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Him, Zerphine, Eat The Gun in Bremen / Pier 2 am 27.03.2004

Dark/Wave Rock und “Mädchen” Metal in Bremen und dann auch noch unter dem Banner eines riesigen Getränkeherstellers aus Wolfenbüttel! Da muss ich wohl dabei sein! Nein, nicht was ihr denkt, nicht wegen den vielen Girlies, Kids und vor allem nicht wegen dem Alkohol! Ja, wirklich es ist nur wegen der wohl imagemässig coolsten Band, die nach Bon Jovi die meisten Mädels anlockt, aber auch nicht zuletzt wegen den Berlinern von Zeraphine, die ich selbst bis dato noch nie live erlebt habe.

Im fast ausverkauftem Pier 2 (www.pier2.de), in der schönen megalangen Hafenlandschaft Bremens gelegen, ging es pünktlich um 20.00 Uhr mit den Münsterern von Eat the Gun (www.eatthegun.com -siehe Reviews) los. Eigentlich bietet der kurz oben erwähnte Getränkehersteller an jedem der Konzerttage einer lokalen Band die Chance sich einem größeren Publikum vorzustellen, aber na ja vielleicht gab es direkt in Bremen keine Band, die für das Vorprogramm von HIM spielen wollte. Aber egal, Eat the Gun nutzten ihre Chance und haben wahrlich die Menge begeistert. Der Applaus und die lautstarken Zurufe waren nicht zu überhören. Vom vorderen Publikum her betrachtend schien es mir wirklich so, als ob diese Jungs wirklich fast wie Headliner ankamen. Auf jeden Fall ist der dreckige Rock´n´roll á la Backyard Babies meets Motörhead meets Skid Row beim Publikum sehr gut angekommen und wurde keineswegs nur als billiger Support einer Megaband betrachtet. Eat the Gun hatten sichtlich Spaß und nutzten so ihre ganze halbe Stunde einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auch wenn es musikalisch und performancemässig nicht ganz so mein Ding war, da mir vor allem die zwischenzeitlichen englischen Durchsagen einer deutschen Band und Bemerkungen wie „Hej, wir mögen High Heels“ eher den Nerv raubten, so war die Vorstellung rein soundtechnisch und am Spaßfaktor gemessen nicht von schlechten Eltern. Somit müssen wir uns hier im Lande keine Sorgen machen, was die Erben der 80er Jahre Poser-Bands wie Guns´n´Roses, Skid Row oder Mötley Crüe angeht.

ZERAPHINE (www.zeraphine.de) sind keineswegs als brachiale Hard Rocker anzusehen und das hieß, dass die Menge nicht sofort wieder einen Kollaps durch das Ausflippen bekommen musste. Allein durch diese Tatsache passte auch Zeraphine sehr gut ins Bild des Abends. Die eher in Unterzahl vorhanden reinen „schwarzen“ Gothic/Wave-Fans sowie das gesamte HIM-(Mädchen)-Publikum und der Rest erfreuten sich an den deutsch- wie auch englischsprachigen Songs der Berliner. Ob typischer Rock-Wave oder sehr melancholischer Sound, der Applaus blieb auch hier nicht aus, auch wenn es allein durch die Performance auch etwas mehr hätte sein dürfen. Den „Mitklatschaufforderungen“ bei Songs wie u.a. „Die Wirklichkeit“ oder dem Knaller-Ohrwurm „Be my rain“ folgte das Publikum, ohne jegliche Zögerung gern. Ich hatte wirklich den Eindruck, dass es mal wieder ein Abend ist, an dem die meisten nicht nur allein wegen einer Band gekommen waren. Die einzigartige emotionale Stimme von Sven, die ergreifend-melodischen Gitarren und der gute Sound stellte mich und das Publikum wirklich zufrieden. Zeraphine boten sowohl Songs ihres Debüts von 2002 „Kalte Sonne“ als auch des letzten Outputs „Traumaworld“. Ja, sogar zwei Songs ihrer gerade erst erschienen Maxi-CD „New year´s day“ (siehe Reviews und Interviews) wurden präsentiert. Das einzige, was für meine Begriffe etwas unpassend wirkte, war die Reihenfolge der letzten beiden Songs. Da hätte die rockigere Nummer „Sometimes“ meines Erachtens mehr ihren Zweck erfüllt, als es der sehr emotionale fast balladenartige Song „Wen Du gehst“ getan hat. Zudem haben mir die kurzen 45 Minuten nicht gereicht. Aber so etwas liegt ja nicht in den Händen einer Supportband. Auf jeden Fall kann ich mir gut vorstellen, dass diese Tour für die Berliner einen wesentlichen Fortschritt in ihrer jungen Karriere als Zeraphine bedeutet.

Nach einer längeren Umbaupause, wobei in den Pausen immer wieder viele Werbeflächen für den „Alkoholhersteller des Abends“ genutzt wurden, die übrigens auch noch beim Einlass viele orange Mützen/Kopfbedeckungen und beim Ausgang tatsächlich „kleine“ Flachmänner-Flaschen verteilt hatten....- wo bleibt hier die Moral (bzw. Verantwortung?)?.

