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Knock Out Festival Mit Within Temptation, Helloween, Paradise Lost, Gamma Ray, Axxis, Epica in Karlsruhe, Europahalle am 12.01.2008

Das namhaft besetzte Knockout-Festival bietet eine gute Gelegenheit, einer meiner Lieblingsstädte mal wieder einen Besuch abzustatten. Das Hotel, in dem ich an diesem Wochenende untergebracht bin, liegt sehr zentral, so dass man auf die Strassenbahn verzichten und die Europahalle in einem gemütlichen 10 minütigen Fussweg durch den Tiergarten bequem erreichen kann. Die Unterkunft ist fest in metallischer Hand, denn neben PARADISE LOST und diversen Promotern haben hier auch noch einige Fans ihr Quartier aufgeschlagen.

Bei meinem Eintreffen um 16.30 Uhr ist die weitläufige Halle schon ordentlich gefüllt. Das Billing jedenfalls lässt auf eine abwechslungsreiche Veranstaltung hoffen. Diese wird um Punkt 17.00 Uhr von den niederländischen Gothic Metallern EPICA eröffnet. Der Bandname ist Programm, denn die epischen Momente kommen in den Songs neben härteren Einschüben nicht zu kurz. Egal, ob man „The Obsessive Devotion“ oder „Facade Of Reality“ betrachtet: das Wechselspiel zwischen dem klarem Gesang von Simone und den tiefen Grunts von Gitarrist Mark sorgt für die nötige Atmosphäre. Das Keyboard steuert mit dramaturgischen Elementen seinen Teil bei. Vor wenigen Tagen wurden ja einige Gigs der Tournee aufgrund einer Erkrankung von Simone abgesagt, aber heute spielen die Niederländer tapfer ihren Set herunter und ernten nach 40 Minuten verdienten Beifall.

Nun ist die Reihe an AXXIS, das Publikum weiter aufzuwärmen. Die Mannen um Sänger Bernhard Weiss erledigen ihre Aufgabe routiniert und mit erkennbarer Spielfreude. Für diese Tournee mit GAMMA RAY und HELLOWEEN haben sie sich Verstärkung in Person der MAGICA-Sängerin Ana geholt, die bei einigen Songs den weiblichen Gesangspart übernimmt. AXXIS steigen mit „Doom Of Destiny“ schwungvoll ein. Nach „Tales Of Glory Island“ betritt Ana bei „Take My Hand“ zum wiederholten Male die Szenerie. Später folgt „Living In A World“, dann ist mit dem Klassiker „Kingdom Of The Night“ Feierabend.

GAMMA RAY liefern in der Folgezeit das erste Highlight des Festivals ab. Die Jungs um Kai Hansen spielen einen fulminanten Gig und treffen mit dem hymnischen Opener „Heaven Can Wait“ gleich den Nerv der Fans, die während der nächsten 60 Minuten begeistert mitgehen. Ähnlich tolle Reaktionen erhalten „Heavy Metal Universe“ und der neue Track „Into The Storm“. Dann bittet Kai um Ruhe und sagt „So, jetzt wollen wir uns alle beruhigen, denn nun kommt ein nachdenklicher Song“. Aber weit gefehlt, sobald die unverkennbaren ersten Takte des HELLOWEEN-Klassikers „Ride The Sky“ erklingen, werden die Fäuste gereckt, die Haare fliegen und die ganze Halle singt den Refrain mit. Zu „Somewhere Out In Space“ wird leider so langsam das Ende eingeläutet. Insgesamt eine klasse Vorstellung. Beide Daumen hoch!

Von PARADISE LOST habe ich leider nur die zweite Hälfte ihres Auftritts so richtig mitbekommen, da ich mich in der Umbaupause beim Frische-Luft-Schnappen ziemlich verquatscht habe und anschliessend recht lange nach einem neuen Einliter Humpen Bier anstehen musste. Was ich gehört habe, hat mir aber gefallen. Die Briten sind ja ein musikalisches Chamäleon in der Szene. Anfangs dem Death Metal entsprungen, beackern sie mittlerweile rockige Gothic/Dark Metal-Bereiche. Neue Songs wie „The Enemy“ und „Unreachable“ werden ebenso beklatscht wie Klassiker a la „Gothic“ oder „Embers Fire“. Und dass „As I Die“ heute noch geil rüberkommt, muss ich nicht extra erwähnen.



