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Prophecy Konzertnacht "10 Jahre Prophecy" in Zeltingen, Kelterhaus am 21.10.2006
Galerie prophecy Konzertnacht "10 Jahre Prophecy" zum Livereview anschauen!

Ein Jubiläumskonzert mit Bands aus eigenem Lager:
The Vision Bleak, Secrets of the Moon, Dark Suns, Klimt 1918. Doch damit nicht genug, dazu gesellten sich allerdings in akustischer Ausführung Dornenreich, Neun Welten und Subaudtion!
Zudem gab es noch in der Pause eine Listeningsession des allerneusten Werkes von Empyrium „A Retrospective...“. Das klingt doch nach einer ausgewogen emotionalen und originellen Konzertnacht. Ja, ganze 10 Jahre hat Prophecy schon auf dem Buckel. Weiter so, kann ich da nur sagen, wenn man einen solchen Tag erlebt hat und die bisherigen Veröffentlichung und die Herangehensweise des Labels mitbekommt.

Ort des Geschehens war das eher für Volksmusik geeignete Kelterhaus Schorlemer direkt in Zeltingen, also der Heimat des Labels.

Los ging es zwar nicht ganz so pünktlich, aber dafür bestuhlt mit dem akustischen Teil des Tages. Subaudition aus Finnland durften eröffnen. Ruhig, melancholisch und sehr konzentriert haben die Mannen ihre Songs des Debüts (u.a. „Godspeed“ und „Raindrops“) vorgestellt. Subaudition präsentierten sich sehr gefühlvoll und besannen sich auf ihre eigentlichen Qualitäten, also die leisen Töne. Leider war es auch schon nach guten 20 Minuten soweit „Tschüß“ zu sagen, schließlich hatte man eine Verspätung aufzuholen und eine Menge umzubauen.
Natürlich war es nun richtig die Akustiksession bestuhlt zu erleben, aber bei der Menge der Leute, hätten auch viele nichts dagegen gehabt, wenn man gestanden hätte. Diese Tatsache war vor allem beim ersten Headliner zu spüren, aber dazu gleich etwas mehr.

Neuen Welten waren nicht nur durch ihre Bühnendeko, die sehr viele Kerzen beinhaltete, sondern auch durch die visuelle Darstellung (Beamer) zu ihren naturbetonten Songs bestens vorbereitet. Neun Welten sind mit ihren fast reinen instrumentalen Werken einzigartig, aber auch die Guestvocals bei zwei Songs des Abends haben deutlich gezeigt, dass ihre eigene Welt sich auf das Publikum übertragen lässt. Man hat plötzlich -mitten in einer Vorstellung- viel Zeit nachzudenken und abzutauchen. Ohne die Musik aus den Augen bzw. Ohren zu verlieren, hat man das Gefühl andere Naturschauspiele zu erleben. Mystik, Folk, Mythologie und viel Gefühl! Auch wenn diese Art der Musik nicht jedermanns Sache ist, so ist es trotzdem schön mal so etwas zu erleben.

Danach war es endlich soweit. Dornenreich! Nach fast fünf Jahren Bühneabstinenz, die wohl am meisten erwartende Band der Konzertnacht. Ohne Schnick-Schnack kamen Eviga und der neue alte Geiger Thomas auf die Bühne.
Geige, Akustikgitarren und Glöckchen am Fußgelenk. Das war alles.
Dornenreich präsentierten auf eine unfassbar ergreifende Art und Weise akustische Genüsse ihrer bisherigen Alben und des bald erscheinenden neuen Werkes „Durch den Traum“. Ob es nun „Der Hexe nächtliche Ritt“, „Innerwille ist mein Docht“ oder gerade „Mein Publikum – der Augenblick“ waren, diese Vorstellung ist unbeschreiblich. Zurücklehnen, die Augen schließen und einfach nur genießen. Die leise Stimme, die zwischenzeitlichen „krassen“ und „fiesen“ Screams und eben genau die Geige haben das Publikum in ihren Bann gezogen.
Zwar hatte Eviga zwischenzeitlich Probleme mit seinen Saiten, aber es hat die Menge nicht im Geringsten gestört. Zumal er durchaus auch seine witzige Seite, mit einem Lächeln, gezeigt hat.
Stellt es euch mal vor, der Saal war voll bis oben hin, alle Stühle besetzt. Zudem an den Seiten, hinten und ganz vorn im sog. Fotograben, kein Durchkommen – ca. 500 Personen. Und trotz der Menge an Fans, hätte man das Fallen einer Nadel hören können. Dermaßen leise und beschaulich war es in einigen Minuten der Vorstellung. Man fühlte förmlich die düstere und gefühlbetonte Musik in sich selbst. Ja, wie eine Droge drängte sich die Musik in die Ohren und übernahm den ganzen Körper.
Faszinierend, ergreifend, elektrisierend! Wahnsinn.
In dieser Art und Weise ist es nur eine Frage der Zeit, wann eine Livealbum oder ausschließlich akustisches Versionen der Österreicher veröffentlicht wird. Dies musste spätestens der Band klar werden, als sie mit „Standing Ovations“ um eine Zugabe gebeten wurden. Selbst Eviga wirkte überrascht und verwirrt zu sein, aber natürlich konnte er nicht einfach so die Bühne verlassen und gab mit Thomas den letzten Song des Abends „Reime Faucht der Märchensarg“ zum besten. Thomas ist definitiv eine Bereicherung des Sounds von Dornenreich, daher schön, dass er wieder mit im Boot sitzt. Freut euch jetzt schon auf den 24.11.06., an dem „Durch den Traum“ Wirklichkeit wird.

