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Overkill "Metalglory-abc Mit Blitz"
- - - Dieses Interview hat AndreasH geführt. - - - Vor dem OVERKILL-Konzert in Bremen hatte METALGLORY.DE die Möglichkeit, Bobby „BLITZ“ Ellsworth mit ein paar Fragen zu Tour, „White Devil Armory“, OVERKILL an sich und die Welt herum und um Bobby Ellsworth selbst in sehr entspannter Atmosphäre zu löchern. Es entstand ein großartig lustiges, informatives, interessantes und lautes Interview. Vorab sei gesagt, dass die geschätzten nicht erwähnten 500 Lacher von Bobby nicht explizit erwähnt werden – denkt sie Euch einfach ….
Weitere Infos zu Overkill:
REVIEWS:
Overkill Relixiv
Overkill Wrecking Everything
Overkill Wrecking Everything - Live
Overkill Immortalis
Overkill Killbox 13
INTERVIEWS:
Overkill - Chick Beer In Wacken
Overkill - Metalglory-abc Mit Blitz

Hi Bobby, schön Dich zu treffen. Wie ist die Tour bislang?
Hi, schön Euch zu treffen. Kennen wir uns nicht? Ja, die Tour läuft klasse, heute Abend wieder ausverkauft hörte ich grad. Auch die bisherigen Europa-Dates waren wie immer geil – und wir wundern uns, dass wir mittlerweile fast 3 Generationen Menschen im Publikum haben (Lacht).

Bobby, statt einem klassischen „Tour-Album-wie geht’s Euch so“ machen wir heute das METALGLORY – ABC. Wie schmeißen 26 Worte in den Raum von A bis Z und Du erzählst was / nimmst Stellung / philosophierst.
Philosophieren – ich? (Fragender Blick). Okay, was auch immer ist, egal. Macht sicher Spaß.

A – Armory. Wie kam der Name für das Album zustande, wie ist das Album?
Armory – ein klassisches OVERKILL – Thread-Word. Es stammt von D.D.. D.D. fand den Klang des Wortes geil, ich auch , und meine Aufgabe war, drumrum einen Text zu schreiben und das Wort möglichst intensiv in den Song einzuarbeiten, nachdem D.D. ein paar Schlüsselworte per Mail rumgeschickt hatte. Wir haben eine intensive Freundschaft – fast Partnerschaftlich, da fällt das nicht schwer und ich weiss, wie er es meint und umgekehrt – wir kennen uns halt auch schon ewig.

Perfekte Überleitung, Bobby: B wie Beginning 1980 – 1981. Vor Metallica und Slayer, übrigens… Was stimmt eigentlich. Auf den Shirts steht mal 1981, mal 1980 … und das Internet sollte man eh nicht fragen…
1981! Nicht 1980 – ich muss es ja irgendwie wissen (lacht). Vergiss den Internet-Shit! Da steht auch mein Geburtstag falsch drin … egal. Ja, auch da ist es D.D. – wir kennen uns seit 33 Jahren, wir reden miteinander, teilen vieles, auch privat, aber wenn Du jemanden so lange kennst, muss Du auch nicht viel reden – das ist schon eher nicht-verbale Kommunikation bei uns beiden, da sagt ein Blick alles. Und das ist irgendwie wie früher – wir treffen uns zum Songschreiben, aber entspannt, reden, irgendwann gehen wir jammen und so entstehen die Songs, in druckfreier Atmosphäre. Deshalb macht es auch nach wie vor Spaß. Bei OVERKILL zählt erstmal die Person, das persönliche Verhältznis von uns – und die Band und Musik drumrum ist dann das Ergebnis, warum das entsteht, was entstand und noch immer so weiter geht.

Noch immer B – Beginning – wie kamst Du zum Metal?
Ja, ich habe wohl begonnen als ich so 10, 11 war. Wie alle – Tennisschläger nehmen und Luftgitarre spielen, Alice Cooper hören oder auch Lou Reed. Mein Vater hat mir mit 13 eine E-Gitarre bzw. einen Bass geschenkt – eine Hafner. Und von da an war ich infiziert – Danke, Dad!

