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Cripper, Hatred & Lost World Order - T. T. T. Tourtagebuch - Part 1 in Hannover u. Vechta am 17.-18.10.2008
Galerie Cripper, Hatred & Lost World Order - T. T. T. Tourimpressionen zum Livereview anschauen!

Die Triple Thrash Treat Tour von CRIPPER, HATRED und LOST WORLD ORDER hat begonnen. Zwei Monate lang zieht dieses Chaos-Package durch Deutschland, um die Bühnen in Schutt und Asche zu legen. Im wöchentlichen Rhythmus veröffentlichen wir hier nun deren Tour-Tagebuch, damit Ihr nachlesen könnt, was die Bagage so alles erlebt hat.

Der Wahnsinn geht wieder los! Nachdem wir letztes Jahr schon in derselben Band-Konstellation die Republik unsicher gemacht hatten, wollten wir die Triple Thrash Treat-Tour heuer in etwas größerem Rahmen wiederholen. Und tatsächlich, waren es beim letzten Mal neun Dates, sind es diesmal satte sechzehn Gigs. Wenn das nicht nach Alkoholvergiftung schreit, dann weiß ich auch nicht.

Freitag, 17.10., Hannover, Labor
Das übliche Treffen am Proberaum, um das ganze Geraffel einzupacken, verläuft ohne besondere Zwischenfälle. Ich packe mich ins Auto unseres Leihbassisten Tobi (unser etatmäßiger Basser McZ aalt sich zum selben Zeitpunkt unverschämterweise in der Sonne Kretas und schreibt auch noch SMS der Marke „voll geil, 30 Grad hier“), unser Gitarrist Henny und Drummaster Draconiz fahren separat, denn sie müssen heute noch nach Hause. Egal, bleibt mehr Bier für Tobi und mich, hargh hargh. Am Labor angekommen, wird begrüßt und ausgeladen, und ich klemme mir netterweise schon mal meinen Daumen tierisch ein. Was sagte dereinst Richie in „From Dusk Till Dawn“: tut weh wie ein abgerissener Schwanz. Die Entschädigung folgt auf dem Fuße, denn mit Techniker Manni hat sich ein äußerst kompetenter Mann am Mischpult eingefunden, mit dem wir Aufbau und Soundcheck entspannt durchziehen können.
CRIPPER-Elchkuh Britta kommt irgendwann mit dem Essen und überrascht mit einer gelungenen Bolognese. Überraschend ist dies vor dem Hintergrund, dass die Dame sich normalerweise von Fleischprodukten komplett fern hält. Britta verteilt auch die Tourpässe und hat die Rundreise unter das Motto „kannste abhaken“ gestellt. Auf jedem Pass ist Platz für eine Strichliste. Wer also etwas besonders Dämliches oder Peinliches von sich gibt oder tut, bekommt einen Strich. Am letzten Tourtag muss derjenige mit den wenigsten Strichen den mit den meisten von vorne bis hinten bedienen. Offensichtliche Provokation ist dabei übrigens nicht erlaubt, sonst würde man sich ja permanent Striche erschleichen können. Den ersten Strich des Abends heimst HATRED-Sixstringer Kört ein, der mit einem beachtenswert stinkenden Ei Kontaminierungsalarm auf dem Labor-Klo (man beachte die Ironie) auslöst. Die ersten Biere werden verhaftet, und gegen 22 Uhr gehen wir dann als erste Band auf die Bühne. Mit ungefähr 120 Zahlenden sind wir zwar nicht unzufrieden, aber im großen Labor verläuft sich alles ein wenig. Da wir einen internen Contest laufen haben, bei der jede Band an jedem Abend ein möglichst beknacktes Intro abspielen lassen soll, entscheiden wir uns für die aus der Sesamstraße bekannten Yip-Yips und lachen uns auf der Bühne halb tot. Unser Gig verläuft ziemlich gut, und wir können uns auf die gute Laune zweier Kumpels aus der Heimat verlassen. Gute Resonanzen erhalten wir auch für das Scorpions-Cover ‚Rock You Like A Hurricane’, bei dem ich meine Stimmbänder sogar zähme und zu klarem Gesang greife. Wir sind nach dem Gig jedenfalls sehr zufrieden, und der Vorteil am Opener ist, dass man schneller an der Flasche ist, hargh hargh. Das HATRED-Intro ist ein ziemlich bescheuertes bayrisches Volkslied, für das sie auch den Tagessieg abgreifen. Frechheit! (Das waren Biermösl Blosn Du Kunstbanause! Anm. von Kört) Der Gig der Jungs ist der absolute Hammer. Das Material vom neuen Langeisen „Madhouse Symphonies“ knallt wie die Sau, lädt zum Mitgrölen ein und wird tight und energiegeladen runtergezockt. Ich selbst bin natürlich von den mörderischen Lead-Gitarren beeindruckt, doch Kört gibt sich immer schwer bescheiden, was das angeht. Das gilt auch für den nicht mehr ganz so neuen zweiten Gitarristen Maddin, der ebenfalls ein tierischer Shredder ist. Toller Gig! Hannover wartet jedoch natürlich vornehmlich auf die Lokalmatadore CRIPPER, deren „I am the god of hellfire...“-Intro gut zum Opener ‚Fire Walk With Me’ passt. Man sieht der Band an, wie viele Gigs sie mittlerweile gezockt hat, die Musiker sind bestens aufeinander eingespielt und stecken voller Selbstvertrauen. Bei dem Gig wird mir wieder einmal klar, wie stark das gesamte Package eigentlich ist. Alle drei Bands haben sehr gute Songs in petto, reißen sich auf der Bühne den Arsch auf und müssen sich hinter so mancher Größe nicht verstecken. Der Rest des Abends verläuft natürlich feuchtfröhlich, und wir versichern uns gegenseitig, wie großartig wir doch sind. Unser Tobi fügt sich hervorragend in den Tourtross ein und passt musikalisch und menschlich super zu uns. Das Gleiche gilt übrigens auch für CRIPPERs neuen Viersaiter Bass-T, der gerne mal eine Banane in seinen üppigen Dreadlocks versteckt, damit er auf der Bühne oder anderswo ein wenig Proviant am Mann hat. Gepennt wird heute bei den CRIPPER-Gitarristen Christian und Jonathan. Tobi und ich entscheiden uns für die Schlafstatt bei Jonathan, weil wir da schon mehrmals gemütliche Nächte verbracht haben. Also, ich jedenfalls. Auf dem Weg gibt es noch das obligatorische Döner, und nach einigen Absackern falle ich in den Schlaf der Ungerechten.

