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Hamferd "... Von Den Huldur, Der Menschenwelt Und Der Liebe Zur E-gitarre ..."
(Interview von IlonA) >>> Das Debüt von HAMFERD ist eine echte Doom-Perle und hat mich nicht nur restlos überzeugt, sondern wirklich begeistert. Und da man ohnehin nicht jeden Tag Doom-Metal von den Färöer-Inseln auf die Ohren bekommt, musste ich bei der Band einfach näher nachhorchen. Jón (Gesang) und Theodor (Gitarre) waren so nett, mir per E-Mail einiges zu verraten, here we go:
Weitere Infos zu Hamferd:
REVIEWS:
Hamferd Evst
INTERVIEWS:
Hamferd - ... Von Den Huldur, Der Menschenwelt Und Der Liebe Zur E-gitarre ...

Zuerst meinen Glückwunsch zu eurem großartigen Debutalbum Evst ! So ein intensives, authentisches Stück Doom-Metal taucht nicht allzu häufig auf. Wie sind die Reaktionen bis jetzt?
Theodor: Danke! Die Reaktionen waren wirklich überwältigend um ehrlich zu sein. Wir hatten schon gute Reviews für unsere erste EP bekommen, aber die Rückmeldung zu „Evst“ war noch viel stärker. Wir haben viel Zeit mit dem Schreiben und Aufnehmen verbracht und sind sehr stolz auf das Ergebnis, es fühlt sich also großartig an zu sehen, dass andere Leute unseren Enthusiasmus zu teilen scheinen!

Erzählt uns bitte etwas über eure Bandgeschichte:

Theodor: Die Band wurde von John im Jahr 2008 für einen Bandwettbewerb namens The Global Battle Of The Bands gegründet. Danach ist nicht wirklich etwas passiert bis zum Sommer 2009, als wir mit Demos anfingen. Wir nahmen ein paar Demos in 2009 auf und gewonnen einen weiteren Bandwettbewerb, „Sement“, Anfang 2010. Ich, Jón und Tinna (unser damaliger Bassist) lebten zu der Zeit alle im Ausland, so dass wir vorübergehende Mitglieder an Gitarre und Bass hatten, während John sich um den Gesang kümmerte. Wir hatten ein paar Festival-Auftritte und eine Woche im Studio als Preis für den „Sement“-Wettbewerb gewonnen, so haben wir unsere erste EP aufgenommen, die im Dezemer 2010 veröffentlicht wurde. Wir waren ein paar mal auf Tour seit dem und haben ein paar Festivals in Europa gespielt. Unser bedeutendster Festivalauftritt war wohl Wacken 2012, wo wir einen weiteren Bandwettbewerb gewannen, den Wacken Metal Battle. Das letzte Jahr haben wir hart an unserem full-length-Debut „Evst“ gearbeitet, das vor ein paar Monaten veröffentlicht wurde. Wir sind grade zurück von unserer zweiten Europatour, diesmal um das neue Album zu supporten. Und das war ganz schön viel bis jetzt!

Es klingt, als steckten viele Inspirationen hinter eurer Musik. Woher kommen eure Ideen, spielen die Natur und Folklore der Färöer Inseln dabei auch eine Rolle?
Jón: Sicherlich, das sind zwei der größten Einflüsse für uns. Wenn du auf den Färöer-Inseln bist, gibt es kein Entkommen vor der ständigen Präsenz und Heftigkeit der Natur. Stürme sind recht häufig, genauso wie Wind und Regen überhaupt, und diese Art Wetter hält einen ständig in Alarmbereitschaft. Und die Schönheit der Landschaften ist atemberaubend, sogar für die, die hier ihr ganzes Leben verbracht haben. Zu sehen, was die Wetterbedingungen mit ihrer Kraft auf den Inseln bewirken, die anschwellenden Flüsse zu sehen und wie die massiven Wellen an die Klippen krachen, und all das passiert direkt vor deinem Fenster, das ist eine ständige Inspiration.
Soweit es um Folklore geht, haben wir eine sehr prominente Figur der Färöer Sagengeschichten verwendet: die Hulda. Huldur sind graue Leute aus der Anderswelt die in den Färöer Bergen leben, und sie sind auch aus Isländischen Sagas bekannt. Sie werden oft verschiedenartig beschrieben, und auf „Evst“ beschreiben wir sie als freundlich und sanft, also sehr inkompatibel mit der Menschenwelt. Das führt zu extremen Schwierigkeiten im Zusammenspiel und der Vereinbarkeit zwischen Huldur und der Hauptperson.

