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Fish - Return To Childhood in Hannover, Capitol am 26.04.2006
Galerie Fish, 26.4., Hannover Capitol zum Livereview anschauen!

Am 26. April 2006 gastierte Fish mit seiner Band im Zuge der "Return To Childhood" Tour im hannoverschen Capitol. Ein Lümmel, wer sich dieses Event entgehen ließ, stand doch nicht weniger als Marillions komplette "Misplaced Childhood" Platte als Liveinterpretation auf dem Programm. Dieser Tage erscheint die dazugehörige Live-Doppel Cd Return To Childhood, die ich zuvor schon hören durfte. Sie hatte nicht ganz die Magie des Originalalbums transportiert, worin ich ganz mit unserem Rezensenten Jockel übereinstimme, und so waren wir beide gespannt, ob Fish livehaftig mehr als auf CD zu bieten hätte. Für den Nachmittag vor dem Konzert arrangierten wir ein Interviewtermin mit Fish, womit dem kompletten Prog-Erlebnis alle Türen geöffnet waren.

Zum Interviewtermin war Jockel leider noch nicht von seiner Arbeit abkömmlich, und so saß ich dann alleine in einem Backstageraum des Capitols und wartete auf den Protagonisten des Tages. Erst musste ich eine ganze Zeit ausharren, dann ging alles ganz schnell. Der beeindruckend charismatische schottische Hüne tauchte unvermittelt auf, machte mich mit seinem schnell gesprochenen Edinburgher Dialekt platt, rauchte mein Interview in knappen sieben Minuten durch, um dann ebenso schnell wieder zu verschwinden wie er gekommen war. Irgendwie hatte ich ein unbefriedigendes Gefühl. Ein richtig rundes Gespräch zu führen, war mir nämlich nicht gelungen, Fish schien wegen meiner Fragen sogar verärgert, und so war ich vom Interview doch etwas enttäuscht. Trotzdem verbrachte ich die folgenden Stunden bis zum Konzert in freudiger Erwartung.

Als Jockel und ich gen Abend endlich den Konzertsaal betraten, war die Vorgruppe Seedcake bereits am Spielen. Die noch jungen Göttinger räumten mit ihrem modernen Alternative Progrock, der vor Allem aufgrund der Stimme und auch Optik ihres Frontmannes Hage mächtig an Placebo erinnerte, mehr als beachtlich ab. Sehr sympathisch an der Gruppe fand ich, dass sie Keyboarder Fab an der Bühnenfront platzierten. Der Junge ging und litt die Songs nämlich ordentlich mit, was der Bühnenpräsenz zugute kam. Auch Basser Yogi, der optisch eher nach Hardcore aussah, war ein Aktivposten. Vom Schlagwerker Jules habe ich leider nicht viel gesehen, aber später abends Griff ich mir die Jungs noch ab, um ein Interview und eine CD-Rezension abzumachen. Dieses Göttinger Fourpiece darf man getrost näher unter die Lupe nehmen.

Dann war es endlich soweit, nach ca. 30 Minuten enterten unter Begeisterungsstürmen Fish und seine Mannen die Bühne. Zum Einstieg spielten sie "Big Wedge", und von der ersten Sekunde an war die Stimmung perfekt. Das Publikum feierte alle Songs und die charmanten Ansagen Fishs ab, als ob es das letzte Mal wäre; sie fraßen ihm förmlich aus der Hand. Der Meister war gut bei Stimme und die Band ordentlich eingespielt. Kleinere Verspieler wurden vom guten Groove locker wieder wettgemacht. Die beiden Gitaristen Andy Trill und Frank Usher teilten sich Solo-, Lead- und Ryhtmusarbeit gekonnt untereinander auf, wobei letztere hauptsächlich von dem tight spielenden Bassmann Steve Vantsis und dem ebenso zuverlässigen Dave Innes am Schlagzeug überzeugend erledigt wurde. Keyboarder Tony Turrell konnte durch seine Backgroundvocals überzeugen, mit denen er Fish gerade in den ganz hohen Stimmlagen gut zu entlasten wusste, zumal hier, im Gegensatz zum Livealbum, Sängerin Deborah Ffrench nicht mit von der Partie war. Während der neun Songs, allesamt aus der Post-Marillion Ära, stellte ich mir mehrfach die Frage, was denn nun bitte den Unterschied zwischen Fish und Peter Gabriel ausmacht. Die Hauptantwort muss wohl "die Fanzahl" lauten, denn ansonsten bewegen sich beide auf einem ähnlichen hohen künstlerischen Niveau. Es gibt nicht vieles, was schöner als ein Gabriel Konzert ist, mit seiner pompösen Show voller Special Effects und seiner Garde an Weltklasse-Musikern. Ein Fish Auftritt ist dafür intimer, zum Einen bedingt durch die natürlich kleineren Locations, zum Anderen aber auch durch das erdige Auftreten der Protagonisten. Fish trägt noch dieselben stinknormalen Klamotten wie beim nachmittäglichen Interview und hat des öfteren eine Pulle Wein in der Hand, und Gitarrist Frank Usher würde man bei seinem hooliganesken Aussehen nachts wohl lieber nicht begegnen wollen. Zurück zum Wesentlichen: Das fantastische "Credo", welches ich mir eigentlich als letzten Song und Höhepunkt des gesamten Konzerts gewünscht hätte, bildete den Abschluss der Fish-Solo Songs. Die Band verließ unter heftigem Beifall die Bühne, und in den von feierlicher klassischer Musik untermalten nächsten Minuten schwoll die Spannung nochmals an, denn alle wussten, was nun folgen sollte. Als dann die ersten Töne von "Pseudo Silk Kimono" erklangen, schien die Menge förmlich zu explodieren. Wen interessierten da schon die kleinen Timingprobleme. Die "Misplaced Childhood" wurde von der ersten bis zur letzten Note von allen Anwesenden durchzelebriert. Ich kann mich nicht erinnern jemals ein wesentlich ekstatischeres Publikum erlebt zu haben. Als Zugabe gab es dann die nicht minder abgefeierten Marillion Nummern "Incommunicado" und "Marquet Square Heroes". Danach war Schluss. Im Raum gab es nur glückliche und zufriedene Gesichter.

Für mich bleibt festzuhalten, dass ich die Fish-Solo Songs deutlich stärker und packender fand, als die eben "nur" starken Marillion Nummern. Letztere wussten durch die sehr persönliche Bühnenpräsenz von Fish deutlich besser zu gefallen, als es das neue Livealbum im Vorfeld vermuten ließ. Daumen hoch, für einen gelungenen Abend.










geschrieben am 03.05.2006   von Chickenfires
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musikalischer Background des Verfassers
Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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