auch schon vor, dass er die Chicken Nuggets vom gegenüberliegenden ALDI in halbgefrorenen Zustand verspeiste (halb lutschend- halb kauend). Die Krönung brachte Hund Nicko. Nach einem anstrengenden Studio Vormittag freuten wir uns eines schönen Tages auf einen guten Kaffee und ein Stück Hefezopf, welcher angeschnitten auf dem Tisch des Aufenthaltsraumes lag. Leider war dieser Hefezopf für 5 Minuten unbeaufsichtigt mit Niko in einem Raum zurückgelassen worden. Ich werde nie Tom´s Gesicht vergessen, als er an Stelle seines schönen Hefezopfs einen großen Sabberfleck auf dem Tisch vorfand. Eine groteske Mischung aus Erstaunen, Enttäuschung und Wut ließen sein Gesicht zu einer unglaublichen Grimasse erstarren. Die letzten Reste des Hefezopfs verschwanden im selben Augenblick gerade mit lauten Schmatzgeräuschen im Maul des eh schon übergewichtigen Hundes. Mahlzeit!!! So gab es einige kleine Geschichten, die den Studioalltag etwas auflockerten. Im Grunde wurde „Back in Hell“ ganz konservativ eingespielt. Der Klick ist im Proberaum programmiert worden. Steppo spielte die Drums auf diesen Klick ein. Danach folgte Sauer mit dem Bass, anschließend kamen die Rhythmusgitarren aufs Band. Darauf spielte Tom die Soli ein. Zum Schluß kamen die Vocals drüber und ganz am Ende die Backgrounds. Fertig. Alles in allem hatten wir drei Wochen Zeit, um die Scheibe aufs Band zu kriegen.
 
Das geile Cover des Demos hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Gibt es eine Geschichte dazu?
Das Cover war auch ein Kapitel für sich. Da uns das nötige Kleingeld für einen Grafiker fehlte, musste eine andere Lösung her. Keine Ahnung, wie viele Stunden jeder einzelne von uns im Internet surfte, aber unsere Online-Rechnungen stiegen ins Unermessliche! Insgesamt hatten wir wohl über 100 verschiedene Vorschläge ins Auge gefasst. Damals stand auch der Albumtitel noch nicht fest. Irgendwann fanden wir aber dieses Motiv, welches wir frecher Weise aus einem Fantasy Pic entwendeten. Das Cover sollte die Stimmung des Albums wiederspiegeln. Uns war es wichtig, dass man auf Anhieb sieht, was einen auf der CD erwartet. Ich denke, „Back in Hell“ kann anhand des Covers eindeutig als Heavy Metal Album identifiziert werden. Zu guter Letzt passt das Bild sehr gut zum Titelsong. Wer sich die Lyrics dazu ansieht, wird das Cover verstehen. Der Wiedererkennungswert ist denke ich auch gegeben.
 
Gibt es Texte auf “Back in hell”, die Euch besonders am Herzen liegen? Worum geht es überhaupt in Euren Songs?
Für das Schreiben der Lyrics gibt es bei mir kein bestimmtes Schema. Meistens sind die Songs schon lange fertig, ehe ich die Texte dazu verfasse. Die Themen sind ganz unterschiedlich. Manchmal schreibe ich über Dinge, die mir im täglichen Leben irgendwo schon einmal begegnet sind. „Bastard“ zum Beispiel beschreibt unsere heutige Ellenbogengesellschaft, in der diejenigen am besten wegkommen, die ohne Skrupel nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Dies ist übrigens neben dem Titelsong einer meiner Lieblingstexte. „Back in Hell“ dagegen beschreibt einen Junkie, der kurz davor ist, clean zu werden, aber im letzten Moment erneut Opfer seiner Sucht wird. Andererseits finden sich aber auch einige Fantasystories auf diesem Album wieder. „Invisible Empire“ entstand wohl aus einer Überdosis „Akte X“ im Fernsehen. Auch „Mysteria“ ist eher etwas irreales. Eine Welt außerhalb unserer eingeschränkten Sichtweise, in die manche Menschen zumindest zeitweise abtauchen können. Mir ging das beim Lesen von Tolkiens „Herr der Ringe“ so. Man hat ein Buch erst richtig gelesen, wenn man es riechen und schmecken kann.
 
