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Die Ärzte in Hannover, TUI Arena am 05.06.2008


Einfach unglaublich!
Ja, unglaublich was diese „älteren“ Herren, wie sie sich selbst bezeichnen, dem überwiegend jungen Publikum abverlangen, zumuten und somit anbieten. In der ausverkauften TUI Arena von Hannover wurde pünktlich mit der Vorband Muff Potter, die übrigens durch Bela B. angekündigt worden ist, ein besonders heißer und nicht in Worte zu fassender Abend eröffnet. Eine gute halbe Stunde lang boten die Deutschrocker Muff Potter den typischen Sound der heutigen deutschen Alternative Pop Welle zwischen Madsen, Tomte und Konsorten. In den ersten Reihen gab es sogar überaus ambitionierte Fans, die ihren Spaß hatten und sogar mitgesungen haben. Doch so richtig begeistert schienen nicht sehr viele gewesen zu sein. Jedoch ist es immer das gleiche Problem, wenn man für einen besonderen Hauptact, bei dem jeder im Publikum nur auf diesen wartet, eröffnen darf. Die Jungs selbst werden sich gefreut haben, für die Kult-Berliner eröffnet zu haben.

Gegen 21 Uhr war es dann soweit, ACHTUNG JAZZ! Hinter einem riesigen Vorhang ging es mit „Himmelblau“ los. Bela B., Farin und Rod in ihren Elementen. Die Menge tobte vom ersten bis zum letzten Song. Wobei es nicht uninteressant erscheint an dieser Stelle schon zu verraten, dass die Show mehr als zweieinhalb Stunden (Nettospielzeit samt Unterhaltung) gedauert hat! Da soll mal einer sagen, dass es heutzutage nicht möglich ist, als Top-Act den Leuten, die meist viel Geld für eine Show hinlegen, etwas zu bieten. Wahnsinn! Also geht doch „Value fo money“ – da sollen sich so einige Bands und Veranstalter mal eine Scheibe von abschneiden.
Der Sound, die Lichtshow, das Drumherum der vielen Mitwirkenden an einem solchen Ereignis passte einfach hervorragend. Selbst die drei armen Bühnehelfer, die über die gesamte Show auf kleinen Sitzflächen ganz oben an den drei Schweinwerfern die Zeit verbringen mussten, um den besonderen Lichtstrahl auf das Trio scheinen zu lassen, taten einem irgendwann leid. Auch wenn sie vielleicht den besten Sitzplatz an jedem Tag der Show haben. Aber nun harte Knochenarbeit, jedoch ist dies auch Professionalität.

Es wäre wirklich mühsam sich nun hier daran zu versuchen jeden einzelnen Song vorzustellen und in seine Einzelteile zu zerlegen. Man muss das Gesamtkonzept beurteilen, weil es genau nur darauf bei einer solchen Megashow ankommt. Und da kann man es anders nicht beschreiben, als „besonders hoher Unterhaltungswert“.
Dieses Berliner Dreiergespann weiß genau mit dem Publikum umzugehen, es grenzt schon an Frechheit, so genial aufeinander eingespielt zu sein und daher derart professionell die Show zu leiten. Die Folgen: etliche Mitsingattacken, Begeisterungsschreie und und und. Selbst Pogotanz sog. „Wall of Death“ war in fast jedem Song im Mosh-Pit nicht wegzudenken. Das Publikum ging ab, wie bei den kleinsten Underground Gigs im Metal-, Hardcore- und Punkbereich. So heftig hätte ich es bei diesem Konzert nun wirklich nicht erwartet. Sogar Die Ärzte selbst mussten immer wieder darauf eingehen und boten kurze Knallerattacken, um die Pogo-Leute besonders zu unterhalten - ins „Gespräch“ zu bringen. Man hat nur gestaunt. Für die armen Eltern, die ihre Teenis zum Konzert begleiten mussten, war es sicherlich eine besonders schwere Zeit.
Ebenfalls mühsam wäre es sämtliche Anekdoten, der eben humorvollen Unterhaltung durch die drei Herren, in Verbindung mit den jeweiligen Songs oder auch La-Ola-Wellen, BHs auf der Bühne, Nordic-Walking usw., zu erläutern, -------- man muss es einfach erlebt haben! Witz, Sarkasmus und auch mal hier und da Provokation stehen bei diesem Trio auf dem Zettel, wenn es heißt die Fans zum Klatschen und Schreien zu bringen. Und auch wenn es mir überaus bewusst ist, dass die Fans, als auch die Band selbst diesen Vergleich nicht mögen werden, so muss ich eins zugeben: Die Ärzte haben wirklich genau den Mitsing-, Mitreiß- und Unterhaltungswert wie eine ehemalige Band aus Frankfurt, die sie ja nicht so besonders mögen. Da kann man sagen was man will, aber vergleichbares Entertainment hatten diese ehemaligen Typen auch drauf, unabhängig von der simplen Musik.
Man kann sich den Songs der Ärzte, bei einer derart ereignisreichen Show nicht entziehen. Man staunt, wippt, flippt aus und singt mit. Eine der wenigen Bands Deutschlands, die es tatsächlich immer noch schaffen mehrere Generationen gleichzeitig zu begeistern, zu überraschen und vor allem absolut professionell zu unterhalten. Mehr geht einfach nicht.

Auszug aus der Setlist gefällig?
„Lied vom Scheitern“, „Angeber“, „Vokuhila“, „Ein Mann“, „Deine Schuld“, „Der Optimist“, „Deine Freundin“, „Das ist Rock‘n’Roll“, „Westerland“, „Las Vegas“, „Der Graf“, „Wir sind die besten“, „Manchmal haben Frauen“, „Unrockbar“, „Schrei nach Liebe“, „Zu spät“ und und und …..

Fazit: Ich sag nur „phänomenales FICKEN“!

Ein ergreifendes Entertainment, welches seines gleichen sucht. Diese Show muss man gesehen und erlebt haben, auch dann, wenn man vielleicht mit der Musik selbst nicht unbedingt viel anfangen kann. Purer Unterhaltungswert, der heutzutage leider in diesem Format zu selten geworden zu sein scheint. Deutschland kann wirklich zufrieden sein, wenn es diese „alten“ Herren dem sehr jungen als auch etwas älterem Publikum so etwas Einzigartiges bieten kann.


Die Tour läuft noch bis 30.08. und es sind etliche Shows bereits ausverkauft. Die restlichen Tourtermine findet ihr auf der Homepage der „besten Band der Welt“ unter http://www.bademeister.com .

Mein Dank geht an Karsten Seifert
& Die Ärzte :-) - für den Beweis, dass auch deutsch-bunter Punkrock derart professionell so viel Spaß bereiten kann.

geschrieben am 06.06.2008   von Arturek
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