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Reload 2016 – Rock Around The Maisfeld in Sulingen am 26./27.8.16

- - - Berichtsverfasser: Eiko & Katrin Truckenbrodt - - -

„Supported By Wacken“ lautet der Slogan in diesem Jahr. Und siehe da: die Parallelen sind – wenn auch in wesentlich kleineren Dimensionen – sofort offensichtlich. Angefangen beim gewaltigen Anreisestau, weiten Teilen des Publikums, dem ausgeschenkten Bier, besagtem Maisfeld bis zu bestimmten „Verhaltensweisen“ mancher Besucher. Auch die im Infield aufgestellten Standurinale
sollen schon mal auf einem holsteinischen Acker zu bewundern gewesen sein.
Gar nicht Wacken-typisch allerdings sind gewisse Lücken in der Organisation: So sind sämtliche Zeltflächen bereits am Freitag Nachmittag hoffnungslos überfüllt, so dass der überforderte Ordnungsdienst weiteren Zeltgästen den Zutritt verweigern will und auf die Tagesparkplätze verweist. Diese wiederum haben bei weitem aber nicht die Infrastruktur wie der Campground (Duschen, Wcs etc.). Wenn man sich „by Wacken“ supporten lässt, dann sollte einem eines doch klar sein: Nur mit Zelt und Bier bewaffnet werden hier die wenigsten anreisen. Und genau wie beim norddeutschen Mega – Event dominieren hier Kleinlaster, Großzelte, Riesenanlagen zur Dauerbeschallung und Grills von der Größe einer Tischtennisplatte das Bild, akustisch untermalt vom permanenten Röhren der Aggregate. Logisch, so was braucht Strom. Und vor allem auch Platz. Viel Platz. Und dieser ist nun mal begrenzt.

Freitag
Bei aller Nörgelei wollen wir nun aber den Blick aufs Musikalische werfen. Wollen bzw. hätten wir gerne. Durch Anreisestau, Diskussionen mit dem Ordnungsdienst und weiterem Ungemach startete für uns das Festival leider erst mit den Emil Bulls (Eine Anreise am Donnerstag war unserem Team aus beruflichen Gründen leider nicht möglich). Die bayrischen Alternative Rocker präsentieren sich mit einer derartigen Metal-Kante, daß auch die härtere Fraktion anerkennend mit dem Kopf nickt. Mehr aber auch nicht.
Fear Factory sagen diesen weitaus mehr zu. Die Band spielt tight, vor allem die Drums sitzen ebenso straff wie der Hosenbund von Gitarrist Dino Cazares. Da fällt auch das altbekannte Fear Factory Problem nicht wirklich ins Gewicht: die Stimme von Burton C. Bell. Gigs der Kalifornier waren schon immer abhängig davon, wie besagter Burt bei Stimme ist. Heut startet er vielversprechend ins Programm, brüllt sich aber wie immer seine Stimme in den Sangeshimmel. Anfangs beginnen die cleanen Passagen etwas zu wackeln, kurze Zeit später merkt der aufmerksame Hörer das seine Stimme schon kratzt wie nach 4 Tagen Dauersuff, beim finalen Replica ist dann ganz Schluss. Zum Glück der letzte Song. Trotzdem: Kurzweilige Show.
Wesentlich besser bei Stimme ist da Arch Enemy Sängerin Allissa White-Gluz. Mehr fürs Auge bietet die junge Dame ebenfalls. Aber das wars dann auch schon. Freilich, Michael Amott und Jeff Loomis gehören zu den besten Gitarristen der Szene, was sie auch permanent unter Beweis stellen. Auch die Show ist perfekt durchstrukturiert und teilweise sogar choreografiert, aber eines fehlt. Und zwar etwas, was für eine Death Metal Band (und ja, das waren Arch Enemy mal) essentiell ist: Rotz, Wut und Seele. So böse wie es klingt, davon hat diese Band nichts mehr.

Hatebreed sind Hatebreed und nicht gerade selten in Europa unterwegs. Nie wirklich schlecht, meist besser als Mittelmaß, aber auch so was hat man irgendwann über. Deswegen sind Hatebreed heute Hatebreed, und deswegen lassen wir Hatebreed heute Hatebreed sein.
Was gibt’s neues bei Limp Bizkit? Fritze Durst hat seine rote Mütze zuhause vergessen, also musste er sich eine schwarze borgen. Nicht vergessen hat er sein großes Mundwerk und seine über alle Zweifel erhabene Band. Ordentlich Songs von ihrem besten Album „Chocolate Starfish and Hotdog flavoured Water“ einzupacken wurde zur Freude aller Anwesenden ebenfalls nicht vergessen. Ein paar Coverversionen von Nirvana, Pantera und Metallica sind auch dabei, was aber eher für Verwunderung sorgt. Ihr wollt Fotos von Limp Bizkit? Vergesst es! Offenbar war Mr. Durst die schwarze Mütze peinlich, und so wollte er nur einigen auserwählten Fotografen die Ehre geben ihn mit eben dieser abzulichten. Diese mussten dann im Pressebereich an einer Art Lotterie (kein Witz!) teilnehmen wo die Glücklichen dann ausgelost wurden. Unserer Foto-Gesandten blieb das Losglück leider verwehrt. Oder war es am Ende gar nicht der Fred sondern nur Wichtigtuerei der Organisation? Wir wissen es nicht...... (ET)