Der Bandname ist ja allerliebst. Habt ihr Probleme mit dem Service bei öffentlichen Toiletten in Eurer Gegend?
Kann ich Dir nicht genau sagen. Aber nenn Du mir einen Bandnamen, mit dem man mehr kostenlose Promotion bekommt! Spaß beiseite. Der Name besteht schon von Beginn an. Wir dachten in den vergangenen 12 Jahren schon öfters darüber nach, die Band umzutaufen. Allerdings kennt man uns jetzt schon so lange unter „Out of Order“, dass es uns nicht klug erschien, den Namen zu wechseln. Außerdem soll man zu seinen Jugendsünden stehen!
 
Da hast Du völlig recht. Wie sieht der Arbeitsalltag bei Out of Order aus? Beschreibt doch mal Euren Proberaum und Eure Arbeitsweise dort.
Wer in unseren Proberaum kommt, betritt heiligen Boden! Dieser Raum ist irgendwie etwas ganz besonderes. Entstanden ist er aus einem ehemaligen Schweinestall im Hinterhof von Tom`s Elternhaus. Mit viel Mühe und Kohle ist daraus in Eigenarbeit ein kleines Königreich geworden, in dem wir uns schon seit 10 Jahren austoben können. Ich denke, er unterscheidet sich von den Proberäumen anderer Bands in einigen Dingen. Es gibt bei uns z.B. keine Chill Out Couch und wer Kistenweise leere Bierflaschen und Jacky-Cola Dosen bei uns vermutet, ist auf dem Holzweg. Der Proberaum ist bei uns wirklich ein Arbeitsraum. Klar hängen wir auch mal ab und holen die Klappstühle raus, um einen Kaffee zu trinken und eine Zigarette zu rauchen. Ansonsten nutzen wir die Zeit jedoch intensiv. Traditionell ist seit 13 Jahren Samstags der Probetag und einmal unter der Woche. An dieser Regelung hat sich schon manche Freundin die Zähne ausbeißen müssen. Normalerweise spielen wir fast in jeder Probe unser Live Set, um da 100% fit zu sein. Die restliche Zeit feilen wir an Songs rum. Die Ideen für neues Material kommen momentan zu 99,9% von Tom und Steppo. Bei mir dauert es erfahrungsgemäß immer ziemlich lange, bis ich einen zündenden Gedanken für eine Gesangsmelodie habe. Die Hälfte der Lyrics zu „Back in Hell“ entstanden kurz vor und während des Recordings. Diese Arbeitsweise findet nicht immer die Zustimmung meiner Bandkollegen. Vielleicht brauche ich den Druck, um kreativ zu sein.
 
Wie organisiert ihr Gigs und die Arbeit, die damit zusammenhängt?
Jeder hat bei uns so sein bestimmtes Aufgabengebiet. Tom kümmert sich mit seinem Schwager um die Homepage, Steppo sucht nach Gigs, Sauer ist unser Finanzminister und ich mach die Promotionarbeit. Selbstverständlich kommt es auch zu Überschneidungen. Die Grundaufgaben sind aber verteilt. Kurz und knapp: Alle reißen sich den Arsch auf und am Ende hofft man, dass was dabei raus kommt.
 