C – wie Chocolate.
(Lautes Lachen)…. Da fällt mir hier in Bremen „Hachez“ ein … ansonsten belische Schokolade, deutsche Schokolade, auch ein paar holländische – meine Frau und ich führen ja nebenbei einen Schokoladenoutlet namens „Chocolaterie“ in Nyack, NJ, 20 Autominuten nördlich von New York, importieren die Schokoladen aus aller Welt. Nyack ist so etwas wie Greenich Village hier in NYC: kleine Geschäfte, ne Menge Live-Musik in Kneipen, Irish Pubs, Wein Bars, Restaurants – alles was Du brauchst und direkt hinterm Hudson River. Und natürlich geile Schokoladen …

Für D – such es Dir aus: D.D. oder Drogen – aber da wir D.D. ja schon hatten als Deinen Besten Freund – wie steht’s mit D wie Drogen?
Na ja, heutzutage nehme ich eher die Drogen, die mir verschrieben werden (Brüller)…. Well, das beste Zitat über Drogen, das ich je gehört habe und auch passt, ist wohl: “Ich habe keine Drogenproblem, ich habe eher eines mit der Polizei …“ – war wohl Keith Richards. Klar, ich habe – wie alle um mich rum – mit ner Menge Zeug rumexperimentiert – aber eben nur experimentiert, sonst würden wir uns hier wohl kaum mehr sehen… ist also nicht Teil meines Tages. Klar trinken wir zusammen immer gern mal ein paar Bier oder ein paar mehr – aber dann ist auch gut und keine harten Sachen.

Dann geht’s hier gleich mit dem Thema weiter: E – wie Empty Tankard – German Beer.
Ja, astrein. In den USA lieben es alle und auch die Jungs hier lieben das deutsche Bier, ihr trinkt hier viel Pilsbier (auch Pilsener, was ja tschechisch wohl ist) und das schmeckt. Allerdings trinke ich lieber noch Starkbier, weil ich da nicht so viel von trinken muss und viele viele Holländische und Belgische Biere aus familiären Gründen (lacht).

F – Former Bandmembers:
Ja, mit Joe Comeau und Seb Marino stehen wir noch in gutem Kontakt, die kommen manchmal rum, auch mit Rob Cannavino, der Background Vocals manchmal macht und ansonsten fast nen Popsänfger geworden ist… Sid Falck ist mittlerweile Trucker und wir halten vor allem per Mail ganz gut Kontakt.

Kontakt zu Rat Skates?
Nein. Gar nicht – Rat ist sehr politisch und sehr überzeugt und etwas missionarisch dabei und er macht Filme, mit denen ich mich nicht identifizieren kann. Ich meine, käme er jetzt rein, klar könnten wir labern – aber ich würde nicht aktiv drauf zugehen. Ist für alle soweit ok, denke ich.

G – wir dachten an Gustafsson – aber vielleicht ist Gott besser.
(hat scheinbar Golf verstanden). Ja, in Nyack ist auch ne gute Driving Range, wo ich manchmal hingehe… insgesamt 15 Golf Courses. D.D. ist Golfer und das macht er auch wirklich gern zur Entspannung. Wo ich lebe und was ich tue, sind es aber mehr Naturdinge: Du kannst Motorrad fahren, in die Berge gehen, Bären gucken und nackt durch die Gegend gehen und keinen interessierts … das ist in New York City anders.

H – Helloween (with an E) – das war auch mein erstes Konzert überhaupt – und das begann auf der Helloween-Tour mit Overkill und dann mit “Deny the Cross“ …
Die Helloween-Tour war unsere zweite Europa-Tour und eine wirklich sehr gute Tour für uns. Es hat uns hier in Europa erst so richtig etabliert und wir haben unseren Fußabdruck bei und nach dieser Tour hier so richtig gelassen. Und wir hatten auch ne Menge Spaß bei dieser Tour … soweit ich mich erinnern kann (lacht).

Werden wir mal politisch: ISIS. Hast Du da ne Meinung dazu?
Gegenfrage: Haben wir das nicht alle und alle dieselbe Meinung?

J – Jeff Hanneman.
(wird ernst – zum ersten Mal heute). Ich erinnere mich an Jeff sehr gerne. Was mich persönlich am meisten an ihn erinnert, ist, dass er der wohl beste praktische Spaßvogel war, den ich so kannte.

