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Scream Silence in Braunschweig, Meier Music Hall am 29.03.2009
Galerie Scream Silence in Braunschweig zum Livereview anschauen!

Konzerte an einem Sonntag laufen meistens nicht besonders gut. Partyfreudiges Volk ist nach den durchzechten Nächten des Freitags und Samstags zumeist erschöpft und abgebrannt. So ist es zumindest in der Metal Szene oft zu erleben. Die Wave / Gotik Fraktion ist da vielleicht etwas zurückhaltender und hat auch am allerletzten Ende der Woche noch Ausgehlaune. Keine Ahnung, ist nur ein dämliches Vorurteil. Rappelzappelvoll sollte es jedenfalls auch an diesem Sonntag in Braunschweigs Meier Music Hall nicht werden, als sich dort Zeromancer, Scream Silence und Essence Of Mind versammelten. Ich selbst war bis dato noch nie in diesem Schuppen gewesen. Welcher Hannoveraner fährt schon freiwillig nach Braunschweig? Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte, denn die Meier Music Hall ist ein cooler Laden mit einer riesigen Theke, einem separaten Café, einem freundlichen Team, genügend Platz für den Merchandise Bereich und einem Vorraum zum Chillen, wenn es nötig werden sollte. Die Bühne ist klein aber fein, und so gab es beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abend.

Die Bands ließen sich vom eher überschaubaren (aber keinesfalls schwachen) Besuch wenig beeindrucken und gaben allesamt ihr Bestes. Zunächst war es an ESSENCE OF MIND, die weitestgehend schwarz gekleideten Anwesenden in Stimmung zu bringen. Als Metaller ist man bei so einer Band erst einmal skeptisch. Wie kann man ausschließlich mit Keyboard, Gitarre und Gesang auskommen? Da fehlt die komplette Rhythmussektion! Diese Herrschaften störte das offenbar wenig. Sänger Erlend war ständig in Bewegung und fegte von links nach rechts und wieder nach links über die Bühne. Es war nahezu unmöglich, den Mann mal in Ruhe in den Sucher zu bekommen. Mir sagte die Musik nicht allzu viel. Die Songs klangen für mich alle gleich. Doch ich gebe gern zu, dass ich hier alles andere als ein Experte bin. Letztendlich erwies sich der EBM von Essence Of Mind als hörbar und für eine Weile unterhaltsam. Als es so langsam langweilig wurde, checkten wir den Merachandise Stand aus. Kaum waren wir damit durch, wurde auch schon umgebaut.

Eingebettet zwischen zwei norwegische Elektro-Bands mussten SCREAM SILENCE beweisen, dass sie in so einem Package bestehen können. Schon die ersten Takte des Openers „The Vitirol“ machten klar, dass dies kein Problem darstellen würde. Als die Berliner die Bühne enterten, änderte sich das Bild grundlegend. Wolfi und Hagen grooveten von Beginn an fett und tight. Endlich konnte man auch die Gitarre hören. Sogar zwei davon. Gegenüber der eher unterkühlten Performance der Eröffnungsband überraschten die Gothic Rocker aus der Hauptstadt mit Spielfreude, Leidenschaft und Herzblut. Dazu kam eine gesunde Portion Humor, mit der Frontmann Hardy souverän durch das Programm führte. Dies beinhaltete Hammersongs wie „Harvest“, „Kerosene“, den neuen Radio-Hit „Counterfeit“ oder auch „Beloved Sweet Curse“. Scream Silence agierten überzeugend und rissen das Publikum mit. Die anwesenden Vertreter der schwarzen Szene ließen sich sogar zum Mitklatschen bewegen. Mir tat es zudem gut, nach der vorangegangenen eher elektronischen Performance jetzt einmal zwei Paulas und einen Ibanez Fünfsaiter auf der Bühne rocken zu sehen. So kam das Ende mit „Athanasia“ viel zu früh. Zumal wir danach erstaunt bis entsetzt feststellen durften, dass sofort die Pausenmusik einsetzte. Nix war es mit einer Zugabe. Sehr ungewöhnlich, zumal die Zeit nicht sonderlich weit fortgeschritten war.

Während des erneuten Umbaus sahen wir uns das Publikum etwas genauer an, das erstaunlich vielschichtig war. Vom vierzehnjährigen Gothic Girlie in Begleitung von Mammi über viele Mittdreißiger bis hin zum gesetzten Familienvater, der seinen Anhang zu Hause gelassen hatte, war alles vertreten. Sehr interessant. Allerdings fiel auf, dass kaum Metaller anwesend waren. Die wenigen, die sich outeten, hatten ganz eindeutig ihre besser Hälfte dabei. Wie dem auch sei: Diese bunte Mischung begrüßte schließlich den Headliner ZEROMANCER, der sich sehr professionell präsentierte. Bei aller Liebe zu unseren Gastgebern Scream Silence muss man zugeben, dass die meisten wohl doch wegen der Norweger angereist waren. Denn der Raum vor der Bühne war noch einmal deutlich praller gefüllt als bei den Berlinern oder gar bei Essence Of Mind. Die Anlage wurde ebenfalls ein paar Volume Einheiten nach oben gedreht, so dass der monotone Tanzbeat schön fies wummerte. Ich selbst erlebte Zeromancer als eine Mischung aus den beiden vorangegangenen Bands und zum Glück deutlich melodischer als den Eröffnungsact. Der Sänger schien nicht so recht bei Stimme zu sein, glich dies jedoch durch eine starke Bühnenpräsenz wieder aus. Das war auch nötig, denn seine Mitstreiter hielten sich eher zurück. Dennoch wirkten sie recht charismatisch.

Ich gebe es zu: Ganz bis zum Ende haben wir es leider nicht durchgehalten. Scream Silence überzeugten auf ganzer Linie und kommen hoffentlich bald wieder. Wir freuen uns zudem auf ein neues Album. Die anderen beiden Bands boten uns auf jeden Fall eine interessante Erfahrung und einen Blick über den schwermetallischen Tellerrand. Insgesamt also ein gelungener Abend. Mit der richtigen Dosis Jim Beam / Cola im Blut hätte ich es vielleicht sogar bis zum Schlussakkord oder auch Schlusssample geschafft.

geschrieben am 02.04.2009   von Christian
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