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Thränenkind "Das Album, Die Bandbesetzung Und Eine Lebenseinstellung"
Thränenkind sind im Underground der Black Metal Szene kein so unbekannter Begriff. Nun haben sie es nach Jahren der Vorbereitung es geschafft ihr Debüt Album "The Elk" zu releasen. Grund genug für mich, mal mit Matthias, dem Bandgründer, Songwriter und Live Bassisten der Band zu quatschen. Was dabei raus kam, lest ihr hier:
Weitere Infos zu Thränenkind:
REVIEWS:
Thränenkind The Elk
INTERVIEWS:
Thränenkind - Das Album, Die Bandbesetzung Und Eine Lebenseinstellung
Thränenkind - Das Album, Die Bandbesetzung Und Eine Lebenseinstellung

Wie geht es dir/euch?


Mir/uns geht’s wunderbar zur Zeit. Das Interesse an unserem Album war groß und die Reaktionen sind überwältigend positiv ausgefallen. Dementsprechend geht es uns sehr gut.


Wie sind bisher die Reaktionen von den Fans und den Kritikern auf euer Album?


Wie gesagt, wir hätten nicht mit so großem Interesse gerechnet. Von den verschiedensten Seiten kamen Interview Anfragen, Reviews und auch von unerwarteten Richtungen kamen lobende Worte. Das macht Mut die Arbeit am zweiten Album fortzusetzen.


Ihr hattet ja auf Facebook euer T-Shirt mit eurem veganen Lebensmotto vorgestellt. Wie kam es zu der Idee dazu?


Wir wollten damit einfach ein für alle mal klarstellen wer wir sind und wo wir stehen.
Wir sind politisch interessierte Menschen und für uns sind einfach einige Grundhaltungen, wie zum Beispiel ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit der Natur auf unserer Erde von großer Wichtigkeit. Einige Mitglieder der Band sind Anarchisten, einige leben drogenfrei bzw verzichten auf tierische Produkte, auf manche trifft alles zusammen zu, das wollten wir einfach klar gesagt haben, ohne jemanden zu irgendetwas nötigen zu wollen. Wir sind keine Missionare, denn jeder Mensch kann für sich selbst denken und seine eigenen Entscheidungen treffen. Wir wollten lediglich unseren Standpunkt klar machen und einen Anreiz zum Denken und Philosophieren bieten.
Desweiteren war und ist es für uns wichtig klar gegen Rassismus und Faschismus Stellung zu beziehen. Gerade wenn man sich in oder am Rande einer Szene wie der Black Metal Szene bewegt, in der Rechtsoffenheit in weiten Kreisen toleriert oder sogar begrüßt wird, ist es umso wichtiger sich von solchen hirnrissigen Ansichten klar abzugrenzen.


Wie waren die Reaktionen auf das Tshirt? Mehr negative oder mehr positive?


Zu einem großen Teil gab es negative und ablehnende Reaktionen. Für mich ist es nach wie vor ein Rätsel was jemandem an „green-minded, anti-fascist, drugfree, anarchistic“ oder vegan und straight edge stören kann. Wir haben ja nie gesagt, dass jeder sofort vegan werden muss oder dass wir alle Leute hassen, die nicht exakt und bis ins letzte Detail unsere Einstellung vertreten. Wir haben lediglich kundgetan, was für uns als Personen zutrifft und wichtig ist. Scheinbar haben sich da viele angegriffen oder beleidigt gefühlt. Das finde ich traurig...
Aber auf der anderen Seite gab es auch eine ganze Menge positiver Rückmeldungen. Viele Leute haben uns in hitzigen Debatten verteidigt oder haben E-Mails geschrieben, in denen sie begeistert erzählt haben, wie gut und wichtig sie unser Statement finden. Und tatsächlich haben schon eine Menge Leute das Shirt gekauft.


Eure Aufnahmen stammen ja teilweise schon aus dem Jahr 2011. Wieso hat sich das Album solange hingezogen? Zumal die letzte EP von 2010 ist.


In den Jahren seit der Bandgründung 2007 habe ich mich natürlich als Mensch weiterentwickelt. Ganz klar verändert sich dadurch auch die Art und Weise wie man Musik schreibt, was einem dabei wichtig ist und welche Themen man in den Texten behandelt. Desweiteren kamen neue Bandmitglieder hinzu und es mussten einige weitreichende Entscheidungen getroffen werden, in welche Richtung sich die Band entwickeln sollte. Es gab viele Neuerungen sowohl was die Musik, als auch die Texte betrifft, Nils kam als Sänger erst hinzu, als die Aufnahmen schon fast beendet waren, und dementsprechend hat sich insgesamt dann einfach alles etwas hingezogen.


Ihr habt einen Song namens „Today, the sea(Anja’s Song)“. Wer ist Anja und wieso habt ihr einen Song gewidmet?


Anja ist eine der wichtigsten Personen in meinem Leben, wenn nicht sogar der wichtigste und vielleicht auch prägendste Mensch überhaupt für mich. Daher habe ich ihr ein Lied geschrieben.