Wie bitte? Jeff Hanneman!?!??!
ja, Jeff. Ich erinnere mich an eine Situation wie unsere jetzt, nur direkt nach der Show, alle fertig alle nass. Die Tür öffnet sich, und Jeff kommt mit einer Wasser-Pumpgun rein und ballert uns alle nieder und nass und freut sich. Was ich wirklich an ihm mochte und einzigartig fand, war, dass jemand, der so ultraböse Musik gemacht hat, sich einen so kindlichen Charme und Witz erhalten hat – was eben auch nicht alle von ihm kannten.

Killfest 2014 – Kids @ Konzerten – wie ist Dein Gefühl dazu, dass wir mittlerweile eher die älteren in der Konzerthalle sind und dass sogar Kids wie meine OVERKILL gern hören?
Ich finde das lustig. Und es beweist, dass an unserer Musik doch irgendwas dran sein muss und dass das einen Wert an sich hat, an den wir immer geglaubt haben, schon in der 80er eben. Wenn wir nicht nur die Old School Headbanger hier anziehen, sondern auch 2, ja 3 Generationen hier vereinigen, dann zeigt das ja, dass wir als OVERKILL irgendwie einen Wert geschaffen haben, der nicht jeder Mode unterworfen und austauschbar ist. Und das macht mich glücklich und gibt mir täglich den Kick für mehr. Wo sind Deine Kinder?

Okay, nächstes Mal bringe ich zumindest 2 meiner Kinder mit … Weiter geht’s mit L – Lemmy!
Ah, Lemmy (strahlt). Vermutlich das größte Geheimnis des Rock’n’Roll (lacht). Wen jemand wie ich, der Motörhead liebt …

…und ihr ja Motörhead ja auch schon supported hattet, sogar hier in Bremen vor einigen Jahren…
ja, mehrere Male, schon 1988 mit Slayer, Motörhead, Overkill in den USA: Was für eine Fucking obergeile Tour das war … und es war seltsam für mich, unsere dritte US-Tour und dann mit jemandem, den ich wirklich – ja, bewundere – da willst Du einfach auch nicht enttäuscht werden. Weißt Du, das ging häufiger so: Du triffst jemanden, den Du eigentlich bewunderst, und denkst ,was für eine Ikone – und wirst dann bitter enttäuscht, weil der Typ einfach ein Arschloch ist und die Befürchtung, enttäuscht zu sein, hatte ich auch bei Lemmy, den ich zu dem Zeitpunkt nicht kannte. Aber: ein absolut geiler Typ, ein Rock’n’Roll-Gentleman, und wirklich jedesmal, wenn wir uns sehen, erinnert er sich, nimmt sich Zeit, gibt einen aus und wir reden miteinander. Ein wirklich großartiger Kerl.

Auf die Frage, wer nun u.a. ein echtes Arschloch war, wollen wir nun mal lieber den Mantel des Schweigens legen … M – Money und Musik
Hmpf. Erforderlich. Die Motivation ist die Musik – das hat mit Kohle nichts zu tun. Aber ohne Geld und Einnahmen aus den CD-Verkäufen, Tour-Merchandise und so – wir müssen all die Jungs um uns rum hier bezahlen, vom Techniker, Caterer, Halle, Fahrer, Bus, … und auch die CD presst sich nicht von selbst. Ist also erforderlich – keiner nimmt sich aus seinem regulären Job eben mal einen 30-Jaher-Urlaub … aber Musik würden wir auch machen ohne Geld – es würde nur keine Sau mitkriegen…. Aber eben seit der vorhin angesprochenen Helloween – Tour 1987 können wir auch von der Musik leben und das ist mein Hauptberuf – und wir können all die Jungs um uns rum auch bezahlen. Was aber wichtig ist und was unsere Eltern uns mitgegeben haben ist: mach was Du willst, mach was Dir liegt und gefällt und wenn es Musik ist, dann tu eben das. Aber damit Geld verdienen ist eben auch Teil einer Sicherheit, die wir brauchen, denn mit 85 werden wir nicht mehr auf der Bühne stehen … Daneben habe ich eben noch das Schoko-Outlet und betriebe eine Postfiliale, D.D: bekommt über sein Studio noch etwas nebenbei rein, so dass wir das Ganze auszugleichen versuchen. Aber so können wir eben auch noch mal mit uns allen gemeinsam rausgehen und ein paar Biere trinken, ohne gleich Zukunftsangst haben zu müssen (lacht).

