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Persistence Tour 2006: Soia Madball Terror Comeback Kid in Hamburg, Markthalle am 08.12.2006

Nachdem die Persistence-Tour im letzten Jahr von AGNOSTIC FRONT und HATEBREED geheadlinet wurde, war es dieses Jahr an den Hardcore-Schwergewichten MADBALL und SICK OF IT ALL das sowohl qualitativ als auch quantitativ fett besetzte Hardcore-Package bestehend aus den beiden o.g. Bands, TERROR, WALLS OF JERICHO,COMEBACK KID, THE DESTINY PROGRAMM (ex-DESTINY), THE DISTANCE + mindestens einem lokalen Support-Act durch Europa zu steuern.

In der Markthalle in Hamburg ergatterten die aufstrebenden Norddeutschen von MAINTAIN die begehrte Anheizerposition. Und dies auch völlig zu recht. Nach dem verkorksten Auftritt bei der Taste of Chaos-Tour in Bremen, wo die Technik den Jungs einen dicken Strich durch die Rechnung machte, waren MAINTAIN spürbar heiß darauf den genannten Reinfall mit einem guten Auftritt vergessen zu machen. Shouter Timo Böhling und seine Jungs bescherten dem gegen 18:30 Uhr schon recht zahlreich erschienenen Publikum eine gute Viertelstunde lang eine ansprechende lesson in Metalcore bestehend aus bewährten Songs des „Reveal our disguise to an infinite abyss“-Albums sowie einem neuen Song des im Frühjahr 2007 erscheinenden zweiten Longplayers. Auf der Tanzfläche tummelte sich während MAINTAIN ausgelassen die sog. „Sportlerfraktion“. In kurzen Hosen und Joggingschuhen wurden diverse, nett anzuschauende Moves aufgeführt, bei deren Anblick man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Allerdings entstand schon bei der nächsten Band ein ganz anderes Bild.

THE DISTANCE aus Connecticut hatten zunächst einen recht schweren Stand beim Publikum, die Tanzfläche blieb zunächst verwaist. Die Jungs aus Amiland gaben aber ihr Bestes und präsentierten eine durchaus nett anzuhörende Mischung aus Old-School-Hardcore mit Emo-Punk-Elementen. Beim zweiten oder dritten Song sahen das dann viele ähnlich und es entwickelte sich ein ansehnliches Moshpit vor der Bühne, welches zum Missfallen der Sportlerfraktion auch den ganzen Abend über mehr oder minder bestehen bleiben sollte.

Als nächstes waren dann die norddeutschen THE DESTINY PROGRAM (ehemals DESTINY) an der Reihe. Da man in der Vergangenheit sowohl mit dem Line-Up als auch mit Copyright-Problemen zu kämpfen hatte, war es für mich doch etwas verwunderlich, dass TDP, deren letztes Album aus 2004 datiert, mit auf diese Tour gekommen sind. Verlernt haben die Jungs allerdings nichts. Der breakdownlastige, mit viel Power vorgetragene Metalcore wusste auch in Verbindung mit dem besten Sound des bisherigen Abends sehr zu gefallen. Das äußerte sich auch im ersten Circle-Pit des Abends.

Danach war es entgegen der Ankündigung auf Flyern und Plakaten bereits Zeit für Scott Vogels TERROR, die mit ihrem metallischen Old School-Sound die Markthalle innerhalb von rund 25 Minuten erwartungsgemäß in ihre Einzelteile zerlegte. Schon nach wenigen Sekunden war es vor und auf der Bühne randvoll mit Stagedivern und das Stimmungslevel kletterte in kürzester Zeit Richtung Siedepunkt, der im weiteren Verlauf des Abends leider in dieser Form nicht mehr erreicht wurde. Es passte einfach alles zusammen. Eine hyper-energische und bewegliche Band, Super-Sound, geile Songs, ein tobendes Publikum. Es gab absolut nichts zu meckern. Spätestens als auch noch MADBALL-Bassist Hoya für einen Gastauftritt auf die Bühne kam, konnte man von einer wohl perfekten Hardcore-Show sprechen.

