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Hell On Earth Tour 2008 in Hannover, Musikzentrum am 24.09.2008
Galerie Hell on Earth Tour 2008 zum Livereview anschauen!

Die diesjährige Hell on Earth-Tour hatte mit WALLS OF JERICHO und ALL SHALL PERISH (nur die ersten 11 Dates) zwar zwei Acts im Billing, die auch schon letztes Jahr dabei waren, mit dem frisch auf Century Media gesignten Powerhouse STICK TO YOUR GUNS und den Deathcore-Pionieren THE RED CHORD und ANIMOSITY wurden aber auch einige Acts aufgeboten, die man sonst nicht so häufig zu Gesicht bekommt. Die Schweizer von CATARACT (bereits 2006 dabei) und EVERGREEN TERRACE aus Florida (nur die letzten 16 Dates und damit leider in Hannover nicht dabei) komplettierten das insgesamt sehr ordentliche Line-Up.

Opener an diesem Abend im Musikzentrum sollten aber die Braunschweiger A TRAITOR LIKE JUDAS sein, die sich mit ihrem neuen Sänger Jasper (ex-AND STILL I BLEED) präsentierten. Der undankbare Death-Metalcore der Jungs konnte aber am ganz frühen Abend noch niemanden ernsthaft von den Sitzen reißen.

Anders sah es dann schon bei den sehnlichst erwarteten STICK TO YOUR GUNS aus. Die Jungs aus Orange County hatten sicherlich nicht den besten Sound des Abends, die stimmige Mischung aus Bollo, Deathcore und cleanen Gesangsparts wurde aber mit reichlich Spiel- und Bewegungsfreude vorgetragen. Das kam prima an, so dass vor der Bühne schnell die Fäuste wirbelten. Höhepunkt war sicherlich als bei „Heart from the Heartless“ die Moshcrowd zum kollektiven Beatdown ansetzte. Doch, sehr guter Auftritt, sehr gute Band.

Nun sollte es etwas härter werden, nennt es Death-Metal, Grindcore oder Deathcore, ANIMOSITY aus San Francisco rühren bereits seit dem Jahr 2000 ihren schwer verdaulichen Soundcocktail an und sie haben sich von Platte zu Platte steigern können. Angeführt vom kleinwüchsigen, dafür aber umso engagierteren Fronter Leo Miller mit seinem dezenten Obama-Shirt knatterten die Jungs technisch anspruchsvollen Hochgeschwindigkeits-Death-Metal, der aufgrund der fehlenden Abwechslung zum Ende hin dann aber etwas eindimensional wirkte.




Anders als bei den bereits seit 1999 aktiven THE RED CHORD aus Massachusetts, deren Auftritt vielleicht sogar als der beste des Abends bezeichnet werden muss. Nach dem für mich etwas enttäuschenden letzten Album „Prey for eyes“ hatte ich mit einem derartig starken Gig nicht gerechnet. Frontungetüm Guy Kozowyk, dem übrigens auch das Black Market Activities-Label (u.a. ANIMOSITY, FROM A SECOND STORY WINDOW, ED GEIN) gehört, lieferte eine äußerst beeindruckende Gesangsperformance ab und brüllte das Musikzentrum in Schutt und Asche. Durch den etwas stärkeren Hardcoreanteil in den Stücken und dem ein oder anderen Breakdown konnte man im Vergleich zu ANIMOSITY auch deutlich mehr Leute begeistern. Und mit dem „Ameisenmann“ haben die Jungs einfach einen verdammten Hit am Start. DIE positive Überraschung des Abends.

ALL SHALL PERISH sind ja sowas wie die Deathcore-Mainstream-Konsens-Band schlechthin, melodisch genug um auch Normalo-Metalcoreler anzusprechen und hart genug, um auch Extrem-Metaller zu begeistern. Vielleicht hat man deshalb in der Szene auch schon so eine Art Heroenstatus inne. Dies sicherlich nicht ganz zu Unrecht, Ihr „The price of existence“-Album konnte wirklich was. Live hingegen konnten mich die Jungs auch an diesem Abend nicht restlos begeistern. Dem Sänger fehlt meiner Ansicht nach trotz allen Bemühungen eine gehörige Portion Charisma und die zweifellos talentierten Gitarristen gefallen sich im privaten Solo-Wettstreit. Die Jogginghosen-Metaller respektive –Hardcoreler im Pit störte das herzlich wenig, sodass die Band für mich ein weiteres Mal über Gebühr abgefeiert wurde. Höchstens solide Hausmannskost.

Noch leidenschaftsloser ging es dann bei den Schweizer Slayercore-Boliden von CATARACT zur Sache. Irgendwie lustlos und routiniert wirkte das Bühnengebaren der eigentlich ja doch recht durchschlagkräftigen Truppe. Das Publikum schien es ähnlich zu sehen, war doch deutlich weniger Bewegung vor der Bühne als noch bei ALL SHALL PERISH. So geriet der dann vielleicht doch etwas zu weit oben im Billing angesetzte Auftritt der Schweizer zum eher unspektakulären Zeitvertreib während des Wartens auf den Headliner.

So oft ich WALLS OF JERICHO nun auch schon gesehen habe, sie begeistern mich jedes Mal wieder aufs Neue, was natürlich zu einem ganz erheblichen Anteil an der drahtigen Frontfrau Candace Kucsulain liegt. Die ungehobelte Gradlinigkeit, die pure Leidenschaft, die ungezügelte Energie, das alles nimmt man Ihr vom ersten bis zum letzten Moment ab. Auch wenn ich mir WOJ auf Platte nicht unbedingt geben muss, live räumt die Truppe jedes Mal wieder auf ganzer Linie ab. Die Menge frisst Candace auch an diesem Abend wieder buchstäblich aus der Hand, gröhlt ins Publikum gereckte Mikro und folgt prompt jedem Aufruf zu Circle-Pits, Stage-Dives und Mosh-Parts. Einen Auftritt dieser unglaublich intensiven Band MUSS man einfach mal gesehen haben. Wie tönt Candace doch immer so schön: „Everybody fuckin move… let`s fuckin go! MOVE!!!“ Nur herrlich!

Fazit:

Auch dieses Jahr wieder ein tolles Event. Sieben Bands am Stück ist zwar schon immer ein Mammutprogramm, aber die Chance, an einem Tag so viele Bands zu sehen, hat man selten. Wenn das Billing so reizvoll ist, wie in diesem Jahr, bin ich auch nächstes Jahr wieder dabei, selbst wenn zum dritten Mal WALLS OF JERICHO mit dabei sind.












geschrieben am 03.10.2008   von Schneider
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