N – such es Dir aus: NY Mets oder NY Yankees?
Ich bin Mets-Fan. Das ist zur Zeit recht hart, Mets-Fan zu sein. Im Augenblick ist das Team scheiße, und trotzdem steigen die Ticket-Preise. Ich bin früher manchmal mit meinem Vater zu Tagesspielen gegangen statt Abendspielen – was also macht ein pensionierter Anwalt mit nem angehenden Rock-Star (lacht) auf nem Sonntagnachmittag – geht ins Stadion, trinkt ein paar Bier und schlägt sich eine Wurst rein und guckt sich an, wie die Mets verlieren …

O - OVERKILL 2015
Hm, ich gucke nicht gern in die Zukunft, sondern lebe im hier und jetzt. Bei uns ist D.D. der Planer – da ergänzen wir uns super. D.D. plant schon und ich sage: „Ey schau doch einfach mal, wie geil das hier und heut und jetzt ist“.

Noch zum O – OVERKILL stammt vom Motörheadschen OVERKILL?
lacht … naja, das kann ich nach meinen Ausführungen zu Lemmy ja wohl jetzt nicht mehr verleugnen. Wir sind alle Motörhead-Fans gewesen … und wir alle fanden einfach, dass das Wort geil klingt und haben ein wenig weiter geforscht um Bedeutung etc….. und es bedeutet auf Englisch, dass man „mehr Power als erforderlich nutzt“ – und das passt eben auch gut zu uns.

P – Prong.
Feine Jungs. Ich mag die Band, wir haben schon mehrfach zusammen getourt, und Prong stammen eben auch aus New York, waren wie wir Stammgäste im „L’Amours“, einem wirklich geilen Club in New York / Brooklyn, wir waren so was wie die Haus-Band dort, zumal unser damaligen Manager der Besitzer war, und das gut für ihn und gut für uns und dort haben wir die Jungs von Prong auch häufig getroffen und daher kennen wir Tommy (Victor, Mastermind von PRONG) schon seit ewig. Prong haben uns bei der US Tour jetzt begleitet und es hat gut geklappt und wir haben einfach gefragt „Ey, lasst und zusammen weitermachen“. Einfache Sache, keine langen Verhandlungen, sondern nur Absprache zwischen uns und Zack, fertig. Und ich mag die Musik eben auch sehr. Wenn mich Einer nach den besten 5 Alben fragen würde – „Ruining Lives“ wäre für dieses Jahr in jedem Fall dabei.

Q – ehrlich gesagt: ich habe nicht Sinnvolles mit einem Q gefunden! Hast DU ne Idee, sonst machen wir bei P weiter.
(überlegt kurz), nee, warte mal. Buchstabe Q…. Ja. (lacht). In „Hello from the Gutter“ gibt’s ne Zeile „Another Candy, another Queen – living in the Shadows so they can’t be seen”. Ich hatte damals im MOMA (Museum of Modern Art) in New York gearbeitet und musste dort immer am Hintereingang, am Lieferanteneingang rein. Dazu musste ich den Bus nach New York City rein nehmen und immer an der Port Authority in der Nähe des Times Square aussteigen um 6: 30 Uhr morgens. Was morgens um 6:30 n diesem Busbahnhof in der 8th Street in New York abging, war, dass viele „Queens“, in diesem Falle nämlich keine normalen Huren, sondern besonders viele Transvestiten, dort ihrem Business nachgingen, und zwar nicht offen, sondern in the Shadows, also im Verborgenen, im Dunkeln, in Hauseingängen …. (lacht). Ich erinnere mich besonders an einen kleinen hispanischen Mann und eine umso größere gewaltige „Queen“ in einer – sagen wir „romantischen kleinen Zwischenspiel“ und ich erspare Dir Details… das Bild war prägend, ich hab’s nach 25 Jahren immer noch vor Augen (lacht) – Also, das war mein „Q“!

R – Re-Union – Wiedervereinigung Deutschland morgen vor 25 Jahren
Da war ich nicht dabei – sondern in den USA zu der Zeit. Aber ich habe mir immer hin ein Stück Berliner Mauer gefischt. Bescheuerte Sache, so eine Mauer.