Ich habe gesehen, dass ihr für das Album 3 neue Musiker an Land gezogen habt. Wo habt ihr die 3 denn her?


Max und Emanuel kenne ich schon sehr lange, wir sind alte Freunde und standen schon auf vielen Bühnen zusammen, daher war es logisch, sie mit in die Band zu holen. Florian kam dann etwas später hinzu, als wir einen weiteren Gitarristen suchten. Wir kannten ihn, weil er mit seiner ehemaligen Band im Tonstudio von Max (Forester Recording Studio) aufgenommen hatte. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und waren auf derselben Wellenlänge. Daraus wurde eine gute Freundschaft und letztendlich ein weiterer Musiker an Bord.


Teilen die 3 auch euren Lebenstil bzgl Veganismus/Straight Edge oder seid ihr da schonmal in irgendeiner Weise angestoßen?


Den teilen sie. Würden sie es nicht tun wäre das aber auch kein Grund für Ärger oder Streit. Wir sind tolerante und denkende Menschen. Wir können akzeptieren, wenn jemand nicht genauso is(s)t oder denkt wie wir.


Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr also Nathanael und Nils euch getroffen habt und warum hat Pesten die Band verlassen?


Nils und ich haben uns auf einem Konzert kennengelernt. Ich sollte an dem Abend mit Heretoir spielen und Nils war mit den Jungs von Fäulnis vor Ort. Wir (Heretoir) waren ziemlich früh in der Venue und außer uns war kaum jemand dort. Da sah ich plötzlich ein rot schwarz kariertes Holzfällerhemd und einen Patch der Crust Band Tragedy (welche ich sehr schätze). Das schien mir recht außergewöhnlich für ein Metalkonzert und ich sprach die Person an. Es sollte sich herausstellen, dass es eine gute Entscheidung war. Nils und ich kamen sofort ins Gespräch und stellten schnell fest, dass wir viele Ansichten, Eigenschaften und Interessen teilen. Daraus wurde eine Freundschaft, die mir sehr viel bedeutet.


Wie seid ihr überhaupt damals auf den Bandnamen Thränenkind gekommen?


Der Bandname ist in gewisser Weise vielschichtig und beinhaltet vieles, wofür die Band und die Musik die wir machen steht. Zum einen fand ich es schon immer faszinierend, dass Tränen sowohl in Momenten tiefster Trauer, als auch euphorischster Glückseligkeit auftreten können. Sie sind also ein Indikator für sehr starke Emotionen. Das finde ich spannend.
Die alte Schreibweise „Thränen“ wurde gewählt, weil ich zur Zeit der Bandgründung viele Werke klassischer Autoren, wie zum Beispiel Goethe, Schiller oder Storm, gelesen habe und selbige auch eine wichtige Inspirationsquelle für unsere ersten Musikstücke waren.
Das Kind im Namen steht für etwas Verletzliches und Fragiles, aber auch für etwas Junges und Wildes, für ein von der Gesellschaft noch nicht beeinflusstes Wesen.
So enthält der Name schon einiges, was beim Hören der Musik und dem Lesen der Texte deutlich wird.


Was wollt ihr alles mit eurer Musik vermitteln?


Was unsere Hörer „mitnehmen“, wenn sie unsere Musik hören bleibt jedem selbst überlassen. Man kann sich einfach der Atmosphäre der Songs hingeben, in Melancholie schwelgen und träumen. Man kann aber auch die Energie mancher Songs erleben oder sich in die Texte vertiefen und dabei auf (vielleicht) bisher unbekannte Denkansätze stoßen und über sich, die Welt und die Rolle die wir als Menschen in dieser Gesellschaft spielen wollen, reflektieren.


Zu guter letzt: Wie sieht es dieses Jahr oder die nächste Zeit mit Auftritten und Touren aus?


Wir spielen im November vier Shows zusammen mit den Jungs der düsteren und sehr schwarzmetallischen Hardcore Band GOLDUST. Vom 7.11. bis zum 10.11. sind wir dabei in Berlin, Göttingen, Hamburg und Wunstorf zu sehen. Wenn alles klappt, wird es Ende des Jahres dann auch noch eine Show im Süden geben. Näheres dazu findet man auf unserer Homepage (Thraenenkind.com).
Für nächstes Jahr haben wir (neben der Arbeit am zweiten Album) auf jeden Fall einige Konzerte und vielleicht auch eine Tour in Planung. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

Ich bedanke mich vielmals dafür, dass du/ihr dir/euch die Zeit genommen habt für das Interview und die letzten Worte gehören dir/euch!


Ich danke dir für die interessierten Fragen und das spannende Interview.


Dieses Interview wurde von BlackSchaf geführt!
geführt am 07.10.2013   von Toby
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musikalischer Background des Verfassers
Death Metal (vor allem Brutal), Black Metal, (Gore)Grind(core), Crust
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