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Cripper, Hatred & Lost World Order - T. T. T. Tourtagebuch - Part 4 in Steinfurt u. Dortmund am 14.-15.11.2008
Galerie Cripper, Hatred & Lost World Order - T. T. T. Tourimpressionen zum Livereview anschauen!

Die Triple Thrash Treat Tour von CRIPPER, HATRED und LOST WORLD ORDER ist angelaufen. Zwei Monate lang zieht dieses Chaos-Package durch Deutschland, um die Bühnen in Schutt und Asche zu legen. Im wöchentlichen Rhythmus veröffentlichen wir hier nun deren Tour-Tagebuch, damit Ihr nachlesen könnt, was die Bagage so alles erlebt hat. Im vierten Teil geht es nun weiter nach Steinfurt und Dortmund


Freitag, 14.11., Steinfurt, Talentschuppen


Dies mal ist alles wieder ein wenig hektisch, denn unser Dreschflegel Draconiz kann nicht mit uns zusammen zum Gigfahren und muss kurz vor knapp nachkommen, da er noch ein wenig arbeiten muss. Zum Glück ist Steinfurt von unserer Homebase Bielefeldaus nicht besonders weit, so dass wir anderen schon mal gemächlich vorfahren können.

Der Talentschuppen liegt praktischerweise direkt neben dem Steinfurter Bahnhof – beziehungsweise ist sogar ein Teil desselben – und ist daher optimal platziert, um von großen Horden Thrash-süchtiger Metallerüberfallen zu werden. Sollte alles anders laufen, kann man sich wenigstens mit dem im Backstage-Raum platzierten Sandsack abreagieren. Dort gibt es übrigens auch eine schöne Spiegelwand, die beinahe die Ballerina in mir weckt.

Heute ist alles ein wenig anders, denn im Talentschuppen gibt es keine PA. Wir müssen die Backline also so auspendeln, dass man sich nichtgegenseitig übertönt, aber trotzdem jeder gut zu hören ist. Der Gesang kommt dann über eine separate Gesangsanlage. Das klappt auch alles wesentlich besser als erwartet, so dass Aufbau und Soundcheck zügig vonstatten gehen.

Vor dem Gig schnell noch was essen – die heutigen Nudeln mit Tomatensoße sind tatsächlich die bisher besten auf der Tour -, über Draconiz’ Ankunft freuen und ab auf die Bühne. Die Banger gehen heute gut bei uns ab und erfreuen sich na unserem Geballer. Wir hätten ihnen auch eine kleine Cover-Version spendiert, wenn wir nicht – während wir auf der Bühne stehen! – ermahnt würden, dies zu unterlassen. Auch egal, der Auftritt ist klasse, und das Bier danach schmeckt umso besser.

HATRED-Sänger Matze leidet dieses Wochenende unter einerhartnäckigen Erkältung und hält sich somit mehr an Tee als an alkoholhaltigen Getränken fest. Trotzdem zieht er den heutigen Gig mit der gleichen Energie durch wie alle anderen auch, und auch der Rest der Band gibt wie üblich alles. Auch hier geht das Publikum sehr gut mit.

Das ist auch bei CRIPPER der Fall, obwohl es eine Hand voll Zuschaueranscheinend schon gen Heimat verschlagen hat. Müssen die Steinfurter etwa früh ins Bett? Das hält die Band natürlich nicht davon ab, wie immer absolutes Vollgas zu geben und wie gewohnt mit einem tighten Auftritt zu überzeugen.

Leid tragende des Abends sind sowieso ARCORAIS, die als Headliner vor etwa fünf verbleibenden Männeken spielen. Der Death-mit-kurzen-Haaren-Metal – oderschubladisierender / stigmatisierender ausgedrückt: Metalcore – kommt gut auf den Punkt und wird engagiert dargebracht. Mein Ding ist das alles jedoch ehrlich gesagt nicht.

Dafür komme ich im Backstage-Bereich in den zweifelhaften Genuss, zusammen mit Britta Stargast der neuesten Episode von Jean Trés Hobbytheke zu sein. Wir bringen also vor einem Millionenpublikum eine leidenschaftliche Version von Michael Holms ‚Tränen lügen nicht’ zu Gehör, beschränken uns dabei allerdings auf den seltsam gehauchten Einstieg.

Das war es jedoch auch schon fast an Spaß. Zumindest für uns, denn wir machen uns für die kommende Nacht auf den Heimweg, während die anderen Bands schon nach Dortmund fahren und im Proberaum von INTERDICTION eine rauschende Party feiern. Wenigstens haben Henny und ich ein wenigvorgetankt, so dass wir auf der Rückfahrt prompt einpennen, während sich McZ nur mit zwischen die Lider geklemmten Streichhölzern wachhalten kann.


Samstag, 15.11., Dortmund, Das Zentrum

Im eigenen Bett aufzuwachen – und natürlich darin geschlafen zu haben - , ist ein nicht zu verachtender Luxus. Und den Tag mit netten Dingen am heimischen Herd verbringen zu können, ist auch nicht zu verachten. Daher bin ich auch gar nicht so böse, als mir die anderen in Dortmund angekommen schildern, dass wir wahrscheinlich die Party unseres Lebens verpasst haben. Klar, wenn man einmal nicht dabei ist, geht die Post richtig ab.

