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Hatebreed, Unearth, Twelve Tribes in Hannover, MusikZentrum am 19.11.2006
Galerie Hatebreed, Unearth, Twelve Tribes in Hannover zum Livereview anschauen!

Nachdem ursprünglich die New Yorker FULL BLOWN CHAOS, die ja bekanntlich bei Jamey Jastas Stillborn-Label unter Vertrag stehen, UNEARTH und HATEBREED auf deren Europa-Tour begleiten sollten, landeten schlussendlich die Krachmaten von TWELVE TRIBES auf dieser durchaus ehrenwerten Position. Dadurch konstituierte sich ein qualitativ überaus hochwertiges und derbes Metalcore-Package, wie es abwechslungsreicher nicht sein könnte. Da wären zunächst HATEBREED, die ohne Zweifel das Non Plus Ultra des metallischen Hardcores im Stile alter BIOHAZARD und PRO-PAIN darstellen. Dann UNEARTH, die zu den stärksten Vertretern des Maiden- und Göteborg-beeinflussten Metalcores zählen. Und schließlich TWELVE TRIBES, die eine sperrige, aber dafür eine atmosphärisch sehr intensive Metalcore-Variante aufbieten.

Im ausverkauften Musikzentrum angekommen, kämpfte ich mich auf der Galerie in die erste Reihe vor, um einen perfekten Überblick über das abendliche Geschehen zu haben. Nach kurzer Wartezeit ging’s los mit TWELVE TRIBES, die furios mit „National Amnesia“, dem Opener der neuen Platte loslegten. Drückender Sound, gutes Licht und ein immer wieder beeindruckender Adam Jackson, der seine meterlangen Dreadlocks durch die Luft wirbelte, verpassten mir die erste Gänsehaut des Abends. Arschtight knallten die Jungs (dieser Drummer !!!) Ihre wuchtigen Songs in die bereits zu diesem Zeitpunkt randvolle Location. Leider konnten nur die wenigsten der Anwesenden etwas mit dem komplexen Material anfangen, was sich in ziemlicher Bewegungslosigkeit vor der Bühne äußerte. Vielleicht wollten einige ihre Kräfte aber auch noch für später aufsparen. Songs wie „Muzzle Order“, „Venus Complex “oder das grandiose „The nine year tide“ konnten jedenfalls auf ganzer Linie überzeugen. Schade nur, dass offenbar so wenige mit dem Material der Band vertraut waren.


Danach war es Zeit für UNEARTH, dem moshhungrigen Publikum amtlich einzuheizen. Schon bei den ersten Takten rastete die Menge komplett aus und ein heftiges Moshlpit entstand vor der Bühne. Die Band schien dabei ebenfalls höchst motiviert und pushte sich zusätzlich dadurch, dass ein Roadie mehrfach mit einer Bierbong die Bühne enterte und die beiden Gitarristen mit ausreichend „Flüssigkeit“ versorgte. Rock`n`Roll pur war also angesagt. Sänger Trevor Phipps feuerte zudem die Meute mehrfach an, zu stagediven und Circle-Pits zu starten, was auch prompt in die Tat umgesetzt wurde. Songs wie „The great dividers“, „Endless“, das neue „Giles“ oder „Zombie Autopilot“ wurden jedenfalls abgefeiert wie nichts Gutes. Beim abschließenden „Black hearts now reign“ brachen dann sämtliche Dämme und die gesamte Location glich einem einzigen riesigen Moshpit. Dabei schafften es die inzwischen sichtlich angeheiterten Gitarristen irgendwie auf den Thekenbereich zu kraxeln und selbigen zum Laufsteg umzufunktionieren. Den währenddessen bestellten Drink konnte einer der beiden jedoch nicht mehr vernichten, da man lieber die Rückkehr zur Bühne antrat als sich Ärger mit dem nicht sonderlich amüsierten Thekenpersonal einzuhandeln. Energiegeladener und absolut überzeugender Auftritt einer Band, die sicher nicht zu Unrecht Anfang nächsten Jahres in den USA gemeinsam mit SLAYER auf Tour geht.

Doch der Hauptact des Abends sollte noch kommen. Und zwar gewaltig! Als Jamey Jasta und seine Mannen die Bühne enterten gab es beim Publikum kein Halten mehr. Mit „Defeatist“, dem Opener der neuen Platte stieg man in ein Best of-Set ein, das kaum Wünsche offen ließ. Zwischen weiteren Stücken des neuen Albums und z.B. „Empty Promises“ vom Debut waren es vor allem „Proven“, „Perseverance“,, „Live for this“ und „This is now“ die die Menge zum Kochen brachten. Es ist einfach immer wieder beeindruckend, welches Charisma der „little big man of Hardcore“ versprüht und wie selbstverständlich ihm die Fans aus der Hand fressen. Dazu die alles zermalmende Rhythmusfraktion und die Gitarristen, die mit ihren tonnenschweren, nicht selten an SLAYER oder OBITUARY erinnernden Riffs ein wahres Inferno entfachen. Natürlich durfte auch die obligatorische Wall of Death nicht fehlen.

Was ebenfalls cool war: Ein lebensmüder Freak kletterte mitten im Set an der Lichttraverse hoch bis er in der Mitte der Bühne angelangt war. Als Jamey die Beine von dem Typ dort baumeln sah, unterbrach er die Show und forderte die Leute im Moshpit auf, den Knaben aufzufangen. Dies klappte auch wunderbar und der Traversenjumper war sichtlich stolz wie Oskar. Spektakuläre Einlage dank mangelhafter Securityleistung würde ich sagen. Als zum Abschluss das großartige „I will be heard“ angestimmt wurde und Jamey mit „Now is the time for me to rise to my feet...”loslegte, konnte man die explosive Spannung in der Halle fast greifen. Ein riesiger Moshpit brach los und in der Hütte hätte das Dach wegfliegen können, es hätte keinen gestört. Wahnsinn! Ganz zum Schluss wurde dann noch der Anfang von SLAYER`s „Raining blood“ angespielt, was ebenfalls ziemlich cool kam, aber eben bedauerlicherweise nur bis zum Tempowechsel durchgehalten und nicht zu Ende gebracht wurde. Dann war definitiv Schluss und ein jeder wusste, dass er ein geniales Konzert miterleben durfte.












geschrieben am 21.11.2006   von Schneider
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