METALGLORY Archiv

zur neuen METALGLORY Webseite
 
Interviews () alphabetisch:         0..9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Rpwl "Kalle Und Yogi Im Gespräch!"
...ein tolles Album, eine tolle Show, da muss es doch auch einiges zu berichten geben! Gesagt, getan. ein Interview mit Kalle Wallner und Yogi Lang von RPWL in der Blues Garage in Isernhagen (Hannover)!!!
Weitere Infos zu RPWL:
REVIEWS:
RPWL Live: Start The Fire
RPWL Beyond Man And Time
RPWL Wanted
RPWL Rpwl Plays Pink Floyd´s 'the Man And The Journey
INTERVIEWS:
RPWL - Kalle Und Yogi Im Gespräch!

Glückwunsch zur neuen CD. Eine gegenüber dem Vorgänger nach meiner Meinung eine etwas sanftere Variante, die auch an die alten Pink Floyd erinnert. War das so geplant oder hat es sich so ergeben?

Kalle. Ich bin jetzt überrascht, das ist das erste Mal, dass ich das höre. Alle anderen haben gesagt, jetzt habt ihr mal so richtig Gas gegeben. Es sei viel rockiger als alles andere geworden. Deswegen bin ich jetzt mit der Frage etwas überfahren. Die rockigen Elemente gab es immer, es war oftmals eine Frage der Produktion. Dieses Mal klingt es - glaube ich - ein bisschen rougher, ein bisschen rauher. Das hat vermutlich auch mit dem Thema zu tun. Ich würde das jetzt nicht so unterstreichen.
Yogi. Jeder hört das raus, was er auch musikalisch mitbringt. Wir versuchen halt immer die Musik der Story anzugleichen. Das letzte Mal ja auch, ein bisschen anderes Thema, mit diesem Verspielteren, mit diesen vielen allegorischen Figuren, mit dieser ganzen Welt, die wir da versucht haben, zu skizzieren. Und jetzt natürlich das Ganze ins Jetzt bringen. Ist ja klar, dass auch bei der Story die Musik anders ist. Wir gehen so vor. Klar bringt jeder am Anfang einer Produktion seine musikalischen Ideen mit, wir sind ja alle Musiker, d. h. Du stehst ja auch nicht still. Da fällt Dir auch mal was beim Einkaufen im Supermarkt ein, das kannst du gar nicht verhindern. Du kommst schon mit ein paar Ideen ins Studio, wenn Du so eine Thematik hast. Aber viel entsteht natürlich auch im Studio. Du kommst mit Fragmenten an, sowohl vom Text als auch von der Musik. Du fängst dann an, das Ganze zu bilden. Das was später von den Leuten quasi erfühlt wird, das ist schon, was dann im Studio entsteht. Das ist natürlich der Story angepasst, das würde jedes Mal anders sein. Das hat also gar nicht so sehr den musikalischen Hintergrund, sondern das, zu was du die Musik bringst. Und wie das Ganze mit dem Text dann wächst. Das ist bei uns so ein schönes Ding. Das kannst Du- glaube ich - in der Art nur machen, wenn Du eine funktionierende Band hast, ansonsten müsstest Du ähnlich wie bei einem Film halt einfach ein ganz klares Drehbuch bringen, Struktur. Das müssen wir nicht, sondern da darf was entstehen, da darf was wachsen, da darf sich was entwickeln, auch im Studio. Und das ist klar, die Musik wird immer anders werden, nicht nur wie wir grad das Jahr empfinden oder wie wir gerade in unserem Zeitgeist leben, sondern auch was die Story einfordert. Für uns ist das auch immer ein sehr schönes Erlebnis. Viele Fragen uns vorher: Was wird es denn. Ja, das weiß ich nicht, Junge oder Mädchen, keine Ahnung. Das weißt Du vorher nie, weil es eben dann entsteht und eben wächst. Im Studio, bei der Produktion: am Schluss ist man dann selbst überrascht.


