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Eudaimony "… Die Uhr Läuft Gegen Uns ..."
(Interview von IlonA) >>> Wenn bekannte Musiker verschiedener Bands zusammen etwas Neues anpacken, sind die Erwartungen meist hoch – auch wenn dabei nicht alle Hörer dasselbe erwarten. So auch bei EUDAIMONY, die gerade mit „Futile“ gezeigt haben, dass man nicht groß auf den Putz hauen muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen – ganz im Gegenteil. Sänger Matthias Jell (Ex DARK FORTRESS) hat mir per E-Mail einiges über den EUDAIMONY-Erstling erzählt, aber lest selbst:
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REVIEWS:
Eudaimony Futile
INTERVIEWS:
Eudaimony - … Die Uhr Läuft Gegen Uns ...

Hi! Erstmal meinen Glückwunsch zu eurem Album „Futile“. Ich kann meinem Kollegen Lutz in seinem Review nur zustimmen, dass es ein wirklich besonderes, intensives Werk ist. Wie waren die Reaktionen bis jetzt?
Hi. Danke für das Lob. Zu den Reaktionen kann ich nicht allzu viel sagen. Zwar bekomme ich vom Label regelmäßig Updates mit neuen Reviews geschickt, aber weitestgehend beschäftige ich mich nicht wirklich damit, weil ich nach wie vor der Meinung bin, am wichtigsten ist, dass man selbst mit dem Endresultat zufrieden ist. Und das sind wir. Vereinzelte Reviews, die ich aber gelesen habe, haben mich ohnehin nur in meiner Meinung über das Gros der Szene bestätigt, weil sie einfach so typisch für die Oberflächlichkeit selbiger waren. Wir haben uns schon was dabei gedacht, dass wir im Vorfeld explizit darauf hingewiesen haben, dass man bei EUDAIMONY trotz der involvierten Bandmitglieder keinen DARK FORTRESS/NAGLFAR/SECRETS OF THE MOON-Ableger erwarten sollte. Also KEINEN Black Metal. Und wenn die Rezensenten in ihren Reviews dann aber gerade das monieren, dass sie Black Metal erwartet hätten, es aber so gar nicht danach klingt, frage ich mich schon ernsthaft, wieso sie die Musik überhaupt bewerten, wenn sie gar keinen Zugang dazu haben. Derart langsame Musik ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber ich bin dennoch der Meinung, man sollte sich vorab wenigstens darüber informieren, was man da eigentlich rezensiert. Aber immerhin scheint es ja noch vereinzelte Ausnahmen zu geben.


EUDAIMONY könnte man auch ein „All-star-Projekt“ nennen, da es aus erfahrenen Musikern anderer Bands besteht wie Matthias Jell (DARK FORTRESS) Marcus E. Norman (NAGLFAR, BEWITCHED, ANCIENT WISDOM, HAVAYOTH), Jörg Heemann (SECRETS OF THE MOON), und Peter Honsalek (NACHTREICH). Wer hatte die Idee zu dieser Zusammenarbeit?
Wir sehen uns gar nicht als „All-Star-Projekt“. Im Grunde sind wir nur ein paar Musiker, deren Wege sich im Laufe der Jahre hier und da mal bei dem ein oder anderen Konzert gekreuzt haben und die Bock hatten, miteinander diese Form der Musik zu machen. Wir hatten und haben nicht den Anspruch, damit groß rauszukommen. Die Idee hatten Marcus und ich ursprünglich schon länger, aber irgendwie war die Zeit doch immer irgendwie recht knapp. Als sich dann 2007 die Wege zwischen mir und DARK FORTRESS trennten, ergab sich schließlich die Gelegenheit für etwas Neues. Also sprach ich Marcus erneut darauf an und er war sofort Feuer und Flamme für dieses Projekt. Wir wollten mit EUDAIMONY einfach für uns neue musikalische Wege beschreiten, ohne, das Rad komplett neu zu erfinden.


Wie läuft bei euch der Songwriting-Prozess, ist einer von euch dabei der Hauptakteur?
Das ganze Songwriting ist Sache von Marcus. Er nimmt die Songs in seinem Homestudio auf und schickt uns anderen die Songs dann zu. Dann entscheiden wir, was gut ist und was nicht. Vorab schicke ich Marcus meist die Texte und schildere ihm, welche Stimmung ich damit bei den einzelnen Songs erzeugen will.


Man kann viele Einflüsse in eurer Musik hören, von Black Metal zu einfach nur düsterem Stoff und auch klassische Töne. Euer Band-Background ist auch hörbar, obwohl es keine Kopie davon darstellt und viel ruhiger ist. Ist das hier eine Art Kontrastprogramm zu euren anderen Aktivitäten, etwas dass ihr vielleicht einfach woanders herauslassen musstet?
Ja, definitiv. Wir sehen keinen Sinn in solchen Nebenprojekten, die dann 1:1 klingen, wie die Hauptbands der involvierten Bandmitglieder. Es ging bewusst um den Kontrast und darum, den Hörer durch relativ simple Songstrukturen und überwiegend langsame Songs nach unten zu ziehen. Ich denke, „Futile“ ist nur etwas für Leute, die in der Lage sind, sich auf ein Album einzulassen, sich fallen zu lassen und dann abzuwarten, wohin sie die Musik führt. Das ist der Anspruch, den ich seit jeher an Musik hatte. Was bringt mir dieses ganze technische Rumgeplänkel, wenn dabei Null Feeling rüberkommt? Nichts. Wer also auf der Suche nach einer CD zum moshen, saufen und mitgröhlen ist, ist bei „Futile“ definitiv fehl am Platz.