Zu HELLOWEEN habe ich eine besondere Affinität. Schliesslich war ihr Auftritt auf der 1987er Tournee mit OVERKILL das erste Heavy Metal Konzert, dem ich beiwohnen konnte. Das klassische „Happy Halloween“-Intro weht durch die Europahalle und geht gleich nahtlos in den 12minütigen Song „Halloween“ über. Es folgt „Sole Survivor“, bevor mit „March Of Time“ und der Ballade „A Tale That Wasn’t Right“ weitere Songs aus der stärksten Phase dieser Band (als Kai Hansen und Michael Kiske noch an Bord waren) gespielt werden. Trotz aller musikalischen Klasse fehlt bei diesem Auftritt irgendwie die Leidenschaft der Beteiligten auf der Bühne. Wenn mich auch einige verfluchen werden, aber ich bin immer noch der Ansicht, dass Andy Deris mit einem Michael Kiske in Bestform, was logischerweise nur die alten Lieder betrifft, nicht mithalten kann. Wieso man bei einer Spielzeit von knapp über 60 Minuten noch ein fast 5minütiges Drumsolo einbauen muss, habe nicht nur ich mich gefragt. Aber egal, „Eagle Fly Free“ und „Dr. Stein“ stimmen dann wieder halbwegs versöhnlich. Die für eine Viertelstunde angekündigte Jamsession mit einigen GAMMA RAY Mitgliedern beschränkt sich auf „Future World“ und „I Want Out“. Schade, schade. Da wäre sicher noch Zeit für einen Song von der „Walls Of Jericho“-Scheibe gewesen…
Trotzdem sind die Reaktionen des Publikums mindestens so gut wie bei GAMMA RAY.

Im Anschluss daran gilt es, Versäumtes nachzuholen. Beim 2007er Earthshaker Fest habe ich WITHIN TEMPTATION am letzten Abend schlichtweg verschlafen. Vor einem stimmungsvollen Bühnenbild, auf das mittels eines Beamers immer wieder in die Landschaft passende Szenen projiziert werden, finden die Sechs mit dem dramatischen „Jilian“ gleich den optimalen Einstieg in die nächsten 90 Minuten. Die Niederländer sind so was wie die EDGUY’s der Gothic Rock Szene. Ähnlich wie die Fuldaer Topseller im Melodic Metal Bereich haben sie den nötigen Faktor gefunden, um über das eigentliche Genre hinaus weitere Käuferschichten zu erschliessen. Der Cordhosen- und Karohemdenträger ist genauso begeistert wie der dunkel gewandete Gothic neben ihm. Das Duett mit Keith Caputo wird zur Halbplayback-Veranstaltung. Der gute Keith grüsst zum aggressiven „What Have You Done“ in Übergrösse von der Leinwand. Verschnaufen können die Fans bei „Frozen“. Und mit einem absoluten Ohrwurm wie „Stand My Ground“ kann man auch den letzten Zauderer zum Mitmachen bewegen. Wenn einige Songs für meine Begriffe phasenweise zu poppig sind, muss ich doch sagen, dass mir WITHIN TEMPTATION insgesamt sehr gut gefallen haben.

Summa summarum war das Knockout-Festival eine sehr schöne Veranstaltung in netter Atmosphäre, mit reichhaltigem Angebot von Speis und Trank und entspannten Securitys. Bei der Gelegenheit noch viele Grüße an Darky und Sylvia aus Pforzheim, sowie Frank, Marcel, Angelo und Katja aus Wetzlar, mit denen ich an diesem Abend unterwegs war.

P.S.: Fotos folgen noch!


Danke an:

Iris (Focusion Promotion)
Nikolas Krofta (Bottom Row Promotion)






geschrieben am 15.01.2008   von Armin
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