Was macht ihr, wenn ihr nicht rockt und / oder feiert?
Tom: Nun, ich bin verheiratet, zweifacher Vater und baue gerade. Für viel mehr reicht die Zeit nicht. Jeden übrigen Cent investierte ich vor einiger Zeit noch in meine CD Sammlung, die hauptsächlich aus 80’er Jahre US Metal besteht. Beruflich bin ich bei Knorr tätig. Steppo: Ich hänge gerne auf Festivals ab, halte mich durch Radfahren fit und hole gerade meine Ausbildung nach. Des öfteren nennt man mich auch den „Hobbypsychologen“. Ich weiß zwar nicht warum, aber wir können uns gerne mal darüber unterhalten. Brauni: Ich habe das große Glück, als Artist Relations Specialist für die Firma Shure Microphones zu arbeiten. Dies verschafft mir einen guten Einblick in die Musik Szene und man lernt viele interessante Leute kennen. Eine weitere Leidenschaft neben der Musik ist das Fußballspielen. Man sagt immer, Torhüter und Linksaußen haben alle eine Macke weg. Ich spiele beide Positionen!!! Zum Relaxen geh ich ab und zu Angeln oder zocke online am PC. Sauer: Wenn ich nicht gerade Autoteile einkaufe und verkaufe und nicht im Proberaum bin, ziehe ich neue Saitensätze auf (Insider). Die restlichen wenigen Stunden des Tages verbringe ich mehr oder weniger mit Mountainbiking, couching, essen und schlafen.
 
Welche CDs haben Euch in letzter Zeit so gefallen? Und gibt es Live Shows (außer Euren eigenen), bei denen ihr besonders viel Spaß hattet?
Tom: CD`s Killing the Dragon von Dio System X von Impelliteri Omega Conspiracy von Agent Steel Gigs: Annihilator – Waking the Fury Tour Slayer – Reign in Blood 1986 Slayer – Tattoo the Planet Sauer: CD`s “Brave new World” von Iron Maiden “Awake” von Dream Theater “The Chemical Wedding” von Bruce Dickinson “Live in Rio” von Iron Maiden Gigs METAL 2000 in MA (Maiden, Slayer, Motörhead, Dream Theater) Onkelz `96 in Ludwigshafen Sämtliche Festivals Brauni: CD`s Alles von Dio Seasons in the Abyss von Slayer Alice in Hell von Annihilator Gig`s Bang Your Head 1999 – 2099  Dio – Magica Tour Out of Order – Metal 2002 in Baden (CH) Steppo: CD`s Alles von Apocalyptica Alles von Dream Theatre Reign in Blood von Slayer Gig´s Dynamo Metal 2000 Mannheim
 
Das nenne ich doch mal einen guten Geschmack. Und bei uns im Lande? Wie seht ihr die deutsche Szene außerhalb der Welt der Eigenproduktionen?
Unserer Meinung nach gibt es viel zu viele überbewertete Bands. Vor allem die „Projektschwemme“ geht einem gewaltig auf den Sack. Da wird der Kohle wegen gekuppelt was das Zeug hält. Man nehme zwei bis drei bekannte Namen, füge noch zwei bis drei unbekannte dazu, mische alles kräftig durch und schaue, was dabei herauskommt. Dann verfeinere man dies mit einem kräftigen Schuss Marketingbudget, um dem Geschmack der Rezensenten noch gerechter zu werden. Fertig ist die neue Megaband. Dabei bleibt leider bei den Lables kein Geld mehr für die jungen Bands übrig. Momentan zählen alleine die Verkaufszahlen. Alles wird in die Zugpferde investiert, sei die Platte auch noch so schwach. Nennt mir doch einmal eine Junge deutsche Metalband, die in den letzten Jahren wirklich Fuß fassen konnte? Mir fällt da eigentlich nur Edguy ein und die sind nicht bei einem Major Label unter Vertrag.
 
Eure Meinung zur aktuellen Underground Szene?
Der Metal lebt! Dies merkt man gerade im Undergroundbereich. Es gibt täglich so viele geile Neuveröffentlichungen von „No Name“ Bands. Leider kennen diese Bands nur die eingefleischten Metaller. Seit dem Internet allerdings wendet sich das Blatt etwas. Es ist leichter, zu kommunizieren und sich zu organisieren. Leider ist in unserer Gegend der Hund begraben. In den Ballungsgebieten jedoch lebt die Szene noch.
 
