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Cripper, Hatred & Lost World Order - T. T. T. Tourtagebuch - Part 3 in Würzburg u. Neustadt a.d. Saale am 7.-8.11.2008
Galerie Cripper, Hatred & Lost World Order - T. T. T. Tourimpressionen zum Livereview anschauen!

Die Triple Thrash Treat Tour von CRIPPER, HATRED und LOST WORLD ORDER ist angelaufen. Zwei Monate lang zieht dieses Chaos-Package durch Deutschland, um die Bühnen in Schutt und Asche zu legen. Im wöchentlichen Rhythmus veröffentlichen wir hier nun deren Tour-Tagebuch, damit Ihr nachlesen könnt, was die Bagage so alles erlebt hat. Im dritten Teil geht es nun weiter nach Würzburg und Neustadt a.d. Saale

Freitag, 07.11., Würzburg, B-Hof


Nach einem Wochenende Day-Off - auch wenn grammatikalisch falsch, weiß hoffentlich jeder, was gemeint ist - macht die Tour nun zum ersten Mal Station im Frankenländchen. Der B-Hof in Würzburg wird fachgerecht metallisch zerlegt. Die Hinfahrt der HATREDs wird wegen der räumlichen Nähe von jedem der Band selbst erledigt. Endlich. Denn bis dato waren wir Südländer zu jedem Freitags-Gig mindestens drei Stunden unterwegs. So komme ich also entspannt gegen sieben Uhr nach einer kurzen Fahrt an und geselle mich vollbepackt mit Gitarrenausrüstung in den gemütlichen Backstage des B-Hofs. Die Location hat für die TTT-Tour eine gewisse melancholische Bedeutung, da hier vor gut eineinhalb Jahren die erste Tour und die dicke Freundschaft unserer drei Bands begonnen hat.

Aber jetzt mal weg von diesen Weichspüler-Gedanken. Echte Metaller köpfen sich erst einmal ein Bier und essen dick belegte Wurstbrötchen. Während ich mir also noch die Salami aus den Zahnlücken ziehe und den Schaum vom Flaschenhals abschlürfe, treffen auch schon kurz hintereinander die CRIPPERanten und LOST WORLD ORDER ein. Wir liegen uns dann ca. zehn Minuten vor Rührung in den Armen, da wir uns geschlagene zwei Wochen nicht gesehen hatten... ähm, ja... Komme ich mal zu was anderem. Zu einer Schlagzeile! Die Tour, speziell der Gig in Würzburg, ist nun - fest auf Band - ein Teil von Schwermetall, der Film. Andy, der Regisseur und Macher des künftigen Kultstreifens ist vor Ort, um sich ein Bild von drei kaputten, tourenden Newcomer-Bands mit miesen Leberwerten zu machen. Da ist er hier richtig. Wir sind schon alle ganz gelb vor Freude, als Andy mit seinen zerrissenen Jeans den Backstage betritt. Wobei ich doch einmal anzweifle, ob man eine Jeans noch Jeans nennen darf, deren Knie-Dekolleté von knapp unter Gesäßtasche bis zum Fußgelenk geht. Egal. Jedenfalls filmt Andy einige Entgleisungen von uns, darunter ein meines Erachtens sensationell lustiges Interview von LOST WORLD ORDER. In dem beispielsweise LWO-Sänger und Gitarrero Mätty die Erfindung des Headbangens beim Teufels-Geiger Vivaldi ansetzt und erst durch meinen Zuruf wenigstens den Vivaldi durch Paganini ersetzt und LWO-Schlagzeuger Draconiz im gleichen Atemzug noch irgendwas von arabischen Tänzen mit viel Schleiern und Röcken sabbelt. Dabei weiß doch durch Manowar eigentlich jeder, dass Heavy Metal, die Lederjacken, die Harley Davidson, Bier und natürlich auch die Pommesgabel... und vielleicht auch die Currywurst... von Richard Wagner erfunden wurden. Und alles, was jetzt noch so hinzukommt, wird natürlich ausschließlich von seinem inoffiziellen Erben Joey de Mayonnaise patentiert.

Ein weiteres Highlight des Abends - vielleicht sogar der Tour - wird CRIPPER-Brittas Emily Freundschaftsbuch sein. Alle Musiker, die irgendwie an der TTT beteiligt sind, dürfen sich darin eintragen und schöne Fragen nach dem Lieblingshobby, dem Lieblingstier und dem Lieblingsfilm (was überraschenderweise bei fast keinem ein Porno ist) beantworten. Mir selbst kommt die Ehre zu Teil das Seite-Eins-Girl zu werden. Was ich auch prompt versaue, da ich mich auf Brittas Seiten eintrage. Rätselhaft, wie man eine dicke Überschrift überlesen kann, die lautet: "Dieses Buch gehört". Muss wohl am Bier liegen. Überhaupt das Bier. Nordmann und CRIPPER-Schlagzeuger Dennis beschwert sich doch tatsächlich über das gute Steigerwald Pils, da ihm das für ein Pils nicht bitter genug ist. Tja, als Franke kann man aber auch die Hannoveraner betrauern, die im Umkreis von 100 Kilometern gerade mal eine Brauerei haben, die nur eine Biersorte braut, und dann damit glauben macht, dass ein Bier so schmecken muss. Harrharr. Ark! In Franken gibt es in Landschaften, die so groß sind wie eine Briefmarke alleine schon 100 Brauereien, die vom U über das Weizen, über das Helle, das Dunkle, das Landbier, das Bockbier, das Lager, das Zwickl oder aber auch das Pils (in allen seinen erdenklichen Geschmacksfarben) sämtliche Biersorten im Programm haben. Hicks.