S – Songwriting – Bist DU es mit D.D., die die Songs schreiben?
Nein, es läuft durch die ganze Band. Um es bildlich zu sagen: D.D. baut das Fundament, und am Schluss setze ich das Dach aufs Haus. Und dazwischen werkeln wir alle darin rum, bis der Song für uns gut und fett und rund ist. Was wir jetzt mittlerweile in der Band haben, ist eine gute Chemie nicht nur persönlich, sondern auch im Songwriting – das erkennt man den letzten 3 Alben, so meine ich, auch an. Das beste Beispiel ist Ron: als er als Drummer bei uns anfing, hatte er noch kein Album mit uns drin, sondern flog direkt Live in kalte Wasser und so haben wir uns von Anfang an gut aufeinander eingespielt. Nicht anders als mit Dave und Derek: ohne die Jungs wäre es nicht denkbar, wir haben jetzt eine perfekte Chemie hergestellt. Es dauert länger, aber es ist ein guter Prozess, bis ein OVERKILL Song fertig ist – und es sind alle zufrieden mit dem Ergebnis (lacht).

T – Tattoos.
Ich habe ein Tattoo an zwei Stellen meines Körpers. Die Idee hinter diesem Tattoo war – zu der Zeit bin ich in nem Motorcycle Club gern auf meiner Maschine rumgefahren und einer der Jungs hatte nen Tattoo-Studio. Und ich wollte tatsächlich nur ein einziges, einzigartiges haben – und dann aufhören. Wir haben usn gemeinsam Mühe gegeben bei der Farbauswahl – das Blau des Tattoos passt genau zu meinen blauen Venen, das Rot der Flammen zu meiner Haut, die Flammen gehen in den Körper rein vom Arm aus und wieder runter von der anderen Seite… hat einige Zeit gedauert. Und ich habe bisher widerstanden, weitere zumachen. Und bin nun drüber weg und sehr zufrieden damit.

U – U.S: Elections.
Hmpf. Ich bin kein großer Obama-Fan, ehrlich gesagt. Naja, Fan von anderen auch nicht. Aber durch Obama und die Konstellationen im Kongress haben wir eigentlich 8 Jahre verloren. Ich will es mal eher umschreinen. Eine Wechsel wird kommen, und das ist auch richtig so nach 8 Jahren (Anm.: länger als 8 Jahre geht eben nicht in den U.S.). Was mich persönlich bei Obama, unserem toller Redner, nervt, ist, um es mal bildlich zu sagen: der Rechtsanwalt, der unser Land führt, hat einfach keiner Eier in der Hose und was er sagt, ist häufig heiße Luft. Ich meine, was ist das denn, und das hat bei mir persönlich das Fass zum Überlaufen gebracht: es gibt überall Riesenprobleme, nehmen wir z.B. die ISIS-Problematik von vorhin. Und was sagt er: „Ich habe auch keinen Plan.“ Wie bitte? Der Präsident hat keine Ahnung, was er da tun soll?!?! Diese Leute köpfen Menschen, töten Journalisten. Und Obama sagt das auch noch? Wenn die Bevölkerung dazu keinen Plan hat, okay – aber der Präsident? Nun gut, Reagan hätte vermutlich einen Riesen US-Fußabdruck in der Region hinterlassen – aber gar keine Idee zu haben, was man machen soll – man kann das doch nicht einfach geschehen lassen, wo Menschen sterben. (Schüttelt den Kopf und zitiert nochmal Obama: „We don’t have a plan …“). Aber er ist ein netter Kerl, vermute ich.

V – Vegetarische Kost.
Nee, nicht für mich, lass mal. Ich bin Carnivore.

W – Wacken 2015.
Ah , Wacken. Wacken war bislang immer großartig. Aber für uns 2015 vermutlich nicht. Wir können da ja nun auch nicht immer hin – zudem sind wir im Sommer 2015 auch schon hier und dort Open Air in Europa gebucht, Portugal, Belgien, ich glaube auch in Deutschland gebucht. Aber noch mal zu Wacken: es ist eine fette Metal-Stadt mitten im nördlichsten Deutschland. Unglaublich.