Konzeptalben scheinen Euch ja gut zu liegen. Bekommt der Fan in Zukunft nur noch Konzeptalben von RPWL zu hören oder gibt es zukünftig auch wieder andere Alben?

Kalle: Eigentlich muss man fast schon sagen, dass "Wanted" quasi Nachfolger - Teil 2 - von "Beyond Man and Time" ist. Wir haben uns auf der letzten Tournee schon gedacht, es sei ein sehr theoretischer Ansatz mit den verschiedenen Konzepten und Figuren, Allegorien, wie könnte man das jetzt tatsächlich in die Realität bringen, das ganze Thema. Und deswegen ja auch die Idee, dass wir quasi über die Substanz stolpern mit der wir die Illusionen ganz wegnehmen können. Man reseted sich quasi vom Kopf her. Man fängt auf einem gewissen Null-Punkt an. Wir haben uns in die Story direkt reingeschrieben. Das war die Idee und die konkrete Umsetzung vom ersten Teil. Wie könnte das jetzt tatsächlich ausschauen. Ob das jetzt für immer und ewig sein muss, das wir jetzt Konzeptalben machen, das weiß ich nicht, vielleicht wäre es jetzt konsequent, mal ein Instrumentalalbum zu machen oder so was. Wir gucken, wir sind jetzt voll in dem Thema und es kommt alles zu seiner Zeit. Das hängt auch damit zusammen, auf was man jetzt gerade Lust hat, was für Musikideen da sind, was für thematische Ideen da sind. Und dann schaut man - um mal den Vergleich zum Buch zu machen - ob es wieder ein Roman wird oder ob es nur Kurzgeschichten werden, das kann man jetzt noch nicht absehen. Da lassen wir uns treiben. Und sowas ist auch vorher nicht so richtig kalkulierbar.
Yogi: Wär ja auch blöd. Du gehst ja nicht ins Studio und sagst, ich schreib jetzt ein Konzeptalbum. Das ist ja grotesk.
Kalle: Könnte man machen, wenn man eine Auftragsarbeit macht, aber das ist ja mehr Handwerk. Aber wenn man das Ganze vom künstlerischen Aspekt sieht, dann geht es einfach darum, sich von seiner Kreativität hinführen zu lassen. Irgendwo kommt man immer an.
Yogi: Es gibt auch immer in so einer Produktion einmal diesen Punkt, wo Du nicht mehr das Werk ziehst, sondern das Werk Dich zieht. Das ist ein ganz wichtiger Moment. Wenn das passiert, dann weißt Du, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Wenn Du immer nur anziehen musst, dann wird das Ganze träge und versumpft meistens, dann kann es auch nichts Gutes werden.
Kalle: Oder es klingt dann sehr konstruiert. Es ist schon wichtig, dass sich das eine auch zum anderen fügt und dass man auch das Gefühl hat, das ergibt sich großartig. Das war immer die Story von "Swords and Guns", vom 2. Song, wo Yogi ja die Idee hatte mit den Kreuzzügen. Als ein Beispiel, was alles für ein Unrecht geschehen ist, was alles passiert ist, was einfach eine Religion oder ein religiöser Fanatismus auslösen kann, deren Wirkungen bis heute spürbar sind. Da wollte er gern was schreiben. Und ich hatte irgendwie so ein halbfertiges Demo in der Schublade. Und dann hat es einfach zueinander gepasst. Die Momente braucht es einfach. Dass Sachen miteinander funktionieren. Jetzt machen wir schon so lange Musik zusammen, viele Sachen funktionieren auch unausgesprochen, automatisch. Das ist ein sehr schönes Arbeiten, ein sehr schönes Zusammenbauen von so einem Album.


Lest ihr eigentlich eure Rezensionen über eure Alben und welchen Stellenwert gebt ihr ihnen?