Was ist mit eurem musikalischen Background und Einflüssen im allgemeinen?
Theodor: Wir haben alle sehr unterschiedliche musikalische Backgrounds und Einflüsse, und meiner Meinung nach macht uns das als Band stärker. Wir all hören sehr verschiedene Musik und haben deshalb oft auseinandergehende Meinungen was Musik betrifft. Das macht unseren Songwriting-Prozess vielleicht etwas länger, aber ich fühle, dass wir alle auf der gleichen Seite sind wenn es um Hamferd geht. Ich persönlich bin mit Iron Maiden aufgewachsen und hörte sie fast ausschließlich, bis ich ein Teenager wurde. Ich habe Violine und Klavier gespielt für ein paar Jahre als ich sehr jung war, aber ich mochte es nicht, also habe ich schließlich eine E-Gitarre in die Hand genommen und mich in sie verliebt. Heute arbeite ich als Studioengineer, so habe ich mit allen Arten von Künstlern und Genres zu tun. Aber ich bin immer noch ein großer Metalhead.

Gerade der Gesang in eurer Landessprache ist sehr intensiv und zeigt eine große Bandbreite von wunderbarem Klargesang bis zu tiefsten Growls. Was wird dabei erzählt – gibt es eine spezielle Story oder ein Konzept hinter dem Album?
Jón: Da ist eine Story. Es geht um einen Mann, der mit seinem Sohn durch die Berge reist, als sie ein Sturm trifft. Der Sohn geht verloren, und der Mann entscheidet, nicht mehr zu ruhen bis er ihn wiederfindet. Bei seiner Suche kommt er bei den Huldur vorbei, die ich schon zuvor beschrieben habe. Sie bieten ihm ihre Hilfe und einen Platz für ihn in den Bergen an, aber es ist ein magisches und dunkles Gebiet und kein sehr idealer Platz für Oberflächenbewohner. Der Hauptcharakter verliert langsam seinen Bezug zur Realität und bringt Ereignisse und Leute aus der Vergangenheit mit denen der Gegenwart durcheinander. In seinem verwirrten Zustand begeht er ein unentschuldbares Verbrechen an den Huldur und flüchtet aus den Bergen in den Sturm hinein, wo er seine verstorbenen geliebten Menschen zu finden hofft, und unter ihnen seinen Sohn.

Das Coverartwork ist auch großartig und passt sehr gut zu der Musik. Wer hat es gemacht?
Theodor: Das Coverartwork hat ein Faröischer Künstler namens Jón Sonni Jensen geschaffen. Er hat einen unglaublichen Job gemacht. Wir waren uns über das Artwork für dieses Album sehr bewusst, wir wollten dass es die Atmosphäre des Albums unterstreicht und die Themen und Ästhetik, die wir in die Musik und Texte eingebracht haben, reflektiert. Und ich denke Jón Sonni hat, indem er genau das getan hat, einen großartigen Job gemacht.

Viele von uns haben zuvor vielleicht noch nie ein Stück Metal von den Färöer-Inseln gehört. Was ist mit der Metalszene dort?
Theodor: Die Metalszene ist überraschend stark für ein kleines Land wie die Färöer-Inseln. Da sind zunächst Týr, von denen die meisten Metalheads schon gehört haben. Dann hast du dort Bands wie Sic, Synarchy und Incurse, die eine lange Zeit zugange waren, im Moment aber nicht so aktiv sind. Und kürzlich gab es eine neue Welle von wirklich coolen aufkommenden Metalbands wie Earth Divide, Reduced To Ash und Asyllex. Viele jüngere Leute gehen mit Anfang 20 ins Ausland zum studieren, so dass viele vielversprechende Metalbands etwas stagnieren, weil Mitglieder letztlich in verschiedenen Ländern leben. Aber das hat uns nie gestoppt, obwohl es nie einen einzigen Moment gegeben hat, in dem alle sechs Hamferd-Mitglieder im selben Land gelebt haben.

Habt ihr weitere Tourpläne und gibt es eine Chance euch nächstes Jahr auch in Deutschland zu sehen?
Theodor: Wir haben ein paar Pläne, ja. Ich kann dir jetzt noch keine Details nennen, aber es ist gut möglich uns nächstes Jahr in Deutschland zu sehen.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehen an euch:
Danke! Unser Album „Evst“ ist gerade erschienen und kann erworben werden bei http://www.tutl.com, http://www.emp.de und bei iTunes. Check it out!

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Hamferd im www: http://www.facebook.com/Hamferd

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Dieses Interview hat IlonA geführt und erstellt.
geführt am 20.12.2013   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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