Beschreibt mal die Metal Szene in Eurer Heimat. Wo hängt ihr rum und gibt es Bands, die ihr cool findet und mit denen ihr befreundet seid?
Leider reichen hier 3 Buchstaben, um dies zu beschreiben: TOT!!! Im Umkreis von 50 Kilometern gibt es keine vernünftige Metalkneipe mehr. Die Live Clubs sterben aus. Das einzige Trostpflaster ist die 60 Km entfernte Rockfabrik in Ludwigsburg. Aber selbst hier wurde ich an einem Samstag Abend schon mit Jeanette Biedermann’s „Rock my Life“ belästigt. Befreundete Bands gibt es auch nicht viele. Eigentlich sind da nur Lanfear und Headstone Epitaph zu erwähnen. Auf diesem Weg möchte ich Lanfear zu Ihrem Massacre Deal gratulieren. „Ihr habt`s verdient, Jungs.“ Lanfear haben etwa zur gleichen Zeit angefangen wie Out of Order. Zwei von den Jungs gingen bei mir in die Parallelklasse. „Latein sucks, gell Schrank!“ Man trifft sich gelegentlich.
 
Welche Live Aktivitäten von Euch stehen uns demnächst bevor?
Mayday!!! Habt ihr Gigs oder Adressen? Wir sind zu jeder Schandtat bereit, solange es nicht den Kostenrahmen sprengt. Bei uns geht momentan nichts.
 
Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft. Wollt ihr noch was loswerden?
Support the underground! Metal is not dead! In unserem nächsten Leben werden wir als schweizer Metalband geboren. Switzerland, you fuckin`rule!!!
 
geführt am 21.05.2003   von Christian
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
X   Aktuelle Top6
1. Darkest Era "The Last Caress Of Light"
2. Doomsword "The Eternal Battle"
3. Volbeat "Beyond Hell / Above Heaven"
4. While Heaven Wept "Fear Of Infinity"
5. Alestorm "Back Through Time"
6. Mael Mordha "Manannán"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Manowar "Into glory ride"
2. Doomsword "Let battle commence"
3. Slayer "Reign in blood"
4. Iron Maiden "7th Son Of A 7th Son"
5. Black Sabbath "Mob Rules"
6. Volbeat "Guitar Gangsters & Cadillac Blood"

[ Seit dem 22.11.03 wurde der Artikel 6631 mal gelesen ]
 
Die neuesten Reviews:
Neue Webseite endlich online
Turbobier Das neue Festament
Foreign Diplomats Princess Flash
Deaf Havana All These Countless Nights
Chrome Molly Hoodoo Voodoo
Sunterra Reborn -EP
Dethrashion Assault Bombardment
Tschaika 21/16 Tante Crystal uff Crack am Reck
The Shiver The Darkest Hour
Yiek The Drive
Die neuesten Interviews:
J.B.O. - 03.01.2017
Running Wild - 05.10.2016
Lacrimas Profundere - 01.10.2016
Vicious Rumors - 08.07.2016
My Jerusalem - 28.06.2016
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To the Rats and Wolves - 22.12.2016
LIEDFETT, kAPEllE PEtra, elfmorgen - 2016 - 20.12.2016
Ruhrpott Metal Meeting 2016 - 15.12.2016
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Svbway to Sally - Ekustik-Projekt NEON 2017 - 11.01.2017
Vorbericht: Night Of The Progfestival 2017 - 09.01.2017
Vorbericht: FAUN – MIDGART - Tour 2017 - 09.01.2017
Die neuesten Galerien:
Open Air Festival M´era Luna vom 10. bis 11.08.2013 in Hildesheim - 14.08.2013
With Full Force 2013 - 28.07.2013
Darkmoon-Festival 2013 - 24.07.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2018 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Datenschutz   |   Kontakt   |   Impressum