Kalle: Also wir hatten früher, als wir noch nicht unser eigenes Label waren, weniger davon gelesen als heute. Heute wird man damit öfter konfrontiert. Klar freut man sich, man nimmt auch konstruktive Kritik immer sehr gerne an und denkt sich "Ach so sehen die das." Sehr lustig, wenn Du eben sagst, das Album klingt für Dich gar nicht so hart. Ist auch interessant. Es ist einfach spannend, wie das halt so ankommt und ob man etwas über die Musik transportieren konnte. Ob jemand überhaupt auf den Text hört, ob jemand das Thema einfach doof findet oder irgendjemand geschrieben hat, was soll das für ein Cover sein. Aber wenn man die Geschichte halt nicht dazu kennt, ist es vielleicht eher schwierig. Also es ist schon interessant, aber wir überbewerten keine Kritiken, sowohl nicht die positiven als auch die negativen. Aber das Interesse ist natürlich schon da. Und speziell, es gibt ja traditionell immer so ein paar uns nicht wohlgesonnene Seiten, gerade aus dem Bereich von Progressive Rock, sage ich jetzt mal, wo es eher drauf ankommt, wer kann die meisten Noten innerhalb von 5 Sekunden spielen oder so. Also zu den Leuten gehören wir gar nicht. Und es ist immer ganz lustig, was die dann über uns schreiben.
Yogi: Ja ohne Rezensionen wüssten wir gar nicht, dass wir Progressive Rock machen. Das war uns auch völlig neu.
Kalle: Diese Kategorisierung, als Musiker ist dir das ja relativ egal. Also man macht halt, was man macht. Und dann, wenn man halt irgendwie was draufkleben muss - im Supermarkt muss man auch irgendwo die Milch einsortieren - sowas ist halt irgendwie wichtig. Für einen selber spielt das nicht so eine große Rolle. Wir freuen uns tatsächlich sehr, dass sich die Platte bisher sehr gut verkauft hat, das wir die Albumcharts geschafft haben, das wir jetzt hier auf Tour sind, das die Reaktionen toll sind, dass wir teilweise ausverkaufte Häuser haben. Es freut uns auf jeden Fall, dass die Leute die Platte und die Musik sehr gut annehmen. Das freut mich dann mehr als eine gute Review.
Yogi: Ist ja auch schön, wenn man einen Monat lang unterwegs ist , das ist ja auch eine tolle Sache.
Kalle: Die Tourneen werden immer länger, das zeigt ja auch, dass das Interesse da ist, auch wenn vielleicht viele das Zeug nicht mehr kaufen - leider - sondern sich es halt anderswo beschaffen. Aber das Interesse an den Konzerten ist jedenfalls ungebrochen, ist sogar viel mehr geworden und deswegen sind wir jetzt auch vier Wochen irgendwie in diesem unseren Zuhause (gemeint ist der Tourbus). WG auf Rädern.


Was hört ihr eigentlich sonst, wenn nicht gerade RPWL läuft?