Das Zentrum ist ein sehr schickes und echt neues Jugendzentrum, das über einen tollen Konzertsaal und eine hervorragende Anlage verfügt. Der Backstage-Bereich ist geräumig und hell, und es stehen sogar Internet fähige Rechner zur Verfügung.
Dass es kein Catering gibt, stört uns weniger, denn etwa dreißig Meter vom Zentrum entfernt befindet sich eine Frittenschmiede. Dort fallen wir mehr oder weniger gemeinsam ein und stellen einige für uns ungewöhnliche Dinge fest. Zum einen gibt es hier Schaschlik, dass in Bielefelds Pommesbuden bereits seit vielen Jahren ausgestorben ist. Das kann Hudson in Bezug auf die fränkischen nur bestätigen und haut sich das angebotene Gericht prompt zwischen die Kiefer. Die meisten anderen beschränken sich ganz klassisch auch Curry-Wurst mit Pommes, doch die Soße der Manta-Platte birgt ebenfalls Überraschungen. Es handelt sich hierbei eher um eine Art Zigeuner-Soße mit allerhand Gemüse – allem anderen voran Silberzwiebeln - darin. Lecker ist die Geschichte trotzdem.

VEROXITY sollen das heutige Konzert eröffnen, doch zuvor wird deren Sänger Maggi noch ein Opfer von Jean Tré. Zwecks böserer Mimik legt Maggi nämlich ein wenig Augen-Make-Up auf, das von dem gewieften Fernseh-Wissenschaftler prompt als Corpse Paint entlarvt und dementsprechend zum Bestandteil seiner heutigen Show wird.

Darüber hinaus betätigen Britta und ich uns als Mike und Nancy aus der Werbeserie „Amazing Discoveries“. Wir preisen eine Wasserflasche an wie Sauerbier und werden – wie aus dem Fernsehen gewöhnt – wenig lippensynchron „übersetzt“.

Der Death Metal von VEROXITY macht in der Bühnensituation durchaus Spaß und überzeugt mit technischen Kabinettstücken. Lediglich Drummer Zyn sieht ziemlich angestrengt aus. Das eigentlich Ärgerliche an dem Auftritt ist allerdings die gähnende Leere vor der Bühne.

Leider wird dies den ganzen Abend so bleiben und der Minusrekord auf der bisherigen Tour werden. Dies ist nicht nur für die beteiligten Bands ärgerlich, sondern auch für die Veranstalter INTERDICTION, die sich viel Mühe mit der Aktion gegeben haben.

Das hält HATRED nicht davon ab, wie üblich die Kuh fliegen zu lassen. Zwar wird das Set aufgrund Matzes angeschlagener Gesundheit ein wenig gekürzt, doch sind Stücke wie ‚Resurrection’, ‚Follow The Leader’ oder der alles vernichtende obligatorische Rausschmeißer ‚Caught In The Pit’ wieder ein mal Garanten für einen gelungenen Gig.

INTERDICTION sind als Band Exil-Bielefelder und unsere ehemaligen Probraum-Mitbewohner, weswegen man sich immer über ein Wiedersehen freut. Die Band spielt ein extremes Thrash-Brett mit reichlich Death Metal-Anleihen und knüppelt sich durch ein mächtig brutales Set. Von den schlappen Besucherzahlen lässt sich das Quintett jedenfalls nicht beirren.

Wir lassen uns auch nichts anmerken, legen jedoch eine trotzige „jetzt erst recht“-Einstellung an den Tag und kürzen direkt sämtliche Midtempo-Songs aus unserer Setlist. Der Gig macht denn auch richtig Spaß, obwohl kaum jemand vor Ort ist. Unser bewährtes Scorpions-Cover regt sogar den einen oder anderen zum mitsingen an.

Leider müssen HATRED schon los, weshalb bei CRIPPER noch mal fünf Leute weniger vor der Bühne stehen. Trotzdem – oder gerade deswegen – gibt die Band alles und hat mächtig Spaß inne Backen. Allen voran die Elchkuh, die performt, als stünden 1.000 Leute vor der Bühne. Wir Männeken vor der Bühne lassen uns auch nicht lumpen und spielen das Mitsingspielchen bei ‚Fire Walk With Me’ stimmgewaltig mit.

Party gibt es heute keine, so dass so ziemlich jeder Musiker den Tatort weitgehend nüchtern verlässt. Irgendwie seltsam, aber auch nicht so schlimm, wie es sich jetzt anhört.

An dieser Stelle noch mal Dank an INTERDICTION für die Einladung, wir hatten trotz allem viel Spaß! =

Berichterstatter: Mätty


TTT-Tourdates:
CRIPPER, HATRED u. LOST WORLD ORDER

17.10.08 D – Hannover – Labor
18.10.08 D – Vechta – Gulfhaus
24.10.08 D – Salzgitter – Forellenhof
25.10.08 D – Bad Oeynhausen – Alte Druckerei
07.11.08 D – Würzburg – B-Hof
08.11.08 D – Bad Neustadt a.d. Saale - JuZe
14.11.08 D – Steinfurt – Talentschuppen
15.11.08 D – Dortmund-Scharnhorst – JZ Das Zentrum
21.11.08 D – Mainz – Kulturcafé Mainz
22.11.08 D – Weinheim – Café Central
28.11.08 D – Neuss – Haus Derikum
29.11.08 D – Siegen – Blue Box
05.12.08 D – Detmold – Alte Pauline
06.12.08 D – Herzebrock-Clarholz – Gasthof Muck
12.12.08 D – Bayreuth – Glashaus
13.12.08 D – Schweinfurt – Jugendhaus Schweinfurt




geschrieben am 19.11.2008   von Børge
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musikalischer Background des Verfassers
Hard Rock, Heavy/Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, 80er-Jahre Metal, US-Metal, NWoBHM, osteuropäischer Metal jeglicher Stilrichtung
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