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Dornenreich (unplugged) in Hamburg, Marx am 31.10.2007
Galerie Dornenreich (unplugged) in Hamburg, MarX zum Livereview anschauen!

Es ist ein nervenaufreibendes Phänomen unserer Zeit, dass viele Menschen einfach nicht mehr für längere Zeit die Klappe halten und etwas oder jemandem zuhören können. Das Problem hat man nicht nur im Kino, sondern auch bei akustischen Konzerten, wo so etwas noch störender und respektloser ist. So konnten auch bei dem Akustikauftritt von DORNENREICH in Hamburg wieder einige Leute ab und zu nicht ruhig sein, bzw. zum Unterhalten nach draußen gehen.

Den Beginn machten an diesem Abend die Saarländer ELANE mit ihrer keltisch angehauchten Fantasy-Folklore. Der Geräuschpegel hielt sich im Publikum in Grenzen, allerdings kam die Musik ELANEs auch gar nicht so leise daher: Das Keyboard lieferte Percussion und atmosphärische Klangbasis, während Violine, Gitarre und weiblicher Gesang den Reigen vervollständigte. Songs wie „The Night I left“, „Golden Lace“ und „Licht“ zogen die Zuhörer von Anfang an in ihren Bann und wurden mit gutem Beifall gewürdigt. Für meinen Geschmack fehlte mir bei einigen Songs zwar die Dynamik und auch der größtenteils eher tief gesungenen Stimme von Frontfrau Joran hätte etwas mehr Abwechslung gut getan - insgesamt hinterließen ELANE aber einen positiven Eindruck ihrer Musik zum Träumen.

Danach betraten NEUN WELTEN die mit zwei großen Kerzenständern geschmückte Bühne und auch die Jungs und Mädels aus Halle/Leipzig hatten das fast ausverkaufte MarX sogleich auf ihrer Seite. Relativ routiniert und voller Leidenschaft (besonders Gitarrist/Cellist David war die Intensität ins Gesicht geschrieben) wurden unter anderem „Valg“, „Walden“, „Svartalfheim“ und „Heidenacht“ von ihrem aktuellen Album „Vergessene Pfade“ dargeboten und auch drei Stücke von einem (hoffentlich bald) erscheinenden nächsten Album durfte das Publikum genießen. Besonders beeindruckend war dabei das letzte der neuen Lieder, welches mit einer großartigen Darbietung von Violinistin Aline aufwartete und den meisten Applaus des Auftritts bekam. Als NEUN WELTEN die Bühne schließlich verlassen mussten, waren aus gutem Grund dann auch das erste Mal an diesem Abend einige Zugabe-Rufe zu hören.

Es folgten DORNENREICH, die mit der kleinsten Instrumentierung des Abends aufwarteten und daher besonders auf Stille im Publikum angewiesen waren. Nur mit Akustikgitarre und Glöckchen um das Fußgelenk und unterstützt von Inve an der Violine war Eviga gekommen, um die Hamburger musikalisch zu verzaubern. Trotz ein paar kurzer Störungen durch zwei, drei Personen, die anscheinend das Talent hatten, bei besonders ruhigen Stellen zu lachen, gelang das Vorhaben allerdings auch prächtig und die meiste Zeit konnte DORNENREICHs Darbietung ohne Störung genossen werden. Der Schwerpunkt lag dabei interessanterweise auf noch unbekannten Stücken des kommenden Albums „In Luft geritzt“; hiervon wurden sieben an der Zahl dem Publikum präsentiert! Mit der erwähnt minimalistischen Instrumentierung, doch voller Leidenschaft und Dynamik schafften es Eviga und Inve einen guten Eindruck von „In Luft geritzt“ zu vermitteln und einen ausführlichen Vorgeschmack aufs Album zu geben. Wahrscheinlich werden wieder diverse Leute aufschreien, wenn die Instrumentierung noch mehr zurückgefahren wird und ein komplettes Akustikalbum erscheint, doch genauso gut kann es sein, dass über genau diesen akustischen Zugang Fans des älteren Materials wieder Gefallen an DORNENREICH finden. Wie auch immer, eins ist sicher: Die neuen Songs sind 100% DORNENREICH und wissen mit Gefühl und Abwechslung zu begeistern. Besonders das treibende „Jagd“ und das sehr folkig anmutende „Freitanz“ blieben mir sofort im Ohr hängen. Man darf gespannt sein, was da im Frühjahr auf uns zukommt.
Doch auch ältere Songs fanden in akustischer Form ihren Weg in die Setlist und bekamen durch diese neue Interpretation ganz neue Facetten. Meine persönlichen Highlights waren hier ganz klar die beiden Stücke „Der Hexe flammend’ Blick“ und „Der Hexe nächtlich’ Ritt“ von der „Hexenwind“, sowie „Mein Publikum – Der Augenblick“ von „Her von welken Nächten“. Besonders letzteres ist mit seinem großartigen Finale immer wieder ein Garant für Gänsehaut.
Favorit des Publikums war aber wohl – wie sollte es anders sein – die akustische Interpretation von „Reime faucht der Märchensarg“ aus dem Album „Bitter ist’s dem Tod zu dienen“.
Nach fast siebzig Minuten Spielzeit und einer Zugabe war der Spuk dann auch vorbei und die beiden Herren verließen begleitet von frenetischem Applaus die Bühne, nur um gleich danach wieder beim Merchandise-Stand aufzutauchen und Autogramme zu schreiben. Auch NEUN WELTEN und ELANE konnte man hier wieder antreffen und so bekam das Ganze nach der intimen Atmosphäre während des Konzerts auch danach noch einen sehr familiären und freundlichen Charakter. An solcher Fannähe sollten sich einige andere Bands ein ganzes Stück abschneiden!
Es bleiben im Nachhinein viele sympathische Eindrücke von einem sehr atmosphärischen Abend mit toller Musik abseits des metallischen Alltags.


Setlist DORNENREICH:

Drang
Unruhe
Jagd
Der Hexe flammend’ Blick
Meer
Der Hexe nächtlich’ Ritt
Mein Publikum – Der Augenblick
Lauf
Freitanz
Reime faucht der Märchensarg

Zugabe: Vrig








geschrieben am 09.11.2007   von Gorlokk
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