Kalle: Also ich höre tatsächlich die eigene Platte, man hört es schon viel, gerade wenn es frisch ist - also mir geht es so. Ich höre wirklich "quer Beet durch den Gemüsegarten". Und ich kaufe mir auch noch viel. Ich bin ein bisschen härter unterwegs, ich mag die "Foo Fighters", "Tool", so die Ecke, "Muse" mag ich eigentlich auch sehr gern, selbst die kitschigeren Alben, das letzte "Queens of the Stone Age"-Album hat mir total gut gefallen, die letzte David Bowie fand ich großartig, aber es geht wirklich "quer durch den Garten". Und ich höre auch viel Hörbücher, also immer nur Musik hören ist auch schwer. Es ist bunt gemischt, und ich glaube, das geht jedem so ein bisschen. Yogi mag sehr viel Avantgarde.
Yogi: Ja, ich mag ja eigentlich gar keine Musik. Ich höre tatsächlich nicht viel Musik. Es ist aber auch so, wir arbeiten im Studio, da hörst Du die ganze Zeit Mucke. Ich bin Fan von den Wortradios, ich mag das viel lieber. Ich höre ja auch oft, dass man dem Progressive Rock eigentlich andichtet, das er eher immer auf der Suche nach neuer Musik ist. Das kann ich hier gar nicht nachempfinden. Da ist ja auch nicht die Stärke, sondern die Stärke von so einer Musik ist, neue Dinge zusammenzufügen, einfach auch Text und Musik zu einer neuen Sprache zu entwickeln oder auch Menschen durch verschiedenste Ansätze eben auch zu erreichen. Es muss ja nicht immer so sein, wie wir das versuchen, dass man versucht, bei großen Problemen anzusetzen oder so was, sondern dass man einfach sagt, wir wehren uns gegen das Entertainment, jetzt hört mal zu, da ist wirklich irgendwas. Wir versuchen das ja auch showmäßig dann live eben umzusetzen. Da ist, finde ich, die Stärke von was auch immer die Leute unter Progressive Rock verstehen, wo man was zusammenfügen kann. Aber ansonsten schätze ich schon Musikarten, wo man dann einfach auch einen neuen Weg geht. Dann würde ich aber nie zu Progressive Rock gehen, dann würde ich ja immer nur die alte Soße kriegen, sondern wenn ich dann musikalisch wirklich auf die Reise gehen will, dann würde ich immer eher Avantgarde-Musik hören. Leute, die sich trauen, einfach die Grenze zu überspringen, wo man einfach weiß, jetzt belaste ich die Leute mal aufs äußerste. Ich war schon immer ein großer "Residenz"-Fan, ich mag das einfach, auch die Shows von denen und diese Art und Weise auch Musik bis auf den Kern zu reduzieren und einfach auch Leute mit sowas Purem zu schockieren. Sowas finde ich dann auch toll. Ich bin wirklich froh, dass ich mit dem Kalle Musik machen kann. Der ist da eher straighter.


Stichwort Soloalben. Es gibt ja einige. Du, Yogi, hast eine gemacht, Kalle mit Blind Ego, zwei und Parzivals Eye, von eurem Ex-PartnerChristian Postl. Sind weitere zu erwarten oder geplant?

Kalle: Ich bin tatsächlich seit zwei Jahren fast gleich weit. Ich habe so gefühlt drei Viertel von einem Album fertiggeschrieben und hatte tatsächlich keine Zeit, um den letzten Schritt zu machen. Wir waren sehr fleißig mit dem zusätzlichen Aufbau des eigenen Labels Gental Art of Music, haben dort ja auch eine ganze Reihe von Platten herausgebracht. Das hat uns sehr in Anspruch genommen, weil wir an uns selber auch wiederum den Anspruch haben, eine Band seriös abzuarbeiten, im Rahmen dessen, was man so bewegen kann und nicht einfach nur rausstellen, rausstellen, rausstellen, und dann mal gucken, ob sich was verkauft oder nicht. Also das ist auch nicht unser Ding, also wenn, wollen wir es halt - in Bayern sagt man -g'scheit machen, es richtig machen. Und da war jetzt einfach viel zu tun. RPWL hat uns auch natürlich in Beschlag genommen. Vor zwei Jahren das Album, Festivals und Live-DVD und schon wieder das nächste Album usw. Da wollten wir natürlich auch gleich nachlegen. Ich bin aber eigentlich ganz zuversichtlich, dass ich dieses Jahr zumindest fertig produzieren kann. Mal gucken, wann dann ein guter Veröffentlichungstermin ist. Ich weiß aber auch noch nicht so genau über Besetzung und so. Ich würd vielleicht ganz gern mal wieder mit anderen Leuten arbeiten. Das ist ja das Schöne bei einem Soloprojekt, das man auch mit anderen Musikern mal spielen kann, um einfach auch mal einen Kontrapunkt zu haben zu einer reinen Bandarbeit. Sich nicht zu "limitieren" durch die Kollegen, sondern einfach auszuprobieren, vielleicht einen Gast dabei haben, mal gucken.
Yogi: Ich bin da ganz relaxt. Da verspüre ich gar keinen Druck. In Berlin hat uns der Gitarrist besucht, mit dem ich mein letztes Soloalbum aufgenommen habe. Wir sind alle eigentlich immer in ganz regem Kontakt. Und Ian, der mit mir Live auf Tour war, macht jetzt Tourmanagement. Es ist nicht weit weg, aber ich verspüre jetzt nicht unbedingt den Druck, um jetzt sofort in die Startlöcher zu gehen, also da ist der Kalle wahrscheinlich weiter als ich. Aber ich würde mich natürlich auch freuen. Es ist einfach was, was man genießt. Da kann man Sachen auch loswerden, die einem persönlich wichtig sind, wo die anderen eigentlich nichts damit zu tun haben. Für die Du auch keine Band brauchst. Das ist schon ein schönes Ding. Mal gucken. Ich weiß noch nicht, ob ich dieses Jahr schon soweit bin.
Kalle: Es war einmal die Idee, dass wir gleichzeitig veröffentlichen, uns gegenseitig Konkurrenz machen.