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Umbauphase, Listenningsession und nun endlich etwas mehr Zeit etwas zu essen und am Merchandisestand seine Kohle loszuwerden.
Ein Wort zum Merchandise: faire Preise, schnelle Bedienung. Für eine Art Festival einfach genial. Zum Catering: eine ganz andere Welt, als das was man sonst bei Gigs gewohnt ist. Eher Döner oder Pommes, nix da, hier wurde man bewirtet wie bei einer Hochzeitsfeier, mit Menüwahl. Schön lecker!
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Nach einer etwas langen Umbauphase -u.a. Stühle raus = Absperrung vor die Bühne rein- ging es weiter mit den Italienern von Klimt 1918.
Ich muss zugeben, dass sie mich kaum vom Hocker reißen konnten und ich erst beim leider letzten Song „Sleepwalk in Rome“ so richtig Appetit auf mehr bekommen habe. Dieser Track war nämlich einer der noch am rockigsten, was die Jungs zu bieten hatten. Leider war der Saal nun auch diesmal nicht so voll, wie es sich vielleicht auch die Band selbst gewünscht hätte. Aber trotzdem, solide Vorstellung und schön, dass diese Combo an diesem Tag mitgewirkt hat.

Als nächstes durften die Leipziger von Dark Suns ran. Völlig andere Richtung als alles bisher da gewesene, aber nun, irgendwann muss es ja metallischer und härter werden. Die Jungs haben wahrlich ihr bestes gegeben und auch viel Freude ausgestrahlt. Doch der Sound wollte nicht so richtig passen, was an diesem Abend bei keiner der Combos wirklich viel besser werden sollte. Doch daran kann man hinterher ja immer meckern und etwas auszusetzen hat man ja meistens. Man kann es ja schwer allen recht machen. Also, forget it.
Die Tracklist war allemal hörenswert, da sie trotz der kurzen Spielzeit, was Dark Suns Verhältnisse angeht, ihre mit besten Songs des aktuellen Werks präsentiert haben. Wer Dark Suns kennt, wird wissen, dass es bei der Combo nicht viel ist, wenn sie bloß 40 Minuten spielen. Was jedoch sehr enttäuschte und die Band es wohl selbst gemerkt haben muss, viele Zuschauer waren gar nicht im Saal anwesend. Dies lag eher daran, dass Dornenreich ihre Autogrammstunde genau zu diesem Zeitpunkt hatten. Der gesamte Treppenaufgang und der Vorraum zum Merchandise/Catering Raum voll mit wartender Menschenmasse war, nur um mit Eviga und Thomas zu plaudern sowie ein Autogramm zu erhaschen. Schade für Dark Suns, aber für Dornenreich sah es sehr nach viel Arbeit aus.

Dann wurde es noch härter. Die Osnabrücker Black Metaller Secrets of the Moon durften ran. Mittlerweile war der Zeitverzug nicht mehr einholbar, aber das änderte auch nicht die megalange Aufbauphase für eben diese Combo. Sie haben sie enorm viel Zeit für den Soundcheck benötigt, was natürlich noch mehr an den Nerven der Zuschauer zerrte. Leider hat aber dieser lange Soundcheck nicht viel genutzt, da leider anschließend nicht wirklich vieles so richtig besser wurde. Die Drums waren zumindest megahart! Aber so ist es ja manchmal, wenn man es eben ganz perfekt haben möchte.