Doch trotz aller Bier-Vorbehalte dürfte es allen doch irgendwo geschmeckt haben. Denn es werden schon während des Auftritts des heutigen Local-Supports zwei Kästen nachgeliefert. Und mal abgesehen von LWOs Mätty (aber nur, weil ich fahren musste! - Anm. v. Mätty) und CRIPPERs Christian glühen alle Musiker in Sachen Aftershow-Party kräftig vor. Die findet im Heimatort des HATRED-Schlagzeugers Daniel statt, in einem Clubhaus mit Namen Werk-Süd. Später, nach Meinung aller drei Bands, auch gerne als DAS Partyzentrum der südlichen Hemisphäre betitelt. Wegen der exorbitanten Multimediaausrüstung. Wie zum Beispiel einem Kicker.

Vorher wird der B-Hof aber noch in Grund und Boden gerockt. Die Auftritte an sich sind durch die Bank wieder einmal Güteklasse A. LWO bekommen für ihren Coversong Holy Diver im Coverbands-verwöhnten Franken einen Riesen-Applaus, den sie übrigens je nach Durchschnittsalter der Fans vor Bühne mal in der Dio-Version, mal in der Version von Killswitch Engange ankündigen (was aber im Endeffekt musikalisch keinen Unterschied macht). CRIPPER spielen wieder mal wie ein Uhrwerk alles platt und wir von HATRED dürfen das erste Mal headlinen, da Heimvorteil. Im großen und ganzen sprechen 3000 Liter schweiß und ein rappelvoller Club für sich und den Erfolg des Abends. Einige Tourshirts wandern wieder über die Merch-Theke und Cripper schreiben vor laufenden Kameras Autogramme. Schön!

Im Werk-Süd wird wie schon gesagt dann nach kurzer und vernebelter Autofahrt die Aftershowparty eingeläutet. Henny und Draconiz von LWO gesellen sich mit HATREDs Daniel an den Kickertisch, während andere die Asbach-Flaschen köpfen und wieder andere eine Runde Buzzz auf der Playstation über einen 50000000 Zoll Plasma-Fernseher zocken. CRIPPERS Christian und Bass-T spielen eine Runde Pantomime-Tennis - zumindest interpretiere ich das seltsame Gezappel so - und machen damit Daniels ebenfalls anwesenden Hund Kira total verrückt. Zum Schluss finden sich dann alle auf dem Sofa vor jenem schon erwähnten Plasma-Fernseher ein und schlafen zu den Folgen der verrückten irischen Serie Father Ted ein. Gute Nacht.


Samstag, 08.11., Neustadt a.d. Saale, JUZE

Nachdem ich den Morgen desselben Tages mit Heimfahren verbracht habe, steh ich mitsamt Hudson im Gepäck um sieben Uhr in Neustadt a.d. Saale auf der Matte. Der zweite Tourtag in Franken hat leider schon zu früh begonnen. CRIPPER haben die Bühne im JUZE bereits als erste Band geentert und sind gerade dabei eine Horde Jugendlicher durch die Saalmitte zu scheuchen, die sich verhält wie ein nervöser Schwarm Bienen mit Alzheimer. Sprich: CRIPPER beginnen einen Song, alle rennen wie verrückt geworden vor die Bühne hauen sich die Köppe ein und verziehen sich binnen zwei Sekunden wieder, als hätten sie plötzlich vergessen warum sie einen Pogo veranstalten und wie der überhaupt geht. So was hab ich selten gesehen. CRIPPER scheint das Verhalten allerdings mächtig Laune zu machen und Britta kommt kurz nach meiner Ankunft nassgeschwitzt in den Backstage mit einem Grinsen wegen dem, was sie gerade erlebt hat.

Im Backstage verdrücke ich dann erst einmal eine Portion Nudeln mit Tomatensoße und sehe McZ von LOST WORLD ORDER dabei zu, wie er Handycam-Mitschnitte vom Saufgelage am gestrigen Tag zu einem Video-Podcast verwurstet. Sehr lustiger Kram, den man sich bestimmt schon sehr bald auf den Videoportalen dieser Welt reinziehen kann. Unser Schlagwerker Daniel taucht ebenfalls irgendwann auf und drückt mir eine Tüte Crunchips in die Hand. Sorte "Döner mit alles". Kein Scheiß... so was gibts gerade als Sonderedition an jeder Tanke zu kaufen und neben dem Lachanfall, den man davon kriegt muss ich auch sagen: Das schmeckt!