Für den Song "Roses" hattet ihr Ray Wilson mit im Boot. Was war der Grund und wird es weitere Gigs mit Ray geben?

Yogi: Das weiß ich nicht. Als wir die DVD "Beyond Man and Time" aufgenommen haben, war er auch zufällig auf dem gleichen Festival wie wir. Und da haben wir das zusammen gesungen. War auch mal ganz witzig. Ich habe ja auch Rays Platte gemischt und Rays DVD gemischt. Also man ist schon in regen Kontakt. Es war damals einfach so, ich habe das im Studio gesungen, und ich kannte Ray eigentlich nicht persönlich, sondern ich hatte wie viele auch diese Genesis-Tour mit ihm gesehen und fand einfach, dass er ein begnadeter Sänger ist. Ich habe da diesen Song gesungen und habe gedacht, das ist doch genau seine Stimme. Wir waren zufällig damals beim gleichen Label und ich habe da angerufen, und die haben dann den Kontakt gemacht. Dann bin ich da hin und habe ihm die CD in die Hand gedrückt. Und er hatte schon diesen Gesichtsausdruck "Ich sag jetzt mal Danke und schmeiß es dann in den Müll". Aber: drei Tage später hat er angerufen und hat gesagt, er würde das machen. Und so hat sich das ergeben. Es ist schön, mit anderen Musikern zu arbeiten. Es hat schon was. Ich fand es spannend mit ihm, und er ist einfach ein unglaublicher Sänger. Und deswegen ist es mir auch nicht schwer gefallen, da an die Seite zu treten und ihm das Singen zu lassen. Ich fand es wunderbar. Ich weiß, dass es damals eine Rezension gab, wo kritisch bemerkt wurde, dass mein deutscher Dialekt bei "Roses" schon immens krass wär. Ganz besonders schlimm. Ich habe dann Ray angerufen und gefragt, ob er deutsche Wurzeln hat. Aber er ist blutreiner Schotte. Da kannst Du mal sehen, was bei Rezensionen dann ankommt. Das war einfach ein schönes Erlebnis. Du merkst schon, viele Sachen sind gar nicht so sehr Absicht, sondern viele Sachen vertiefen sich einfach und entwickeln sich. Das ist ja auch das Schöne an Musik, dass es nicht konstruiert ist, sondern dass es irgendwie wächst.
Kalle: Man muss auch dazu sagen - wir haben ja auch Festivals miteinander gespielt -, wir haben ganz locker einfach mal so ein paar Gedanken gesponnen, wie wäre es denn, ob wir nicht irgendwie zusammen . Ray war damals auch solomäßig noch nicht so fest gesattelt. Er kam ja gerade frisch aus dieser Genesis-Trennung raus. Aber es kam nie wirklich dazu, dass man ernsthaft darüber nachgedacht hat, dass wir mit Ray mehr gemeinsam machen würden. Aber wenn es irgendwie einen Song mal gäbe oder so was. Also es ist immer reizvoll, auch mal einen Gastmusiker mit dabei zu haben, das bereichert ja auch so ein Album.


Besteht eigentlich noch Kontakt zu R (Phil Paul Rissettio) und P (Christian Postl)?