Ansonsten konnten sich die Tracks des neuesten Outputs „Antithesis“ oder deren ältere Stücke wie u.a. „Cosmogenesis“ hören lassen und zum ersten Mal an diesem Teil des Abends waren die meisten Fans im Saal und haben ihre Halsmuskulatur beansprucht. Nicht sehr sehenswert waren einige Actings von A.D., da er deutlich mit einigen Ausfällen der Gitarre zu tun hatte und irgendwie „verwirrt“ wirkte. Dafür war der Daevas ganz schön -passend- fies dabei und sein Bassspiel wirkte umso besser für den knalligen, harten und aggressiven SOTM-Sound. sG hat ebenfalls mit seiner Haltung am Mikro und der Gitarre (stark an Mille erinnernd!) sehr gut was rausgeholt und einen ordentlichen Job erledigt. Die kompromisslose und brachiale Arbeit des T. Thelemner muss ich nicht extra erwähnen. Brutal, heftig, düster, aber leider an diesem Abend mit etlichen Soundproblemen.

Verspätet, aber lieber später als nie! Um 01:10 Uhr waren dann endlich die Headliner des Abends dran. Auch wenn ich doch zugeben muss, dass es an einem solchen Tag fast nur „Headliner“ gab.
Allen B. Konstanz und Ulf Theodor Schwadorf zusammen mit ihren Begleitern/innen, u.a. Operngesang, Geige, Posaune und Kontrabass.
„Kutulu“ folgte direkt nach dem bekannten Intro und die Menge tobte. Allein im Fotograben war die Hölle los und jeder versuchte mit dem Stageacting von Allen mitzukommen, um ihn in einer seiner besten Positionen zu erwischen. Leicht schien Allen es jedoch niemanden recht machen zu wollen, schließlich kennt man ihn als sehr agilwirkenden Performer. Aktiv, mitreißend, gewaltig!
Egal welcher Songs folgte, es ging voll ab. Man hatte zwar den Eindruck, dass nun immer weniger Leute im Saal waren, aber seit die Stühle aus dem Raum gebannt wurden, kam einem der Saal sowieso eher größer vor.
Jedenfalls hatte das Publikum sichtlich Spaß an „Deathship Symphony“, „Wolfmoon“, „Carpathia“, „Sister Najade“ oder „Elizabeth Dane“ und „Secrecies in Darkness“.
Die ganze Truppe auf der Bühne strahlte Sicherheit und Spielfreude aus, auch wenn man die sehr konzentrierten Damen des kleinen Orchesters dazu nicht zählen sollte. Ich meine lachende Gesichter! Aber nun, Konzentration ist alles. Selbst das Gastspiel von Helm (Empyrium) kam gut an und passte ins Bild, der heutigen Vorstellung. Auch Eviga gab sich die Ehre mit TVB zusammen abzurocken und ließ sich für einen kurzen Gesangspart mit Ulf hinreißen.
Die Zugaben „The Curse of Arabia“ und endlich „The Line night rider“ haben dann nochmals gezeigt, dass diese Band live nicht zu bremsen ist. Geil, berauschend, wirkungsvoll und hart!

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Dies sind Konzertabende, über die man noch Jahre später reden wird. Dies sind die Konzertabende die man seinen Enkeln noch mitteilen wird. Dies sind die Konzertabende, von denen man nicht genug bekommt und sehr froh ist dabei gewesen zu sein.
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Mein Dank geht an den netten Winzer aus Zeltingen, den ich übrigens als Abschluss in diesem Bericht zitieren mag. Weitere Danksagungen gehen an Jenny, an das gesamte Prophecy-Team, die so etwas geniales auf die Beine gestellt haben sowie Katja &Thomas für den Sharan!!


Im Laufe des Gesprächs beim Kauf von ca. 15 Flaschen Wein, ergab sich unter anderem folgende Konversation:

Winzer: „...ähm, waren Sie auch hier zu diesem Konzert da, im Kelterhaus?“
Ich „Ja, genau so ist es“
Winzer: „Mensch, das war ja was. Die ganzen schwarzen Leute. Die hatten ja nur schwarz an“.
Ich: „Ja, das kommt schon vor, dass viele schwarz tragen“
Winzer: „Ist den jemand gestorben oder wie?“

Was soll man schon dazu noch hinzufügen?! Bei einem Ort von ca. 1000 Einwohnern und reichlich Urlaubern, kommt es einem schon etwas eigenartig vor, wenn ca. 500 Metalfans aufkreuzen. Das kann ich mir durchaus vorstellen.

geschrieben am 14.11.2006   von Arturek
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