…die restlichen Bilder der Show wie immer auf: https://www.facebook.com/metalglory.de

Samstag
Meine Gedanken in der Nacht zu Samstag „Ich glaub ich bin zu alt für den Scheiß“ werden mir förmlich aus dem Kopf gepustet dank unserer netten Nachbarn die alles im Umkreis von 2 km mit ihrer Musik beschallen müssen. Zum Glück scheint es auch andere zu nerven und somit wird ihnen um 6 Uhr morgens von der Security der Saft abgedreht. Mein Vorredner vom Freitag hat ja kaum ein gutes Haar am Reload Festival gelassen daher will ich hier auch mal ein paar positive Dinge verkünden. Mir als Frau fiel sofort positiv auf, dass die Spülklos umsonst sind und auch reichlich davon vorhanden sind, das Duschen nur mit 1 Euro zu Buche schlägt und es reichlich Trinkwasserspender gibt, selbst am Fotograben kann man seine Becher und Trinkbehälter auffüllen lassen, was bei den Temperaturen auch rege in Anspruch genommen wird. Außerdem ist es das erste Festival wo durch ein Bändchen die Volljährigkeit des Besuchers kenntlich gemacht wird. Ob es nun geholfen hat den vielen jugendlichen Besuchern die Beschaffung von Alkohol zu erschweren wage ich zu bezweifeln. Frisch geduscht und voller Motivation begibt sich unsere Truppe auf den ca. 15 minütigen staubigen Weg um das Maisfeld um in das Infield zu gelangen. (Maisprodukte aus dem Landkreis Diepholz können übrigens auch künftig bedenkenlos verzehrt werden. Sowohl die von Katrin bereits erwähnte, großzügige Anzahl von WC sowie die Absperrung um eben jene Maisfelder hielten die meisten Besucher davon ab, dort ihr großes Geschäft zu verrichten. Das war in den 90ern in Wacken noch ganz anders. ET)
Auch heute hat sich unsere Freundin die liebe Sonne wieder sehr präsent über unseren Häuptern platziert und heizt uns, den Besuchern und Bands ordentlich ein. Man hätte die ersten Bands des Tages dann wohl auch eher im Schwimmbad Sulingen auftreten lassen sollen denn dort scheinen sich die meisten Besucher bis zum frühen Abend abzukühlen.(KT)

As We Arise aus dem niedersächsischen Stadthagen obliegt die Ehre den Reload Samstag zu eröffnen. Das tun sie dann auch, mehr auch nicht.
Bei Friday Flashback dann ein ähnliches Bild, der Allerwelts(Punk)Rock lockt genau so viele „Interessierte“ vor die Bühne, daß der Sänger jeden persönlich begrüßen könnte. Das Pack aus Hamburg will dann lustig sein, lachen tut aber kaum jemand.

Bei Burning Down Alaska aus Recklinghausen ändert sich das Bild dann zum positiven. Vor der Bühne klaffen zwar noch Lücken, aber die ersten Fans beginnen trotz der unbarmherzig brennenden Sonne zum melodischen Hardcore der Band zu hüpfen. Definitiv ein Achtungserfolg. (ET)
Auch das Schreiberteam besteht nun mal nur aus Menschen. Und als solcher MUSS – gerade bei diesen Temperaturen – UNBEDINGT auf den Elektrolythaushalt geachtet werden. Zum Füllen der Speicher ziehen wir uns vorerst an unsere temporäre Behausung zurück um mit einigen eiskalten Getränken die Elektrolytspeicher ausreichend zu befüllen. Diese Getränke blieben übrigens auch in einer 20 Jahre alten Kühlbox mit herkömmlichen Kühlelementen auch am zweiten Tag noch eiskalt. Es muss nicht immer der Kühlwagen mit Diesel-Aggregat sein liebe Besucher! (ET)