Kalle: Ja, "R" war gestern noch zu Besuch in Soest. Lustigerweise, der ist zwar immer noch in Bayern zu Hause, in Regensburg, aber hat da Freunde besucht und hat es dann gleich kombiniert und war gestern da. Mit "P" ist gerade der Kontakt so ein bisschen abgerissen. Aber ich meine, wir sind ja alle auch so beschäftigt, man hat ja schon oftmals Probleme, sich mit seinen guten Freunden zu treffen. Aber es ist nicht so, dass man sich großartig aus dem Weg geht. Aber das ist ja auch schon wieder ein paar Jährchen her. Mit dem "R" sogar noch ., mit "P" auch schon wieder vier Jahre.
Yogi: "R" hat ja auch gerade das "Frequency Drift" Album von uns gespielt.
Kalle: Das wir bei uns veröffentlicht haben, da hat "R" Schlagzeug gespielt.
Yogi: Da hatten wir ein paar wehmütige Momente. Wer das Album hört, da hört man natürlich schon dieses Spiel von ihm raus, das ihn ja auch ausmacht. Das hat auch viel Spaß gemacht. Wir hatten damals schon eine Menge Spaß.
Kalle: Wir hatten zwischendurch immer mal wieder ein paar Spaßkonzerte, das ein oder andere kleine Projekt. Oder man hat irgendwie mal so ein bisschen alte Rockklassiker-Sachen gespielt, aber nur so nebenher.
Yogi: Das kam halt auch aus einer Zeit, wo die Band immer mehr und mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Es war eigentlich im Nachhinein relativ klar, dass die Leute, die nicht hauptsächlich Musik machen, irgendwann einer nach dem anderen, je nachdem wie beschäftigt, sagen: "Ich kann jetzt einfach nicht drei Wochen auf Tour gehen. Wie soll ich das machen. Ich habe keine drei Wochen Urlaub."
Kalle: Und wenn, dann hat man natürlich auch noch Familie oder so. Dann wird es langsam halt kompliziert für alle.
Yogi: Und so hat sich das eben ergeben, bis jetzt zu unseren letzten Wechseln. Jetzt sind wir nur noch Musiker, die auch wirklich hauptsächlich Musik machen. Das bringt natürlich auch Ruhe in das Ganze, weil Du kannst halt auch anders auf Tour gehen. Du musst nicht mehr darauf Rücksicht, muss da irgendjemand Urlaub nehmen, oder es ist schade, wir können nur am Wochenende. Ist natürlich Wahnsinn. Das geht ja eigentlich nicht. Ich weiß auch Pablo, also das "R", hat sich ins Zeug gelegt, irgendwie alles möglich zu machen. Und irgendwann ist dann einfach auch gut. Da muss man dann halt einfach sagen, okay, das macht mir jetzt mehr Stress als Freude. Und so sind wir jetzt nicht mehr mit "R" und "P", aber der Name wäre jetzt auch noch schwieriger auszusprechen. Wir lassen es bei RPWL.


Kann man euch nach der Beendigung der Wanted Tour anderweitig live erleben?

Kalle: Ja, wir spielen in unserer Heimatstadt noch mit Procol Harum zusammen. Da wurden wir gebeten, quasi ein reines Pink Floyd Set zu spielen, was wir auch immer mal wieder gern machen. Ich glaube, nach der langen Tour haben wir daran Spaß, mal wieder ganz was anderes zu spielen. Dann fliegen wir aber gleich noch mal nach Frankreich auf ein Festival, dann Burg Herzberg am 2. August, da freuen wir uns sehr. Da haben wir das erste und letzte Mal 2001 gespielt. Damals war das noch so ein richtiges Hippiefestival, und die Zeiten waren allen Verantwortlichen relativ egal. Ich glaube, zwischenzeitlich hat das komplette Team gewechselt. Wir haben damals morgens um 5.30 Uhr in den Sonnenaufgang gespielt. Wir hätten eigentlich die Band nach dem Headliner sein sollen. Um 0.30 Uhr/1.00 Uhr hätten wir spielen sollen, gespielt haben wir dann morgens um 5.30 Uhr in den Sonnenaufgang, da waren manche schon wieder wach. Und es kommen immer noch Leute manchmal zur Tour, die dann sagen "Hey, ich war damals übrigens dabei, einer von den 40 - 50 Versprengten, die um die Zeit die Band angeschaut haben." Da sind wir dieses Jahr dabei. Dann geht es nach England. Wir planen auch schon einige Herbstkonzerte. Rüsselsheim, Holland und so. Wir werden bestimmt noch ein bisschen mehr dazu bauen. Wir werden sicherlich noch mal so eine kleinere Tournee jetzt im November fahren, und für nächstes Jahr gibt es auch schon ein paar Open Air Pläne, aber da kann ich nichts Konkretes verlauten lassen.