Samstag, 18.10., Vechta, Gulfhaus
Irgendwann gegen 12 Uhr wird üppigst gefrühstückt. Besonders das Rührei mit selbstgemachter Guacamole vermag zu begeistern. Kurz davor hatte ich HATRED-Basser Hudson einen Strich verpassen müssen, weil ihm seine Frau ein tuntiges Medizin-Täschchen eingepackt hat. Eine Kopfschmerztablette habe ich ihm aber trotzdem abgeschlaucht, hargh hargh. Während die anderen das Equipment einsammeln, verbleiben Jonathan, HATRED-Sänger Matze und ich in der Wohnung und vertreiben uns die Zeit mit „Super Mario Kart“. Natürlich im Battle-Modus. Nach ungefähr 50 Runden bin zumindest ich völlig gagga und überlege, den Rockstars dieser Welt das Spiel als Koks-Ersatz zu verkaufen. Direkt vor dem Haus befindet sich ein türkischer Gemüseladen, bei dem sich CRIPPER-Schlagwerker Dennis erst mal mit einem kleinen Snack in Form von ziemlich scharfen Paprikaschoten eindeckt. Wir kommen auch erst ganz schön spät los, was bei dem ätzenden Landstraßen-Weg nach Vechta eher suboptimal ist. Tobi und ich haben Gott sei Dank nicht daran gedacht, einen Wegplan mitzunehmen und fahren deshalb hinter den HATREDs her. Bereits nach 200 Metern haben wir die Jungs verloren. Super. Dass wir dafür keine Striche bekommen haben, wundert mich immer noch. Wir kaufen also flugs an der Tankstelle ne Deutschlandkarte und mogeln uns irgendwie nach Vechta. Ungefähr 15 Kilometer vor dem Ziel treffen wir Christian auf der Landstraße wieder, was uns zu spontanen Begeisterungsstürmen hinreißt. Nach ein wenig Gekurve finden wir das Gulfhaus denn auch und bewundern zunächst die schöne Bühne. Zwischen Drumset und Leadmikro bleibt zwar nicht viel Platz, aber damit werde ich leben müssen. Leider bin ich ja der einzige Sänger auf der Tour, der außerdem an die Sechssaitige gefesselt ist. Danach gehts erstmal in den Backstage. Abspannen. Das funktioniert allerdings nicht wirklich gut, da Hatred-Gitarrist Kört erst mit einer Gerd-Rubenbauer-Imitation und dann als Jean Tré von der Hobbytheke versucht zu erklären wie man ein Willy 0,2 Glas zu einem Willy 0,27 upgraden kann. "Dat hab ich schon mal vorbereitet". Lachkrampf! (Britta arbeitet gerade noch fieberhaft daran die Aufnahmen von dem Gesabbel zum Podcast zu verwursten) Henny kommt irgendwann ebenfalls an und hat unseren Aushilfsdrummer Alex dabei. Leider muss Draconiz heute arbeiten, so dass wir erstmalig in unserer Laufbahn mit zwei Ersatzleuten auf der Bühne stehen. Die Pannen reißen außerdem nicht ab, wir haben unsere Intro-CD in Hannover liegen lassen. Zum Glück habe ich unser Intro als Klingelton, so dass ich das „Masters Of The Universe“-Thema von meinem Handy abspiele. Viel hören tut man nicht, aber dafür machen wir ja kurz danach selbst viel Krach. Über den Gig decken wir lieber das Mäntelchen des Schweigens, denn wir haben heute nicht unbedingt unseren besten Tag und erzeugen haufenweise Fehler. Zum Glück ist der Gig von den Zuschauerzahlen her eher eine öffentliche Probe. Danach kommen ABBERATION, die aus der Gegend sind, mit solidem Death Metal. Doch auch sie können das Publikum nicht aus der Reserve locken. Das passiert erstmals bei HATRED, die einen ebenso starken Gig wie gestern hinlegen. Matze lockt ein paar Nasen mit fadenscheinigen Versprechungen vor die Bühne: „wenn bis zum Ende des Gigs mindestens fünf Nasen vor der Bühne abfeiern, lassen wir bei der Rückfahrt die Fenster zu und sperren Ewalds Fürze damit nicht aus“. Das ist ein guter Indikator dafür, wie wichtig HATRED ihr Publikum ist, denn Drummer Ekel Ewald kann wirklich sehr amtliche Darmwinde erzeugen. Vom CRIPPER-Gig bekomme ich nicht viel mit, denn wir stehen mit Kippen vor der Tür. Ähem. Die Hannoveraner scheinen allerdings gewohnt gut anzukommen, das merkt man hinterher am Merchandise-Stand. Ich selbst erhalte heute auch meine persönliche Triple Thrash Treat-Kollektion. Beim Schließen des nagelneuen Zippers bricht jedoch direkt die Lasche des Reißverschlusses ab, was mir einen Strich einbringt. Na toll! Nach dem einen oder anderen Abschiedsbierchen geht es zurück in die Heimat, keine Band bleibt heute über Nacht. Und so geht das erste Wochenende der zweiten Tour zu Ende. Glaubt mir: der Wahnsinn hat erste begonnen. Allerdings müssen zumindest wir uns für die nächste Platte einen passenderen Titel überlegen. „This Apparatus Must Be Earthed!“ passt nicht wirklich in eine Reihe mit CRIPPERs „Freak Inside” und „Madhouse Symphonies” von HATRED.