WALLS OF JERICHO hatten es danach nicht gerade leicht, das hohe Stimmungslevel zu halten. Zwar ging Frontfrau Candance ab wie die angestochene Wildsau, die Publikumsreaktionen waren aber im Vergleich zu TERROR nicht ganz so enthusiastisch. Trotzdem ging natürlich immer noch die Post ab und Stagedives und Circle-Pits untermalten eine gelungene Performance einer Band, die für meine Begriffe live deutlich mehr Spaß macht als auf Konserve. Auf Platte bieten WOJ letztlich nur recht typischen Metalcore mit schwachem Shouting.

Danach war es endlich Zeit für COMEBACK KID, die mit ihrem melodischen Old-School-Sound für eine willkommene Abwechslung sorgten. Mit „Die tonight“ vom „Turn it around“-Album gings los und leider hatte man den Eindruck, dass die Stimmung nun etwas in den Keller ging. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass der Sound nicht hundertprozentig rüber kam, sicherlich aber auch auf mittlerweile auftretende Ermüdungserscheinungen beim Publikum zurück zu führen war. Immerhin stiegen die Temperaturen in der Markthalle ja auch proportional zur Anzahl der Bands stetig an. Mit der Zeit wurde die Stimmung aber auch bei COMEBACK KID besser und Songs wie „False idols fall“, „Partners in crime“ und natürlich „Wake the dead“ wurden schließlich doch noch euphorisch und standesgemäß abgefeiert.

Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde es lauschig und das bekannte Terminator II-Theme sollte die Ankunft von Freddy Cricien und seinen Mannen von MADBALL ankündigen. Idealerweise ging es dann auch gleich mit dem absoluten Hammersong „Set it off“ los und im Handumdrehen hatten MADBALL die Menge im Griff. Wilde Stage-Dives, Mosh-und Circle-Pits begleiteten ein ca. 35-minütiges Set, das mit „Hold it down“ „Demonstrating my Style“, „Pride“ und Songs vom neuen „Legacy“- Album wie „Heaven-Hell“ oder „For my enemies“ kaum Wünsche offen ließ. Scott Vogel von TERROR ließ es sich zum Schluss auch nicht nehmen, noch einmal mit Freddy zusammen einige Shouts zum Besten zu geben. Klasse-Gig auf annähernd hohem Stimmungsniveau wie bei TERROR. Auch wenn die letzte Platte nicht der ganz große Knaller war, sind MADBALL live nach wie vor eine sichere Bank.

Ganz im Gegensatz zu SICK OF IT ALL, die für meine Begriffe langsam wirklich in Rente gehen sollten. Ok, es war inzwischen ca. 0.00 Uhr und das Publikum war nach 5-6 Stunden Hardcore und Hitze entweder müde, erschöpft, besoffen oder alles zusammen. Das musste auch Lou Koller bemerken, sodass seine Reanimationsversuche schon fast flehentlich wirkten. Aus der obligatorischen Wall of Death bei „Scratch the surface“ wurde somit auch eher eine Pflichtübung als ein willkommener Höhepunkt eines SOIA-Konzerts. Aber auch sonst muss man sagen, dass SOIA, die sicherlich zu den ältesten und wichtigsten Hardcore-Acts überhaupt gehören, den jüngeren und aggressiveren Bands, sei es nun TERROR, WALLS OF JERICHO oder COMEBACK KID in puncto packendes Songwriting, Aggression und Power wenig bis gar nichts (mehr) entgegen zu setzen haben. Und so waren nach ca. 55 Minuten schließlich alle froh, durch die draußen vorherrschenden Orkanböen nach Hause schreiten zu dürfen.

Fazit: Anstrengender, aber saugeiler Hardcore-Konzertabend mit großteils überzeugenden Auftritten und guten Bands. Einzig SOIA hätte man sich wirklich sparen können. Nächstes Jahr vielleicht eine oder zwei Bands weniger.












geschrieben am 10.12.2006   von Schneider
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