Ich bedanke mich für das Gespräch und freue mich jetzt auf das schöne Konzert in der Blues Garage


geführt am 18.04.2014   von Kalle
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:

musikalischer Background des Verfassers
Genesis, Pink Floyd, Judas Priest und viel 70er Jahre Rock
X   Aktuelle Top6
1. Sylvan "Sceneries"
2. RPWL "Beyond Man And Time"
3. Haken "Visions"
4. Subsignal "Touchstones"
5. Riverside "Rapid Eye Movement"
6. Galahad "Empires never last"
X   Alltime-Klassix Top6
1. Genesis "alles"
2. Pink Floyd "alles"
3. Dream Theater "alles"
4. Peter Pankas Jane "alles"
5. Judas Priest "alles"
6. Saxon "alles"

[ Seit dem 18.04.14 wurde der Artikel 2438 mal gelesen ]
 
Die neuesten Reviews:
Neue Webseite endlich online
Turbobier Das neue Festament
Foreign Diplomats Princess Flash
Deaf Havana All These Countless Nights
Chrome Molly Hoodoo Voodoo
Sunterra Reborn -EP
Dethrashion Assault Bombardment
Tschaika 21/16 Tante Crystal uff Crack am Reck
The Shiver The Darkest Hour
Yiek The Drive
Die neuesten Interviews:
J.B.O. - 03.01.2017
Running Wild - 05.10.2016
Lacrimas Profundere - 01.10.2016
Vicious Rumors - 08.07.2016
My Jerusalem - 28.06.2016
Die neuesten Artikel:
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
PURE STEEL RECORDS und KARTHAGO RECORDS haben fusioniert! - 03.01.2011
Metalforum Osthessen e.V. sucht Bands für Konzerte - 26.10.2010
Verlosung - 26.10.2010
KONZERTERLEBNISSE - 12.08.2010
Peter Steele - ein Rückblick auf sein musikalisches Vermächtnis - 21.04.2010
Die neuesten Live-Berichte:
Caliban, Suicide Silence, Any Given Day, To the Rats and Wolves - 22.12.2016
LIEDFETT, kAPEllE PEtra, elfmorgen - 2016 - 20.12.2016
Ruhrpott Metal Meeting 2016 - 15.12.2016
Die neuesten Live-Vorberichte:
Vorbericht: Svbway to Sally - Ekustik-Projekt NEON 2017 - 11.01.2017
Vorbericht: Night Of The Progfestival 2017 - 09.01.2017
Vorbericht: FAUN – MIDGART - Tour 2017 - 09.01.2017
Die neuesten Galerien:
Open Air Festival M´era Luna vom 10. bis 11.08.2013 in Hildesheim - 14.08.2013
With Full Force 2013 - 28.07.2013
Darkmoon-Festival 2013 - 24.07.2013
Die neuesten Links:
Second Roses Online Shop Frankfurt
Morgzine - An Independent Brutal Death/grind Fanzi
Deadwebzine - Extreme Metal Guide And Metal Web Pr
All Metal Lyrics
All Metal Videos

© 2018 Metalglory.de - Alle Rechte vorbehalten   |   Datenschutz   |   Kontakt   |   Impressum