Um der Chronistenpflicht und dem Kulturellen Auftrag Genüge zu tun, finden wir uns allerdings pünktlich zu den Kassierern wieder vor der Bühne ein. Wolfgang Wendlandt ist schon da und entledigt sich direkt zu Showbeginn seines Shirts um seine stattliche Wampe zu präsentieren. Warmer Tag! (Diese wippte dann auch immer schön im Takt mit. KT). Freilich, lyrische Offenbarungen oder musikalische Kabinettstückchen gibt es hier nicht. Aber mit entsprechendem Pegel – und den haben die meisten – macht die Sache Spass. Und als Herr Wendlandt dann bei „mein schöner Hodensack“ die Hosen runterlässt und zur Veranschaulichung der Sache sein eigenes Geläut inklusive Strang präsentiert ist die Messe gelesen. Im Auditorium finden sich sogar diverse Nachahmer, so daß man selbst zum Beginn des Sodom Sets noch einige Nackedeis herumspringen sieht. (ET)

Onkel Tom und seine Sodom Sidekicks gehen dann auch außerordentlich motiviert an die Sache heran und Trümmern amtlich los. Mit Markus „Makka“ Freiwald sitzt auch niemand Geringeres als der beste Sodom Drummer der Bandgeschichte hinter den Kesseln. Gerade sein präzises Spiel gibt Granaten wie „Outbreak Of Evil“, „Ausgebombt“, „City Of God“ oder „Sodomy & Lust“ eine Extraportion Wumms. Anders als beim Party-San zwei Wochen zuvor ist dieser Gig aufgrund eines anders orientierten Publikums nicht unbedingt ein Heimspiel und lässt einige Leute an die Schänken abwandern. Das wiederum sorgt für etwas Unmut bei Herrn Angelripper der sich dann bei seinen Ansagen auf das nötigste beschränkt, mit „Agent Orange“ knapp den letzten Song ankündigt und dann verschwindet. Trotzdem eine geile Show. (ET)

Was werden und wurden die Australier Airbourne gehypt. Zum Co-Headliner geadelt. Titelstories noch und nöcher. Sechs Marshall-Stacks auf jeder Bühnenseite. Ganz dicke Posen. Und eine Band die genau wie AC/DC aus Australien kommt und genau so klingt. Genauso? Nein, nicht genauso gut. Ihr könnt mich erschlagen, aber ich verstehe diesen Hype nicht. Wenn ich AC/DC sehen will seh ich mir AC/DC an. Und wenn ich kein Ticket bekomme geh ich zu einer der tausenden Coverbands. Aber nicht zu Airbourne. (ET)

Five Finger Death Punch kommt die Headliner Ehre des Reload 2016 zu. Können sie den Erwartungen gerecht werden? Tatsächlich ja. Eine gut zusammengestellte Setlist mit repräsentativem Querschnitt der Alben, ein glasklarer Sound und gutes Stageacting lassen die Fans sogar trotz des urplötzlich einsetzenden Gewitters einschließlich Platzregens vor der Bühne ausharren. Alles in Allem ein würdiger Abschluss eines trotz einiger Mängel beschaulichen Festivals. (ET)

Zum Ende unseres kleinen Berichtes, ziehen wir noch einmal ein Resümee. Auch wenn unsere Truppe von anderen Festivals etwas mehr begeistert ist und hier sehr viel zu mosern hatte war das Reload Festival 2016 mit 10.000 Besuchern das am besten besuchteste Reload in der Historie dieses Festivals und diese Zahlen lassen darauf schließen das es seine eigene Fangemeinde schon längst gefunden hat.
Auch positiv zu vermelden sei der schon bekanntgegebene Headliner für 2017, denn mit den Schweden von Amon Amarth haben sich die Veranstalter eine großartige Band gesichert. Ebenfalls schon bestätigt sind die Jungs von Caliban, die Punkband Betontod, Massendefekt und die Deathcore Band Whitechapel.
Der Ticketpreis bleibt mit 89 Euro für das Combiticket ( 2 Tage Festival plus Camping) stabil und wer sich jetzt schon sicher ist dass er im nächsten Jahr ( 25.-26. August 2017) wieder dabei sein will sichert sich für 79 Euro eines der Early Bird Tickets. Zu erwerben wie immer bei Eventim oder Metaltix . (KT)


…die restlichen Bilder der Show wie immer auf: https://www.facebook.com/metalglory.de


Es schwitzten für euch unter der Sonne Sulingens: Katja Borns (Fotos) , Eiko & Katrin
Truckenbrodt (Bericht)
!!!
geschrieben am 05.09.2016   von Arturek
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musikalischer Background des Verfassers
...sehr viel
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[ Seit dem 05.09.16 wurde der Artikel 2086 mal gelesen ]
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