Danach renn ich erst einmal zur Kasse, besorge mir Getränke-Bons und natürlich der Kausalitätskette weiter folgend auch ein Bier am Ausschank. Als ich wieder zurückkomme haben CRIPPER bereits ihr gesamtes Equipment im Kombi ihres Vertrauens verschwinden lassen und machen sich mehr oder minder fertig zum Abflug nach Hannover. Da Dennis, Britta und Christian nach eigener Aussage noch nen Arsch voll Arbeit zu Hause haben, wollten sie den Sonntag nicht im Frankenland verschlafen. Schade eigentlich. Dennoch sind sie noch lange genug da, um nicht den Gag des Abends zu verpassen. Daniel schafft es aus sicherer Entfernung draußen rauchende Fans in Angst und Schrecken zu versetzen, indem er sein Auto mittels Infrarot-Schlüssel dazu bringt KIT zu spielen. Wir beobachten also aus dem Fenster des Backstageraumes, wie Daniels Karre anfängt plötzlich wie wild zu blinken und die Fensterscheiben hoch und runter fährt. Die Leute, die neben dem Auto stehen sehen sich zunächst ein wenig verdutzt an und gehen dann wild diskutierend auf Sicherheitsabstand. Nach ungefähr zwei Minuten Theater taucht einer von ebendiesen im Backstage auf und will von uns wissen, wem denn der Audi gehört, der gerade total verrückt spielt. Dann merkt er allerdings dass wir uns alle die Bäuche vor Lachen halten und aus dem Fenster gerade auf dieses Auto sehen, während Daniel mit seinem Schlüssel in der Gegend herumfuchtelt, als wäre er Harry Potter. Sehr geil!

Nach getanem Spaß machen sich nun auch LOST WORLD ORDER bereit Neustadt und das JUZE zu beackern. Doch den Rittern ist das Glück heute nicht hold, wie man so schön sagt. Zwar beginnt deren Set furios mit einer zehn-Mann-Moshattacken-Antwort auf die ersten drei Riffs, dann reißt allerdings Sänger Mätty eine Seite. Er stürmt in den Backstage, stellt fest, dass die Ersatzklampfe hoffnungslos verstimmt ist, gräbt in seinem Gigbag verzweifelt nach einer dicken E-Saite und Werkzeug. Als er alles findet rennt er zurück zur Bühne und singt den nächsten Song, während er dabei seine Gitarre repariert und wieder saitentechnisch auf Vordermann bringt. Als Mätty jedoch seine Axt wieder fit hat, reißt LWO-Basser McZ seine dicke E-Saite. Und dann beginnt selbes Spiel von vorne. Nur, dass McZ keine neue Saite findet. Die lässt er sich dann von unserem Basser Hudson geben. Die Zeit bis das Instrument allerdings wieder einssatzfähig ist verstreicht wie im Flug und McZ schafft es gerade noch zum letzten Ton des eben angespielten Songs zurück auf die Bretter. Und genau den Ton lässt er sich aber nicht mehr nehmen. Er spielt ihn sogar noch mit einer Jahrhundert-Steve-Townsend-Gedächtnis-Pose. Armpropeller ansetzen und dann voll in die Saiten hauen. Rrrummmmsss! Lustig und konsequent, der Mann.

Nach dem LWO-Gig spielen dann die lokalen Headliner PATH OF DEVASTATION eine vernichtende Death-Metal-Orgie in die Menge und dann sind wir dran. Wir müssen leider, da die zwei Local Supports zwischen CRIPPER und LWO unendlich lange Umbaupausen zelebrierten durch unser Set hetzen wie schon lange nicht mehr, müssen sogar zwei Songs streichen. Aber trotzdem reichen die verbleibenden acht Lieder aus, um Neustadt so richtig die Hölle heiß zu machen. Zum Schluss eines schweißtreibenden Sets gehen wir von der Bühne, begleitet von "Olé, super HATRED"-Rufen mit dem sicheren Wissen, dass diese TTT-Tour die mit Abstand geilste der zwei beiden bisher ist.

Bevor ich zum Schluss komm, muss ich zwei Leuten noch mal nen deutlichen Dank aussprechen. Zum einen Draconiz von LWO und zum anderen Bass-T von CRIPPER. Da kein Tontechniker an diesem Abend vorhanden war - warum auch immer - haben sich die beiden bereit erklärt alle Bands zu mischen und den ganzen Abend entweder hinterm Mischpult oder auf der Bühne verbracht. Danke Jungs!!!

So und jetzt ein kurzer fulminanter Schluss: Nach Abbau und Einpacken machen wir HATREDS noch einmal Halt im McDonalds von Neustadt und sehen einem Kumpel von uns - namentlich genannt Kreidler und von Beruf CRIPPER-STALKER - dabei zu wie er geschlagene drei Minuten einem sehr androgynen Typen mit aller Hingabe den Kopf streichelt. Mein Gott, wie weit kanns noch kommen?... =



geschrieben am 17.11.2008   von Børge
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