X – Skullcrushers Germany – das sind ja dann wohl die die-härtesten OVERKILL-Fans weltweit?
Ja, das ist wirklich besonders. Ich erinnere mich – 17 Jahre her, wahrscheinlich deutlich mehr (lacht), da hämmerte es wie wild an die Umkleide „OVERKILL’s the Best – Fuck the Rest“. Es war der Chef der Skullcrushers Deutschland. Seither ist es weit mehr, es sind Freunde von uns. Sie kamen rüber zu ein paar New York Shows, ich hab Sie dann vom Flughafen abgeholt.

Hä, wie – ehrlich?
Ja, klar. Sicher, das sind meine Freunde, wir haben unsere Telefonnummern, wir können uns anrufen, schicken uns gegenseitig blöde Witze, es ist eben nicht nur Musik. Und das ist auch wieder das Schöne: du kannst Dich natürlich abschotten, oder Du nimmst teil an dem was Deine Freunde gut finden – über die Musik und eben auch darüber hinaus und lernst geile Typen wie eben die Skullscrushers dann auch kennen.

Y – da gibt’s nix, was in Deutschland mit nem Q beginnt ..
… und ich kann die Q-Geschichte von vorhin auch nicht toppen (lacht).

Z – Zahnarzt (Engl. Dentist). Als wir uns das letzte Mal trafen, hattest DU mir eine ganz merkwürdige Geschichte über einen deutschen Zahnarzt erzählt – leider war ich nicht mehr so wirklich nüchtern und kriege die Geschichte nicht mehr zusammen. Also los:
Ja, Dentist. Ich hatte mir bei einem Konzert in Wuppertal mal wieder einen Zahn ausgeschlagen – das war so: Während des Gigs war mein Mikro kaputt. Also kam der Techniker auf die Bühne, ein Franzose, um es zu reparieren ….

…ähm, da war ich bei, war das nicht in Bochum in der Matrix …
Ja, da auch – das ist mir nicht nur einmal passiert: Guck Dir meine Zahnleiste mal an – meinst Du das ist alles echt – da habe ich mir nicht nur einen Zahn abgebrochen oder rausgeschlagen (lacht brüllend)… Also: der Franzose hatte das Mikro getauscht, ich reiße es mir zum Singen ins Gesicht, das Mikro war nicht richtig fest im Ständer, fliegt raus und bricht mir beide Schneidezähne ab.
Ich gehe also zurück hinter die Bühne, gebe dem Techniker die beiden Zahnrest und sage ihm: Das erzähl mal Deinen Kindern, dass Du dem Lead-Sänger quasi beide Zähne rausschlägst und trotzdem nicht gefeuert wirst!
Ich musste nach dem Gig also zum Zahnarzt. In Wuppertal. Also schickte mich der Franzose zu einer Adresse, wo ein Zahnarzt sei. Ich gucke an die Beschriftung und klingelte, wo ich meinte, „Dentist“ zu lesen und hatte meine beiden Schneidezähne in einer Tüte in meiner Hand. Sollte im 2. Stock sein. Da stand aber natürlich nicht „Dentist“, sondern irgendwas mit „Dienst“ (Sozialdienst oder so). Die Frau am Empfang sprach natürlich genauso gut Englisch wie ich Deutsch und der Franzose konnte auch nicht helfen. Sie meinte, ja, wartet mal hier. Wir dann da rein, und dort sitz ein Mann im Stuhl und empfängt mich – und ich völlig ahnungslos. Klingt eben wie ein geiler Witz: Sitzen ein deutscher Beamter, ein Franzose und ein Amerikaner in einem Raum. Der Ami hängt halb in der Seilen ohne Zähne vorne, der Franzose hebt leicht schwul die Hand und flötet den vermeintlichen Zahnarzt an „Ich habe ihm die Zähne ausgeschlagen, äh, aber pardon, es war ein Unfall“ und der Deutsche sagt: „Da bin ich nicht zuständig – ein Stock höher“. (lacht).

Was ein Mist – wir sind beim Zeit angelangt. Bobby, danke, dass Du mit uns das Metalglory-ABC mitgemacht hast und einige auch persönliche Dinge, Pointen und Stories mitgegeben hast abseits der Mucke. Wir freuen uns auf gleich.
Danke, gleichfalls. Das hat wirklich Spaß gemacht – auf sicher bis zum nächsten Mal und bis gleich!

- - - Dieses Interview hat AndreasH geführt. - - -

Livereview aus Bremen!!!
geführt am 26.11.2014   von Arturek
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