Pünktlich gegen 22.00 Uhr kamen dann die finnischen Vorzeigerocker auf die Bühne. Der Johhny Depp der Love Metal-Szene in gewohnt cooler Manier. Ich glaube, dass es zurzeit keinen „cooler“-wirkenden Mann in diesem Rock/Pop-Himmel gibt. So langsam weiß ich auch nicht mehr, wie ich das deuten soll, ob es wirklich nur Image oder doch die wahre Persönlichkeit eines berühmten Mannes ist. Aber egal, das alles ist sowieso nur Promotion bzw. persönliche Sicht der Dinge eines Einzelnen und hat für meine Begriffe nichts mit der eigentlichen Musik zu tun. Aber einen gewissen Boygroup-Casting-Charakter hat das Ganze schon; irgendwie!? Selten habe ich so viele Fotografen und Kameraleute im Pier 2 erlebt wie an diesem Abend. Egal.... und siehe da,
die Performance von HIM (www.him-music.de) hat mich wirklich umgehauen. Mögen sie ach so berühmt und in etlichen Popshows vertreten sein, aber diese jungen Burschen rocken wie Sau. Ein starkes Gedränge der Fotografen am Bühnenrand war die Folge bei den ersten drei Songs: „Buried alive by love“, „Wicked game“ (in einer rockigeren neuen Art) und „Beyond redemption“. Keine Sorge, das pubertäre Gekreische wie es zu den besten Beatles-Zeiten wohl gewesen sein mag und lautstarke Zurufe wie „I love you“ blieben auch hier nicht aus. (nebenbei bemerkt: Lediglich aus solchen Gründen würde ich mir sehr gerne mal diese Band in einem reinen Club für ca. 100 Leute angucken, bei dem nur Personen ab ca. 21 Jahren Eintritt haben. Aber hier gilt ja auch, egal.....)
Die Menge tobte und hatte immer noch nach den zwei coolen Supportern genügend Power, um mitzusingen, zu klatschen und zu toben bzw. kreischen. Wie es wohl mittlerweile seit der „Razorblade Romance“ Veröffentlichung üblich sein mag, blieb es auch nicht aus, dass BHs (siehe Foto) und Teddys auf die Bühne flogen. Doch auch solche Aktionen ließen den Megastar Ville Valo kalt, der zog nur noch cooler eine Zigarette nach der anderen durch. So hielt ihn auch der ständige Rauch nicht davon ab, seinen genialen gesanglichen Part zu bieten. Wie lange soll das noch so gut bleiben, wenn er so weiter raucht? Warum schadet er nur seiner Stimme?! Die kann sich doch nun wirklich hören lassen.
Fast jeder Song wurde in einem „anderen Gewand“ gespielt. Es schien mir, als ob es nicht genau die gleiche Band wäre, die Scheiben wie „Greatest Lovesongs vol. 666“, „Love Metal“ etc. im Studio eingespielt hat. Und genau diese Tatsache hat mir unglaublich imponiert. Diese Band spielt nicht einfach ihren „normalo“ Set von der Stange, diese Mannen haben etliche Riff- und Melodiewechsel im Paket. Das ist echter und purer Rock´n´roll des Jahres 2004. Es gab wirklich sehr oft verwirrte Gesichter, die sich schon fragen mussten, um welchen Song es sich wohl handelt, da fast jeder in einer anderen Version geboten wurde. Vor allem die Anfangsriffs, die Solis der Drums, der Keys und der Gitarre waren sehr verwirrend und kniffelig.
Die Setlist reichte von neuen bis zu alten Songs. Natürlich wurden ausschließlich die durch die Medien bekannten Songs gespielt wie u.a. „The Sacrament“, „Funeral of Hearts“, „Solitary man“, „In joy and sorrow“, „Join me in death“, „Heartache every moment“, „Pretending“ aber auch You sweet six, six, six“ oder „It´s all tears“ vom Debütwerk. Allesamt wurden vom Beifall, Gekreische und Gesang mitverfolgt. Leider war alles nach nicht ganzen 75 Minuten zu Ende. Und genau das was das einzig größte Manko des Abends. Bei Preisen an die 30 Euro für ein Ticket und Merchandise-Preisen wie u.a. für T-shirts von 35 Euro dürften die Leute doch von einer Band wie HIM mit ihren 4 Alben schon mind. 90 Minuten verlangen. Doch da habe ich mich wohl getäuscht und der Gig wurde mit einer, zwar geilen Darstellung von „Soul on fire“, aber nur einzigen Zugabe beendet.

Fazit: Eine megaprofessionelle Abwicklung eines Gigs, welchen ich nicht so schnell vergessen werde. Coole Bands, ein wirklich cooles Publikum und ein guter Sound. Ich denke, dass auch die vielen Eltern, die ihre Töchter zu einem solchen Konzert begleiten mussten, diesen Abend samt der Vorbands nicht so schnell vergessen werden.

Mein großer Dank geht diesmal an die „Im-Mega-Stress-Wirkende“ Tourmanagerin Silke: „Nur kein Stress, ist doch alles super gelaufen“!

geschrieben am 30.03.2004   von Arturek
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