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Never Say Die! Club Tour 2008 Mit Parkway Drive, Unearth, Despised Icon U.a. in Hamburg, Markthalle am 26.11.2008

Nach der Persistence- und der Hell on Earth-Tour scheint sich so langsam auch die Never Say Die-Tour in Deutschland als Szene-Indoor-Festival zu etablieren. Im vergangenen Jahr noch deutlich hardcorelastiger (u.a. mit COMEBACK KID, THIS IS HELL, THE WARRIORS, CANCER BATS) wurde in diesem Jahr dem inzwischen ein wenig unsäglichen Deathcore-Hype Tribut gezollt, sodass mit CARNIFEX, WHITECHAPEL und DESPISED ICON zumindest drei lupenreine Vertreter des Genres im Billing vertreten waren. Die Metalcore-Kings von PARKWAY DRIVE (schon letztes Jahr dabei) und UNEARTH sollten als Zugpferde dienen, während die Proggies von PROTEST THE HERO und die etwas in die Mathcore-Ecke schielenden ARCHITECTS für willkommene Abwechslung sorgen sollten.

Pünktlich um 19:00 Uhr gings los mit CARNIFEX und ich kann nicht mal sagen, dass es am stumpfen Kreischcore der Kalifornier gelegen hat, dass der Auftritt einfach nur peinlich war. Früh am Abend war Platz genug vor der Bühne für alle bunt betuchten Karatekämpfer und schräg bekappten Möchtegern-Bruce Lees, von denen sich augenscheinlich einige noch knietief in der Pubertät befanden. Egal, Höhepunkt des Ganzen: Das Publikum fordert lautstark nach einer „Wall of Death“ (gähn…). Sänger Scott Lewis darauf in „Wenns-denn-sein-muss“-Stimmung: „I do not count,i do not count, i do not count…“ Mucke geht los. Die fleißig aufgestellten Waller bleiben erwartungsfroh stehen. Beim nächsten Beat gibt Lewis ein Handzeichen. Die Waller bleiben immer noch stehen! Wenig später erneut ein Handzeichen von Lewis. Einer rennt tatsächlich los, die anderen auch. Well done! Fremdschämen galore! Da nützt auch das geschmackssichere EMPEROR-Shirt von Lewis nix.

WHITECHAPEL aus Tennessee waren da schon ein ganz anderes Kaliber. Growl-lastiger, selbstbewusster, fokussierter und intensiver wirkte der Auftritt der Metal-Blade-Bande. Die drei Gitarren hatten sicher Ihren Anteil daran. Erfreulicherweise hielten sich auch peinliche Publikumsaktionen in Grenzen, sodass man von einem soliden Auftritt sprechen kann. Auf CD anchecken.

Dann waren die Kanadier von PROTEST THE HERO an der Reihe und man kann wohl sagen, dass die Jungs die exotischste Band des Billings waren.
Und das nicht nur wegen Über-Bassist, Blickfang und Mark Medlock-Lookalike Arif Mirabdolbaghi, der ähnlich wie seine Mitstreiter durch perfekte Instrumentenbeherrschung glänzte. Nein, vor allem durch das Ausbrechen aus dem stumpfen Metalcore-Terrain, das Aufzeigen, dass es noch mehr gibt, als einen Breakdown, der sich an den nächsten reiht. Zwei Dutzend Die Harder vor der Stage sahen das ähnlich, der Rest schaute entweder verwundert von weiter hinten zu oder deckte sich mit CARNIFEX-Merch ein.


Den Briten von ARCHITECTS eilt seit längerem schon ein guter Ruf voraus, da war es schön die Jungs endlich mal live zu sehen. Und tatsächlich entpuppten sich die frisch von Century Media gesignten Jungs aus Brighton als lebendige Live-Band, was vor allem an Energiebündel Sam Carter lag, der wie ein Derwisch über die Bühne fegte und nicht selten an einen Spencer Chamberlain (UNDEROATH) erinnerte. Auch die mal sphärischen, dann vertrackten Post-Hardcore-Songs weckten manchmal Erinnerungen an die Christen aus Florida. Toller Auftritt, ohne Frage.

Nun war es Zeit für DESPISED ICON, die Deathcore-Kings aus Montreal, die nach dem bekannten Sparta-Einspieler (Ahu-ahu-ahu) ein gewohnt routiniertes, aber ein wenig unmotiviertes Set ablieferten. Lag aber vielleicht auch daran, dass Sie in letzter Zeit live etwas überpräsent waren. Das letzte Album in der Deluxe-Edition mit Bonus-DVD fürn Achter anzubieten, war aber mehr als ein feiner Zug der Jungs. Im Großen und Ganzen haben Alexandre Erian, Steve Marois und Co. aber einmal mehr unterstrichen, dass sie den Legionen an gesichtslosen Deathcore-Nachzüglern nach wie vor nicht nur songwriterisch sondern auch performancetechnisch um Längen voraus sind.

Ist man gemein, könnte man UNEARTH als gute Kopie der alten IN FLAMES inkl. Metalcore-Beatdowns abtun. In einer Zeit wo eine Band wie IN FLAMES allerdings unrelevanter denn je geworden ist, vielleicht gar nicht so ganz unpassend. So hatten UNEARTH als hochverdienter Semi-Headliner dann auch leichtes Spiel und konnten vielleicht sogar den größten Publikumszuspruch des ganzen Abends verzeichnen. Mit dem neuen Album „The March“ im Gepäck wurde ein ordentliches Following gemixt aus Metallern und Hardcorelern in die Markthalle gelockt und so wurden vor allem „The Oncoming Storm“-Standards wie „This lying world“, „Zombie Autopilot“, „Bloodlust of the Human Condition“ und „Black hearts now reign“ abgefeiert ohne Ende. Fronthüne Trevor Phipps machte dabei eine gewohnt resolute Figur und verstand es perfekt, die Meute anzustacheln und zum Stagediven zu motivieren. Erneut ein souveräner Gig der wohl neben AS I LAY DYING und KILLSWITCH ENGAGE größten Metalcore-Band der Gegenwart.

Die Australier PARKWAY DRIVE schicken sich hingegen nicht erst seit gestern an, zu den genannten Größen aufzuschließen. Dabei könnte es durchaus hilfreich sein, dass Sie sich genretechnisch ziemlich genau zwischen Hardcore, Metalcore und Deathcore positionieren und somit aus allen Lagern Fans ziehen könnten. Für mich stehen die sympathischen Aussies genau deswegen zurecht auch als Headliner auf der Bühne. Die Songs haben megafette Mosh-Parts, Widererkennungswert ohne Ende und kopieren nicht ständig irgendwelche Göteborg-Trademarks. Auch wenn bei der inzwischen siebten Band des Abends die Kräfte langsam schwanden, für PARKWAY DRIVE werden die letzten Reserven mobilisiert und jeder will noch mal auf die Bühne. Winston McCall wird in die Menge gezerrt, growlt ungesehen im Pulk weiter und grinst schließlich wieder von der Bühne hinab. Spaß pur. Mosh, Hardcore, Metal, was auch immer. Doch noch ein toller Abend. Bis zum nächsten Mal.







geschrieben am 02.12.2008   von Schneider
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