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Obituary, Holy Moses, Avatar in Gemünden, Sporthalle Langenprozelten am 25.01.2008

Am heutigen Freitagabend machen wir uns mit acht Leuten auf den Weg ins unterfränkische Gemünden, denn dort werden nachher OBITUARY im Rahmen der „Xecutioner’s Return Tour 2008“ ihre Visitenkarte abgeben. Die knapp einstündige Fahrt in einem ausgedienten Bundeswehr-Bus mit lauter Musik und kühlen Getränken gestaltet sich sehr angenehm und ist daher schon mal eine ideale Einstimmung auf das Konzert. Nach einem kleinen Irrflug durch die verwinkelten Gassen Gemündens an der Sporthalle Langenprozelten angekommen, gilt es noch eine halbe Stunde Wartezeit zu überbrücken, bevor es dann pünktlich um 20.30 Uhr losgeht.

Als erste betreten AVATAR die Bühne der mit schätzungsweise 250 Leuten gut gefüllten Sporthalle. Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich die Schweden bemüht haben, obwohl sie von Anfang an überhaupt keine faire Chance hatten. Das liegt nicht an ihrem Melodic Death Metal, denn Songs wie „4 AM Breakdown“, „Wildflower“ oder „Bound To The Wall“ kommen auf Konserve richtig gut. Es liegt eher an dem miserablen Sound, den man den Jungs da zusammen gemischt hat. Der Bass ist nur sporadisch zu hören, Gitarren und Gesang sind bis zur Schmerzgrenze übersteuert und der Rest versinkt im Soundmatsch. Dass solche Spielchen immer wieder mit Vorgruppen getrieben werden, kann man nicht akzeptieren. Die Leute haben immerhin 23 Euro an der Abendkasse für drei Bands bezahlt. Vielen Dank dafür an die Verantwortlichen! Bezeichnenderweise war im Anschluss bei HOLY MOSES und OBITUARY alles perfekt ausgesteuert und jedes Instrument transparent zu hören.

Weiter geht es im Reigen mit HOLY MOSES, einer der dienstältesten deutschen Thrash Metal Bands. Die Jungs um Sängerin Sabina Classen locken recht schnell die meisten der Fans vor die Bühne. Aktuelle, starke Songs wie „End Of Time“ und „Angel Cry“ tun da sicherlich auch ihren Teil dazu. Ganz tief in der Vergangenheit wühlen die Aachener mit „Current Of Death“ und „Finished With The Dogs“ vom gleichnamigen 1987er Album. Atomic Steiff verdrischt gekonnt sein Drumkit, Gitarre und Bass sind auf der Höhe und zu Sabina’s Gesang muss ich nun wirklich nichts mehr sagen. Soweit, so gut. Leider schalten HOLY MOSES aber nach 25 Minuten, als sie merken, dass das Publikum nicht so mitgeht wie gewünscht, einen Gang zurück und spulen das restliche Programm einfach nur noch herunter. Man kann ja als Band nicht gleich immer einen riesigen Moshpit erwarten. Bewegung war jedenfalls vor der Bühne zu verzeichnen. Es folgt noch der Coversong „Too Drunk To Fuck“ und dann verlassen die Vier fast schon fluchtartig nach vierzig Minuten die Bretter, obwohl laut Running Order fünfzig Minuten für den Gig veranschlagt waren. Das musste so nicht sein.

Nun ist es also an OBITUARY, einen bis hierhin nur teilweise erfreulichen Abend zu einem positiven Abschluss zu bringen. Ja, und was soll ich gross sagen, dieses ist den Mannen um die Gebrüder Tardy auch eindrucksvoll gelungen. Allen West ist ja momentan aus persönlichen Gründen nicht in der Band, aber mit Ralph Santolla hat man einen ebenbürtigen Ersatz gefunden. „Face Your God“ und „Evil Ways“ vom aktuellen Album werden genauso brachial in die Menge gehämmert, wie ihre Vorgänger „Redneck Stomp“ und „Back Inside“ (von „Frozen In Time“, 2005). Dazwischen streuen die Amerikaner immer wieder Klassiker ein. Zu „Threatening Skies“ und „Chopped In A Half“ bildet sich nicht zum letzten Mal an diesem Abend ein Moshpit. Zum Entsetzen der meisten Anwesenden verabschieden sich die Jungs schon nach 55 Minuten. Als erste und zweite Zugaben folgen ein Drum- und ein Gitarrensolo, was ich bei der partymässigen Stimmung etwas unglücklich gewählt finde. Aber egal, ein weiterer Klassiker in Form von „Slowly We Rot“ entschädigt auch dafür. Wenn die Spielzeit mit knapp 70 Minuten etwas sparsam ausgefallen ist, muss ich doch sagen, dass OBITUARY ein starkes Konzert geliefert und den Beweis angetreten haben, dass es die Altmeister des US-Death Metal noch lange nicht verlernt haben.


geschrieben am 27.01.2008   von Armin
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