Gibt es eine bestimmte Story oder ein Konzept hinter dem Album? Das Coverartwork legt ja etwas nahe, dass es in Richtung Bedeutungslosigkeit, Trauer und trotzdem Schönheit des menschlichen Lebens gehen könnte...
Wie der Titel schon sagt, geht es bei dem ganzen Album um die Nichtigkeit des Seins. Vom Moment unseres ersten Atemzugs läuft die Uhr gegen uns. Der Tod begleitet uns immer und überall. Den Sinn des Lebens kann man lange suchen, wenn man es aber nüchtern betrachtet, liegt der Sinn letztendlich im Tod. All diese Gedanken und Erfahrungen, die ich selbst schon mit dem Tod gemacht habe, finden sich in den Texten auf „Futile“ wieder.


Auf „Futile“ habt ihr auch ein paar Gastmusiker, Mick Moss (Antimatter) leiht „Portraits“ seine Stimme, und Schwadorf (The Vision Bleak, Empyrium) ist bei „December´s Hearse“ dabei, dieser Song ist überhaupt ein großes Highlight des Albums. Wie kamen sie dazu?
Bei „Portraits“ war es von vornherein so, dass wir schon während des Songwritings wussten, dass meine Schreie nur das Feeling des Songs zerstören würde und das Stück demzufolge clean vocals benötigt. Da wir alle größten Respekt vor Mick Moss und seiner Musik mit ANTIMATTER haben, habe ich einfach mal bei Mick angefragt, ob er denn Bock drauf hätte, „Portraits“ einzusingen. Er hat sich den Song angehört und hat sofort zugesagt. Er ist ein völlig unkomplizierter Typ und hat einfach eine grandiose Stimme, die perfekt zu „Portraits“ passt. Bei Schwadorf war das eher spontan. Er hat übrigens bei „December's hearse“ nur die cleanen Backing-Vocals beim Refrain übernommen und nicht – wie von einem größeren deutschen Magazin angenommen – den ganzen Song eingesungen. Wir dachten einfach im Studio, dass das dem Refrain noch zusätzlich an atmosphärischer Dichte verleihen würde, wenn wir seinen Gesang da im Hintergrund mitlaufen lassen würden. Also hab ich ihn im Studio einfach gefragt, und er war sofort dabei.


Bei dieser Gelegenheit würde ich auch gern wissen, ob Marcus E. Norman´s Projekt HAVAYOTH („His creation reversed“ ist auch ein grandioses Stück Musik) noch einmal zum Leben erwachen wird?
HAVAYOTH ist auf alle Fälle noch existent. Bei Marcus dauern die Dinge nur grundsätzlich immer etwas länger. Soweit ich weiß, hat für ihn ein neues ANCIENT WISDOM-Album oberste Priorität. Da fehlt ihm zwar seit gut zwei Jahren nur noch ein Song, aber bis jetzt ist er damit noch nicht recht viel weiter gekommen. Aber er hat mir mal erzählt, dass er auch schon einige Songs für HAVAYOTH komponiert hat.


„Futile“ wurde über das deutsche Label Cold Dimensions veröffentlicht, ein kleiner Spezialist für düstere und atmosphärische Musik. Wie seid ihr dort hingekommen?
Das war eher ein Zufall. Andi, den Label-Chef von Cold Dimensions, kenne ich ja schon viele Jahre durch LUNAR AURORA. Ende 2012 hatte ich dann zufällig einen Song vom „Hoagascht“-Album gehört und der hatte mich wirklich umgehauen. Mich hatte lange kein Black Metal-Album mehr derart begeistern können wie „Hoagascht“. Also hab ich Andi angeschrieben und mir eigentlich nur ein Album bestellt. Er fragte dann so nebenbei, was ich jetzt eigentlich musikalisch so mache. Ich hab ihm von EUDAIMONY erzählt, er wurde neugierig und wollte einen Song hören. Ich habe ihm „Mute“ und „A window in the attic“ geschickt und er hat sofort gemeint, dass er das Album unbedingt rausbringen möchte. Für uns war klar, dass wir das mit Cold Dimensions durchziehen, weil uns kleine Labels, die noch ehrliche und bodenständige Arbeit abliefern ohnehin lieber sind, als diese ganzen aufgeblasenen Labels, die nur darauf aus sind, den aktuellsten Trend so gut wie möglich zu bedienen.

Habt ihr irgendwelche Tourpläne, können wir damit rechnen, euch hier im nächsten Jahr live on stage zu sehen?
Nein, wir haben keine Pläne in der Art. Wir haben bis dato ja noch nicht einmal miteinander geprobt. Zwar würden wir vereinzelte, exklusive Konzerte nicht generell ausschließen, doch auch das scheint eher unrealistisch, weil es mit einem dermaßenen Aufwand verbunden wäre, der in keinem Verhältnis zu dem stehen würde, was unterm Strich dabei rauskommt. Außerdem sehen wir EUDAIMONY ohnehin nicht auf irgendwelchen überfüllten Touren oder Open Air-Festivals zwischen Thrash-, Death- oder Black Metal-Bands. Wenn, dann müsste unsere Musik ins Billing passen. Summa summarum werden all diese Komponenten wohl nie eintreffen. Von daher denke ich nicht, dass es mal ein EUDAIMONY-Konzert geben wird.


Vielen Dank für das Interview? Ein letztes Wort?
Danke dir für die Unterstützung.

EUDAIMONY im www: http://www.facebook.com/eudaimony
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Dieses Interview hat IlonA geführt und erstellt.
geführt am 20.12.2013   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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