Mätty / LOST WORLD ORDER


TTT-Tourdates:
CRIPPER, HATRED u. LOST WORLD ORDER

17.10.08 D – Hannover – Labor
18.10.08 D – Vechta – Gulfhaus
24.10.08 D – Salzgitter – Forellenhof
25.10.08 D – Bad Oeynhausen – Alte Druckerei
07.11.08 D – Würzburg – B-Hof
08.11.08 D – Bad Neustadt a.d. Saale - JuZe
14.11.08 D – Steinfurt – Talentschuppen
15.11.08 D – Dortmund-Scharnhorst – JZ Das Zentrum
21.11.08 D – Mainz – Kulturcafé Mainz
22.11.08 D – Weinheim – Café Central
28.11.08 D – Neuss – Haus Derikum
29.11.08 D – Siegen – Blue Box
05.12.08 D – Detmold – Alte Pauline
06.12.08 D – Herzebrock-Clarholz – Gasthof Muck
12.12.08 D – Bayreuth – Glashaus
13.12.08 D – Schweinfurt – Jugendhaus Schweinfurt















geschrieben am 27.10.2008   von Børge
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musikalischer Background des Verfassers
Hard Rock, Heavy/Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, 80er-Jahre Metal, US-Metal, NWoBHM, osteuropäischer Metal jeglicher Stilrichtung
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